Ansatzprobleme... Overblowing?

Get the Range ! :o)

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Marius_BLH
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Ansatzprobleme... Overblowing?

Beitrag von Marius_BLH » Sonntag 20. Januar 2019, 20:39

Hallo liebe Freunde des exzessiven Trompeten spielens...

Bin frisch in diesem Forum, und habe mich aufgrund von Ansatzproblemen hier angemeldet.
Und hoffe das mir hier jemand weiterhelfen kann.
Beantworte natürlich auch gerne Fragen von euch.

Und zwar spiele ich Lead-Trompete in einer Brass Band die seit einem Jahr besteht.
Und gerade als Lead Player hat man natürlich den besonderen Leistungsdruck. Es hat auch immer relativ gut Funktioniert bis ende des Jahres 2018..
Nun Anfang 2019, habe ich mir vorgenommen meine Trompete jeden Tag in die Hand zu nehmen und zu Üben.
Die erste Woche hat das auch super geklappt, jedoch nach dieser einen Woche (nach einer Bandprobe) ging wieder alles Berg ab, wie auch ende des letzten Jahres.
Die Lippen wollen einfach nicht gescheit vibrieren (besonders in der Höhe) und mein Ton klingt richtig Übel...
Nach ein paar tagen dieser Ansatz "tief Phase" habe ich beschlossen einen Tag zu pausieren.
Nach diesem Tag pause war wieder alles in Ordnung und ich spielte bis zum C4...
Ein Tag später war wieder alles hinüber.

Meine Frage nun, hat irgendjemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht und hat mir einen Tipp wie ich bis zu unserem ersten Gig wieder Fit werde?
Hängt mein Problem vielleicht mit dem Überblaßen (Overblowing) zusammen?
Lynn Nicholson beschreibt dazu auf Youtube eine 10 Jährige Erholungszeit bei ihm :shock:
Soll ich einfach wieder eine längere Auszeit nehmen?
Bin wirklich kurz vor dem Verzweifeln und hoffe mir kann jemand helfen...

In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen schönen Tag,
Grüße Marius

Perplex
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Re: Ansatzprobleme... Overblowing?

Beitrag von Perplex » Montag 21. Januar 2019, 15:49

für mich klingt das ganz danach, dass du zu schnell zu viel willst.
Wie oft und wie viel hast du vor deinem guten Vorsatz geübt? Wie viel übst du jetzt? Wie gestaltest du jetzt deinen Übealltag? Machst du genug Pausen oder versuchst du ohne Unterbrechung zu üben? Als Faustregel sollten sich Pausen und wirkliche Spielzeit im Verhältnis 1:1 bewegen ("rest as much as you play").

Marius_BLH
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Re: Ansatzprobleme... Overblowing?

Beitrag von Marius_BLH » Montag 21. Januar 2019, 17:11

Perplex hat geschrieben:
Montag 21. Januar 2019, 15:49
für mich klingt das ganz danach, dass du zu schnell zu viel willst.
Wie oft und wie viel hast du vor deinem guten Vorsatz geübt? Wie viel übst du jetzt? Wie gestaltest du jetzt deinen Übealltag? Machst du genug Pausen oder versuchst du ohne Unterbrechung zu üben? Als Faustregel sollten sich Pausen und wirkliche Spielzeit im Verhältnis 1:1 bewegen ("rest as much as you play").
Vielen Dank für die Antwort!
Habe im letzten Jahr nur ca. 3 mal die Woche jeweils eine Stunde geübt...
Und dieses Jahr habe ich angefangen jeden Tag vollgas 2 Stunden (Bandprobe 3 Stunden) ohne Pause zu üben.
Mache ein Kurzes Warm Up mit 3 Klängen von tief bis hoch und übe dann Passagen unserer Brassstücke und spiele gern ohne Noten, nur mit Gehör zu Sachen anderer Brass Bands, Vlado Kumpan oder Ferguson...
Das mit den Pausen wird auch bei unseren Bandproben total vernachlässigt...
Durch das hab auch ich nicht dran gedacht, pausen in meinen Übealltag einzubauen.
Würdest du eher vorschlagen nach jedem Song ein paar Minuten zu pausieren oder nach mehreren Songs eine halbe stunde?

