Vorstellung, Frage nach Keilweth de Luxe, Ser.No: 567

Welches sind die besten ?

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Vorstellung, Frage nach Keilweth de Luxe, Ser.No: 567

Beitragvon Robert B » Dienstag 12. Dezember 2017, 14:30

Hallo,
ich hab mich hier im Trompetenforum angemeldet. Ich bin Alexander, Baujahr 1969, ich hab vor Jahrhunderten Trompete gespielt, aber auch Querflöte, Gitarre.... nicht meisterhaft, aber immerhin ausreichend.
Nun, nach einem schweren Unfall ist meine Stimme ruiniert, musikalisch ausdrücken möcht ich mich aber doch noch. So hab ich mich an Vaters Trompete erinnert.... es klappt auch wieder ganz gut mit ihr. Ich frage mich aber dennoch, ob ich nicht doch noch mehr Informationen über sie bekomme. Hier, was ich weiß:
Trompete ist Keilwerth de Luxe, Seriennummer ist 567. Das Instrument ist versilbert.
Gekauft gebraucht 1959, für 500 Mark. Opa hat damals 50 Pfennig in der Stunde verdient, ein gutes Radio kostete rund 400 Mark.
Mundstück ist Meister Hablowetz H 30.
Nun, meine Fragen an die Gemeinde:
- ISt die Trompete wirklich aus den ersen Jahren der Produktion?
- Was für ein Mundstück gehört dran? (Ja, ich weiß, hängt hauptsächlich von meinen Lippen ab, aber der Klang der Trompete ist hart und scharf, und ich denke, ein Mundstück muss auch zur Trompete passen).
Wie dem auch sei, ich hab schon lange versucht, etwas über das Instrument herauszufinden, aber da gab es Deluxe und Toneking de Luxe, ich weiß wirklich nicht, ob es da einen Unterschied gab, Die Qualität der alten Bestie ist jedenfalls ordentlich, wer auch immer das Instrument zusammenschraubte, er wusste, was er tat.
Danke für irgendwelche Antworten. Es wäre schön, wenn ich noch mal was hören würde.
Liebe Grüße!
Robert
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Re: Vorstellung, Frage nach Keilweth de Luxe, Ser.No: 567

Beitragvon BrigantiumJazz » Donnerstag 14. Dezember 2017, 13:33

Hallo Robert,

die Frage Keilwerth Seriennummern habe ich vor einiger Zeit schonmal hier eröffnet, da es damals noch sehr wenig Info über Keilwerth Trompeten im Netz gab.

Die Seite findest du hier: viewtopic.php?f=7&t=24163&hilit=keilwerth+seriennummer&start=15


Der User „gerard“ hat viele Infos über Keilwerth Trompeten mit Geschichte, Modelle, Seriennummern zusammengeschrieben und ins Netz gestellt: http://marge.home.xs4all.nl/Keilwerth.htm Wenn du zum Instrument weitere Fragen hast, wende dich am besten an ihn.

Laut unseren Ermittlungen dürfte die Trompete zwischen 1950 un 1960 gebaut worden sein. Genauere Zeitangabe lässt sich wahrscheinlich schwer machen, da es keine offiziellen Listen von Keilwerth gibt.

Ich selbst habe inzwischen auch eine gut erhaltene versilberte Toneking de Luxe erstanden. Die normale Toneking schätze ich eher als Schülertrompete ein. Die De Luxe ist aus meiner Sicht aber, wenn sie gut erhalten ist, ein respektables Instrument.

Mundstück…da musst du sicher selbst viel probieren. Bei meinem Instrument ist mir aufgefallen, dass die Mundstückaufnahme einen etwas größeren Durchmesser hat. Heutige Standardmunstück gehen da zu weit rein. Ich muss da immer mit etwas Thesa umwickeltem Mundstück überbrücken…

Wenn du mal Bilder von deiner Keilwerth reinstellst, könnte ich dir ev. eine noch bessere Einschätzung geben.

