Lockerheit bei hohen Tönen

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Justus.
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von Justus. »

Auch sehr interessant ist übrigens, wie Rapa hier kürzlich seine Artikulation beschrieben hat. Dass seine Zunge im extremen Register wohl tendenziell zwischen den Zähnen ist und auch die Unterlippe berührt, hätte ich nicht wirklich erwartet. Auch wenn Rapas Spielweise ansonsten mit TCE wenig gemein hat, scheint mir, dass bei einem effizienten extremen Register Unterlippe und Zunge häufig nicht weit voneinander sind.
Amethyst
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von Amethyst »

Blas! hat geschrieben: Sonntag 1. März 2020, 13:18
orlando_furioso hat geschrieben: Sonntag 19. August 2018, 23:56 Adam Rapa!!!!!
Ja, bei ihm wirkt es echt locker :licht:


https://m.youtube.com/watch?v=0y3BW5Pher0

Grüße
Ich hol das kurz noch einmal hervor, weil so zeitlos.

Vielen Dank für diesen Link, genau danach habe ich gesucht. Denn immer wieder gibt es Trompeter, die mit Leichtigkeit auch high notes spielen können. Dadurch erübrigt sich auch der Thread "Wie hoch kommen Frauen" .
Ich habe vor etwa 20 Jahren einen kleinen Jungen (beobachtete ihn als er 10-15 Jahre war) beobachtet, schmächtig gebaut und er spielte Trompete, als wäre es eine Flöte mit einem unvergleichlich schönen singenden Ton. Egal wie hoch, laut etc. Es war nur ein Genuss. Auch wenn er Wettbewerbe gewann, hatte es ihn einfach irgendwann nicht mehr interessiert. (Schade drum).

Aber für mich ist wichtig, dass man überhaupt weiß, es geht auch ohne viel Druck und Anstrengung. Denn, wenn man das nicht im Fokus hat, übt man jahrelang dementsprechend.

Deshalb sind die Zeilen von Christian Morgenstern so wahr:

"Wer vom Ziel nicht weiß,
kann den Weg nicht haben,
wird im selben Kreis
all sein Leben traben;"
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Bixel
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von Bixel »

Amethyst hat geschrieben: Mittwoch 22. April 2020, 11:55Aber für mich ist wichtig, dass man überhaupt weiß, es geht auch ohne viel Druck und Anstrengung. Denn, wenn man das nicht im Fokus hat, übt man jahrelang dementsprechend.
Die Ökonomisierung des eigenen Trompetenspiels bleibt eine lebenslange Aufgabe. Intensives Üben führt fast zwangsläufig - und größtenteils unbewusst - zu jener Ökonomisierung, weil der Mensch bequem ist und seine Muskulatur sich gern unnötige Mühen erspart.

Zu Beginn der Entwicklung eines trompeterisch interessierten Menschen scheint mir der Hinweis, dass das Trompetenspiel ohne größere körperliche Anstrengung zu erfolgen habe, allerdings als kontraproduktiv, denn ohne die mittels jahrelangen Übens optimierte Balance der Faktoren "Atmung-Ansatz-Luftführung" ist zunächst ein beherzter körperlicher Einsatz erforderlich, um der Trompete erste Töne zu entlocken.
Einhalt zu gebieten ist selbstverständlich versuchter Körperverletzung mittels ungesund hohen Anpressdruck des Instruments.

Dass jedefrau und jedermann hoffen darf, dereinst mit der Rapa'schen Lockerheit die dreigestrichene Oktave zu beherrschen, darf m.E. bezweifelt werden, denn auch die individuelle Anatomie spielt eine gewichtige Rolle. Es ist ja auch nicht jeder Mensch dafür gebaut, olympische Medallien im Zehnkampf oder im Bodenturnen zu gewinnen oder wie Caruso zu singen.

