burbajünger

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peter holz
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burbajünger

Beitrag von peter holz » Samstag 14. Juni 2008, 00:49

Das habe ich bei YouTube gefunden :

http://de.youtube.com/watch?v=NDwv6xusVfE

http://de.youtube.com/watch?v=1wQgIcmyTyQ


der soll auch ein Burbajünger sein

grüsse

hannes
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Re: burbajünger

Beitrag von hannes » Samstag 14. Juni 2008, 09:09

Stimmt. Und gerade an ihm sieht man, wie er entgegen Burbas Lehre des fixierten nach unten gespannten Kinns den Kinnmuskeln (bewusst oder unbewusst?) beim Höherspielen miteinbezieht! Würde man ihn fragen, so könnte man eventuell sogar im Unterricht hören, dass man dies nicht machen soll. Das gleiche würde mich bei Till Brönner interessieren, der es auf seiner DVD exakt genauso macht. Haben diese sehr guten Trompeter ihren Ansatz schon mal analysiert und mit dem Burba-Konzept abgeglichen? Wahrscheinlich nicht, da es nicht nötig ist, solange man Erfolge hat.
Dies ist ein exzellentes Beispiel, dass man zwar nach verschiedenen Lehren lernt, aber oft intuitiv Dinge zum Optimieren macht, die eigentlich den Grundsätzen der Lehre entgegensprechen.
Wieder ein hervorragendes Beispiel, dass man Ideologien und Heilslehren nicht so verbissen und einseitig sehen sollte. :lol:
Für mich gibt es keine Burba-...Jünger, sondern Trompeter, die ihr Spielen durch solche Methoden verbessern konnten. Mir sind schon zig Methoden und deren Schüler untergekommen und nur die wenigsten spielten exakt genau so, wie es das methodische Ideal beschreibt. Menschen sind eben unterschiedlich. :wink:

Hannes

PC-Fan
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Re: burbajünger

Beitrag von PC-Fan » Samstag 14. Juni 2008, 20:09

falsch, ich kenne viele Burba-Schüler, die nicht mit nach unten gezogenem Kinn spielen. Mein Lehrer beispielsweise ist einer davon. Er spielt mit nicht fixiertem Kinn. Bei allen Übungen Vokalen, Mimik achtet er aber darauf. Und die Erklärung, warum er das nicht abstellt, ist die gleiche wie die, die die Jungs geben würden, wenn sie denn wirklich zum Malte gehören. Ein Herunterziehen würde sich sogar gegen Maltes Methode richten. ich lese immer wieder wieder im Forum, "ich spiele jetzt nach Malte mit runtergezogenem Kinn" "ich spiele jetzt nach Malte mit fixierter Zungenspitze",... Grundprinzip des Ganzen ist nur nochmal zur Erinnerung "Der Körper sucht sich den richtigen Weg, vorrausgesetz er kennt ihn." Ein Bewusstes nach unten Ziehen des Kinns oder verzweifelte Fixierung von Zunge etc. steht nirgendwo in seinem Buch. Die Übungen sind idealisiert um auf den richtigen Weg zu kommen und sind vom Trompetespielen zu trennen. Der Körper sucht sich den Weg selbst (und das dauert). Auf die Frage warum er nicht mit fixiertem Kinn spielt kommt die Antwort, "weil mein Körper diesen Teil noch nicht übernommen hat"... und jetzt kommts "und vielleicht wird er es auch nie". Trotzdem übt er weiter. Und um dem ganzen noch die Krone auf zu setzen, er spiel auch nicht mit fixierter Zungenspitze, und vielleicht wird er es auch nie. Leider ist es weit verbreitet, einfach das Kinn runter zu ziehen, die Zungenspitze unten zu lassen, mit dem Rücken anzustoßen und schon spielt man wie der Malte. Diese Umstellung haben schon unzählige hier im Forum schlagartig versucht und davon berichtet, was natürlich nicht funktioniert hat. Die Enttäuschung war groß, und 4 Wochen später spielten sie wieder anders und Malte war abgehackt. Das ganze dauert leider Jahre, die ersten Fortschritte erkennt man aber schneller, und zu den angestrebten 100% kommt keiner. Den Jungs zu sagen, sie haben gefälligst ihr Kinn runter zu ziehen ist Unfug, das ist wohl jedem klar, aber das tut der Malte offensichtlich auch nicht.
MfG

