Jazz / Tonleitern

Hier geht es um Improvisieren , Stilistik , halt alles was mit Jazz bzw. Moderner Musik zu tun hat

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Alien
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Re: Jazz / Tonleitern

Beitrag von Alien » Sonntag 16. April 2017, 22:11

C Dur- gespielt von C, D, E, F, G, A, H..
C Melodisch moll - gespielt von C, D, Es, F, G, A , H...
C Harmonisch moll- gespielt von C, D, Es, F, G, As, H, ...
C Harmonisch Dur - gespielt von C, D, E, F, G, As, H...
Dann nehmen wir C als 1, und
1 Dur- 1,2,3,4,5,6,7...in variationen... passt dann für jede Tonart.
1 Harmonisch dur - 1, 2, 3, 4, 5, 6b, 7 u s.w.
Dann hat mann schon eine pallete von Sounds...
Von jede stufe wird akkord aufgebaut.
1,3,5,7- 1maj ( mit grosse 7)
2,4,6,1- 2m7 passt für alle moll 7 akkorde
3,5,7,2- 3m7b9 passt für moll akkorde
4,6,1,3- 4 maj#11 passt für alle akkorde mit maj und maj#11
5,7,2,4 - 5 "7" passt für alle akkorde mit 7
Und s w.

Also wenn wir ein G7sehen ist das 5 von C Dur z.B. CDEFG=5.
dann spielen wir drauf Cdur tonleiter ab G angefangen

Stellt die fragen ich antworte
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JensH
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Re: Jazz / Tonleitern

Beitrag von JensH » Samstag 10. Juni 2017, 02:43

Also für den Jazzbereich sollte man meiner Meinung nach folgendes Tonmaterial beherrschen:
- Kirchentonleitern (also Dur, Moll, +die restlichen Stufentonleitern)
- melodisch Moll
- harmonisch Moll
- Ganztonleiter
- Halbton-Ganzton und Vermindert (=Ganzton-Halbton)
- Dur Pentatonik
- Moll Pentatonik
- Blues-skala (was ja nur eine erweiterte Pentatonik) ist

Alles was darüber hinaus geht, egal ob symmetrisch (z.B. Slonimsky) oder z.B. als Pentatonik organisiert, ist durchaus spannend, aber braucht man nur sehr selten.


Warum bei Solos nicht zugehört wird, liegt meiner Meinung nach an 2 Gründen:
1) Es ist einfach ein melodisch schwaches Solo oder trotz melodischer Qualität schlecht aufgebaut und man verliert den Zuhörer sozusagen unterwegs.
2) Es ist auf der Bühne schlecht inszeniert. Daran scheitert es meiner Meinung nach bei 95% aller deutschen Jazzbands (die mit Studienabschluss inklusive)...

Sehr viele Kollegen beschweren sich über die vielen internationalen Gäste auf deutschen Jazzfestivals... das liegt aber nicht an deren Spiel oder an der Nationalität, sondern am spielerischen und schauspielerischen Können in Kombination.
Denn Musiker sind Schauspieler in dem Moment in dem sie die Bühne betreten, mit einem einem entscheidenden Unterschied: Sie stellen sich selbst dar.

Wenn Menschen ein Konzert besuchten, um ausschließlich Musik zu hören und nichts zu sehen, würden sie zu Hause die CD hören.

Warum Bühnenpräsenz und Körpersprache wichtig sind, ist spätestens klar wenn man weiß, dass der Großteil an Zwischenmenschlicher Kommunikation nonverbal, also körpersprachlich stattfindet.

Einfache Schauspiel-Grundregel: Wenn sich musikalisch etwas ändert, muss sich optisch etwas ändern.

