Lotus Mundstücke

Welches wofür / für welchen Zweck

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Perplex
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Lotus Mundstücke

Beitrag von Perplex » Montag 28. Januar 2019, 15:47

https://www.lotustrumpets.com/

Da ich es leider liebe alle möglichen Mundstücke zu testen, bin ich aktuell am überlegen mir so eins anzuschaffen. Ich liebäugle mit dem 3m oder 3l in der Plus Variante.
Hat jemand schon Erfahrungen mit den Teilen machen können?

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Re: Lotus Mundstücke

Beitrag von Butenostfrees » Montag 28. Januar 2019, 16:09

Moin allerseits,

ich nehme mal an, dass Du den Bericht hier kennst(?): http://trumpetscout.de/bessere-stimmung ... mit-lotus/

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Re: Lotus Mundstücke

Beitrag von sops » Dienstag 29. Januar 2019, 20:59

Ich spiele selbst ein Lotus 2 MN. Ich habe eine Eingewöhnungsphase gebraucht. Jetzt bin ich sehr zufrieden damit. Das 2M entspricht ungefähr einem 3D. Das N steht für Neusilber. Ich finde das Mundstück ist sehr offen mit einem klaren großen Klang. Mit meinem Ganschhorn ist der Klang sehr klar. In der 3. Oktave macht die Kombi auf und wird strahlender. Der Rand ist sehr bequem, ähnlich der GR-Mundstücke. Ich war direkt bei Gillhaus in Freiburg. Ich konnte mehrere verschiedene testen. Wenn du in der Nähe wohnst, am besten einen Termin zum Testen machen. Herr Binger ist sehr nett und steht mit Rat und Tat zur Seite. Er lässt dir aber auch den Freiraum, dass du alleine gemütlich testen kannst.
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Re: Lotus Mundstücke

Beitrag von Perplex » Mittwoch 30. Januar 2019, 09:28

vielen Dank euch beiden für die Rückmeldung. Den Bericht vom Trumpetscout kannte ich bereits.

@sops: Interessant, dass du die 2er Reiche mit der Bach 3er Reihe vergleichst. Von den Abmessungen her hätte ich das auch vermutet, aber Adam Rapa stellt ja eher die 3er Lotus Reihe mit den Bach 3er gleich. Spielst du auf der Plus Variante oder auf der normalen?
Testen bei Gillhaus wäre sicherlich interessant und Freiburg wäre auch nur eine Stunde fahrt, aber die kommenden Wochenenden sind schon für die Fasnet reserviert und ob ich mich bis März gedulden kann weiß ich nicht :narr:

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Re: Lotus Mundstücke

Beitrag von sops » Mittwoch 30. Januar 2019, 22:46

Ich hatte ein Monette B6LS1 dabei. Das kam mir vom Gefühl her identisch vor. Daher mein Vergleich zum Bach 3. Ich habe die normale Variante.

Das kenn ich. Bei uns geht die Fasnacht auch nächste Woche los. Viel Spass.
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Re: Lotus Mundstücke

Beitrag von gozilla » Freitag 1. Februar 2019, 08:15

Perplex hat geschrieben:
Mittwoch 30. Januar 2019, 09:28
vielen Dank euch beiden für die Rückmeldung. Den Bericht vom Trumpetscout kannte ich bereits.

@sops: Interessant, dass du die 2er Reiche mit der Bach 3er Reihe vergleichst. Von den Abmessungen her hätte ich das auch vermutet, aber Adam Rapa stellt ja eher die 3er Lotus Reihe mit den Bach 3er gleich. Spielst du auf der Plus Variante oder auf der normalen?
Testen bei Gillhaus wäre sicherlich interessant und Freiburg wäre auch nur eine Stunde fahrt, aber die kommenden Wochenenden sind schon für die Fasnet reserviert und ob ich mich bis März gedulden kann weiß ich nicht :narr:
Moin,
nachdem ich ja schon im GR Thema einen Roman geschrieben habe hier jetzt kurz
ja die Lotus sind sehr gelungene Mundstücke , ja sie kosten viel Geld
Die Eigenschaften sind finde ich auf der HP sehr gut erklärt.
Die Plus Varianten und die tiefen Kessel kann kein Normalsterblicher längere Zeit spielen
Denke Allround sind der L und der M kessel gut
Der S Kessel ist super allerdings fraglich ob man damit symphonisches Blasorchester spielen kann :ironie:
Müsste ich gerade viel Lead spielen dann wäre der S als vernickelt meine Wahl am besten noch mit einer versilberten Trompete :mrgreen:
ansonsten in Freiburg vorbeischauen und Probespielen
Viel Spaß
G

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Re: Lotus Mundstücke

Beitrag von Jens92 » Mittwoch 13. Februar 2019, 18:59

Hallo zusammen!