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Re: burbajünger

Beitrag von FlüTro » Sonntag 15. Juni 2008, 07:27

Von mir aus - würde diesen Typ halt auch gerne
öfter mal ein schönes Konzert spielen hören,
wie es z.B. die Herseth, Vizzutti und andere machen.
Solange dies nicht der Fall ist kann Burba erzählen
was er will - es ist für mich wertlos.
Peter

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Re: burbajünger

Beitrag von dozen73 » Sonntag 15. Juni 2008, 12:22

Gefällt mir musikalisch überhaupt nicht ! Egal nach welcher Ansatzmethode er spielt.

dozen73
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Re: burbajünger

Beitrag von buddy » Sonntag 15. Juni 2008, 12:49

Dr. Peter Hien hat geschrieben:...würde diesen Typ halt auch gerne öfter mal ein schönes Konzert spielen hören...Solange dies nicht der Fall ist kann Burba erzählen was er will...
Nur fürs Protokoll, es gibt eben immer gute Gegenbeispiele. :mrgreen:
Carmine Caruso spielte Piano, Geige, vor allem aber Saxophon, konzertierte später kaum bis gar nicht mehr und wurde dennoch berühmt als Lehrer für Blechbläser, darunter viele Trompeter, die steil Karriere machten.
http://www.carminecaruso.net/
http://abel.hive.no/trumpet/interview/caruso/
Zuletzt geändert von buddy am Sonntag 15. Juni 2008, 14:04, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: burbajünger

Beitrag von wernertrp » Sonntag 15. Juni 2008, 13:25

Gefällt mir musikalisch überhaupt nicht ! Egal nach welcher Ansatzmethode er spielt.

dozen73

Das ist sicher aufführungsreif für den Zirkus.
Über 7 Oktaven mit Zirkularatmung.

Ich möchte auch noch den unmaßgeblichen Kommentar meiner Frau mit anfügen:
"Grausam."
Wie weit ist es bis zum Trogoautoegokraten
Moderatorenschinder
antiker Gedankenklops
Simulationsesoteriker in Warteschlange

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Re: burbajünger

Beitrag von Dobs » Sonntag 15. Juni 2008, 20:34

Sicher eine ungewöhnliche Musik. Aber ich finde es super, daß es solche Leute noch gibt, die wirklich neue und innovative Musik machen und nicht immer nur den gleichen alten Kram aufwärmen.
"Musik und Bier sind Themen, die traditionell sehr eng miteinander verbunden sind." - Sch.-Hausbrandt (Herri Bier)

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Re: burbajünger

Beitrag von hannes » Montag 16. Juni 2008, 06:24

Dr. Peter Hien hat geschrieben:Von mir aus - würde diesen Typ halt auch gerne
öfter mal ein schönes Konzert spielen hören,
wie es z.B. die Herseth, Vizzutti und andere machen.
Solange dies nicht der Fall ist kann Burba erzählen
was er will - es ist für mich wertlos.
Peter
Ebenfalls für's Protokoll: :lol: Es waren nicht die hervorragenden konzertierenden Trompeter, bei denen ICH viel über das Verbessern MEINER Technik gelernt habe. Ich hatte Unterricht bei mittelmäßigen unbekannten (auch studierten) Trompetern, von denen ich technisch profitierte und bekannte Hochschulprofs, bei denen ich im Grunde fast "nur" musikalisch lernen konnte.
Wenn beides zusammentrifft: prima. Aber es gibt eben Prioritäten, wie z.B. bei Burba, Smiley ... Hier interessiert es mich nicht, ob sie welchen Stil, wie interpretieren, sondern, dass sie über das Handwerk Bescheid wissen. Und das kann kein Mensch dieser Welt Burba - um den es hier geht - absprechen. Er weiß genau, warum und wie er seinen Weg vermittelt. Es steht Jedem frei andere Methoden zu verfolgen oder - wie ich - aus verschiedenen Methoden das Passende zu suchen. Hätte ich jedes Mal darauf verzichtet, nur weil die Gurus mir kein Haydn-Konzert oder Cherokee vorzeigen konnten, wäre mein Spiel noch um ein Vielfaches schlechter.