Körperliche Gegebenheiten, Intelligenz, Motivation, Muße, kulturelles Umfeld und die Abwesenheit allzu großer materieller Not müssen ein gutes Paket bilden. Und man sollte nicht zu Leichtgläubigkeit neigen. :roll:
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GT-Karl
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von GT-Karl »

Ein gesundes Maß an Hartnäckigkeit würde ich noch hinzufügen, obwohl das vielleicht schon in der Motivation zu stecken hat, ansonsten stimme ich Bixel vollkommen zu :gut: !

Karl
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orlando_furioso
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von orlando_furioso »

... das habe bis 2015 genau so auch gedacht. Bis ich bei Adam erfahren habe das man das ganz einfach lernen kann. Wobei das mehr ein mentaler Prozess ist - eine „Umprogrammierung“ des eigenen Denkens und des daraus resultierenden Verhaltens. Es ist nicht wirklich körperliches Training. Eher in dem Sinne das man eine körperlich neue Erfahrung macht und diese dann übernimmt.
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Bixel
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von Bixel »

orlando_furioso hat geschrieben: Freitag 24. April 2020, 11:27 ... das habe bis 2015 genau so auch gedacht. Bis ich bei Adam erfahren habe das man das ganz einfach lernen kann.
Jede/jeder kann sich steigern, da man sich an das persönliche Optimum lebenslang nur asymptotisch annähern kann.

Deine persönlichen Fortschritte mögen erfreulich sein; sie widersprechen jedoch nicht der These einer individuelle Entwicklungsgrenzen setzenden anatomischen Vielfalt der menschlichen Spezies. :trumpet2:
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orlando_furioso
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von orlando_furioso »

Die These ist richtig, aber ...

1. auch ich habe sie lange vor mir hergetragen als Begründung weil ich anscheinend meine persönliche Grenze erreicht hatte und eine Weiterentwicklung eine nicht zu rechtfertigende und nicht zu leistende Investition (Zeit, körperlliche Fitness) bedeutet hätte. Insofern würde ich dieser These den Nutzwert einer "Ausrede" ans Revers heften.

2. Ich habe schon mehrfach in meinem Leben erleben dürfen, dass ich bedeutend mehr zu leisten vermag, als ich im Moment der Leistungserbringung annahm. Ich denke hier an einen Spaziergang an einem Sonntagnachmittag, nach dessen Rückkehr wir feststellten, dass wir ohne es zu merken locker mal eben 30 km gemacht hatten. Oder an so manche Mucke, bei der so dermaßen der Funke übersprang, dass ich eine Leistung erbrachte, die ich so vorher nicht für möglich gehalten hatte.

Deshalb möchte ich hier die These (keine Antithese) in den Raum werfen, dass kein Trompeter sein Potential zu 100% ausnutzt. Ich schätze das Profis ihr Potential zu vielleicht 80% nutzen, während es bei den Amateuren irgendwo zwischen 20% und 70% liegt. Bei jedem ist noch viel Luft nach oben. Davon ausgehend, dass eigentlich jeder Trompeter sein genutztes Potential erhöhen möchte stellt sich ausschließlich die Frage was er bereit ist zu investieren. Die Frage ob es möglich ist stellt sich nicht.

Ich schätze für mich, dass ich mein Potential derzeit zu ca. 10% nutze. Ich spiele mit meinen Schülern ein paar Basics oder ihnen mal ein Stück aus dem Lehrbuch vor. Wären die Zeiten normal würde ich mein Potential sicher zu rund 80% nutzen, wobei ich weiß, dass ich jederzeit und kurzfristig durch ein bisschen mehr üben (z.B. die Übungen von Ralf oder Caruso) fast 20% draufsatteln könnte – aber wozu? Es gibt auf absehbare Zeit kein Publikum und in meiner BigBand reicht es völlig aus, wenn ich 3-4x a Abend ein fettes g3 durchziehe.

