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Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Mittwoch 14. November 2018, 07:19
von Thariel
Auch wenn das ein halber Testbericht wird, habe ich doch eine Frage die ich vorab klären möchte.

Ich habe derzeit von Weimann die Passion und Classico (beide B) zuhause.

Vom Grundsätzlichen Klang sind beide das was mir seit einem ersten Probespiel vor knapp 7 oder 8 Jahren im Kopf herumschwirrt und jetzt ist für mich die Zeit gekommen.

Nun stehe ich vor folgendem Problem (verzeiht wenn ich es mit den falschen "Fachbegriffen" erkläre)
Die Passion ist unglaublich voluminös, so offen und tragend/raumgreifend einfach der Hammer. Aber nach oben heraus f2 bis f3 wird sie sehr arbeitsintensiv und den Tönen fehlt etwas, die Obertöne.

Bei der Classico ist der Gesamtklang dünner, nicht so bombastisch dass sich jeder sofort umdreht, eher vergleichbar mit anderen Herstellern. Dafür ist sie obertonreicher und deswegen im hohen Register wesentlich brillianter und klarer. Persönlich finde ich auch , dass sie leichter auf die einzelnen Töne zu zentrieren ist, besonders bei größeren Intervallen.

Meine Frage: In wie weit kann ich das eine (Volumen) oder das andere (Brillianz oben) noch durch Routine und Erfahrung auf dem Instrument erlernen? Generell spiele ich schon per se einen sehr weichen voluminösen Ton, das was andere jahrzehnte trainieren ist bei mir einfach da, ka.
Selbstverständlich kaufe ich keine der beiden jetzt. Davor kommt noch der persönliche Besuch, aber ich würde gerne diese Frage klären, weil es auch bei anderen Marken ähnlich war ( letztes Beispiel war eine Schagerl, die mir grundsätzlich aber zu dumpf und wenig strahlend sind ).

Re: Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Mittwoch 14. November 2018, 10:16
von 17Gold
Hallo Thariel, ich habe das ähnliche Problem gehabt bei meiner Schagerl, soll ich die leichte kleinere nehmen oder die große schwere mit 11,5mm Bohrung, 140mm Becher aus 0,50mm Blech....die schaffe ich nie. Und doch habe ich die gekauft, da du dich ja noch dem Instrument anpasst wenn es dir liegt und es nach ein paar Monaten normal wird so einen Panzer zu spielen.
Und wenn du sie nicht wirklich jeden Tag im Profieeinsatz spielst, wird dir das auch nicht auffallen...wie oft wird den ein C3 benötigt...
Vlt. hilft dir mein Gedankenanstoss ein wenig.
LG

Re: Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Mittwoch 14. November 2018, 11:56
von LidlLidl
"Selbstverständlich kaufe ich keine der beiden jetzt."
Wer setzt nur unseren Leidenschaften immer Grenzen? Ggf. Noch: es gibt unterschiedliche Mundrohre, man muss auch kein Riesenmundstpck verwenden, das 16,5 mm geht vielleicht auch gut.
Und: Beziehe noch die Aero ein, soll ggf sich leichter blasen. Hör mal....
.
https://m.youtube.com/watch?v=mlvI7Y7cREE

Viel Spaß damit! Es geht mir übrigens genauso. Aber: sapiens finitas cupiditates.

Re: Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Mittwoch 14. November 2018, 13:17
von Evolution
Wie lange spielst du die beiden denn schon in der Testphase? Die Passion ist einfach etwas lufthungriger. Die Classico geht ja mit der konischen Maschine etwas leichter an, da die Eingangsbohrung kleiner ist. Wenn du bisher zB. eine Drehventil mit 11er Bohrung hast und dies gewöhnt bist, dann liegt dir jetzt die Classico näher. Die Passion braucht etwas mehr Luft und wenn man das noch nicht gewohnt ist (dauert bei mir 1-3 Tage ausschließlich auf dem größeren Instrument), dann ist man oben zu eng und dann kann die Intonation flach werden und die Brillanz verloren gehen, da man den Ton nicht mehr in der Mitte trifft. Mein Tipp. Spiel die Passion mal ein bis zwei Tage ausschließlich. Vielleicht gewöhnst Du dich dann an den größer benötigten Luftstrom und oben ist der Ton dann auch im Zentrum und spricht sauber an und brilliert.