Liebe Grüße
-=iii=< BrigantiumJazz
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Re: Vorstellung, Frage nach Keilweth de Luxe, Ser.No: 567

Beitragvon Engel » Sonntag 17. Dezember 2017, 19:45

Hallo Robert
mit dem Alter kann ich dir leider nicht weiterhelfen aber ich möchte trotzdem hier etwas schreiben da ich selber 3 Keilwerth Trompeten alle in super gepflegtem Zustand habe und zwar: eine Toneking de Lux SN 18969 lackiert, eine Super de Lux SN 15530 vernickelt und eine Toneking Super de Lux 2000 SN 279608 und ich spiele Sie alle mit einem etwas tiefem Kessel Bach 6B.
Der Unterschied zur Toneking de Lux und deiner ist nur minimal da ich meine Toneking de Lux von jemand gekauft habe der auch eine de Lux hat und er mir dies damals sagte. Allerdings sind zu den zwei anderen Modellen die ich habe große Unterschiede im Klang . Toneking de lux kernig zentriert spritzig scharf, Super de Lux voller zentrierter Klang ( der sehr volle Klang ist wohl auch etwas der Vernickelung zuzuschreiben da ein Bruder von mir dasselbe Modell nicht vernickelt hat und diese etwas weniger voll im Klang ist als meine),
Toneking Super de Lux 2000 weicher voller Klang. Ich habe die Trompeten auch mit anderen Munstücken probiert z.B. mit Galileo M-6C da werden alle sehr viel heller im Klang, die Toneking de Lux klingt für mich mit dem Mundstück gar nicht mehr angenehm. Aus meiner Erfahrung rate ich dir zu einem Mundstück mit tiefem Kessel.
Es sind auf jeden Fall top Instrumente, und ich würde dir raten sobald mal eine Super de Lux in ordentlichem Zustand am Markt ist zuzuschlagen dann hast du zwei top Trompeten mit sehr unterschiedlichem Klangcharakter und musst nicht einmal viel Geld ausgeben da für diese Spitzeninstrument nur wenig am Markt bezahlt wird.

Gruß Engel
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Re: Vorstellung, Frage nach Keilweth de Luxe, Ser.No: 567

Beitragvon dizzyoliver » Montag 18. Dezember 2017, 11:27

Im Grunde gibt es drei Serien von Toneking Trompeten. Das "Schülermodell" , was einfach nur "Toneking" hieß, das anspruchsvollere "De Luxe" und dann das Topp-Instrument "Super de Luxe". Zu ihrer Zeit waren das sehr gute Trompeten, und gerade die de Luxe-Ausführungen sind auch heute noch absolut brauchbar. Allerdings muss man nach dem Zustand der Instrumente schauen.

Es gab einige fähige deutsche Instrumentenbauer nach dem 2.Welktrieg, und deren Geschichte fand häufig in Böhmen ihren Anfang, so auch bei den Keilwerth-Instrumenten. Sie hatten ihren eigentlichen Standort im heutigen Kraslice, was bis 1945 noch Graslitz hieß... Nach 1945 wurde die Fabrik mit weiteren anderen Firmen zur Firma "Amati" zusammen geschlossen.

Ich hatte mal eine de Luxe, aber fand sie für mich nicht geeignet. Du kannst sie immer wieder auf Ebay finden, teilweise aber zu stark überhöhten Preisen, die höher sind, als damals der Verkaufspreis lag. Da meinen offenbar einige Leute, sie könnten daran noch gutes Geld verdienen, aber das soll meine Sorge nicht sein.

Auch die DDR-Firma Weltklang hatte so ein System. Dort hießen die Instrumente Weltklang, Bandmaster und ich meine Symphony. Das weiß unser Trompetenbauer Wolfram aber viel besser als ich. Ich meinte, dass Bandmaster für den Westen als Exportmodell gebaut wurde, während Weltklang das einfache Modell für den Ost-Markt war.

