Extreme Tagesform

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
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daytona675
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Extreme Tagesform

Beitrag von daytona675 » Dienstag 6. August 2019, 19:42

Hallo,
ich habe momentan extreme Probleme mit meiner Tagesform.
An einem Tag klappt es ganz normal gut bis sehr gut, dann setze ich ein anderes mal die Trompete zum warm spielen an ohne übermäßigen Druck oder sonst etwas und lasse die Luft fließen bis ein Ton kommt.
Er fängt einfach nur ekelhaft an zu bruddeln und ich habe null Kontrolle über Tonqualität und Intonation wie ich es sonst habe. Das der Ton am Anfang mal nicht sooo schön ist ja normal wenn man sich gerade erst einbläst, jedoch wird das an besagten Tagen nicht besser.
Kann es vielleicht daran, dass ich mir extrem oft tagsüber über die Lippen lecke, einfach weil es eine Angewohnheit ist??
Es nervt mich echt extrem, da ich so auch nicht vernünftig üben kann und somit auch nicht wirklich weiter komme..
Ich spiele schon seit ca 12 Jahren und spiele ein hohes Niveau (für einen Hobbymusiker :D ) und werde hier im Musikkreis oft gebucht für Aushilfsjobs auf jeglichen Stimmen und dann kotzt es mich an aus besagten Gründen nicht zum Üben zu kommen und somit natürlich auch umso nervöser an einen Auftritt rangehe. Wenn so etwas an einem Auftrittstag vorkommt ist das einfach nur peinlich, weil alle so viel von einem erwarten...
Vielleicht habt ihr ein paar Tipps wie man vielleicht mental an die Sache rangehen kann, da ich ja wirklich ganz pasabel spielen kann und mein Ansatz und Herangehensweise (Warum up etc.) sich in den letzen Jahren sehr bewährt gemacht haben und ich echt immer besser wurde. Und jetzt sowas als...

Vielen Dank

Jens92
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Re: Extreme Tagesform

Beitrag von Jens92 » Mittwoch 7. August 2019, 02:56

Hallo und herzlich Willkommen im Forum!

Zunächst einmal danke für deine ausführlichen Schilderungen! Ich hoffe wirklich, dass dir die Tipps helfen, die du hier bekommst und du dein Problem schnell in den Griff bekommen kannst.

Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan, aber ich an deiner Stelle würde als aller erstes versuchen den mentalen Druck aus der Sache zu nehmen, indem du einfach in solchen Situationen eine Mucke absagst.
Ob ein offener Umgang mit dem Problem hier hilft oder du dich zur Not anders rausredest, musst du entscheiden, aber wenn du finanziell nicht drauf angewiesen bist, würde ich so handeln. Vielleicht verschafft es dir persönlich so die nötige Luft zum atmen und deine Probleme erledigen sich von ganz alleine, wer weiß. Warum sich also unnötig davon stressen lassen? Ich finde, du kannst von deinen Mitmenschen hier Verständnis erwarten und wenn nicht solltest du drüber stehen.
Solltest du dann trotzdem mal in so einer Situation einen Auftritt haben, würde ich mich so viel es geht auf die Musik konzentrieren und versuchen meine Lippen so weit es geht auszublenden, auch wenn es schwer ist.
Ein etwas intensiveres, aber behutsames Warm up hilft dann sicher auch.

Ohne dich jedoch gesehen und gehört zu haben ist es natürlich grundsätzlich erstmal schwer einzuschätzen, was tatsächlich das Problem ist. Die Ursache kann vielfältig sein.
Gehen wir davon aus, dass keine fundamentalen Probleme im Spielsystem vorhanden sind.

Das extreme Befeuchten der Lippen kenne ich zum Teil selbst. Ändert sich bei dir die Lippenbeschaffenheit, sprich trocknen die Lippen aus und/oder sind sie dann rissig? Das kann natürlich negativen Einfluss haben, weil das Material einfach nicht mehr so gut schwingen kann.
Sollte es einfach an deiner Angewohnheit an sich liegen, gibt's nur eine Lösung: Lass es einfach.
Das solltest du dir dann wirklich versuchen abzugewöhnen.