Freue mich über jede Hilfe!

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dunbia
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Re: Ansatzprobleme... Overblowing?

Beitrag von dunbia » Montag 21. Januar 2019, 17:43

Marius_BLH hat geschrieben:
Sonntag 20. Januar 2019, 20:39
Nach diesem Tag pause war wieder alles in Ordnung und ich spielte bis zum C4...
das C4, spiel-/einsetzbar?
oder doch C3?

Marius_BLH
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Re: Ansatzprobleme... Overblowing?

Beitrag von Marius_BLH » Montag 21. Januar 2019, 23:45

dunbia hat geschrieben:
Montag 21. Januar 2019, 17:43
Marius_BLH hat geschrieben:
Sonntag 20. Januar 2019, 20:39
Nach diesem Tag pause war wieder alles in Ordnung und ich spielte bis zum C4...
das C4, spiel-/einsetzbar?
oder doch C3?
Spiele bis zum G3 Brauchbar und alles drüber ist in Übung und kommt gelegentlich...

Perplex
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Re: Ansatzprobleme... Overblowing?

Beitrag von Perplex » Dienstag 22. Januar 2019, 09:55

Marius_BLH hat geschrieben:
Montag 21. Januar 2019, 17:11
Perplex hat geschrieben:
Montag 21. Januar 2019, 15:49
für mich klingt das ganz danach, dass du zu schnell zu viel willst.
Wie oft und wie viel hast du vor deinem guten Vorsatz geübt? Wie viel übst du jetzt? Wie gestaltest du jetzt deinen Übealltag? Machst du genug Pausen oder versuchst du ohne Unterbrechung zu üben? Als Faustregel sollten sich Pausen und wirkliche Spielzeit im Verhältnis 1:1 bewegen ("rest as much as you play").
Vielen Dank für die Antwort!
Habe im letzten Jahr nur ca. 3 mal die Woche jeweils eine Stunde geübt...
Und dieses Jahr habe ich angefangen jeden Tag vollgas 2 Stunden (Bandprobe 3 Stunden) ohne Pause zu üben.
Mache ein Kurzes Warm Up mit 3 Klängen von tief bis hoch und übe dann Passagen unserer Brassstücke und spiele gern ohne Noten, nur mit Gehör zu Sachen anderer Brass Bands, Vlado Kumpan oder Ferguson...
Das mit den Pausen wird auch bei unseren Bandproben total vernachlässigt...
Durch das hab auch ich nicht dran gedacht, pausen in meinen Übealltag einzubauen.
Würdest du eher vorschlagen nach jedem Song ein paar Minuten zu pausieren oder nach mehreren Songs eine halbe stunde?

Freue mich über jede Hilfe!

das sieht mir wirklich nach zu viel aus.

Wenn es dir zeitlich möglich ist, versuche doch mal die Zeit in einzelne kürzere Übeeinheiten zu unterteilen.
Beispiel:
Übeeinheit 1 - 30-45 Minuten - Lange Töne, Flexibilitätsübungen (Irons,Schlossberg, Colins etc), Range etc
mindestens 45 Minuten Pause, besser länger
Übeeinheit 2 - 30-45 Minuten - Technische Übungen, Anstoßübungen etc (Clarke, Arban...)
mindestens 45 Minuten Pause, besser länger
Übeeinheit 3 - 30-45 Minuten aus eurem Repertoire

während den Übeeinheiten auch jeweils auf genug Pausen achten. Brauchst du etwa 15 Sekunden für eine Übung, machst du danach 15 Sekunden Pause.
Versuche auch während deinen Bandproben die Trompete bei jeder Gelegenheit von den Lippen weg zu nehmen, auch wenn es nur 3 Takte sind.
Du solltest dich am Ende des Tages nie "plattgeblasen" fühlen.