Hat sonst noch jemand mit Monette-Erfahrung die neuen Lotus-Mundstücke getestet?

Ohne irgendetwas wertend zu meinen, aber ich denke es ist wohl kaum von der Hand zu weisen woher Adam sein Wissen von Dave und seinen Jungs hat. Vielleicht hake ich da mal nach, möchte das aber auch nicht weiter öffentlich diskutieren.

Jedenfalls trifft es Adam hier absolut auf den Punkt:

https://www.youtube.com/watch?v=X0pB9VqrvN8&t=2s

Wer weiß, was eine gerade Körperhaltung ist und Monette spielt, wird dies bestätigen. Deswegen meine Frage explizit an Monette-Spieler:

Sind die Lotus-Varianten Standard und Plus mit non-Prana und Prana bzw. Resonance Classic und Resonance Prana hinsichtlich Schaft-Länge, Bohrung und Backbore zu vergleichen?

Adam sagt im Prinzip selber, dass die Lotus Standards kein Pitch Center wie bei Monette haben, sondern die Intonation wie bei jedem anderen Hersteller leicht gestaucht ist. Wahrscheinlich nicht so ausgeprägt? Geht vielleicht in die Richtung eines Stork Studio Masters? Stork hat sich das jedenfalls bei Monette abgeguckt.

Hat die Lotus Plus Variante somit das Pitch Center?

Ich vermute, die Lotus-Bohrungen sind ähnlich groß. Ich denke mal, das liegt mit dem Übergang zum Schaft zusammen, um eben so letztlich das Pitch Center zu erreichen.

Es wäre für mich aber höchstinteressant, wenn die Lotus-Mundstücke vllt. eine eher Standard-Bohrung hätten, um für hohes Zeug etwas mehr Widerstand zu haben.
Ich gebe gozilla da grundsätzlich recht, die ganze Zeit auf einem dicken Plus-/Prana-Prügel zu spielen, gerade wenn es lang und anstrengend wird, ist dann schon ein gutes Stück Arbeit :D.

Grundsätzlich finde ich es aber sehr sehr gut, dass wir jetzt vielleicht schon zwei Hersteller mit Pitch Center zur Auswahl haben. Das ist m.M.n. sowieso ein völliges Unding, dass das über die Jahrzehnte hinweg nicht mal angepasst worden ist. Dave Monette hat hier wirklich mit jedem Wort Recht, wenn es um das Mundstück-Design geht.

Adam bestätigt dies ja auch und andere auch...


In diesem Sinne, danke vorab & einen schönen Abend!
Jens

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Re: Lotus Mundstücke

Beitrag von gozilla » Donnerstag 14. Februar 2019, 20:02

Hallo Jens ,
spiele jetzt dann 14 Tage fast ausschließlich ein Lotus 7L
Hatte davor 2 Testserien da die mir T.Binger freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Dabei waren auch Plus und vernickelt dabei allerdings in 3er Größe.
Spiele normal irgendwie was um 7c oder Schilke 11 oder 13 . Kann aber auch ein 7er Yamaha oder auf der anderen Seite ein Tilz 1CX oder ein Breslmair TP2 spielen.
Bei Monette hab ich im Laufe der letzten 10 Jahre vom B2 bzw B1-5 S12 und B2S3 bis aktuell MF3 und BLM so ziemlich alles gespielt. Auch diverse Prana Modelle.