Bei mir waren hier aber eher immer mangelnde Hydration und Defizite im Mikronährstoffhaushalt der Grund, sprich Vitamine und Mineralstoffe. Hier darfst du also gerne deine Ernährungsgewohnheiten reflektieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alles, was auch für den Körper an sich, aber auch so für den Muskelaufbau förderlich ist, natürlich auch für das Trompete spielen förderlich ist.
Immer wenn ich ausreichend trinke und auf meine Ernährung achte, habe ich die Probleme mit dem Austrocknen der Lippen bzw. mit dem extremen Befeuchten nicht mehr. Vielleicht hilft das.

Vielleicht könntest du aber auch nochmal etwas genauer das "bruddeln" beschreiben und auch was "null Kontrolle über Tonqualität und Intonation" bedeutet.

Denn um ehrlich zu sein, finde ich wirklich so extreme Schwankungen in der Tagesform trotz eventuell ausgetrockneter Lippen etwas suspekt. Ohne dich gehört und gesehen zu haben ist das jetzt reine Spekulation, aber bei solch extremen Schwankungen, liegt es oft doch am Spielsystem.
Denn auch wenn meine Lippen rissig und ausgetrocknet sind, wirkt es sich zumindest bei mir dann doch nicht allzu sehr auf den Sound aus, auch wenn das Gefühl einfach blöd ist.
Grundsätzlich sollte deine Tonqualität schon von Anfang an voll da sein, finde ich. Denn wenn wir erst 10-15 Minuten oder länger dafür brauchen bis das der Fall ist, läuft m. E. etwas nicht so wie es soll.

Was ich dir generell empfehlen kann ist Charlie Porters 4-Schritte-Setting:
https://youtu.be/lLE_-ly8hrQ

Dies sorgt für eine Konstante im System, indem du - eben unabhängig von deiner Lippenbeschaffenheit und die damit zusammenhängende Tagesform - immer auf die gleiche Weise ansetzt.
Vor allem sorgst du so aber für ausreichend Platz zwischen den Lippen, was dir in so einer Situation auf jeden Fall auch hilft. Vielleicht schaust du mal drüber.

Sofern keine Überlastungen vorhanden sind, würde ich an Tagen, an denen es schlecht läuft, erstmal mit vielen leisen breath attacks starten, um sicherzustellen, dass die Lippen schnell anfangen zu schwingen. Jeder offene, technisch korrekt gespielte Ton sollte nämlich mit einem whisper tone starten (in Zeitlupe fällt das nämlich auf, sonst natürlich nicht). Besonders bei Problemen hilft mir das immer, wenn ich etwas Zeit damit verbringe.

Da dies hier aber alles wie gesagt nur Spekulation ist und ich dir auch nicht zu nahe treten möchte, biete ich dir an, dass wir ganz unverbindlich gemeinsam per Skype mal drüber schauen.
Zufällig bin ich heute Abend sowieso damit zugange. Sollte dein Problem also heute auch akut sein, meld dich gerne bis 17 Uhr per PN und wir können gegen 19.30/20 Uhr gerne skypen.

Ansonsten wünsche ich dir viel Erfolg beim Lösen des Problems!

Beste Grüße & evtl. bis später,
Jens

OndraJ
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Re: Extreme Tagesform

Beitrag von OndraJ » Mittwoch 7. August 2019, 09:51

Du kannst es mit „Visualisieren“ versuchen.
Bevor du das Mundstück der erste Mal ansetzt, musst du dir in Ruhe und sehr intensiv vorstellen, wie es sich an guten Tagen anfühlt.
Versuche das Gefühl einige Male zu reproduzieren. Dann mit dem Gefühl nur das Mundstück an die Lippen (mit oder ohne Instrument) und die Auflagefläche und den Druck bzw. Gegendruck der Lippen spüren. Immer mit dem Gefühl eines guten Tages im Kopf.
Dann den ersten, klaren, reinen, vollen Ton eines guten Tages im Kopf haben und los spielen.

Abgesehen davon kann ich aus eigener Erfahrung empfehlen, das Warmup mit Atemübungen zu beginnen.
Z.B. Atembeutel oder Klopapierrolle
Wenn die Luft gut fließt, ist alles andere viel leichter für mich.

Versuche weiters herauszufinden, ob du an den schlechten Tagen, oder am Abend davor etwas anders machst.
Hier ein paar Denkanstöße:
-Trinkst du genug?
-Schläfst du genug?
-Rasierst du dich vor dem Üben?
-Isst du salziges oder würziges Zeug?
-Machst du Isometrics (Krafttraining für die Lippen)?
-Trägst du andere oder engere Kleidung?
-Sitzt oder stehst du?

Wünsche viel Erfolg!

