P.E.T.E.-Trainer verwenden

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
Probleme, Gundlegende Techniken etc.

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Winfried Matern
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P.E.T.E.-Trainer verwenden

Beitrag von Winfried Matern » Mittwoch 24. August 2016, 07:28

Ich habe mir einen P.E.T.E-Trainer von warburton gekauft. Leider war keine Anleitung dabei. Wie man das Gerät benutzt, ist mir klar, was ich nicht weiß, wie häufig damit trainiert wird und wie lange eine Trainingseinheit jeweils dauern soll.
Vielleicht kann mir jemand hier eine verständliche Antwort geben, Vielen Dank, winfried

buddy
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Re: P.E.T.E.-Trainer verwenden

Beitrag von buddy » Mittwoch 24. August 2016, 09:06

Bei mir war es das "Burba" Werkzeug...
Mit Verlaub, ich halte solche Geräte mittlerweile für kompletten Stuss. Wesentlich nützlicher finde ich Lippen- und Mundstück Buzzing, das wirkt sich schnell und deutlich auf die Ansatzkraft sowie die Koordination von Ansatz und Atmung aus. Damit gewinnen der Ton und das gute Spielgefühl.

Willst Du (wie ich zu Anfangs der Umstellungen) auch ein reines Krafttraining durch isometische Übung einbinden, kann ich Jeff Smiley's Übung lip clamp (old man's face) auch mit squeak als effektiv empfehlen.
Zu viel des Guten kann sich natürlich als kontraproduktiv erweisen, meines Erachtens bringt die Fokussierung auf Ansatz/Atemkontrolle am meisten.
Diese Fokussierung kann man mit Buzzing plus geeigneten Naturtonbindungen und Langen Tönen sehr gut üben.

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Dobs
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Re: P.E.T.E.-Trainer verwenden

Beitrag von Dobs » Mittwoch 24. August 2016, 11:18

Ich möchte Buddy hier gerne widersprechen. Nicht Deiner Erfahrung, Buddy, aber Deiner Verallgemeinerung. Ich habe den Pete auch und, obwohl ich ihn inzwischen nicht mehr regelmäßig nutze - empfand ich ihn neben Lippen- und Mundstückbuzzing ergänzend als sehr hilfreich. Die Gefahr, die sich vor allen Dingen Neulingen und noch nicht so fortgeschrittene Spieler aussetzen, ist allerdings in diesem kleinen Gadget ein Allheilmittel zu sehen und den Schwerpunkt ihrer Übepraxis darauf zu legen, wenn in Wirklichkeit die Probleme an anderer Stellen sind und andere Übungen sinnvoller wären.

Eine Anleitung der Basis Übungen findest Du hier:
http://warburton-usa.com/images/pete_instructions.pdf

Und hier ein paar ergänzende Hinweise:
http://www.warburton-usa.com/index.php/ ... -the-pete-

Wie oft Du das machen solltest hängt m. E. ein bißchen von Deinem Niveau und Deinen anderen Baustellen ab. In jedem Fall sollte man vermeiden, die Übungen so intensiv zu betreiben, dass der Ansatz unbeweglich wird und ich würde auch am Tag eines anstrengenden Konzerts darauf verzichten. Für den Anfang würde ich versuchen alle zwei Tage eine oder beide der Übungen auszuprobieren und die Häufigkeit und Intensität verändern je nach dem wie sich die Übungen auf Dein Spielgefühl auswirken.
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Re: P.E.T.E.-Trainer verwenden

Beitrag von buddy » Mittwoch 24. August 2016, 12:15

Dobs hat geschrieben:...Deiner Verallgemeinerung.
Mit Wendungen wie "ich halte..." oder "meines Erachtens" lag mir daran, auf die Subjektivität meines Hinweises hinzuweisen. :)
Ich(!) finde es auf jeden Fall gut und notwendig, wenn jemand seine eigenen Erfahrungen macht, statt einfach Netz- oder auch Lehrerkommentare allzu unkritisch zu übernehmen.