Falls Du mal auf die Lotus HP und die Erklärung von Adam geschaut hast dann wirst Du Sehen das er nicht nur abgekupfert hat sondern sich auch einiges dabei gedacht.
Hilfreich war bestimmt auch dass der Hersteller seiner MP selbst einiges an Erfahrung hat.
Zur Bohrung... das L hat eine 3,9 und hat dabei nicht die Eigenart mancher Monette , dass sie obenrum ( ab A2) gerne zu hoch sind.
Länge ... sind sie ziemlich gleich Monette und Lotus Gewicht LT und Lotus auch fast gleich.
Rand durchgehend über die ganzen Nr auch gleich
Vorteile für mich dass das 7L bei Monette so nicht zu haben ist und der ID mit den Monette ziemlich gut passt

Hab mich für das L entschieden weil ich demnächst bei einem Workshop spielen muss/darf dessen Leiter nicht unbedingt auf zu viel Sizzle steht :roll: :mrgreen:
Und ich deshalb das BLM oder ein GR WB Studio M nicht auf meiner Shires spielen kann.

Was die Höhe und Intonation von L und S angeht. S spielt sich wie das Monette MF2 oder 3 wobei alles über f3 oder so auch was mit Tagesform zu tun hat, wenigstens bei mir. Das L war zuerst so ab Es3 mühsam ist jetzt aber auch ok.
Intonation ist beim Lotus deutlich besser. Bei den Plus Modellen eher noch besser, aber wie Du schon selbst gesagt hast die Sache mit der Körperhaltung und der "tension" sind manchmal dann so dass ich eben kein Monette spielen kann.
Dafür gibt es dann ja noch das Schilke 13A4 :wink:
In diesem Sinne
Hoffe es hilft
Grüße G

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Re: Lotus Mundstücke

Beitrag von Jens92 » Donnerstag 14. Februar 2019, 21:07

Hi gozilla!

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Ich sage ja auch gar nicht, dass Adam Rapa nur abgekupfert hat. Das war auch gar nicht so gemeint. Aber der Ursprung der Inspirationen ist deutlich zu erkennen ;). Aber deswegen ja auch so interessant.

Damit sind alle meine Fragen beantwortet. Ich denke dann hat Lotus richtig gutes Potential, gerade wenn es Richtung Lead-Mundstücke geht. Habe zwar ein LT B6LDS1, aber ein gebrauchtes Lotus könnte bei Zeiten dann eine echte Alternative sein, mal sehen.

Unser Ziel, finde ich, sollte ja sein, dass wir immer Lotus oder Monette spielen können. Denn letztlich sind hohe Töne ja einfach ;). Zu einfach sogar, dass wir viel zu viel machen mit dem Körper (Ansatzmuskulatur ausgenommen).
Ein Yamaha 7A4 oder so ist für mich zumindest unspielbar geworden. Da muss ich mich richtig verbiegen, um noch irgendwie oben die Intonation rauf zu drücken.

Lotus werde ich bei Zeiten mal testen, wenn sich die Gelegenheit bietet.

PS: Auch preislich (gebraucht) bestimmt mal interessant.

Danke erstmal!

Beste Grüße
Jens

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Re: Lotus Mundstücke

Beitrag von Jens92 » Sonntag 10. März 2019, 11:20

Hallo zusammen!

Ich habe jetzt einfach mal bei Musik Gillhaus angefragt und die schicken mir freundlicherweise ein Lotus 3S Plus zum testen, sobald es wieder Verfügbar ist. Wird wohl noch 2-3 Wochen dauern, da die Nachfrage sehr hoch sei.

Ich werde dann natürlich berichten. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie die Teile sich spielen. Laut Adam müsste das Lotus Plus ja das Pitch Center haben und das scheint sich hier ja auch abzuzeichnen.

Ich bin gespannt und erwarte bzgl. der Intonation auf jeden Fall eine Verbesserung gegenüber meinem LT B6LDS1. Ich vermute, das spielt sich nämlich sehr ähnlich wie die Lotus Standards, wobei Lotus da wahrscheinlich noch besser ist als die alten Mundstücke von Monette.
Wenn ich ganz penibel bin, ist nämlich die Intonation des Monette LT B6LDS1 auch etwas gestaucht (compressed, wie Adam sagt). Das ist für mich auf Dauer, gerade bei höheren Sachen, nicht akzeptabel. BJ hatte mir zwar ein Resonance Prana B6LDS1 ans Herz gelegt, aber da erhoffe ich mir vom Lotus etwas mehr Widerstand bei ebenfalls hervorragender Intonation (der Preis ist natürlich auch ein Pluspunkt gegenüber Monette). Einen Test sind die Lotus-Mundstücke auf jeden Fall wert.