T.K.
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Re: Extreme Tagesform

Beitrag von T.K. » Mittwoch 7. August 2019, 20:21

OndraJ hat geschrieben:
Mittwoch 7. August 2019, 09:51
[...]
Abgesehen davon kann ich aus eigener Erfahrung empfehlen, das Warmup mit Atemübungen zu beginnen.
Z.B. Atembeutel oder Klopapierrolle
Wenn die Luft gut fließt, ist alles andere viel leichter für mich.
[...]
Atembeutel oder Klopapierrolle? Was kann ich mir darunter vorstellen? :Hä:

Alien
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Re: Extreme Tagesform

Beitrag von Alien » Donnerstag 8. August 2019, 14:10

daytona675 hat geschrieben:
Dienstag 6. August 2019, 19:42
Hallo,
ich habe momentan extreme Probleme mit meiner Tagesform.
An einem Tag klappt es ganz normal gut bis sehr gut, dann setze ich ein anderes mal die Trompete zum warm spielen an ohne übermäßigen Druck oder sonst etwas und lasse die Luft fließen bis ein Ton kommt.
Er fängt einfach nur ekelhaft an zu bruddeln und ich habe null Kontrolle über Tonqualität und Intonation wie ich es sonst habe. Das der Ton am Anfang mal nicht sooo schön ist ja normal wenn man sich gerade erst einbläst, jedoch wird das an besagten Tagen nicht besser.
Kann es vielleicht daran, dass ich mir extrem oft tagsüber über die Lippen lecke, einfach weil es eine Angewohnheit ist??
Es nervt mich echt extrem, da ich so auch nicht vernünftig üben kann und somit auch nicht wirklich weiter komme..
Ich spiele schon seit ca 12 Jahren und spiele ein hohes Niveau (für einen Hobbymusiker :D ) und werde hier im Musikkreis oft gebucht für Aushilfsjobs auf jeglichen Stimmen und dann kotzt es mich an aus besagten Gründen nicht zum Üben zu kommen und somit natürlich auch umso nervöser an einen Auftritt rangehe. Wenn so etwas an einem Auftrittstag vorkommt ist das einfach nur peinlich, weil alle so viel von einem erwarten...
Vielleicht habt ihr ein paar Tipps wie man vielleicht mental an die Sache rangehen kann, da ich ja wirklich ganz pasabel spielen kann und mein Ansatz und Herangehensweise (Warum up etc.) sich in den letzen Jahren sehr bewährt gemacht haben und ich echt immer besser wurde. Und jetzt sowas als...

Vielen Dank
Hallo,es könnte ja mehrere Gründe bei dem Problem geben..
1. Ihre Tagesform ist einschneit (ich hab noch kein Ton gehört...) Resultat Ihres übe Programm..
Wenn Sie Konzert am Freitag haben, wo Sie Hoch und Laut spielen sollen, würde ich empfehlen am Donnerstag davor entweder pause zu machen
oder keine Höhe zu praktizieren ( ich meine nicht kurz einspielen sondern Üben - 1-3 Stunden)
Sie haben eine woche davor z.B Sa. So. Mo .Di. Mitt. jeden Tag 1-3 Stunden Geübt... - ein Tag Pause einlegen!
Irgend-wann ist der Ansatz überlastet und es mach keinen Spaß mit dem Gefühl zu spielen.
2. Lampenfieber... da könnte etwas Mentales Training gut tun...( Wozu, wer, Warum u.s.w. )))
Um so schwerer das Programm ist, um so schwieriger ist es mit gutem Ansatz bis zum ende der Bühnen Programm zu schaffen...
Lernen Sie die schwierige Parts auswendig!!!
3. Es gibt Möglichkeiten rauer Lippen in Ordnung zu bringen...Butten nachtsüber drauf ( einfach normales Butter)
Ich hatte letztes Jahr 3 Konzerte in Indien und es war der Horror, wie rau die Lippen vom Klima, Reise, wenig trinken und essen dort geworden sind..
Dieses Rat (mit dem Butter) von meine Oma hat mir sehr geholfen die Konzerte vernünftig über die Bühne zu Bringen.
4. Kein Alk, Sprudel, viel Salz, Zitronen, Scharfes vor dem Auftritt.