Sobald ich meine EDV hier @home upgedated habe sollte ich mal einen Online-Workshop für die TF-User anbieten, damit diejenigen die nicht beim Adam Rapa Workshop waren in praxi erleben wovon ich hier rede.
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von Bixel »

orlando_furioso hat geschrieben: Freitag 24. April 2020, 19:44...in meiner BigBand reicht es völlig aus, wenn ich 3-4x a Abend ein fettes g3 durchziehe.
Mir sind sowohl Big Bands als auch Trompeter dieser Art schon gelegentlich begegnet.
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von yogi »

Amethyst hat geschrieben: Mittwoch 22. April 2020, 11:55 es geht auch ohne viel Druck und Anstrengung
vergiß es - von nix kommt nix :wink:
Oder kannst Du mir einen bekannten Trompeter nennen, der Jazz/Bigband im hohen Register ohne viel Druck bzw. Anstrengung mit fettem Sound spielt?
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von orlando_furioso »

Leider hab ich‘s nicht so mit NameN, aber ich sehe immer wieder welche. Bei einigen kommt auch jede Menge Show mit dazu. Macht natürlich mehr her fürs Auge wenn der Trompeter Luft holt, ansetzt, sich jeder Muskel im Körper spannt und der Zuschauer die Anstrengung sieht.
Aber auch: das Wissen darum ist noch wenig verbreitet.
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von yogi »

orlando_furioso hat geschrieben: Sonntag 26. April 2020, 08:21 Aber auch: das Wissen darum ist noch wenig verbreitet.
ah, verstehe - deshalb. :licht:
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von GT-Karl »

Ein ewiges Thema hier im Forum und zu Coronazeiten bestens geeignet etwas Farbe ins triste Bild zu bringen! Jetzt hat ja (fast) jeder Zeit mal an seinen Highnotes zu arbeiten und vielleicht herauszufinden, ob es nicht doch lockerer und entspannter geht :wink: !
Bixel hatte es bereits erwähnt, die individuelle Anatomie spielt eine Rolle, der amerikanische Trompeter und Ansatzlehrer Roy Stevens hat in seiner aktiven Zeit sehr viel mehr Schüler abgelehnt als angenommen, ganz einfach weil sie nach seiner Ansicht anatomisch nicht geeignet waren, die von ihm gelehrte Ansatztechnik auf der Trompete zu meistern! Er bezog sich dabei hauptsächlich auf die Gebissform und Kieferstellung bzw. -beweglichkeit! Und in seiner Ansatzlehre geht es ganz grundsätzlich auch um das Erreichen hoher Töne ohne übermäßige Anstrengung und mit möglichst wenig Mundstückdruck (keineswegs ohne, wie der Methode oft nachgesagt wird)!
Aber es gibt eben auch ganz viele andere Methoden, vielleicht für andere anatomische Vorraussetzungen besser geeignet und offenbar für fast jede Methode auch die passenden Protagonisten!

Ich vergleiche immer wieder gerne zwei Beispiele aus der Vergangenheit, beide bekannt für ihre Hochtonartistik, Maynard Fergusson, der immer sichtbar mit voller Energie zur Sache ging und Horst Fischer, dessen Spiel im hohen Register fast unspektakulär leicht aussah, aber trotzdem energiegeladen klang! Bei MF bin ich mir allerdings nicht sicher wieviel Show bei der Anstrengung mit dabei war :wink: !

Jeder kann besser werden, .....aber nicht Alle gleich gut :!: !

Gruß

Karl (leider anatomisch ziemlich ungeeignet....... :narr: )
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von GT-Karl »

Ach ja, hatte ich noch vergessen, wer den Meister bei seinen Erklärungen mit Vorspielbeispielen und einen seiner bekannteren Schüler mal hören will, www.roystevens.org und dann unter Audio rumklicken, da sind eine ganze Menge Audiotapes zu finden ! Man muss es nicht immer schön finden, aber interessant und.......hoch ist es!!

Gruß

Karl
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von Blas! »

Er sieht nicht vollkommen locker aus, dennoch scheint anatomisch alles perfekt zu passen:

https://m.youtube.com/watch?v=G8KpHCBZT7g

:shock:

Grüße
Blas!
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Re: Lockerheit bei hohen Tönen

Beitrag von orlando_furioso »

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