Ich bin gespannt ... Ich möchte auch noch einmal betonen, dass ich sehr froh über diese Entwicklung bin, dass es jetzt einen zweiten Hersteller mit einem an die Bb-Trompete angepassten Mundstückdesign gibt. Aus instrumentalpädagogischer Sicht wünsche ich mir wirklich sehnlichst, dass in ein paar Jahrzehnten alle Hersteller da endlich nachgezogen haben. Das würde unseren Schülern einfach viele Probleme ersparen, sowohl physisch als auch psychisch, insbesondere wenn es ums Thema "Höhe" geht.

Bis demnächst, einen schönen Sonntag & beste Grüße
Jens

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Re: Lotus Mundstücke

Beitrag von Jens92 » Sonntag 10. März 2019, 11:50

Übrigens:

Auf trumpetherald wurde auch schon über die Lotus-Mundstücke diskutiert:

https://www.trumpetherald.com/forum/vie ... sc&start=0

Nochmal kurz zum Artikel und Test vom Trumpetscout: Ich schätze seine Arbeit wirklich sehr und bin froh, dass wir so jemanden haben, der sich so intensiv mit der Materie auseinandersetzt. Aber ich muss hier leider User LSOfanboy von trumpetherald zustimmen, der schreibt:
Regarding the short audio clip provided:

As I wrote earlier in this thread, I don't for one second believe Rapa's 'miracle mouthpiece' claims, but I do have to remark that whoever made that audio clip has really not done them justice and it is a very unfair comparison to go on.

For a start, the player clearly has some production issues and does not have a particularly efficient and well-honed sound (which is pretty key when you're trying to differentiate equipment) and, slightly irritatingly, clearly hasn't read the brief about these LOTUS mouthpieces. Adam goes to great lengths to explain how (in a manner similar to Monette) the octaves are compressed (more so on the Plus than Standard models) and so the player can, and must, play the upper register in a slightly different manner (its up to the individual to decide whether that makes it easier or not) and the demonstrator has evidently not understood this. You can hear how the pitch is very sharp in the higher register on the LOTUS mouthpieces and, therefore, one can instantly tell that the player is not using the equipment as intended, and so the comparison is pretty much useless. In one of the videos Rapa describes his approach to 'centring' notes and, if you listen to this so-called 'comparison video' you can immediately hear how far off that player is.
Leute mit Monette-Erfahrung und einem "aligned body" werden mir hier sicher zustimmen und dies ebenfalls hören. Trotzdem zolle ich dem Trumpetscout insgesamt sehr hohen Respekt, keine Frage.

Dies soll eher zur Selbstreflexion des eigenen Spielsystems und der Körperhaltung anregen, um eben einfach das maximale Potential aus Monette-/Lotus-Mundstücken herauszuholen. Hier hat Adam Rapa in seinen Videos zu den Mundstücken einfach mit jedem einzigen Wort Recht.

Beste Grüße
Jens

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Re: Lotus Mundstücke

Beitrag von Jens92 » Samstag 13. April 2019, 11:26

Hallo zusammen!

Ich hatte nun die Gelegenheit, die Lotus-Mundstücke ausgiebig testen zu können. Ein herzliches Dankeschön auch hier nochmal an Herrn Binger, der mir ebenfalls die Mundstücke zum Testen hat zukommen lassen.

Ein paar Infos zu meinem sonstigen Equipment:

Hauptsächlich spiele ich auf einer B&S Challenger 1 mit einem Bach Strad 72er Becher aus den frühen 90ern und einem Bach-Hauptstimmzug. Im Prinzip ist das Horn jetzt eine 72er Bach. Sie hat den bachtypischen Kern im Sound und ist Dank des 72er Bechers über alle Lagen sehr offen und macht nicht zu. Zugleich hat man aber einen sehr großen, warmen Ton, der auch sehr wandelbar ist. Ein sehr guter Allrounder. Grundsätzlich mag ich die offenen Instrumente lieber.