Re: Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Mittwoch 14. November 2018, 14:08
von Thariel
Genau das ist ja die Frage. An was kann ich mich gewöhnen und durch Training hinbekommen. Und wieviel. Ich bin kein Profi und übe mal 30 min. Mal 1.5h aber auch mal mehrere Tage gar nicht. Insgesamt stehen mir die Instrumente eine Woche zur Verfügung. Spiele derzeit ne Perinet (B& S Challenger II) aber ne Deutsche ist einfach mein Wunsch.

Re: Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Mittwoch 14. November 2018, 15:07
von Evolution
Wenn du ne Perinet spielst, ist eh etwas Akklimation nötig. Gerade oben verhält sich der Widerstand anders. Wenn der Sound der Passion gefällt, dann spiel sie mal ein oder zwei Tage ausschließlich. Dauerndes Wechseln verhindert eine Gewöhnung an das andere Spielgefühl. Nur dann kannst du wirklich sagen, ob es zu groß ist oder nicht. Ggf bietet ja auch das Mundrohr noch eine Möglichkeit, zu verengen. Außerdem spielen viele auf Drehventil ne andere Rückbohrung. Ist eine komplexe Sache. Prinzipiell ist die Passion ein Orchesterinstrument, aber nicht unmöglich groß oder anspruchsvoll.

Re: Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Mittwoch 14. November 2018, 15:59
von blechfan
Thariel hat geschrieben:
Mittwoch 14. November 2018, 14:08
Spiele derzeit ne Perinet (B& S Challenger II) aber ne Deutsche ist einfach mein Wunsch.
Wenn Du bisher nur Perinet gespielt hast und kein Profi bist, solltest Du unbedingt auch noch die Weimann Vivat testen. Für mich (in ähnlicher Konstellation wie Du) war das eindeutig die beste Lösung. Der Passion und Classico fühlte ich mich nicht gewachsen.
Gruß blechfan

Re: Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Mittwoch 14. November 2018, 18:54
von Evolution
Wenn Du bisher nur Perinet gespielt hast und kein Profi bist, solltest Du unbedingt auch noch die Weimann Vivat testen. Für mich (in ähnlicher Konstellation wie Du) war das eindeutig die beste Lösung. Der Passion und Classico fühlte ich mich nicht gewachsen.
Oh ja. Wenn die nicht schon ausgeschlossen wurde, dann wäre das ein guter Punkt!

Re: Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Donnerstag 15. November 2018, 10:01
von doc_trumpet
Du solltest auf jeden Fall die AERO probieren - die "frisst" etwas weniger Luft als die Passion, bleibt aber m.E. im Gegensatz zur Classico klanglich gleich in allen Lagen in jeder Dynamik. Die Vivat ist ebenso m.E. mit der "Profi-Tromnpeten" von Weimann nicht adäquat.
LG doc

Re: Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Donnerstag 15. November 2018, 11:45
von blechfan
doc_trumpet hat geschrieben:
Donnerstag 15. November 2018, 10:01
Die Vivat ist ebenso m.E. mit der "Profi-Tromnpeten" von Weimann nicht adäquat.
Kannst Du das mal dolmetschen? Meinst Du, die Vivat sei keine Trompete für Profis?

