Atemtraining

Wie kann ich die Atmung verbessern ? Wie wichtig ist die Atmung für das Trompetespielen ?
Hier gibt es die Antworten auf solche Fragen.

Moderator: Die Moderatoren

Hassel
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Atemtraining

Beitrag von Hassel » Dienstag 10. Juli 2007, 12:56

Hi Leute,
habe mit der Suchfunktion schon danach geschaut, und gemerkt das dies doch alles durcheinander ist. Habe keinen Thread gefunden, indem man nur Übungen beschrieben hat.
Wollte euch nun mal fragen, welche Atemübungen ihr macht, und welche ihr alle kennt. Bitte um genaue Beschreibung.
Hoffe dass ich damit nicht zu sehr nerve.
Gruß

Hochwälder
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Beitrag von Hochwälder » Dienstag 10. Juli 2007, 13:14

Hallo Hassel,

als Newbie hast Du hier immer das Recht zu nerven. :wink:
Herzlich Willkommen!

Habe hier einen Beitrag von unserer lieben Miss Trumpet, in dem eigentlich viele gute Sachen stehen.

http://www.trompetenforum.de/TF/view ... fellatmung

Soll allerdings niemanden davon abhalten hier was reinzuschreiben.
Für mich ist die Aktivierung des Zwerchfells EIN ganz wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

Gruß
Wer nie vom Weg abkommt, der bleibt auf der Strecke.
Volksmund

Trumpet-Dev!l
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Beitrag von Trumpet-Dev!l » Dienstag 10. Juli 2007, 13:26

Hmm, ist die Atmung wirklich so wichtig?

buddy
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Beitrag von buddy » Dienstag 10. Juli 2007, 13:43

@trumpetdevil
Nur, wenn du weiterleben willst (oder Trompete spielst).

Zur Atmungsaktivierung, z.B.:
http://www.trompetenforum.de/TF/view ... 0249#60249
Unfreiwillige Stimmgeräusche und Lockerungsübungen:
http://www.trompetenforum.de/TF/view ... 7891#67891

Hassel
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Beitrag von Hassel » Dienstag 10. Juli 2007, 17:09

Hi
oh, vielen Dank für die Antworten.
Und wie oft übt ihr diese Übungen? Wie lange?
Wie sehen eure Übungen aus, damit ihr eine perfekte Zwerchfellatmung erlernt?
Habe gehört, dass man bei der Zirkulationsatmung eine sehr gute Zwerchfellatmung erlernen soll. Stimmt dies? Würde es also mehr bringen wenn ich mich auf Zirkulationsatmung konzentriere?
Gruß

buddy
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Beitrag von buddy » Dienstag 10. Juli 2007, 17:24

Ziel ist nicht eine isolierte Zwerchfellatmung, sondern eine integrierte Atmung (Hochatmung, Bauchatmung, weite Flanken) und vor allem die Einteilung/Steuerung des Atemflusses. Das ist ein Effekt des Trainings und Wahrnehmungschulung des Körpergefühls. Wenn Du alles richtig machst, merkst Du es sowohl am Klang des Tones (tragfähig auch im p) und du spürst es. Die Beschreibung dieses Gefühls kann sich von Spieler zu Spieler etwas unterscheiden, mir kommt es vor, als spielte die Trompete "von selbst".
Beim Trompete spielen wird alles gebraucht. Je natürlicher die Atemtechnik eingesetzt werden kann, desto mehr kann die Konzentration in der musikalischen Gestaltung bleiben.

Zirkulationsatmung ist eine fortgeschrittene Atemtechnik, sie ist keine "Aufbauübung". Oder kannst Du schon triolische Zwerchfellimpulse p-t-k bei mm=140? Für die Lockerung des Körpers vor dem ersten Üben und die Atemtechniken sind ca. 20 Minuten sinnvoll. Probieren geht über studieren.
Ein guter Tip ist auch ein Workshop zum Thema Atem und/oder Stimme, wie es öfter bei verschiedenen Bildungsträgern abgeboten wird. Mir hat es sehr geholfen, in die Materie einzusteigen. Nur im Selbstversuch ohne Vorerfahrung/Ausbildung Atemtechniken zu erlernen, ist ziemlich schwierig, denn wie willst Du Fehler erkennen und dich korrigieren?

Hassel
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Beitrag von Hassel » Dienstag 10. Juli 2007, 21:07

Stimmt, alleine ist es wohl sehr schwer.
Meinst du jeden Tag 20 Minuten für die Atmung aufwenden?
Wielange soll ich dann noch so spielen, wenn ich allein schon 20 Minuten an der Atmung feile?
Ich übe jeden Tag zwischen 50 und 80 Minuten. SOll ich deses Übentrotzdem beibehalten und zusätzlich noch 20 Minuten atmen?
Ist es nicht langweilig, jeden Tag 20 Minuen auf dem Boden zu liegen und die Atmung trainieren?

franzl
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Beitrag von franzl » Dienstag 10. Juli 2007, 21:35

Zur Not reichen vorher ein / zwei Minütchen zum atmen !

Wichtig ist m.E. während des spielens auf die Atmung zu achten ! auch während des spielens kann man viel ausporbieren und antrainieren in punkto Atmung !

franzl
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Beitrag von franzl » Dienstag 10. Juli 2007, 21:41

War mal bei einem Atmen-Workshop !!