Mundstücke:

- Monette Resonance Prana B4S S2 mit 82er Bohrung und Prana-Backbore - Einsatz: Orchester, Solo, Kammermusik und im Überaum. Mein Hauptmundstück.
- Monette Classic (non-Prana) LT B6LDS1 - Einsatz: Musikverein an der 1.Trompete und überall, wo mir das große Prana (noch) zu anstrengend ist :cracy:


Herr Binger hat mir folgende Lotus-Mundstücke zum Testen geschickt:

- Lotus 2XL+
- Lotus 3L+ -3,8mm-
- Lotus 3SN+

Das Testen der Standard-Modelle hatte ich zuvor grundsätzlich ausgeschlossen, da sie laut Adam Rapa nicht die "equal-tempered octaves" haben und ich seit August 2018 an ein Monette Prana gewöhnt bin.

Ziel des Tests:

- Herauszufinden, ob Lotus-Mundstücke tatsächlich die "equal-tempered octaves" haben
- Mögliche Alternative zu meinem B6LDS1 finden, da dies nicht ganz das Constant Pitch Center hat.

Wie erwartet ist das Gewicht der Lotus-Mundstücke höher als das herkömmlicher Mundstücke wie Bach, Yamaha, etc. Die Schaftlänge ist ebenfalls, ähnlich wie bei Monette, gekürzt bzw. endlich unserer Bb-Stimmung angepasst. Aber dazu später mehr. Die Lotus-Mundstücke sind etwa ca. 2mm länger als mein Monette Resonance Prana und auch das Material am Schaftende ist etwas dicker, wenn auch nicht so dick wie bei meinem B6LDS1.

Haben die Lotus-Mundstücke in der Plus-Variante nun die "equal-tempered octaves"?

Ja, wie erwartet. Meiner Meinung nach aber nicht ganz so perfekt wie bei meinem B4S S2, aber wirklich sehr nah dran. Es war schwierig überhaupt einen Unterschied auszumachen, was definitiv für die Lotus-Mundstücke spricht. Wenn ich mich aber wirklich drauf konzentriere, wirklich alles genauso wie auf meinem Prana zu machen, ist das c3 auf den Lotus-Mundstücken ein ganz ganz bisschen zu tief.

Der Rand der Mundstücke ist im Vergleich zu meinen Monettes etwas gerundeter und schmaler, über die verschiedenen Modelle hinweg aber gleichbleibend und grundsätzlich sehr angenehm. Ein Rand, auf dem sich sehr viele schlagartig wohlfühlen werden.

Wie erwartet bieten die Lotus-Mundstücke mehr Widerstand als meine Monettes. Das Slotting ist wirklich sehr gut und vom Gefühl her sitzen die Slots an der gleichen Stelle, wie bei den Monettes. Da ich aber mittlerweile so sehr an das Prana gewöhnt bin, fühlt sich der Widerstand der Lotus-Mundstücke nach oben größer werdend an.

Die Lotus 3er Größe fühlt sich vom Durchmesser her sehr ähnlich wie mein B6LDS1 an. Das 3SN+ fühlte sich etwas weiter an als das 3L+ 3,8mm, was wohl am flacheren Kessel und dem Übergang vom Rand zum Kessel zu tun hat.
Das 2XL+ fühlt sich ähnlich groß an wie mein B4S S2, wenn auch das B4S S2 immer noch etwas größer und auch tiefer wirkt.
Auf dem 3L+ 3,8mm habe ich mich vom Durchmesser her sofort sehr wohl gefühlt, eine tolle Kombination.

Zum Sound:

Das 2XL+ hat aufgrund seiner Größe und Weite natürlich den größten Ton. Das 3L+ mit der 3,8er Bohrung kommt da aber sehr nah dran.
Das 3SN+ hat mich positiv überrascht. Der Widerstand ist aufgrund des flacheren Kessels sehr ausgewogen und man bekommt richtig schön viel Sizzle auf den Ton. Überraschend fand ich aber hier wirklich das tiefe Register: Für ein doch schon eher flaches Mundstück ist der Sound unterhalb von c1 gleichbleibend fett. Das hatte ich so nicht erwartet.