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Re: Ansatzprobleme... Overblowing?

Beitrag von Sandu » Dienstag 22. Januar 2019, 12:05

Vielleicht lohnt sich hauptsächlich ein Blick in die tatsächlichen Inhalte deines Übens.
Ich kann bei mir selbst auch beobachten, dass ein hoher Anteil an Üben von "Stücken" im weitesten Sinn sehr viel schneller zu Ermüdung führt, als das bei gezielten Übungen aus einer bestimmten Schule der Fall ist. Zum reinen "Krafttanken" mag das Üben von Stücken zielführend sein, allerdings bleibt dabei häufig - zumindest bei mir - die Effizienz des Spiels auf der Strecke; sprich viel erreichen mit wenig Aufwand.
Wenn es dir beim Üben hauptsächlich um Range und Power geht, würde ich mich mal verstärkt mit Bendings und generell auch mit den Ideen von John Daniels beschäftigen. Das sind Übungen, dich mich nicht platt machen, die allerdings die Effizienz deutlich erhöhen können.

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Re: Ansatzprobleme... Overblowing?

Beitrag von Marius_BLH » Mittwoch 23. Januar 2019, 19:54

Vielen Dank für eure Vorschläge und Tipps, werde alles mal probieren! :D

Freue mich auch sehr über weiteren Input :)

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Re: Ansatzprobleme... Overblowing?

Beitrag von Blechnase » Samstag 26. Januar 2019, 07:18

Ich übe recht oft am Morgen kurz mit Übedämpfer, nichts Krasses, aber zum warm werden und Dreiklänge, Tonleitern, ein bisschen Clarke bis so in die Mittellage (ca. E2) und am Abend nach der Arbeit kommt das Stücke und "Hoch spielen" üben dran. Funktioniert ganz gut, bin aber kein echter Leadtrompeter und muss daher auch nicht brutal hoch im Konzert.

Am Morgen max. 20 Minuten, manchmal auch nur 10. Am Abend ca. eine Stunde. Mehr kriege ich eh nicht hin mit dem ganzen restlichen Leben, das so an einem zieht und zerrt :roll:
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Re: Ansatzprobleme... Overblowing?

Beitrag von Jens92 » Donnerstag 31. Januar 2019, 22:32

Hallo Marius & herzlich Willkommen im Forum!

Es wurde ja schon viel gesagt und ich hoffe, dass du schon einiges mitnehmen konntest. Halte uns doch mal auf dem Laufenden. Grundsätzlich würde ich auch sagen: Schalte einen Gang runter und gehe systematisch vor.

Ich möchte trotzdem noch einmal gerne auf deine eigentliche Frage eingehen: Overblowing?

Was passiert genau, wenn du an dein Range-Limit kommst bzw. in der dreigestrichenen Lage unterwegs bist? Hast du das Gefühl, dass die Luft nicht richtig weg geht? Staut sich die Luft gefühlt im Hals? Wird dir manchmal etwas schwindelig?

Falls ja, dann könntest du zu viel arbeiten und/oder zu viel Luft verwenden. Davon abgesehen ist sowieso immer weniger Arbeit nötig als wir denken. Deswegen lohnt es sich ohnehin, seine Effizienz dauerhaft auf den Prüfstand zu stellen.

Darüber hinaus: Wie fühlen sich deine Lippen an, wenn es Richtung g3-c4 geht? Tut was weh? Sind sie gefühlt einfach platt gedrückt oder spürst du merklich die Muskulatur rundherum anstelle der Lippen?
Vermeintliches "Overblowing" bzw. das was man als solches wahrnimmt kann auch Symptom von nicht richtig arbeitender Ansatzmuskulatur/Lippen sein, weil die Lippen die Öffnung auf irgendeine Art und Weise zu sehr schließen (wir brauchen jedoch Platz zwischen den Lippen, damit die Luft durch kann, auch bei einem c4).