Ich persönlich würde eher zu einer der alten Olds Trompeten raten, wobei auch hier immer nach dem Zustand geschaut werden muss. Olds hatte exzellente Ventile in seine Instrumente verbaut. Das eigentlich als Schülermodell gedachte "Ambassador"-Modell war so gut gelungen, dass selbst Profis es gerne kauften und spielten. Auch hier gab es diverse Modelle, die unterschiedliche Qualitäten hatten. "Olds Super", "Olds Mendez", "Olds Pinto", um mal einige Beispiele zu nennen.

Hier mal wieder ein Angebot von Toneking-Trompeten :

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anz ... 01-74-9134
Was ein richtiger Musiker sein will,der muss auch eine Speisekarte komponieren können (Richard Strauss)
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Re: Vorstellung, Frage nach Keilweth de Luxe, Ser.No: 567

Beitragvon Robert B » Montag 18. Dezember 2017, 14:52

Danke für die Antwort! Ich will die Trompete wederkaufen noch verkaufen, die liegt neben mir. Nun, wie gesagt, die Trompete ist versilbert, noch gut erhalten, und verkaufen will ich sie definitiv nicht. Die Ventile laufen sauber, und die Züge sind frei, und langsam, langsam finde ich auch den Ton auf dem Instrument wieder. Die Trompete ist aufwendig verarbeitet und versilbert, auf dem Schallbecher findet sich eine Gravur. Die Ventile sind beschichtet, und mussten seit dem Jahre des Herrn 1959 noch nie gehohnt werden. ICh weiß halt gerne, womit ich es zu tun habe, deswegen meine Frage. Ich hab auch noch eine King Tempo 800 Schülertrompete... aber eigentlich wollt ich dem alten Horn noch ein paar Töne entlocken, und was ich da höre, gefällt mir sehr gut. Also danke für die Antwort. Liebe Grüße
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Re: Vorstellung, Frage nach Keilweth de Luxe, Ser.No: 567

Beitragvon GT-Karl » Montag 18. Dezember 2017, 23:57

Hallo, ich habe auch eine De Luxe, eine mit 18xxx er Seriennummer, eine schwarz vernickelte mit goldlackieten Zügen und caps! Das hat was, auch der echtvergoldete Schallbecher, ich habe sie teilweise überholen lassen und die goldenen Teile neu lackieren lassen. Ich sehe sie aber eher als Sammlerstück, die Maschine ist gut, aber in der Bb Ausrüstung ist die Intonation sehr fragwürdig, meilenweit entfernt von meinen fast genauso alten Olds Hörnern.

Als C-Trompete ist sie viel besser in Sachen Intonation, man könnte annehmen das ist auch die eigentliche Konstruktionsgrundlage und die Bb/A Stimmung ist nur Beigabe!

Wie stimmt deine denn als Bb-Trompete, würde mich mal interessieren?

Gruß

Karl
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Re: Vorstellung, Frage nach Keilweth de Luxe, Ser.No: 567

Beitragvon Robert B » Donnerstag 4. Januar 2018, 13:30

Hallo,, Karl,, entschuldigung, dass ich mich erst jetzt melde. Frohes Neues noch! Also, die Intonation ist in Ordnung, allerdings ist die Problematik mit dem Mundstück schon angesprochen worden. Das war auch in den fünzigern schon bekannt, der Mollenhauer in Fulda hat damals, als Dady die Trompete zur Revision brachte, das Mundstück mit einem Kupferblech umwickelt und es verlötet, damit es nicht so tief ins Mundrohr reinragt. MIt dem stimmt sie, mit Standard ist sie ein Ticken zu tief. Nun, meine ist aus den fifties, ich weiß nicht, ob und was dann geändert wurde. Anscheinend ist die DeLuxe eine Kopie von einer Amitröte aus den zwanzigern, das müsste ich aber noch mal nachschauen.
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Re: Vorstellung, Frage nach Keilweth de Luxe, Ser.No: 567

Beitragvon GT-Karl » Donnerstag 4. Januar 2018, 17:48

Hallo Robert,

ebenso ein frohes neues Jahr! Das mit der Mundstückaufnahme kann gut sein, diese ist ja auch extrem massiv gebaut und richtig, die Stimmung ist insgesamt eher tief, aber in der B-Bestückung (auch mit auf Markierung gezogenen Ventilzügen) ist sie nicht sehr gut in der Intonation. Es geht noch, aber in C ist das viel besser, auch da muss man den Hauptstimmbogen schon etwas weiter herausziehen. Sie hat einen recht hellen Klang typisch für die 50er und 60er, meine Meinung! Das kommt aber in C ganz gut.....!

Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie einer amerikanischen Trompete aus den 20ern nachempfunden ist, die enge, eher gestreckte Bauweise sah man damals auch bei den Amis, aber in den 30ern waren die schon wieder auf einem anderen Pfad, z.B mit weiteren Bögen, kann man schön an meiner Super-Olds sehen, deren Grundkonstruktion aus den späten 30ern stammt. Vielleicht hat man bei Keilwerth ja auch näherliegende Beispiele zu Grunde gelegt, z.B aus Frankreich. Vielleicht kann einer der Experten hier im Forum etwas dazu sagen.

Gruß

Karl
Zuletzt geändert von GT-Karl am Donnerstag 4. Januar 2018, 17:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vorstellung, Frage nach Keilweth de Luxe, Ser.No: 567

Beitragvon GT-Karl » Donnerstag 4. Januar 2018, 17:51

Sorry, hatte ich gar nicht gefragt, hat deine de Luxe überhaupt die Möglichkeit auf verschiedene Stimmungen umzubauen? Es gab die wohl auch in reiner Bb Bauart.

Karl
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Re: Vorstellung, Frage nach Keilweth de Luxe, Ser.No: 567

Beitragvon Robert B » Dienstag 9. Januar 2018, 14:24

Huh, ich war jetzt länger unterwegs und hab daher die Meldungen hier nur sporadisch verfolgen können.
Also, Karl, nein, meine ist reine Bb, und ich stell mir das auch schwierig vor, die in C oder sonstige Intonationen zu verstellen. Also, laut https://marge.home.xs4all.nl/Keilwerth.htm stimmt das mit der Kopie, aber ich hab das falsche Jahrzehnt gesagt. Ebenfalls hab ich Unfug über das Mundstück erzählt. Wenns tiefer in das Mundrohr reinfällt, ist die Stimmung zu hoch!
An Engel: Danke ebenfalls für die Antwort! Nun, mein Vater hat die immer mit flachem Kessel gespielt, riet mir aber nach einigen Auflügen ins Reich der Hörner zu einem tiefen Kessel. Ich hab es versucht, es gefällt mir nicht. Ich komm nicht in die Höhe, der Ton ist dumpf und topfig. Nun muss ich noch eins sagen: Ich höre schlecht, und gerade die mittleren und hohen Höhen höre ich nicht gut. Wenn es allerdings darum geht, laut oder leise zu spielen, den Ton zu modulieren, komm ich mit flachem Kessel besser klar.... Ich bin mir auch sehr im Ungewissen, wie die Trompete klingen sollte, könnte. Ich hab immer Jazz gehört, Harry James, Glenn Miller. Da werden die Trompeten allerdings auch anders angesprochen als wenn sie die Orgel begleiten sollen. Allerdings geht das ein wenig über die Anfangsfrage hinaus, so dass ich vielleicht einfach nach vielen Jahren versuchen sollte, das Setting nicht dauernd zu ändern und die Atmung und die Mundspannung zu überprüfen. Meistens befinden sich die Pobleme mit einer Trompete anscheinend vor dem Mundstück... bei dem, der sie bläst.... Jedenfalls scheint mir mechanisch alles im Reinen zu sein, und nun werd ich an mir arbeiten müssen.
Liebe Grüße an alle, die das lesen. Bilder kommen noch.
Danke auch für die Antworten, die mir erklärten, wie die Hierarchie bei den Keilwerthsen bemessen ist, wie also ein Instrument einzuordnen ist.
Robert B
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