Hannes

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Re: burbajünger

Beitrag von FlüTro » Montag 16. Juni 2008, 09:33

Da sag ich eindeutig NEIN.

Irgendein Gequatsche und "Methode" kann jeder propagieren.
Irgendwas kommt immer dabei raus.
Allein dadurch, dass man fleissig übt kommt es schon zu
einem gewissen Erfolg, weil sich der Körper seinen Weg
irgendwie sucht.

So wurde früher im Sport trainiert. Jeder hatte so seine Methode,
der eine glaubte daran, der andere nicht. Diskutieren konnte man
darüber unendlich. Seitdem Methoden wissenschaftlich geprüft werden,
ist die Leistung im Sport enorm gestiegen. Ich selbst erinnere mich noch
an völligst verblödete sinnlose Trainingslehren in meiner Jugend.

Solange diese "Methoden" des Tromeptenspielens nicht irgendwie geprüft
sind, sind sie als nicht gesichert zu erachten, ist halt die Meinung eines
vermeintlichen Experten (oder auch nicht).

Und wenn der "Lehrer" es selbst nicht bringt oder das nicht zeigen kann,
dann hat er eine nicht-gesicherte Methode, die ihn selbst nicht zum
Erfolg brachte. Da kann man sich dann selbst überlegen, ob
man dafür Geld und Zeit verschwendet.

Ich glaube sogar, dass einige "Lehren/Methoden/Meinungen" sehr kontraproduktiv sind.

Peter

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Re: burbajünger

Beitrag von hannes » Montag 16. Juni 2008, 09:47

... Burba kann alles zeigen. Ebenso Drozdoff, Carmichael, Odneal ... um die wichtigsten meiner Einflussquellen zu nennen. Und dennoch sind sie - was Konzerte und musikalische Interpretation betrifft - umstritten.
Über eine wissenschaftliche Überprüfung wäre ich mehr als andere erfreut. Die einzige Überprüfung, die mir bleibt, sind Erfahrungen von mittlerweile nicht wenigen Trompetern, die nach Jahren des methodenfreien Unterrichts endlich binnen relativ kurzer Zeit durch (alternative Methoden) Fortschritte erzielten. Dazu zählen Elemente aus den oben genannten Methoden, die die "Gurus" sehr wohl vorführen können. Ich glaube, dass du dich hier zuwenig mit Burba (Workshop) und anderen Trompetern bzw. deren Methoden beschäftigt hast und auskennst. Außerdem glaube ich ebenso, dass dir die Unterrichtserfahrung mit solchen Methoden fehlt, um die Wirksamkeit einschätzen zu können. Kritisiert ist schnell, doch ich sehe seit ich unterrichte enorme Vorteile durch alternative Methoden. Davor arbeitete ich völlig anders mit weniger Erfolgen bei den Trompetern, die nicht intuitiv sehr viel richtig machten.