Hier noch ein paar Tipps von Trent Austin: https://www.youtube.com/watch?v=Z3g0f8EsnUQ

Ist sowas innerhalb deiner Range möglich? -> https://www.facebook.com/monettetrumpet ... 39608/?t=3

Dies könnte auch helfen: https://www.youtube.com/watch?v=u1TCRsm_VeU&t=4s

Weiterhin viel Erfolg & beste Grüße
Jens

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Re: Ansatzprobleme... Overblowing?

Beitrag von Marius_BLH » Mittwoch 26. Juni 2019, 20:26

Ich melde mich zurück nach einem halben Jahr Band Saison.
Habe in dieser Zeit einige Erkenntnisse gehabt...

Zum einen das ich tatsächlich oft zum Overblowing neige, besonders wenn ich mit der Band spiele.
Mache dazu nun Range Übungen im Pianissimo: https://www.youtube.com/watch?v=C6K9RZyO6gc&t=784s
und: https://www.youtube.com/watch?v=vxlrXN5ASas
Außerdem hilft mir der Kanal: "The Trumpet Prof" sehr weiter!
Wichtig ist einfach die regelmäßigkeit.
Wenn man regelmäßig mit guter Technik übt, behält man diese auch bei.

Doch was mich viel mehr fasziniert und auch ausschlaggebend für mein Ansatzproblem war, ist tatsächlich das Klima!
Auf der Bühne ist es Heiß aufgrund von Strahlern, Scheinwerfern und Tanzbewegungen.
Nun viel mir auf das ich besonders an Auftritten Probleme mit dem Spielen der Oberen Lage habe.
Doch wir hatten auch einen Open Air Gig an einem relativ Kalten Tag im April und hier war mein Ansatz wiederum Tip Top!

Ausschlaggebend war aber eine der Letzten Proben...
Das wetter ist wieder Heiß und Schwül und ich hatte Probleme mit meinem Ansatz in der Probe.
Nun kamen wir auf die Idee die Lippen zu kühlen durch Kaltes Wasser am Mundstück.
Gesagt getan, und Zack hatte ich gar keine Probleme mehr!

Hat damit schon jemand Erfahrung gemacht oder ähnliches Erlebt oder Ausprobiert?
Werde am nächsten Auftritt aufjedenfall eine Schüssel mit Eiskaltem Wasser richten und mein Mundstück dort immer wieder rein Legen und schauen ob es hilft.

Danke für alle helfenden und würde mich freuen wenn das hier noch jemand ließt, der auch Erfahrungen mit Temperaturproblemen hat!
Schöne Grüße Marius

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Re: Ansatzprobleme... Overblowing?

Beitrag von Sandu » Mittwoch 26. Juni 2019, 21:26

Das Thema Temperatur dürfte vielen bekannt sein. Die höhere Temperatur führt zu einem schnelleren/intensiveren Anschwellen der Lippen und dann treten oft Probleme dabei auf, die "Form" des Ansatzes zu halten.
Gerade wenn man auf flachen Mundstücken unterwegs ist, kommt darüber hinaus das bottoming out bei geschwollenen Lippen deutlich stärker zum Tragen.

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Re: Ansatzprobleme... Overblowing?

Beitrag von Jens92 » Donnerstag 27. Juni 2019, 07:50

Marius_BLH hat geschrieben:
Mittwoch 26. Juni 2019, 20:26
Zum einen das ich tatsächlich oft zum Overblowing neige, besonders wenn ich mit der Band spiele.
Mache dazu nun Range Übungen im Pianissimo: https://www.youtube.com/watch?v=C6K9RZyO6gc&t=784s
und: https://www.youtube.com/watch?v=vxlrXN5ASas
Außerdem hilft mir der Kanal: "The Trumpet Prof" sehr weiter!
Wichtig ist einfach die regelmäßigkeit.
Wenn man regelmäßig mit guter Technik übt, behält man diese auch bei.
Hi!