Darüber hinaus haben alle Lotus-Mundstücke den charakteristischen "Lotus-Sound", wie man ihn auch in den Videos zu hören bekommt.

Mein Resultat:

Mein Prana Resonance B4S S2 mit einem Lotus zu ersetzen, kommt für mich nicht in Frage. Das Monette hat letztlich einfach den für mich besseren und größeren Sound. Das so offene Gefühl des Pranas, mit dem man sich einfach beim Spielen total entspannen kann (soweit möglich) möchte ich einfach nicht mehr missen.
Auch mein B6LDS1 hat meiner Meinung nach immer noch einen größeren Sound als alle getesteten Lotus-Mundstücke.

Auf der anderen Seite kommt es letztlich sehr stark auf den individuellen Spieler, dessen Voraussetzungen und Einsatzgebiet an.

Ich kann mir vorstellen, dass Lotus-Mundstücke für die Mehrheit tolle und funktionierende Mundstücke sein können. Besonders wenn man eben nicht Profi ist und der Körper perfekt ausbalanciert ist, bietet Lotus da wirklich sehr viel Interessantes.

Letztlich ist ein Mundstück sowieso immer ein Kompromiss. Wer auf den riesigen Monette-Sound verzichten kann und etwas mehr Effizienz und Widerstand braucht, der wird mit Lotus definitiv glücklich. Besonders für Lead erscheint mir Lotus eine ernsthafte Option zu sein. Da ich aber wahrscheinlich nie ernsthaft Lead spielen werde, nehme ich das Extraquäntchen an Sound und den damit zusammenhängenden zusätzlichen Übeaufwand mit dem Monette gerne in Kauf.
Je trainierter und ausgereifter mein Spielsystem jedoch wird, desto wohler fühle ich mich auf meinem Monette Prana. Gerade in den letzten 1-2 Wochen, in denen ich durch den methodischen Übungsadapter meine Form noch etwas verbessern konnte und weiter verbessern werde, fühle ich mich auf dem Prana noch wohler. Je stärker man wird und je entspannter der Rest des Körpers, desto besser funktioniert das Prana. Dies wird sicher in großen Teilen auch für Lotus gelten. Ich glaube aber, dass der jetzt noch höhere Übeaufwand, um mit dem Prana die Form (zweideutig) zu halten, langfristig keine Rolle mehr spielen wird.

Auch haben Lotus und Monette ihren ganz eigenen Sound. Dies ist letztlich ebenso Geschmacksache. Auch hier mag ich den typischen Monette-Sound in Kombination mit dem Bach-Kern einfach lieber.

Grundsätzlich bin ich aber nach wie vor sehr froh über die Tatsache, dass es jetzt einen zweiten Hersteller mit sehr gut intonierenden Mundstücken gibt.


Gestern habe ich auch einen meiner Schüler die Mundstücke testen lassen und wir kamen zum gleichen Ergebnis.

Es war mal wieder sehr erstaunlich und erschreckend zu sehen, wie schlecht doch sein Bach 3C intoniert. Ab g2 meiner Meinung absolut unbrauchbar. Dies hängt aber eindeutig mit der Art und Weise des Spielens zusammen, wie Adam schon treffend gesagt hat.
Den Stimmzug in A-Stimmung gebracht und das Bach 3C ist ein ganz anderes Mundstück. Mehr Kern, Resonanz, Größe im Sound und ja, auch hervorragende Intonation.

Interessant war auch, dass sich mein Schüler dann etwas in die Töne "hineinfallen" lassen konnte, wie Adam es auch beschreibt. Von Bach, Yamaha usw. kommend hat Adam total Recht, wenn er sagt, dass man die Töne eher tiefer anpeilen muss.
Für jemanden wie mich oder auch Charlie Porter, der bereits seit längerem an ein Monette gewöhnt ist, trifft dies jedoch nicht zu. Für mich liegt jeder Ton genau im Zentrum bzw. sogar eher im oberen Teil des "target point", um perfekte Intonation zu erreichen.
Auch das pedal c konnte er viel fetter und sicherer spielen als mit seinem Bach 3C, weil es einfach besser ansprach. Eine nur logische Konsequenz der Mundstücke, die einfach zur Bb-Stimmung der Trompete passen.

