Alte Trompete richten oder gebrauchte Getzen Capri

Welches sind die besten ?

Moderator: Die Moderatoren

Alte Trompete richten oder gebrauchte Getzen Capri

Beitragvon ost » Donnerstag 12. April 2018, 16:44

Hallo,

hatte gestern bei der Probe einen kleinen Unfall und bin jetzt am Zaudern, ob sich die Reperatur des Schalltrichters (STAGG THG 77) noch lohnt, oder ob ich gleich eine intakte gebrauchte kaufe. Bin eigentlich noch immer eher Anfänger und will nicht zuviel ausgeben. Die Reperatur kostet bestimmt an die 150.- eine Getzen Capri wird hier um die Ecke für 110.- angeboten. Ist wohl kein Highend, aber eine solide Schülertrompete.
Die Schäden meiner Stagg habe ich hier schon an die Instrumentenbauer gepostet.

Was würdet ihr machen?

Danke im Voraus
Oliver
ost
NormalPoster
 
Beiträge: 39
Registriert: Donnerstag 17. Januar 2013, 12:47

Re: Alte Trompete richten oder gebrauchte Getzen Capri

Beitragvon ebnater » Donnerstag 12. April 2018, 18:17

Geh zu Deinem Instrumentenbauer vor Ort und frage ihn, was er fürs Ausbeulen und "Entfalten" nimmt. Das kann man direkt am Instrument sicher besser beurteilen als über Fotos. Zudem hat jeder Instrumentenbauer eine andere Preisstruktur. Bei unserem Instrumentenbauer würde es unter 50€ kosten, WENN man ihm klar macht, dass er nur das machen soll und nicht auch noch die komplette Maschine zerlegen und reinigen, die Federn zu erneuern,...

Eine Getzen Capri für 110€ KANN ein Schnäppchen sein, aber auch ein Reinfall. Kann man auch nur vor Ort entscheiden.
ebnater
SuperPoster
 
Beiträge: 190
Registriert: Dienstag 26. Oktober 2010, 15:02

Re: Alte Trompete richten oder gebrauchte Getzen Capri

Beitragvon Evolution » Donnerstag 12. April 2018, 22:34

Wenn die Capri in Ordnung ist, dann ist sie zu dem Preis - unabhängig von der Reparatur - eine gute Sache. Eine Trompete mit super Maschine und sehr hoher Effizienz.
Evolution
SuperPoster
 
Beiträge: 171
Registriert: Samstag 20. August 2011, 18:19
Wohnort: Nähe Würzburg

Re: Alte Trompete richten oder gebrauchte Getzen Capri

Beitragvon ost » Freitag 13. April 2018, 10:48

Der Instrumentenbauer hat 75-100.- veranschlagt. Ich denke, ich schaue mir die Getzen nächste Woche an.
Hier der Link, falls jemand noch etwas zum Instrument sagen kann:
https://www.quoka.de/musik-equipment/bl ... capri.html
Kann jemand etwas zu diesem Hebel vor dem ersten Ventil sagen?

P.S.
Ich möchte hier mich nochmals für die tolle Hilfsbereitschaft in diesem Forum bedanken. Hier herrscht ein wirklich guter Umgangston, der in manch anderen Foren leider nicht existiert.

Viele Grüße
Oliver
ost
NormalPoster
 
Beiträge: 39
Registriert: Donnerstag 17. Januar 2013, 12:47

Re: Alte Trompete richten oder gebrauchte Getzen Capri

Beitragvon ebnater » Freitag 13. April 2018, 11:10

Der "Hebel" ist ein Trigger, mit dem man den Ton (wenn die 1 gedrückt ist) etwas "tiefer" machen kann. Üblicher ist ein Trigger am 3. Ventil, macht manchmal auch am 1. Ventil Sinn.

Erklärungen hierzu u.a. hier: https://bit.ly/2qunuQX
ebnater
SuperPoster
 
Beiträge: 190
Registriert: Dienstag 26. Oktober 2010, 15:02

Re: Alte Trompete richten oder gebrauchte Getzen Capri

Beitragvon Bixel » Freitag 13. April 2018, 11:11

Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass eine intakte Getzen-Trompete für € 111.- ein gutes Vierteljahr lang unverkäuflich bleibt.
Da scheint mir - insbesondere für Laien - unbedingt Vorsicht geboten.

Der Hebel am ersten Ventil ist ein sog. Trigger - bestenfalls "nice to have", m.E. aber verzichtbar.
Die intonatorisch typischerweise heiklen Töne auf der Trompete korrigiert man im Bedarfsfall eher mit dem dritten Ventilzug (D1, C#1) oder mit dem Hilfsgriff 3 (A1, E1).
Benutzeravatar
Bixel
Unverzichtbar
 
Beiträge: 8254
Registriert: Samstag 27. Dezember 2008, 09:30

Re: Alte Trompete richten oder gebrauchte Getzen Capri

Beitragvon ost » Freitag 13. April 2018, 13:15

Es kann ja sein, dass der Verkäufer sich vor kurzem etwas neues gekauft hat bzw. die Getzen von einem (verstorbenen) Verwandten geerbt hat (war bei mir auch so) - egal.

Die Stagg ist ja noch spielbar, würde jedoch trotzdem gerne die Getzen mal anschauen.
Ich bin ja nicht der gerade der explosiv spielende Profi, sondern Anfänger. Wie würdet ihr so ein Test einer gebrauchten Trompete angehen? Hi Notes, Naturtonbidungen, leichtes Anblasen, einrasten der Töne, direkter AB-Vergleich mit der STAGG ...?