Cool, dass es voran geht!

Das ist eine sehr wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Erkenntnis, die du gemacht hast: Hohe Töne brauchen grundsätzlich WENIGER Luft als tiefe Töne und deshalb macht es mehr als Sinn diese auch leise zu üben.

Ich kann dir nur raten, das unbedingt regelmäßig weiter zu machen. Das Spielen in der Höhe mit sehr geringer Lautstärke unterstützt das Formen der nötigen, kleinen Lippenöffnung und unterstützt auf natürliche Art und Weise die Technik, die nötig ist, um erfolgreich da oben zu spielen. Denn spielen wir generell und vor allem in der Höhe zu laut, bläst man die Lippenöffnung nur unnötig auf und muss mit mehr Druck oder sonst wie kompensieren. Abgesehen davon ist es leise auch einfach nicht so anstrengend, wenn man es richtig macht. Je mehr Kraft man später hat, desto lauter geht es dann auch irgendwann, ohne sich dabei umzubringen.

Die Regelmäßigkeit bringt das nötige Muskelgedächtnis, um im Ernstfall genau dieses, also ein hoher Ton mit guter technischer Form, abrufen zu können.

Faddis selbst hat mal zu Charlie Porter gesagt, dass man die Dreiklangsübung jeden Tag machen sollte. Nur sind die meisten nicht bereit, das auch nur für 7 Tage durchzuhalten.

Ich persönlich gerade auch nicht, weil es nicht in meinen Alltag passt, aber ich fahre mit dem PETE gerade sehr sehr gut und wenn grundsätzlich die richtige Technik da ist, sehe ich da auch keine Probleme. Natürlich wäre die Faddis-Übung immer noch effektiver, da man am Instrument übt und eben das Muskelgedächtnis trainiert. Aber um einen ähnlichen Kraftaufbau wie mit dem PETE zu erreichen, muss man es schon täglich machen (oder wie DHCZack sogar mehrmals täglich und da habe ich weder Zeit noch Lust zu).

Versuche auch mal bei Auftritten die Dynamik mal bewusst zurückzufahren. Das wirkt Wunder. Achte eher darauf, dass du einen schönen, resonanten Sound hast.

Ohnehin macht es Sinn, tendenziell eher 80-90% zu geben statt 110%. Der Unterschied bzgl. Aufwand und Projektion ist enorm! Deswegen könnte es auch sein, dass du bei Auftritten schlicht zu laut spielst. Ich kenne das Problem. Vielleicht nimmst du dich bei der Probe auch mal auf und hörst wie groß der Unterschied wirklich ist.

Das, was man vor dem Instrument selbst hört und was wirklich weiter hinten zu hören ist, sind oft verschiedene Dinge.

Weiterhin viel Erfolg & beste Grüße

Jens

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Re: Ansatzprobleme... Overblowing?

Beitrag von Joe_Tro » Sonntag 7. Juli 2019, 12:49

Ausschlaggebend war aber eine der Letzten Proben...
Das wetter ist wieder Heiß und Schwül und ich hatte Probleme mit meinem Ansatz in der Probe.
Nun kamen wir auf die Idee die Lippen zu kühlen durch Kaltes Wasser am Mundstück.
Gesagt getan, und Zack hatte ich gar keine Probleme mehr!

Hat damit schon jemand Erfahrung gemacht oder ähnliches Erlebt oder Ausprobiert?
Ich drück mir beim Trinken während eines Auftritts kalten Sprudel zwischen Zähne und Lippen und halte den kurz. Die Flasche setze ich mal an der Oberlippe, mal an der Unterlippe an. Finde auch, dass das Prickeln der Kohlensäure hilft.

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