Re: Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Donnerstag 15. November 2018, 17:53
von doc_trumpet
Meint - ich kenne keinen Trompeter, der mit einer Vivat seinen Lebensunterhalt verdient. Ich muß aber einschränkend sagen, daß ich nicht alle Trompeter kenne, die ihren Lebensunterhalt mit dem Spielen der Trompete verdienen :Tock: Kurzum - dieses Modell scheint in der Orchesterszene nicht oft benutzt zu werden.
Dir trotzdem viel Spaß mit deiner Vivat - ist ja klasse, daß du dich überhaupt für eine Weimann entschieden hast :gut: :gut:

Re: Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Donnerstag 15. November 2018, 20:02
von blechfan
doc_trumpet hat geschrieben:
Donnerstag 15. November 2018, 17:53
Kurzum - dieses Modell scheint in der Orchesterszene nicht oft benutzt zu werden.
Das ist anzunehmen, wenn man die Referenzen auf A. Weimanns Homepage mal durchsieht. Da sind Passion und Classico eindeutig in der Überzahl.
doc_trumpet hat geschrieben:
Donnerstag 15. November 2018, 17:53
Meint - ich kenne keinen Trompeter, der mit einer Vivat seinen Lebensunterhalt verdient.
Solche scheint es aber auch zu geben, wenn man die Referenzen auf A. Weimanns Homepage durchsieht.
doc_trumpet hat geschrieben:
Donnerstag 15. November 2018, 17:53
dieses Modell scheint in der Orchesterszene nicht oft benutzt zu werden.
Das sollte für den Threadersteller kein Kriterium sein, da er derselbigen Szene nicht angehört. Genau deshalb brachte ich die Vivat ja ins Spiel.
Vielleicht wird er - als Nicht Profi - mit der ja genau so glücklich wie ich - ebenfalls Nicht Profi - mit meiner ? :D
Gruß blechfan

Re: Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Donnerstag 15. November 2018, 23:11
von Singvögelchen
Probieren geht über Studieren...hinfahren (vorher Termin ausmachen) und losprobieren.

Ich hatte letzten Sommer ein Ur-Erlebnis...mehrere Kornette eines namhaften Herstellers waren bei einer Instrumentenausstellung im Umfeld einer Brassband. Das superteure "Profimodell" war für meinen Anspruch deutlich schwächer als das Mittelklassemodell. Dort stimmten plötzlich alle Töne, es fehlten Gold und Silber sowie ein unpraktischer Doppeltrigger und es kostete nur die Hälfte.
Soll doch jeder das Modell benutzen, was ihm zusagt...

Re: Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Freitag 16. November 2018, 13:04
von Thariel
Vielen Dank für die vielen Antworten. Wie gesagt geht eh nichts um einen Besuch vor Ort.
Die grundsätzliche Frage ist ja aber immer noch, in wie weit man ein Instrument an das andere durch Training anpassen kann.

Re: Weimann Passion ggüber Classico

Verfasst: Samstag 17. November 2018, 21:52
von Evolution
Mein Punkt ist eben: es muss nicht unbedingt Training nötig sein, damit man kraftmäßig mit dem größeren Instrument zurecht kommt. Oft ist es einfach ein Einspielen und Akklimatisieren an den Ort des Widerstandes im Instrument und den passenden Lufteinsatz. Manche sagen: "Die braucht aber viel Luft." Derweil kommt der Widerstand einfach später als gewohnt. Dann braucht es gar nicht unbedingt mehr Kraft. Akklimatisation ist für mich immer nötig. Auch zwischen zwei ähnlichen ML-Perinet-Trompeten. Da sind es halt nur ein paar Minuten, bis alles sitzt. Wenn es von zB Flügelhorn auf Posaune geht, dann spiele ich mich bei wichtigen Gigs bis drei Tage nur auf dem Auftrittsinstrument ein. Ich habe lediglich bei der Taylor Chicago Custom 470 das Gefühl gehabt, dass ich hier nicht nur Gewöhnung sondern ein anderes Mundstück mit mehr Luftdurchsatz bräuchte, um alles an den Ort zu kriegen, um in verschiedenen Dynamiken in den Registern konsistent zu sein.
Ich würde nach dem Traumklang gehen. Das Instrument länger spielen. Dann kann man sehen, ob der Klang wirklich passt und man sich auf dem Instrument zuhause fühlt.