Bei mir(!) fiel die Erfahrung eben so aus, dass sich der Nutzen trotz geduldigen Üben über geraume Zeit und reichlich eingebrachtem Glauben an den Erfolg der Methode am Ende als eher ungünstig im Verhältnis zum Übungs-Aufwand erwies.

Sollte man diese Erfahrung wider deine Erwartung irgendwann für sich selbst nachvollziehen können, dann hilft vielleicht der Hinweis weiter, dass die eigentlich sehr simplen Übungen von Smiley und das vorexerzierte Buzzing von R.Friedrich in wenigen Minuten (fast) täglich einschließlich kleiner Pausen beim Üben das System Ansatz/Atmung ganz erstaunlich einrenkt und entwickelt, natürlich in Verbindung mit passenden Übungen auf dem Instrument.

Verallgemeinert ausgedrückt und zugestanden: wem der Schnuller gut tut, der macht alles richtig. :mrgreen:

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Re: P.E.T.E.-Trainer verwenden

Beitrag von Winfried Matern » Mittwoch 24. August 2016, 18:08

Vielen Dank für Eure Bemühungen, aber wirklich klüger bin ich nun auch nicht. Die Experten-Meinungen gehen wohl ziemlich auseinander von: Für Laien-Trompeter unverzichtbar bis hin zu: Sinnlos, weil andere Methoden besser sind. Buzzing mit und ohne Mundstück betreibe ich auch bereits seit einiger Zeit, da kann ich aber noch nicht sagen, wie hilfreich das wirklich ist.
Zu meiner Person: Ich spiele in einem Posaunenchor und gelegentlich in Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen Solo-Trompete zu Klavier oder Orgel.
Gruß Winfried

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Re: P.E.T.E.-Trainer verwenden

Beitrag von mk-trumpet » Donnerstag 25. August 2016, 09:28

Hallo Winfried,
solche Muskelaufbau-Hilfsmittel werden gerne kontrovers diskutiert, gerne auch mal von Leuten, die damit gar keine Erfahrung haben :D Also mach Dir nichts draus und wende den Pete einfach an, er hilft auf jeden Fall. Langsam einsteigen und nicht übertreiben, dann findest Du Deinen eigenen Trainings-Rythmus.
Für mich persönlich mit meiner Ansatztechnik war übrigens der U-Trainer der absolute Kracher, noch weit besser als Pete. Aber das kann bei jedem anders sein. Da muss man einfach probieren, beobachten und auf seinen Körper hören.
Gruß manni

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Re: P.E.T.E.-Trainer verwenden

Beitrag von GT-Karl » Donnerstag 25. August 2016, 20:47

Hallo,
Da kann ich beipflichten, der U Trainer hat mir auch sehr geholfen! Natürlich ist das meine eigene ganz subjektive Erfahrung, ich denke, dass man sogar mit dem gleichen Übungsgerät sehr unterschiedlich arbeiten kann und dann auch sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielen kann. Die Kontraktion Mundringmuskulatur kann und soll man damit trainieren, ganz o.k., bringt auch Ausdauer, vor allem wenn man den Schwerpunkt auf statische Übungen legt! Richtig voran ging es aber als ich die Übungen mit dem Einrollen der Lippen kombiniert habe! Das stand in keiner Anleitung.........!

Gruß

Karl

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Re: P.E.T.E.-Trainer verwenden

Beitrag von Haudraufjupp » Samstag 3. September 2016, 22:04

Ich benutze den Pete morgens am Schreibtisch. Jeweils drei Saetze der Halteuebung, also mit dem Runden Teil zwischen den Lippen einklemmen bis er rausfaellt. Ich habe den Eindruck damit mein Spiel und meine Ausdauer guenstig zu beeinflussen. Die Uebung mit dem 'Teller'-Ende mache ich dagegen eigentlich gar nicht mehr.
Schoene Gruesse!

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Re: P.E.T.E.-Trainer verwenden

Beitrag von Jens92 » Sonntag 9. Juni 2019, 14:11

Hallo zusammen!