Hannes

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Re: burbajünger

Beitrag von buddy » Montag 16. Juni 2008, 16:01

Dr. Peter Hien hat geschrieben:Da sag ich eindeutig NEIN.Irgendein Gequatsche und "Methode" kann jeder propagieren. Irgendwas kommt immer dabei raus.Allein dadurch, dass man fleissig übt kommt es schon zu einem gewissen Erfolg, weil sich der Körper seinen Weg irgendwie sucht....
Gute Lehrer zeichnen sich nicht dadurch aus, dass "irgendetwas" dabei herauskam, wenn/weil die Schüler fleissig übten. Diese Lehrer wurden (manchmal) äußerst bekannt, weil sie Schülern in großer Not und in tiefsten Sackgassen wiederholt durch Wissen und Einfühlungsvermögen wieder auf die Sprünge halfen und größere Talente erst so richtig zum Erblühen brachten.
Es ist sicher bewundernswert, wenn ein Lehrer selbst imponierend konzertiert, wichtig wären mir aber andere Dinge.
Eine Wortwahl wie "Gequatsche" ist in dem Zusammenhang mit einer Diskussion über Trompetenpädagogik für meinen Geschmack weniger angebracht. Wer möchte schon, dass seine Äußerungen so bewertet werden?
Zu den Elogen über BE passen diese Ansichten übrigens auch nicht, oder sind mir beeindruckende Aufnahmen von Herrn Smiley entgangen?

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Re: burbajünger

Beitrag von Däumling » Dienstag 17. Juni 2008, 19:58

Dr. Peter Hien hat geschrieben:Da sag ich eindeutig NEIN.

Irgendein Gequatsche und "Methode" kann jeder propagieren.
Irgendwas kommt immer dabei raus.
Allein dadurch, dass man fleissig übt kommt es schon zu
einem gewissen Erfolg, weil sich der Körper seinen Weg
irgendwie sucht.

So wurde früher im Sport trainiert. Jeder hatte so seine Methode,
der eine glaubte daran, der andere nicht. Diskutieren konnte man
darüber unendlich. Seitdem Methoden wissenschaftlich geprüft werden,
ist die Leistung im Sport enorm gestiegen. Ich selbst erinnere mich noch
an völligst verblödete sinnlose Trainingslehren in meiner Jugend.

Solange diese "Methoden" des Tromeptenspielens nicht irgendwie geprüft
sind, sind sie als nicht gesichert zu erachten, ist halt die Meinung eines
vermeintlichen Experten (oder auch nicht).

Und wenn der "Lehrer" es selbst nicht bringt oder das nicht zeigen kann,
dann hat er eine nicht-gesicherte Methode, die ihn selbst nicht zum
Erfolg brachte. Da kann man sich dann selbst überlegen, ob
man dafür Geld und Zeit verschwendet.

Ich glaube sogar, dass einige "Lehren/Methoden/Meinungen" sehr kontraproduktiv sind.

Peter
Super, ein Sportbeispiel :D Endlich kann ich mal mitreden!! Als großer Fußballfan fallen mir zur Zeit einige Trainer ein, die sowohl studiert haben, als auch nach den neusten Trainingsmethoden trainieren lassen. Jürgen Klopp, Ralf Rangnick, Armin Veh, Thomas Schaaf, Ede Becker, Mirko Slomka, Christoph Daum und sogar der Bundestrainer Joachim Löw ..... Alle waren mehr oder weniger lausige Spieler (teilweise noch nicht mal Profis), die ihre Erfolge erst als Trainer haben. Offensichtlich ist es bei Musikern anders und nur die besten Interpreten können fundiertes Wissen weitergeben. Vielleicht können Sportler so von der Trompeterwelt lernen und später Ronaldhino und Lukas Podolski Professuren an renomierten Sporthochschulen geben!! Den Ronaldhino "bringt" es und kann es "zeigen" also kann er es bestimmt auch sehr gut vermitteln.