Den Test hatte ich auf Video aufgezeichnet und habe es auch Charlie zukommen lassen, da er zuvor Interesse geäußert hatte. Wenn sich jemand für seine Meinung interessiert, kann ich die bei Gelegenheit hier auch gerne kundtun.

Ich hoffe meine Ausführungen helfen dem ein oder anderen weiter!

Beste Grüße & ein schönes Wochenende

Jens

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Re: Lotus Mundstücke

Beitrag von Bixel » Montag 15. April 2019, 07:36

Jens92 hat geschrieben:
Samstag 13. April 2019, 11:26
Haben die Lotus-Mundstücke in der Plus-Variante nun die "equal-tempered octaves"?

Ja, wie erwartet.
Hurra, endlich wurde die Physik - durch einen geschäftstüchtigen Sonnyboy - besiegt.
Ich finde es bedenklich, für was für einen Mumpitz sich Multiplikatoren finden lassen.
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Re: Lotus Mundstücke

Beitrag von Maxbert » Mittwoch 17. April 2019, 09:36

Ich habe mir auch mal ein Lotus Mundstück besorgt. Es ist ein 3XS N. Extrem flach ist es nicht, würde es mit einem Yamaha EM2 vergleichen (auch der Rand ist ähnlich, nur der Innendurchmesser des Lotus ist etwas größer). Es spielt sich sehr frei und hat einen dicken Sound, der auch nach oben hin nicht dünner wird. Auch macht das Mundstück nach oben nicht zu.
Man muss sich beim Spielen allerdings entspannen, sobald man zu viel pusht gerät man aus dem Zentrum. Das Mundstück verhält sich eben ähnlich wie ein Monette.

Ich habe das Mundstück gestern erst bekommen und es nur mittags ganz kurz anspielen können. Abends habe ich es dann in die Bigband-Probe mitgenommen. Ich spiele dort Lead. Das Mundstück habe ich dann ausschließlich gespielt. Es hat auf Anhieb gut funktioniert, allerdings muss ich mich tatsächlich zwingen, nicht in der dritten Lage zu pushen. Habe einige hohe Passagen zersägt, da ich mit meinem gewohnten Habitus gespielt habe. Nach der Probe war ich ein bisschen abgekämpfter als mit meinem normalen Leadmundstück. Das mag allerdings daran liegen, dass der Split-Lead-Spieler nicht da war. Zudem ist der Innendurchmesser etwas größer, vielleicht sollte ich mal ein Lotus 7 versuchen.

Zur positiven Seite: Das Mundstück hat einen tollen Klang. Auch das Intonations-Plus ist vorhanden (wenn man entspannt spielt). Zudem hatte ich weniger Kiekser als sonst. Die Ansprache ist super, besonders höhere Töne lassen sich leicht anspielen und treffen. Was mir zwar nicht so wichtig ist, die Verarbeitung der Mundstücke ist über allen Zweifel erhaben.

Fazit: Gelungene Mundstücke, gute Alternative zu Monette. Benötigen eine andere Spielweise und somit etwas Gewöhnung.
Persönliches Fazit: Mir macht das Mundstück Spaß. Ob es mein bewährtes Mundstück ersetzen wird weiß ich noch nicht. Würde gerne noch die 7er Größe testen.

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Re: Lotus Mundstücke

Beitrag von Jens92 » Mittwoch 17. April 2019, 15:50

Danke für deinen Bericht, Maximilan!

Dass man sich etwas mehr entspannen kann, besonders oben, ist doch gerade das Schöne an Monette und Lotus, finde ich zumindest. Für mich kommt nie wieder etwas anderes in Frage, zumal alles andere für meine Ohren sowieso schlechter klingt.

Kann mir auch vorstellen, dass mir die 7er Größe auch besser passen würde für hohe Sachen.

Charlie Porter hat sich auch gemeldet und wir sind uns da einig:
Monette hat den besseren Sound, dafür bietet Lotus mehr Widerstand. Es gibt halt kein Mundstück, das für alles perfekt funktioniert. Für Lead aber durchaus sehr spannend... Lotus bietet hier zweifelsohne einen sehr guten Kompromiss!

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