Eigentlich bin ich kein Freund von isometrischen Übungen zum reinen Kraftaufbau. Über den Sinn dieser kann man sicherlich streiten und vor allem darüber, ob man nicht einen ähnlichen Effekt mit Übungen am Instrument erreichen kann und das mit ähnlich kurzem Übeaufwand. Ich möchte jedoch an dieser Stelle nicht darüber streiten. Wem solche Übungen helfen, soll es machen und wem nicht, halt eben nicht. Ich sehe solche Übungen natürlich nicht als Übeersatz, sondern als sinnvolle Ergänzung.

Auch ist klar, dass reine Muskelkraft niemals helfen wird, wenn die Technik nicht stimmt. Das kann ich auch leider bestätigen. Vor einigen Jahren habe ich auch im gesunden Maß Kraftübungen gemacht. Sie haben mir jedoch nicht geholfen, weil ich die Ansatzmuskulatur ohnehin nicht beim Spielen benutzt habe.
Die Benutzung jener Muskeln ist für mich Grundvoraussetzung dafür, dass solche Übungen überhaupt funktionieren können.

In den letzten 3 Wochen habe ich den PETE mal wieder herausgeholt und meist täglich am Abend benutzt, um maximale Regeneration zu ermöglichen. Ich habe die bekannten Übungen gemacht und habe nach ca. einer Woche einen Kraftzuwachs gemerkt. Da ich privat gerade viel um die Ohren habe, übe ich sonst zurzeit nur max. ca. 30 Minuten täglich.

Trotzdem:

Meine Ausdauer erhöht sich, meine Ansatzmaske wird sichtbar stabiler und meine Höhe festigt sich. Das wirkt sich letztlich natürlich auch positiv auf den Sound und Artikulation aus. Durch den Kraftzuwachs verliere ich sogar manchmal die Kontrolle bei komplexen, schnellen Bindeübungen, weil man einfach vor kurzem noch eine andere Kraftumsetzung gewöhnt war. Aber das nehme ich gerne in Kauf :lol:

Weniger ist hier sicher immer mehr. Es gibt Tage, da merke ich nach ausgiebigem warm-up, dass meine Muskeln schnell an zu brennen fangen, besonders morgens. Dann gönne ich mir mehr Pausen beim Üben und verzichte auf ein PETE-Training an diesem Tag.

Aber warum genau jetzt das PETE-Training?

Ich denke, dass ich einfach viel schneller und einfacher einen angemessenen Trainingsreiz setzen kann und so jeden Tag meine Muskeln progressiv überladen kann. Klingt mechanisch, ist es auch. Aber so funktioniert Krafttraining halt einfach. Nicht falsch verstehen: Natürlich lässt sich Trompete spielen nicht darauf reduzieren. Aber in manchen Bereichen eben doch, richtige Technik immer vorausgesetzt.

Ich habe gemerkt, dass Lippentriller zwar meine (Kraft-)Ausdauer steigern, aber mich nicht absolut stärker werden lassen bzw. nur sehr langsam. Wahrscheinlich müsste man jeden Tag am Ende des Tages einfach leise, lange Töne spielen und an die Grenze gehen.

Das dauert mir offen gesagt aber einfach zu lange und ist mir einfach viel zu langweilig, weshalb ich das noch nie konsequent durchgezogen habe. Mir ist durchaus klar, dass das der musikalischere Ansatz wäre und wahrscheinlich für die mind-muscle connection sinnvoller wäre. Ich sehe es hier aber einfach von der praktischen Seite und merke, dass es mir einfach etwas bringt. Also warum nicht? Sonstige negative Auswirkungen wie Steifheit in den Lippen o.ä. merke ich nicht. Alles eine Frage der richtigen Dosierung.

Seit ein paar Tagen mache ich die PETE-Übungen von Kurt Thompson (auch wenn ich sonst nicht der größte Fan von ihm bin). Das ist reines Maximalkrafttraining und scheint echt gut zu helfen. Mal sehen wie sich das über die nächsten Wochen entwickelt.

Beste Grüße & frohe Pfingsten!

Jens

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