Sie können sich beraten, besser mit jemanden der Ahnung hat, um ein Individuelles einspiel Programm für Ihre Bedürfnisse zu entwickeln.
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Re: Extreme Tagesform

Beitrag von OndraJ » Freitag 9. August 2019, 07:26

Atembeutel oder Klopapierrolle? Was kann ich mir darunter vorstellen? :Hä:
Einfach durch eine Kolpapierrolle oder ähnliches ein- und ausatmen.

https://youtu.be/yaPkLPXFbjs?t=76
https://youtu.be/ECOAON3QNPg

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Re: Extreme Tagesform

Beitrag von T.K. » Freitag 9. August 2019, 20:41

OndraJ hat geschrieben:
Freitag 9. August 2019, 07:26
Einfach durch eine Kolpapierrolle oder ähnliches ein- und ausatmen.

https://youtu.be/yaPkLPXFbjs?t=76
https://youtu.be/ECOAON3QNPg
Danke für die Aufklärung :gut:

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Re: Extreme Tagesform

Beitrag von Alien » Donnerstag 15. August 2019, 11:11

OndraJ hat geschrieben:
Freitag 9. August 2019, 07:26
Atembeutel oder Klopapierrolle? Was kann ich mir darunter vorstellen? :Hä:
Einfach durch eine Kolpapierrolle oder ähnliches ein- und ausatmen.

https://youtu.be/yaPkLPXFbjs?t=76
https://youtu.be/ECOAON3QNPg
Noch mal eine Krücke um Musik zu machen.
PranaYoga Leute! Es gibt ja übungen für Anfänger.
Aber mit diesem Rohr, was hat das mit dem Trompetenspiel zu tun? Oder plastikbeutel?
Ist jemand Zuhause? :Tock:, das ist ja schädlich! Luft aus den Plastikbeutel!!!
Und mit ausdauer hat das auch wenig zu tun...
Gott sei Dank ich habe mal Medienkompetenz Unterrichtet...
Da sollte vor allem sich einen „Medien Filter“ einbauen!
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Re: Extreme Tagesform

Beitrag von Singvögelchen » Montag 19. August 2019, 21:47

Alien hat geschrieben:
Donnerstag 15. August 2019, 11:11

Noch mal eine Krücke um Musik zu machen.
PranaYoga Leute! Es gibt ja übungen für Anfänger.
Aber mit diesem Rohr, was hat das mit dem Trompetenspiel zu tun? Oder plastikbeutel?
Ist jemand Zuhause? :Tock:, das ist ja schädlich! Luft aus den Plastikbeutel!!!
Und mit ausdauer hat das auch wenig zu tun...
Gott sei Dank ich habe mal Medienkompetenz Unterrichtet...
Da sollte vor allem sich einen „Medien Filter“ einbauen!
Och Alien, das mit dem dicken Plastikschlauch ist doch eigentlich Standard, um die Atmung zu aktivieren. Stammt aus der Richtung Arnold Jacobs usw. Es geht drum, den Hals genauso weit auf zu bekommen wie halt den dicken Schlauch vorn vor dem Mund. Und schnellstmöglich ein- und auszuatmen zu können. Und beim blitzschnellen Nachatmen in großen Mengen haben schließlich viele Trompeter Nachholebedarf. Weil die Bauchmuskulatur nicht nachgibt, zu sportlich, zu fest.
Den Plastik- (genaugenommen: Kautschuk-)Beutel hab ich mal getestet, riecht und schmeckt einfach nur eklig. Auch von mir keine Empfehlung. Aber die Idee dahinter ist auch nicht ganz verkehrt: hier kann man ganz oft nacheinander voll ein- und ausatmen, der Sauerstoff verbraucht sich allmählich und man hyperventiliert nicht so schnell. Mir ist das aber alles zuviel Sport und zuwenig Musik.
Liebe Grüße vom Singvögelchen!


"Blas schön rein, dann kommts schön raus!"

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Re: Extreme Tagesform

Beitrag von Alien » Donnerstag 22. August 2019, 01:12

Och Alien, das mit dem dicken Plastikschlauch ist doch eigentlich Standard, um die Atmung zu aktivieren. Stammt aus der Richtung Arnold Jacobs usw. Es geht drum, den Hals genauso weit auf zu bekommen wie halt den dicken Schlauch vorn vor dem Mund. Und schnellstmöglich ein- und auszuatmen zu können. Und beim blitzschnellen Nachatmen in großen Mengen haben schließlich viele Trompeter Nachholebedarf. Weil die Bauchmuskulatur nicht nachgibt, zu sportlich, zu fest.
Den Plastik- (genaugenommen: Kautschuk-)Beutel hab ich mal getestet, riecht und schmeckt einfach nur eklig. Auch von mir keine Empfehlung. Aber die Idee dahinter ist auch nicht ganz verkehrt: hier kann man ganz oft nacheinander voll ein- und ausatmen, der Sauerstoff verbraucht sich allmählich und man hyperventiliert nicht so schnell. Mir ist das aber alles zuviel Sport und zuwenig Musik.
Ja Gut , ist klar.. wenn jemand braucht ...so lange es Kein HOLOTROPES Atmen ist )))
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Re: Extreme Tagesform