Beispiel:
Jazzquintett (Klaviertrio + 2 Bläser)
Die 2 Bläser spielen das Thema unisono und stehen auf gleicher Höhe, symmetrisch verteilt auf der Bühne. Spielt jetzt einer Solo, kommt derjenige nach vorne in die Mitte, um den optischen Druck passend zum musikalischen Druck zu erhöhen und zu zeigen "ich bin gerade wichtig". Der Bläser-Kollege geht in dem Moment am besten zur Seite aus dem Blickfeld oder sogar von der Bühne.
Dadurch weiß jeder im Publikum wo die Aufmerksamkeit hingehört...
Das wäre eine von vielen Möglichkeiten und eine von vielen Techniken, die man nutzen kann um dem Publikum das musikalische Verstehen zu ermöglichen, bzw. die Aufmerksamkeit zu halten und das Publikum nicht nur von einzelnen Solos, sondern ganzen Konzerten zu begeistern. ;-)

Ich finde es absurd, dass sowas nicht wie bei Schauspielern im Studium gelehrt wird.

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Re: Jazz / Tonleitern

Beitrag von yogi » Mittwoch 14. Juni 2017, 23:34

JensH hat geschrieben: 2) Es ist auf der Bühne schlecht inszeniert. Daran scheitert es meiner Meinung nach bei 95% aller deutschen Jazzbands (die mit Studienabschluss inklusive)...

Sehr viele Kollegen beschweren sich über die vielen internationalen Gäste auf deutschen Jazzfestivals... das liegt aber nicht an deren Spiel oder an der Nationalität, sondern am spielerischen und schauspielerischen Können in Kombination.
Denn Musiker sind Schauspieler in dem Moment in dem sie die Bühne betreten, mit einem einem entscheidenden Unterschied: Sie stellen sich selbst dar.

Wenn Menschen ein Konzert besuchten, um ausschließlich Musik zu hören und nichts zu sehen, würden sie zu Hause die CD hören.

Warum Bühnenpräsenz und Körpersprache wichtig sind, ist spätestens klar wenn man weiß, dass der Großteil an Zwischenmenschlicher Kommunikation nonverbal, also körpersprachlich stattfindet.

Einfache Schauspiel-Grundregel: Wenn sich musikalisch etwas ändert, muss sich optisch etwas ändern.

Beispiel:
Jazzquintett (Klaviertrio + 2 Bläser)
Die 2 Bläser spielen das Thema unisono und stehen auf gleicher Höhe, symmetrisch verteilt auf der Bühne. Spielt jetzt einer Solo, kommt derjenige nach vorne in die Mitte, um den optischen Druck passend zum musikalischen Druck zu erhöhen und zu zeigen "ich bin gerade wichtig". Der Bläser-Kollege geht in dem Moment am besten zur Seite aus dem Blickfeld oder sogar von der Bühne.
Dadurch weiß jeder im Publikum wo die Aufmerksamkeit hingehört...
Das wäre eine von vielen Möglichkeiten und eine von vielen Techniken, die man nutzen kann um dem Publikum das musikalische Verstehen zu ermöglichen, bzw. die Aufmerksamkeit zu halten und das Publikum nicht nur von einzelnen Solos, sondern ganzen Konzerten zu begeistern. ;-)

Ich finde es absurd, dass sowas nicht wie bei Schauspielern im Studium gelehrt wird.

:gut:
Es ist wohl schon so, daß visuelle Eindrücke wesentlich länger "abgespeichert" bleiben, während das Gehörte schnell weg ist. Insofern ist es bestimmt nicht von Nachteil, das Solo vor der Band am Mikro auch "zu leben". :huepf:

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Re: Jazz / Tonleitern

Beitrag von lochimblech » Donnerstag 1. März 2018, 14:06

ja, im erlesenen Kreise für gut Geld hören alle gespannt zu, oder Open Air im Park, weil die Etwas-Mithörer eh weitergehen :)

aber gehe mal auf ein Jazzfestival in einer Nicht-Groß-Stadt, wo man eben mal hingeht und dazu gehören möchte. Da stehen schon einmal mitten in der Impro 8 Personen ganz vorne auf, um für das Geld so viele Bands wie möglich zu sehen.