Auf optische Gebrauchsspuren hat mich der Verkäufer beim Telefonat schon hingewiesen, aber die wären mir egal.

Danke schon mal im Voraus.
ost
NormalPoster
 
Beiträge: 39
Registriert: Donnerstag 17. Januar 2013, 12:47

Re: Alte Trompete richten oder gebrauchte Getzen Capri

Beitragvon ebnater » Freitag 13. April 2018, 14:04

Ich gehe üblicherweise so vor: zuerst mal "in natura" ansehen: sind die Ventile leichtgängig und kommen schnell wieder zurück oder bleiben sie leicht hängen? Ist die "Lauffläche" der Ventile stark verkratzt oder beschädigt? Wie ist die Kompression? Sind die Stimmzüge (und ggfls. das Mundrohr) noch gut gängig und unbeschädigt? Wie ist der Zustand der Wasserklappen? Gibt es Löcher oder "komische Verfärbungen", die auf Zinkfraß / Korrosion hindeuten könnten? Wie ist der generelle Sauberkeitszustand IM Instrument? Wie ist der Zustand außen (Lack, Beulen, Dellen,..)?

Wenn das soweit passt, spiele ich sie (mit meinem eigenen) Mundstück an, ziemlich genau so, wie Du es auch beschrieben hast. Erst ein paar Naturton-, Ansprache- und Einblasübungen und dann habe ich mir 2-3 Stücke rausgesucht, die ich gerade spiele, die ich sehr gut kenne und die technisch durchaus auch anspruchsvoll sein dürfen (hohe Töne, tiefe Töne, Oktavsprünge,...). Die kenne ich dann aber so gut, dass ich sie entweder auswendig spielen oder eben von den Noten ohne große Probleme spielen kann. So kann ich mich dann voll aufs Instrument konzentrieren und kann dann auch Unterschiede zu meinem eigenen Instrument relativ gut feststellen. Diese Stücke spiele ich dann, mal laut, mal leise und auch in direktem Wechsel mit meinem Instrument. Nach 2-3 Stücken habe ich dann einen sehr guten Vergleich zu meinem Instrument.

Da Du ja nicht weißt, ob Du die Stagg reparieren lassen sollst oder die Getzen kaufen, kann Dir dieser Test vielleicht auch helfen.
ebnater
SuperPoster
 
Beiträge: 190
Registriert: Dienstag 26. Oktober 2010, 15:02

Re: Alte Trompete richten oder gebrauchte Getzen Capri

Beitragvon ost » Freitag 13. April 2018, 15:57

Danke Dir!
ost
NormalPoster
 
Beiträge: 39
Registriert: Donnerstag 17. Januar 2013, 12:47

Re: Alte Trompete richten oder gebrauchte Getzen Capri

Beitragvon Evolution » Freitag 13. April 2018, 23:05

bei 111€: wenn kein großer Schaden dran ist, kein Teil vom Zinkfraß völlig angegriffen und die Ventile laufen - kaufen. Wenn sie also gut spielbar ist, ohne dass man vorher was investieren muss, dann ist das ein guter Deal. Eine gute Reinigung, fetten, ölen, ggf. Federn und Filze wechseln kann man mit passenden Teilen auch selbst.
Evolution
SuperPoster
 
Beiträge: 171
Registriert: Samstag 20. August 2011, 18:19
Wohnort: Nähe Würzburg

Re: Alte Trompete richten oder gebrauchte Getzen Capri

Beitragvon ost » Montag 16. April 2018, 11:59

Habe mal länger geschaut: 111.- ist wirklich sehr niedrig für die Getzen. Entweder, der Verkäufer hat wenig Ahnung und will das Ding einfach loswerden (dagegen spricht aber etwas die Beschreibung der Ventilgängigkeit), oder da ist versteckt der Wurm drin. Sehr eilig hatte er esmit dem Verkauf jedoch nicht.
Ebnater hat mir ja schon wertvolle Tipps gegeben. Ich werde schauen (falls noch da) und berichten.
ost
NormalPoster
 
Beiträge: 39
Registriert: Donnerstag 17. Januar 2013, 12:47

Re: Alte Trompete richten oder gebrauchte Getzen Capri

Beitragvon ost » Dienstag 17. April 2018, 21:41

Habe nun die Getzen Capri gekauft (105.-). Kurz darauf gespielt und mitgenommen. Irgendwie hatte ich auch bei dem Verkäufer ein gutes Bauchgefühl. Er hat mir die Ventillaufflächen gezeigt und mich auf seiner Bach Stradivarius zum Vergleich spielen lassen. Die Ansprache ist etwas leichter als bei meiner Stagg. Muss mich jetzt erst einmal an das neue Instrument gewöhnen. Ventile laufen astrein, wurden aber auch frisch geölt (hätte ich als Verkäufer auch gemacht). Das Mundrohr ist kerzengerade, der Schalltrichter hat eine punktförmige kleine Delle und der Lack hat hier und da Flecken.
Es gab wohl nur zwei Interessenten vor mir, denen aber die Trompete optisch nicht zusagte oder missfiel, dass keinerlei Zubehör dabei war.
Ich habe ein par Detailaufnahmen der schlimmsten Stellen gemacht. Auf den Fotos sieht das ganze jedoch schlimmer aus, als in Natura.
Vielleicht kann jemand etwas dazu sagen:
https://mega.nz/#F!d5tGQYhC!ExULEr-r2MWbhd8JTWCC6Q

Danke im Voraus!
ost
NormalPoster
 
Beiträge: 39
Registriert: Donnerstag 17. Januar 2013, 12:47


Zurück zu Trompeten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 2 Gäste