Und was sagte der Lehrer : Das Problem ist dass man meistens zuviel Luft hat und nicht zuwenig ! Das sagt alles !

buddy
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Beitrag von buddy » Dienstag 10. Juli 2007, 22:13

Welches Programm ist das bitte, das in 2 Minuten trainiert? Ich gehe davon aus, dass eine Atemkontrolle ähnlich wie bei Sängern sinnvoll ist. Daher orientiere ich mich an deren Übungen und finde, es nützt etwas.
Das darf man gern anders sehen, nur wären ein paar Argumente bzw. Alternativen ganz schön.
Kein Mensch zwingt dich, deine Zeit anders zu nutzen, als du es für richtig hälst. Es wäre sogar sinnlos, Zeit in Übungen zu investieren, von deren Nutzen Du nicht überzeugt bist.
Vielleicht ergibt sich für dich mal Gelegenheit, bei Trompetern wie Bobby Shew oder Markus Stockhausen etwas zum Thema zu erfahren. Die haben wieder andere Methoden als ich sie hier nannte, aber die Wichtigkeit des Themas und das gesonderte Trainieren wird von diesen Herren genauso empfohlen.

@franzl
In welchem Zusammenhang fiel diese Bemerkung? So sagt mir das erst einmal gar nichts. Möglicherweise war es ein Angebot für Asthmatiker. Dort gibt es vielleicht Lehrer, die noch glauben, mit solchen Sprüchen hilfreich zu sein.

Atemworkshops, die ich kenne, beschäftigen sich mit Lockerungsübungen der Rumpf/Atemmuskulatur, Wahrnehmungsübungen zum Körpergefühl, schulen die Selbstbeobachtung von Atemrhythmen in verschiedenen Situationen und führen über Übungen zum Einatmen und Ausatmen sowohl zum Gehen lassen von Atem als auch zur allmählichen Kontrolle über diesen Vorgang. Wesentliches Ziel ist meist eine integrierte Atmung, im Gegensatz zu der oft beobachtbaren Hochatmung oder dem Ausfall der Flanken beim Atmen.
Es geht nicht um "genug" Luft, sondern um die irgendwann automatisierte Kontrolle des Luftstroms.

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Beitrag von Hassel » Mittwoch 11. Juli 2007, 11:09

Hmm, deine Posts überzeugen mich irgendwie, buddy.
Ich werde es mal langsam angehen lassen und mal vorerst nur ein paar Minuten üben, dann werde ich sehen ob es mir gefällt oder hilft.
Dankeschön für eure Antworten, bin auf andere Meinungen oder Übungen natürlich offen.

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Beitrag von Dobs » Mittwoch 11. Juli 2007, 11:18

buddy hat geschrieben:Vielleicht ergibt sich für dich mal Gelegenheit, bei Trompetern wie Bobby Shew oder Markus Stockhausen etwas zum Thema zu erfahren. Die haben wieder andere Methoden als ich sie hier nannte, aber die Wichtigkeit des Themas und das gesonderte Trainieren wird von diesen Herren genauso empfohlen.
Ich glaube die sog. "Bobby Shew" - Atmung unterscheidet sich gar nicht so sehr von dem, was Du über "integrierte Atmung" schreibst: "Hochatmung, Bauchatmung, weite Flanken". Nach meinem Verständnis ist es genau das, was bei der Shew-Atmung auch wichtig ist mit dem Zusatz, daß Bobby die eingeatmete Luft dann noch extrem komprimiert. Wer zum Forumstreffen nach Hannover kommt, kann sich diese Atemtechnik beim Workshop mit Andy Haderer zeigen lassen.
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Beitrag von Schlaui » Mittwoch 11. Juli 2007, 11:31

@Dobs: Was heißt "komprimiert" hier?

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Beitrag von Dobs » Mittwoch 11. Juli 2007, 11:46

Bobby Shew komprimiert, d.h. 'verdichtet' (?) die Luft durch Anspannen der Bauchmuskulatur, er nennt das "Wedge" = Keil. Ich denke es ist im weitesten Sinne vergleichbar mit dem, was gemeinhin als Stütze bezeichnet wird. Wohlgemerkt, Bobby empfiehlt und verwendet diese Atemtechnik nur für extreme Höhen.

Im Grunde geht es bei dieser Atemmethode zum einen darum, sich mit so viel Luft wie möglich voll zu pumpen. Deshalb werden auch die Schultern hochgezogen, um die Lungenflügel zu weiten - und die Luft anschliessend unter großen Druck zu setzen.

In den mittleren und unteren Lagen ist das nicht nötig und möglicherweise sogar kontraproduktiv. Wenn ich es richtig verstehe hat Bobby das von Bud Brisbois. Andy Haderer und Ingolf Burkhardt atmen auch auf diese Weise.
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Beitrag von Bach Freak » Mittwoch 11. Juli 2007, 12:22

@Hassel

Also ich beschäftige mich ja schon seit einiger Zeit mit der Malte Burba Methode. Zu diesem Trainingsprogramm gehört ja auch dazu, dass man seine Atmung trainiert. Das Atemtraining besteht aus 3 Positionen (für die die sich noch nicht mit der Methode befasst haben :lol: ). Sitzen, liegen, stehn. Einfach in diesen drei Positionen ein- und ausatmen. Wichtig dabei ist, dass man drauf achtet, dass sich der Brustkorb nicht bewegt. Nach Burba soll man die Übungen mindestens 30 Minuten machen. Es reichen aber auch 15 - 20 Minuten. Mir persönlich haben diese Übungen sehr geholfen.


@Dobs

Ich war letztes Jahr auf einem Konzert von Peter Herbolzheimer bei dem Andy Haderer Lead gemacht. Vor dem Konzert habe ich schon übers Forum erfahren, dass der Andy auch mit der Bobby Shew Atmung arbeitet. Ich habe ihn das ganze Konzert über beobachtet und habe feststellen müssen, dass sich, wie oben beschrieben wurde, der Brustkorb nicht gehoben hat. Arbeitet er mein zwei Atmungen oder kann man die Shew Atmung auch unauffällig anwenden?

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