Beitrag von Jamer » Montag 26. August 2019, 09:12

Ich schreibe ich hier, weil ich ein Problem lösen möchte: Und zwar habe ich Tage, an denen läuft es einfach nicht und für diese Tage hab ich noch keinen "Plan B" bzw "Notfallplan" in der Schuhblade und das würde ich gerne ändern. Besonders wenn ich am Vortag zu übereifrig mit üben bzw spielen war, weil ich einen besonders guten Tag hatte, holt mich das Phänomen ein. Eigentlich bin ich mit meinem Spiel jedoch zufrieden: An normalen Tagen passen die Tonqualität und die Intonation und der Range ist eigentlich stabil bis e‘‘‘ abrufbar, gelegentlich funktionieren auch f‘‘‘ oder g‘‘‘, wobei die Höhe mir persönlich jetzt nicht so wichtig ist und deswegen spiele ich wenig in diesem Range.



Neulich habe Clarke Übung 1 und 2 in mein tägliches Trainingsprogramm zu Beginn eingebaut um eine Konstante in mein Übungsprogramm reinzubringen, und zwar jede Zeile 4 Mal: Gebunden, gestoßen, Doppelzunge, Triple Zunge. Das gelingt mir gut, vor allem die chromatische geht locker im Piano auch in der triplezunge von as'' bis d''' - höher hab ichs bisher noch nicht probiert. Wichtig ist mir dabei ein guter Luftfluss. Vor jeder Übung mache ich kurz die Lip clamp von smiley (bzw step 1 von Porters Methode) und stelle mir da ein „M“ vor wenn ich spiele, die Lippen liegen schön eingerollt aufeinander.



Diese beiden Clarke Übungen kann ich auch an schlechten Tagen bringen, nur fühlt es sich interessanterweise eher in der tiefen & mittellage nicht entspannt an. Der Ton neigt interessanterweise zu hoch und unreiner zu werden. An den schlechten Tagen habe ich darüber hinaus Probleme, Töne "kalt" anzuspielen was neben der Ausdauer das größte Manko ist. Vom Range her hab ich aber interessanterweise keine Einbußen, hohe Phrasen kann ich trotzdem relativ locker bringen, aber beispielsweise einen Marsch auf dem 1 FH. durchspielen wäre unmöglich.



Was noch komisch ist: Prinzipiell ist der „bad-day“ Effekt auf dem Pumpventilflügelhorn ausgeprägter als auf der Drehventiltrompete obwohl ich von Rand her identische Mundstücke verwende. Ich von Haus aus recht gerne tiefe Kessel mit einem Innendurchmesser von ca. 16 mm (Warburton 7XD mit 12* Stengel auf der Trompete und 3,8 bohrung und Warburton 7FL mit kleinerer bohrung (4,3) auf dem Flügelhorn – mit dem 7FLM komm ich lustigerweise nicht gut zurecht (4,1 Bohrung)). Für mich fühlt es sich auch so an als würde ich das Perinet-Flügelhorn anders ansetzen als die Drehventiltrompete, auch wenn es vorm Spiegel nicht danach ausschaut. Da ich öfters Flügelhorn spielen muss und dann auf Grund das höhen Defizit der anderen immer 1 Stimme ist das natürlich für mich immer eine Lotterie für mich, die bisher Gott sei dank immer relativ glimpflich ausgegangen sind.



Da ich kein guter systematischer Über und Umsetzer von Methoden bin und meinen Ansatz nicht radikal verändern möchte, erscheint mir die Parker Methode als langer, mühsamer Weg, vor allem bis man wieder auf sein vorheriges Niveau kommen will. Konnte aber einiges wichtiges durch Jens Beiträge rauslesen und möchte im Lauf der Woche ein wenig was ausprobieren. Ein Visualiser ist schon bestellt.

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