Die ersten Schritte im Jazz

Hier geht es um Improvisieren , Stilistik , halt alles was mit Jazz bzw. Moderner Musik zu tun hat

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FlüTro
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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von FlüTro » Samstag 6. September 2014, 11:15

Also liebe TPLADY,

das ist wirklich sehr sehr gut was Du da von Dir gepostet hast.

Schuhkarton und Kleiderschrank spielen sich extrem schwer,
weil da jedes Reverberieren&Ressonieren abgewürgt wird
(als ob man auf einer Schaumstoffmatratze Basketball spielen müsste).
Da wird jeder "Lauf" zur Qual und man wird ständig abgewürgt.

Aber nochmal:
Das was Du da spielst hat sehr viel Seele,
das ist auch motivisch schlüssig und hat Stil.
Tonlich und Klangfarbe auch große Klasse.

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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von tplady » Samstag 6. September 2014, 11:24

Aspekt weswegen ich wieder her kam:

Jazz Professionals üben so etwa an die 6 Stunden. Wie kann da ein Amateur, der 8 Stunden täglich arbeitet, einigermaßen mithalten?

Ganz einfach: Es müssen Abstriche gemacht werden. Rund um den ganzen Quintenzirkel zu improvisieren muss wirklich nicht sein. Cherokee in all 12 keys braucht ein Jazzamateur gar nicht beherrschen! Amateurjazzbands beschränken sich meist auf: C-Dur, F-Dur, Bb-Dur, Eb-Dur, Ab-Dur. Ich spiele zusätzlich noch G-Dur und Db-Dur - fertig. Man kann auch das aber durchaus noch mehr eingrenzen, wenn die Zeit immer noch zu knapp ist, nämlich auf: F-Dur, Bb-Dur, Eb-Dur. Nach Feierabend 30-40 Minuten jeden Tag nach Aebersold in diesen Tonarten improvisiert führt zu stetigen Fortschritten. Amateursessions bewegen sich meist im Bereich F bis Eb. Moderne Blues-Sessions tendieren natürlich mehr zu Kreuztonarten, wohl weil die mehr guitarrenorientiert sind. Da lässt man dann Eb und Ab weg und nimmt auf jeden Fall noch G dazu.

Kommt eine Sängerin auf die Bühne und da sitzen Jazzprofis, kann sie "Unforgettable" in F#-Dur erwarten, so es ihrer Stimme schmeichelt. Bei Amateuren sagt man: "Sorry baby, you gotta be happy with F."

Es gibt eine Welt von jazztrompetenden Amateuren und die finden Gehör. Kommt mal raus aus eurem Turm.
Zuletzt geändert von tplady am Samstag 6. September 2014, 11:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von tplady » Samstag 6. September 2014, 11:32

FlüTro hat geschrieben:Also liebe TPLADY,

das ist wirklich sehr sehr gut was Du da von Dir gepostet hast.

Schuhkarton und Kleiderschrank spielen sich extrem schwer,
weil da jedes Reverberieren&Ressonieren abgewürgt wird
(als ob man auf einer Schaumstoffmatratze Basketball spielen müsste).
Da wird jeder "Lauf" zur Qual und man wird ständig abgewürgt.

Aber nochmal:
Das was Du da spielst hat sehr viel Seele,
das ist auch motivisch schlüssig und hat Stil.
Tonlich und Klangfarbe auch große Klasse.

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Danke! Ich bin jetzt froh, dass ich hier nicht allein bin. :cry: Rührungstränen
Im Schuhkarton wird auch der Spaß abgewürgt, während man im Badezimmer inspiriert würde. Aber dann klopfts und klingelts wahrscheinlich, weil das die Wand zum Treppenhaus ist.... :lol:
Ich bin von Natur aus trotzig und lehne mich auch gegen die Soundspaßbremse im Schuhkarton auf. Das heißt, ich mach das Ätzende daran zu einer Art Stilmittel, das dann auch irgendwie inspiriert.

Der Schuhkarton:
Bild
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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von tplady » Samstag 6. September 2014, 11:44

tplady hat geschrieben:Aspekt weswegen ich wieder her kam:

Jazz Professionals üben so etwa an die 6 Stunden. Wie kann da ein Amateur, der 8 Stunden täglich arbeitet, einigermaßen mithalten?

Ganz einfach: Es müssen Abstriche gemacht werden. Rund um den ganzen Quintenzirkel zu improvisieren muss wirklich nicht sein. Cherokee in all 12 keys braucht ein Jazzamateur gar nicht beherrschen! Amateurjazzbands beschränken sich meist auf: C-Dur, F-Dur, Bb-Dur, Eb-Dur, Ab-Dur. Ich spiele zusätzlich noch G-Dur und Db-Dur - fertig. Man kann auch das aber durchaus noch mehr eingrenzen, wenn die Zeit immer noch zu knapp ist, nämlich auf: F-Dur, Bb-Dur, Eb-Dur. Nach Feierabend 30-40 Minuten jeden Tag nach Aebersold in diesen Tonarten improvisiert führt zu stetigen Fortschritten. Amateursessions bewegen sich meist im Bereich F bis Eb. Moderne Blues-Sessions tendieren natürlich mehr zu Kreuztonarten, wohl weil die mehr guitarrenorientiert sind. Da lässt man dann Eb und Ab weg und nimmt auf jeden Fall noch G dazu.

Kommt eine Sängerin auf die Bühne und da sitzen Jazzprofis, kann sie Summertime in F#-Dur erwarten, so es ihrer Stimme schmeichelt. Bei Amateuren sagt man: "Sorry baby, you gotta be happy with F."

Es gibt eine Welt von jazztrompetenden Amateuren und die finden Gehör. Kommt mal raus aus eurem Turm.
Anfänger für Jazztrompete sollten mit EINER Tonart beginnen - ich bevorzuge F-Dur, es kann aber auch Bb sein. Erst wenn man einigermaßen flüssig improviert, schreitet man zu der jeweils anderen Tonart fort. Ist man in F und Bb annehmbar flüssig (da heißt, man verdaddelt sich nur gelegentlich und nicht andauernd), kann man zu C-Dur oder Eb-Dur fortschreiten. Man kann sich diese Tonarten aus Aebersold playalong-CDs anfänglich gezielt rauspicken. Da gibt es Bände, welche nicht zu modern sind, wo traditionelle Jazzstandards drauf sind, mit denen man einsteigen kann. Gehörentwicklung siehe meine vorherigen Posts in diesem Thema....

Man kann natürlich auch den Einstieg über Aebersolds erste Bände nutzen. Den habe ich nie gemacht, aber ich kam ja schon von der Bühne und wollte einfach moderner werden. Also, jeder wie er mag.
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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von tplady » Samstag 6. September 2014, 11:51

AlexRu hat geschrieben:Ah. Okay. Hab Dank für die Antwort.
Ist es nicht unerträglich, dass ich hier was Menschliches für normale Menschen schreibe? Wie kann man menschlich schreiben? