Benny Brown & how to survive on trumpet

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
Probleme, Gundlegende Techniken etc.

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Jens92
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Benny Brown & how to survive on trumpet

Beitrag von Jens92 » Donnerstag 30. Januar 2020, 17:09

Hallo zusammen!

Mit diesem Beitrag möchte ich gerne meine zuletzt gemachten Erfahrungen mit Benny Brown teilen und zur Diskussion und Auseinandersetzung mit fundamentalen Spielkonzepten anregen (sorry vorab, wenn es wieder mal zu lang wird :Uups: ).

Wer Benny nicht kennt, kann hier nachlesen: http://trumpetscout.de/trompeter-benny-brown/

Wer meine Beiträge hier im Forum kennt, weiß, dass mein Spielsystem bis zuletzt maßgeblich von den Konzepten Charlie Porters geprägt war. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich diese auch nach wie vor für sinnvoll und richtig halte, jedoch hat sich einfach meine Perspektive etwas verändert. Auch sei gesagt, dass ich die Dinge hier niemandem aufzwingen möchte. Wir sind alle unterschiedlich und verstehen und brauchen auch unterschiedliche Herangehensweisen, wenn es um die Bewältigung von spieltechnischen Problemen geht. Wenn es jedoch dem ein oder anderen hilft, freue ich mich um so mehr!

Aber nun zu Benny und mir:

Ich habe ihn im Mai 2016 (glaube ich) auf einen seiner hervorragenden B&S-Workshops kennengelernt. Diese kann ich jedem nur empfehlen. Alleine, um mal seine Resonanz im Sound förmlich zu spüren, ist es das Wert!
Es folgte ein weiterer Workshop und das ein oder andere persönliche Treffen und seit Mitte Dezember stehen wir wieder etwas enger in Kontakt und darum bin ich sehr froh. Danke nochmal, Benny!

Zwar hatte ich mit Charlies Konzepten große Fortschritte gemacht und ein großes Verständnis für das System Trompete aufgebaut, doch das Jahr 2019 war leider von Stagnation geprägt. Dies gab mir zuletzt doch sehr zu denken und ich machte mir immer wieder klar und fragte mich: "Okay, warum klingt Benny so dermaßen gut und resonant, dass einem die Ohren abfallen und ich bekomme es nicht auf die Reihe ein stabiles c3 auch nach stunden spielen zu haben? Da passt doch etwas nicht...". Klar, ich konnte auch vor Dezember 2019 bis g3 spielen, wenn auch dünn, aber Spielgefühl und Ausdauer waren einfach nicht auf dem erhofften Niveau.

An dieser Stelle kann ich jedem, der unzufrieden mit seinem Spiel ist, nur raten, offen und experimentierfreudig zu sein und sich auf Dinge einzulassen, von denen man auch zunächst vielleicht glaubt, dass sie das Gegenteil von dem bewirken, was man eigentlich erwartet. Es lohnt sich!


So, jetzt aber Butter bei 'de Fische:

Was hat sich jetzt spieltechnisch verändert und wie funktioniert das Ganze konzeptionell? - Die gute Nachricht ist, es ist viel leichter als man denkt (und das wird wahrscheinlich auch immer so bleiben).

Wie sieht das jetzt konkret aus?

Atmung:

Bei der Atmung arbeitet Benny - und ich jetzt auch - mit der Vorstellung, dass man zunächst eine imaginäre Faust unterhalb des Bauchnabels mit einer entspannten, tiefen Einatmung wegstößt. Achtung: Nicht aktiv den Bauch aktiv herausstrecken! Das ist zu viel des Guten und kann u.a. das Bindegewebe zu stark belasten, sodass man bspw. Leistenprobleme bekommt (habe es vor drei Wochen selbst erlebt)!
Anschließend zieht man den Bauch wieder etwas nach innen und plustert sich nach oben hin richtig schön auf und macht sich richtig groß. Diese Aktivität nach innen bleibt jederzeit erhalten. Man trage mal jemanden Huckepack und achte auf die leichte Grundspannung des Rumpfes. Dieses Huckepack-Bild hilft total! Man übertrage dieses Gefühl auf das Spielen und die Stütze sitzt da, wo sie soll.
Im Prinzip reden wir hier von der Wedge-Atmung, jedoch in etwas praktikablerer Form.

Hier etwas zur Wedge-Atmung: Bobby Shew macht es super vor und erklärt es hier ab ca. 01:02:45: https://www.youtube.com/watch?v=Z-Am03K7QDI&t=3465s
In Kürze:
Bild

Für einen resonanten, fetten Sound und für ein ausdauerndes und effizientes Spiel ist dies wirklich die wichtigste Grundlage! Es geht hierbei nicht primär um die Luftmenge (die nach wie vor von der Länge der zu spielenden Phrase und von der Lautstärke abhängt), sondern eher um die Art und Weise, die Luft zu komprimieren.

Lippen:

Eines Vorweg: Ansetzen im Lippenrot sollte natürlich vermieden werden (auch wenn es Ausnahmen gibt). Hier empfehle ich nach wie vor Charlie Porters 4-Schritte-Setting.

Abgesehen davon sind die Lippen - gegenteilig zu dem, was ich immer dachte - gar nicht so wichtig. Die einzige Aufgabe der Lippen ist es zu schwingen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Je mehr schwingen kann, desto besser der Sound.

Viel mehr gibt es hierzu auch gar nicht zu sagen, außer, dass - wie bei jedem anderen Aspekt auch - wir nunmal alle unterschiedlich ausgestattet sind.

Ansatzmuskulatur:

Ja, wir brauchen Muskeln (und das ab c3 auch nicht zu knapp, um da oben stundenlang mit hoher Lautstärker spielen zu können).
Bis mindestens g2 jedoch sollte es recht entspannt gehen, denn der Unterschied der muskulären Anspannung zwischen einem c1 und einem g2 ist tatsächlich gar nicht so groß, wie man denkt (s.o.). An dieser Stelle möchte ich auch "TensionLess Playing" von Pops McLaughlin empfehlen.
Auch behaupte ich provokant, dass bei mindestens 90% aller Trompeter*innen selbst ein c1 mit zu viel Kraftaufwand und Muskelaktivität gespielt wird. War bei mir bis zuletzt definitiv auch so und es war echt schwer das einzusehen, weil ich jahrelang ganz fest an das Gegenteil geglaubt habe.

Die essentielle Änderung, die ich persönlich durchgeführt habe, ist, dass ich meine Lippen jetzt grundsätzlich nicht mehr bewusst und aktiv flach Richtung Zähne bringe. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass eine aktive Kontraktion der ganzen Ansatzmuskeln nicht notwendig ist. Die Kontraktion sollte eher passiv geschehen, wenn die Tonhöhe zunimmt, damit die Lippen nicht offen geblasen werden und Luft entweicht. Die Kontraktion der Ansatzmuskeln ist also nur eine Reaktion auf den Luftstrom (siehe hierzu bspw. auch Greg Spence). Entweicht Luft, ist das anfangs sogar kein schlechtes Symptom. Dies zeigt nur, dass die Mundwinkel noch nicht stark genug sind und die Position noch nicht halten können (auf physiologische Richtigkeit erhebe ich keinen Anspruch ;)).

Die zweite wichtige Änderung betrifft die Mundwinkel, aperture corners (laut. Greg Spence) oder wie auch immer man dies sprachlich ausdrücken möge:

Hier möchte ich bloß hervorheben, dass die neutrale Position der Mundwinkel, auch wenn man diese in der Höhe halten kann, nicht ausreichend für eine Höhe ab g3 ist (oder auch für eine generell entspannte Höhe). Wird die Lippenöffnung mit zunehmender Höhe trotzdem kleiner, wird die Form der Lippenöffnung bei gleichbleibenden Mundwinkeln letztlich zu flach und vor allem zu breit! Dies lässt den Sound ausdünnen, man muss mit mehr Druck kompensieren und man spielt zu sehr "auf den Zähnen".

Folglich sind die Mundwinkel minimal (!) nach innen zu bringen. Diese Position kann und sollte man vielleicht grundsätzlich übernehmen. Mit zunehmender Höhe gilt es diese schlicht zu halten. Die Kraft kommt dann von ganz alleine.
Dies geht meiner Meinung sogar mit Herrn Farkas d'accord (vgl. Farkas, "Die Kunst der Blechbläser", S.36, Abb. 21). Das nach innen bringen der Mundwinkel darf natürlich, wie alles andere auch, nicht übertrieben werden. Am Ende geht es ja immer noch um Balance.

Hat man das beschriebene Setting gefunden, lässt die Lippen einfach nur schwingen und die Muskeln dann einsetzen, wenn es wirklich erforderlich ist (viel später als man denkt!), wird alles viel leichter und es klingt viel besser, da einfach mehr Lippe schwingt. Die Ausdauer erhöht sich ebenfalls schlagartig. Warum? - Weil man einfach viel mehr "Polster" zur Verfügung hat, das auch bei Ermüdung etwas mehr Druck standhält, damit man dann doch irgendwie "überleben" kann.

Auch geschieht in extremer Lage bzw. am Limit ein passives Einrollen der Lippen. Dennoch denke ich, dass man versuchen sollte, den schwingbaren Anteil der Lippen im Mundstück langfristig zu maximieren.

Als zusätzliches Krafttraining empfehle ich die pencil exercise im Zusammenhang mit Pops "Chop Builder". Ich bin derzeit in Woche 3 und Benny macht es jetzt auch (auch mit seinen Studenten) und es bringt total etwas, da es die nötige Mundwinkelposition trainiert, die auch in der Höhe erforderlich ist. Natürlich fruchtet das nur, wenn man auch wirklich entsprechend spielt. Kraft allein ohne die richtige Technik bringt leider gar nichts.

Zunge:

Das mache ich kurz:

Selbstverständlich möge man seinen eigenen Stoßstil finden, der für einen am besten funktioniert (auch hinsichtlich der musikalischen Stilrichtung).
Die fixierte Zungenspitze hinter den unteren Schneiderzähnen - also das anchor tonguing - ist unserer Meinung jedoch eine (!) der einfachsten Arten, sich da oben effizient zu bewegen und den Luftdruck aufrecht zu erhalten. Dies ist mit "konventioneller" Stoßweise mit der Zungenspitze so schlichtweg nicht möglich.

Die Zungenwölbung hat bei Benny konsonantische Qualität und bewegt sich in etwa von "ah", über "ichhhh", bis hin zu "schhhhccchhhhhh" und "tzzzcccchhhh".

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Gezielte Übungen, die anfänglich helfen, um das neue Spielgefühl zu etablieren, beschreibe ich im nächsten Beitrag (Pedals, Lippentriller, warm-up, etc.), da ich diesen Beitrag ohnehin schon zu sehr gesprengt habe. Sorry dafür!

Abschließend kann ich sagen, dass die sowohl mental als auch körperlich entspanntere Herangehensweise mein Spiel seit gerade mal dreieinhalb Wochen im positiven Sinne auf den Kopf stellt. Shakes zwischen in der Range zwischen c3 und g3 mit fettem Sound sind kein Problem mehr und ich merke wöchentlich einen hohen Kraftzuwachs. Dieser lässt mich kurzeitig und noch etwas unkontrolliert schon bis c4 oder gar g4 (ja, g4) pfeifen. Kann ich das schon im musikalischen Kontext, mit fettem Leadsound und nach stundenlangem Spielen? - Nein, natürlich nicht! Aber ich bin mir sicher, dass ich auf dem besten Weg dorthin bin und ein c3 oder d3 ist in einer zweiten Konzerthälfte jetzt endlich kein Problem mehr. Jaja, Höhe ist nicht alles usw., aber es hilft doch sehr, insgesamt seine musikalischen Aufgaben besser, entspannter und leichter bewältigen zu können. Denn die Musik ist am Ende des Tages schließlich immer noch das Wichtigste.