Oder in kleinen Clubs, wo kostenos gejazzt wird. Da hört man vor lauter Brabbelei die Impro net mehr,

und und und, alles schon erlebt :(

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Re: Jazz / Tonleitern

Beitrag von Klak » Samstag 2. November 2019, 08:57

Meine Beobachtung

Das mit den Skalen ist ein sehr verwirrender Irrtum.

In der Improvisation steht eh meist nur ein Ton des Solisten im Raum. Bei monophonen Instrumenten sowieso.

Die Frage ist also welchen Ton spiele ich wann. Also welche Wirkung hat dieser Ton jetzt. Diese Wirkung steht immer zum aktuellen Akkord. Vorher und nachher zu kennen ist wichtig für die große Linie aber der aktuelle Ton verhält sich immer zum aktuellen harmonischen geschehen.

Kennt man den Akkord kann man sich die restlichen 8 (4 Akkordtöne + 8 mögliche tensions) Töne in ihrer Bedeutung „ausrechnen“. 4 Akkordtöne in ihrer Wirkung sollten klar sein.

Was man dann spielt ist fast egal, wenn es schlüssig wird. Und das wird es, wenn ich weis wie es wirken soll.


Hinterher kannst dann das auch in eine der vielen Skalen pressen aber die Skale ergibt sich aus der Idee einer Wirkung nicht umgekehrt.


Es ist so oft so ein langweiliges 8tel Skalengedresche zu hören wo nicht mehr drauf geachtet wird wo welche tensions gespielt wird und auch nicht mehr phrasiert wird - da wird auch die nächste erlernte Skale nichts helfen.

Lieber die Harmonie in ihrer Akkordtönestruktur lernen und bedienen und mit den dazwischenliegenden tensions erweitern und lieber auf die Schönheit des Solos achten.


Skalen üben kann man machen um das Ohr zu trainieren wie etwas wirkt. Das macht Sinn. Akkorde brechen um harmonisch folgen zu können macht auch Sinn. Skalen anzurufen um kreativ sein zu können macht für mich keinen Sinn.

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Tobias
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Re: Jazz / Tonleitern

Beitrag von Tobias » Sonntag 10. November 2019, 11:37

Hallo Klak,

ich sehe das ähnlich.
Skalen bilden ja auch nur einen Tonvorrat, aus dem man sich bedienen kann. Mit diesen Tönen sollte man natürlich versuchen, melodische Lin ien zu spielen.
Den harmonischen Zusammenhang einer Nummer zu kennen bzw. zu hören halte ich auch für essentiell. In nicht modalen Jazznummern sind ja nicht willkürlich Akkorde aneinander gereiht. Man findet auch Auschnitte von Skalen in den Solos unserer Helden, aber einfach nur Skalen spielen erzeugt natürlich keine Musik.
Akkordbrechungen zu üben halte ich persönlich für sehr sinnvoll. Im Bebop z.B. werden diese vielfach in Linien verwendet.
Über dieses Thema kann man sehr viel schreiben, der Zugang und die Herangehensweise an das Thema Jazzimprovisation können individuell sehr unterschiedlich sein.
Hier im Forum wurde auch schon sehr viel darüber geschrieben.
Ich hatte an dem Austausch darüber immer sehr viel Spaß.

Gruß
Tobias
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Re: Jazz / Tonleitern

Beitrag von Cornbread » Montag 11. November 2019, 22:16

Hallo Klak und Tobias,
In der Improvisation steht eh meist nur ein Ton des Solisten im Raum
ich fand das mit dem einen Ton interessant und habe ein Gitarrensolo von Johnny Guitar Watson angehängt. Es ist fast nur ein Ton und löst sich am Ende auf. Ich finde absoluter Wahnsinn. Ich hoffe, es gefällt Euch.
https://youtu.be/PU_395aS26M
Gruß,
Cornbread

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