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Re: burbajünger

Beitrag von peaceman » Freitag 20. Juni 2008, 10:27

Ich kenne Malte Burba nicht und habe mich auch nicht mit der Methode befasst. Zwar habe ich sein Buch "Brass Masterclass" intensiv gelesen(oder so ähnlich), habe aber nach der Lektüre entschieden, daß mir das alles zu theoretisch ist :-) Ich bin eher ein Anhänger der "Gutfühl-Fraktion".
Wohl kenne ich aber mittlerweile einige Schüler von Malte Burba, die sowohl im klassischen als auch im Jazz-Bereich hervorragende Trompeter sind. Das ist für mich ein entscheidendes Argument, die "Methode" nicht pauschal abzuurteilen.
Wie meine Vorredner auch, kenne ich einige phantastische Trompeter, die aber katastrophale Lehrer sind oder nach eigenem Bekunden nicht unterrichten können/mögen. Ebenso gibt es z.B. in Deutschland (um das Beispiel Callet zu unterstützen) auch Leute wie einen Klaus Schuhwerk, der seit Jahren höchst erfolgreich unterrichtet, ohne selbst einen einzigen Ton zu spielen. Das Spiel muss also nicht zwangsläufig etwas mit den Fähigkeiten als Lehrer zu tun haben.

Um mich Hannes anzuschließen: bevor man über eine Methode urteilt, sollte man sich damit auseinandergesetzt haben.
Die erfolgreichen Trompeter im Klassikbereich mit Burba-Background,die ich kenne (wow, was ein Konstrukt) haben sich übrigens alle den "Feinschliff" anschließend bei anderen geholt: Höfs, Friedrich, Touvron...


Mal nur den Hochschul/Profibereich betrachtet: muss ein Lehrer auch selbst gut spielen können, um ein guter Lehrer zu sein ?
Was macht einen guten Lehrer überhaupt aus ?

Fast schon ein neuer Thread...

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Re: burbajünger

Beitrag von soundhighend » Freitag 20. Juni 2008, 14:47

da möchte ich doch 'mal ein Gegenbeispiel zu Dr. Peter H's despektierlichen Ansichten formulieren:

Ich hatte einige wenige Jahre Unterricht bei einem dieser Profis die einem alles vorspielen können und in ihrem Genre eine durchaus anerkannte und respektierte Musikerpersönlichkeit waren. Sein Name war Georg Weyerer, ein Trompeter der seinerzeit in der SWF-Big Band bei Rolf Hans Müller Lead spielte und sich mit Bravourstücken in der traditionellen Blasmusik einen wohlklingenden Namen machte. Sowohl seine Höhe (ein immer abrufbares, gewaltiges C4) als auch seine beeindruckende Zungentechnik - um nur zwei Beispiele zu nennen - machten ihn seinerzeit (in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts) zu einem in Deutschland nicht ganz Unbekannten. Mit seiner "Top-C Big Band" präsentierte er Maynard Ferguson Programme, die dem Original durchaus nicht nachstanden.

Wie gesagt, G.W. spielte mir alles vor. Nur, was ich tun sollte, wie ich üben sollte, welchen Weg ich gehen sollte um mich in seine Richtung zu entwickeln konnte er mir nicht sagen. Keinerlei Hinweise auf Atmung, Stütze, Luftfluß, Zunge, Ansatzmaske, etc. Keinerlei Hinweise darauf wie das Gesamtsystem Bläser und die "Schnittstelle Mundstück" funktioniert und optimiert werden kann/sollte. Keine Ahnung warum er hierzu nie etwas sagte, er tat es jedenfalls nicht. Wann immer ich ihn fragte wie dieses oder jenes zu spielen sei, griff er zum Horn und spielte es in überwältigender Schönheit vor. Gelernt habe ich dabei: Absolut gar nichts! Außer einem wirklichen Könner (ich sage das ohne jegliche Polemik) in trauter Zweisamkeit zuhören zu dürfen, habe ich aus den Unterrichtsstunden bei ihm, bzw. von ihm nichts mitnehmen können. Wasted time.

Da habe ich dann in wenigen Workshops bei ua. Malte Burba mehr über die physikalischen und körperlichen Zusammenhänge des Trompetenspielens gelernt, vorgemacht bekommen und Hinweise zur praktischen Umsetzung auf mein eigenes, persönliches Trompetenspiel bekommen als in vielen (nachträglich betrachtet) unnützen Stunden mit einem Stage-Performer. Seither suche ich mir meine Trompetenlehrer/Couches nach definitiv anderen Kriterien aus.

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