In diesem Sinne möchte ich nochmals für Offenheit und Experimentierfreude plädieren und Benny und ich hoffen sehr, so möglichst vielen in Zukunft noch helfen zu können.

Das Ganze erscheint jetzt vielleicht sehr komplex, ist aber eigentlich total simpel, wenn man das richtige Gefühl einmal gefunden hat. Zwar merkt unser Körper sich oft die schlechten Gewohnheiten und Fehler, doch - zumindest meiner Erfahrung nach - auch, wenn etwas total leicht geht. Bei jeder Übesession sollte man diese Leichtigkeit so schnell es geht wiederfinden und nach ein paar Tagen schon gelingt dies auch immer schneller und besser.

Das Wichtigste, was ich gelernt habe ist jedenfalls: Es ist IMMER noch einfacher als man denkt und manchmal muss man seine jahrelang festgefahrenen Glaubenssätze einfach mal über Bord werfen. Denn eigentlich ist alles ganz einfach und wenn es das nicht ist, dann sollte man etwas ändern (idealerweise natürlich immer unter professioneller Anleitung - sofern diese konzeptionell nicht kontraproduktiv ist).

Ich hoffe, all dies hilft euch, wünsche viel Erfolg und entschuldige mich nochmals für den stark ausgeuferten Beitrag!

Beste Grüße

Jens

Singvögelchen
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Re: Benny Brown & how to survive on trumpet

Beitrag von Singvögelchen » Donnerstag 30. Januar 2020, 23:59

:gut: :gut: :gut: Rekordverdächtig, in der Tat.

Du musst dich auf keinen Fall entschuldigen für den riesigen Beitrag, der ist gut und durchdacht. Und vor allem auf deutsch, also auch mir verständlich in allen Einzelheiten.
Die meisten deiner Quellen sind ja ausschließlich englisch unterwegs, daher danke für die Horizonterweiterung.
Soll jeder selber entscheiden, ob ihm das weiterhilft. Ich komme von der klassischen Orchesterschule, da braucht es nicht unbedingt ein c4.
Aber wenn ich eine Methode entdecke, die mir in der Mittellage meinen Klang nicht versaut und ich trotzdem hochpfeifen kann, dann freue ich mich natürlich wie Weihnachten und Geburtstag zusammen.
Deswegen wird das morgen mal getestet. :D
Liebe Grüße vom Singvögelchen!


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Re: Benny Brown & how to survive on trumpet

Beitrag von troschi » Freitag 31. Januar 2020, 09:30

VIELEN DANK ,Jens !

Loz
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Re: Benny Brown & how to survive on trumpet

Beitrag von Loz » Mittwoch 12. Februar 2020, 20:11

Hallo Jens,

Sehr interessanter Beitrag. Um welche Übungen handelt es sich da?

Danke

Jens92
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Re: Benny Brown & how to survive on trumpet

Beitrag von Jens92 » Mittwoch 12. Februar 2020, 22:30

troschi hat geschrieben:
Freitag 31. Januar 2020, 09:30
VIELEN DANK ,Jens !
Gern geschehen!
Singvögelchen hat geschrieben:
Donnerstag 30. Januar 2020, 23:59
:gut: :gut: :gut: Rekordverdächtig, in der Tat.

Du musst dich auf keinen Fall entschuldigen für den riesigen Beitrag, der ist gut und durchdacht. Und vor allem auf deutsch, also auch mir verständlich in allen Einzelheiten.
Die meisten deiner Quellen sind ja ausschließlich englisch unterwegs, daher danke für die Horizonterweiterung.
Soll jeder selber entscheiden, ob ihm das weiterhilft. Ich komme von der klassischen Orchesterschule, da braucht es nicht unbedingt ein c4.
Aber wenn ich eine Methode entdecke, die mir in der Mittellage meinen Klang nicht versaut und ich trotzdem hochpfeifen kann, dann freue ich mich natürlich wie Weihnachten und Geburtstag zusammen.
Deswegen wird das morgen mal getestet. :D
Gern geschehen! Auf deinen Bericht bin ich gespannt!
Loz hat geschrieben:
Mittwoch 12. Februar 2020, 20:11
Hallo Jens,

Sehr interessanter Beitrag. Um welche Übungen handelt es sich da?

Danke

Warm-up / Justierung:


Als warm-up und als Justierungsübung sind Pedaltöne super geeignet. Ziel ist es, den Ansatz nicht zu verändern. Egal ob c1, c3 oder pedal c, der Unterschied sollte von außen nicht sichtbar sein. Dadurch wird gewährleistet, dass man nicht zu sehr ausrollt und/oder den Kiefer nicht zu weit öffnet. Damit dies gelingt, müssen die Mundwinkel tendenziell etwas innen gehalten werden (wie sonst auch...vgl. Greg Spence's aperture corners) und die Zunge muss (wie oben) deutlich nach vorne kommen. Wenn man es richtig macht, intoniert das pedal c, pedal h, usw. auch richtig und rutscht nicht deutlich nach unten ab. Je tiefer es geht, desto mehr muss man mit den Mundwinkeln und der Zunge nachjustieren.

Die Übung sieht wie folgt aus:

- Bei jeder Phrase auf eine gute Atmung achten (->Huckepack-Bild)
- g1-c1-g (mit 0 gegriffen)-pedal c (aushalten) -absetzen- double pedal c
- alles so leise wie möglich
- dann chromatisch abwärts bis pedal fis

Mein erster Versuch der Übung war noch recht wackelig da unten, aber man gewöhnt sich sehr schnell dran. Als warm-up oder auch cool down oder auch für Konzertpausen bestens geeignet. Diese Übung ist deshalb eine Justierungsübung, weil man da unten ziemlich genau die Postion trainiert, die in der extremen oberen Lage gebraucht wird.

Quick warm-up:

Wenn es mal schnell gehen muss:

Das Pah-"Spucken":

Im Prinzip handelt es sich hierbei um ganz lockere Lippenbuzzing c1-Breath-Attacks. Wichtig dabei ist, dass man die Lippen auf keinen Fall aufeinander presst oder sie flach zieht. "Pah" mag irreführend sein (blöde Grenzen der Sprache, sorry!). Eher von einer zu großen Öffnung kommen und nicht ein zugepresstes "p" explosionsartig aufsprengen.
Man macht einfach ein paar von diesen pah-attacks (etwa auf Höhe eines c1) und achte auf einen guten Atemimpuls. Sitzt die Atmung richtig und die Lippen sind ausreichend locker, schwingt richtig viel Fläche und man erzeugt eine recht hohe Lautstärke mit dem "pah". Das versucht man anschließend auf die Trompete zu übertragen (Huckepack-Bild und Mundwinkel-Position beachten!). Wenn man schön locker bleibt und keine unnötige Spannung in den Lippen hat, öffnet sich der Sound sofort (ggf. Kieferposition anpassen). Diese Breath-Attacks setzt man solange fort, bis sie sich sehr komfortabel anfühlen. Dann kann auch gerne die Zunge mit ins Spiel kommen.
Auf diese Weise teste man verschiedene Naturtöne (bis c3) an, bis sich diese alle genau gleich locker anfühlen.

Anschließend kann es bspw. so weitergehen:

- alles in einem Atemzug (Atmung checken):
- ein paar Mal auf g1 stoßen
- Lippentriller zwischen g1 und c2 (immer auf Intonation und Resonanz achten! Ist die nicht vorhanden, Atmung, Zungenstellung und/oder Kieferöffnung prüfen!)
- g1-c1-g (mit 0) -pedal c- (double pedal c)
- ggf. chromatisch abwärts fortführen
- Atmung mit ein paar Lippentrillern checken (auf Resonanz achten!)
- fertig

Natürlich ist das warm-up eine sehr individuelle Sache. Es scheint so, als würde man auch etwas mehr Zeit benötigen, je stärker man wird.
Aber vielleicht kann der ein oder andere ja wieder etwas damit anfangen! :)

Beste Grüße
Jens

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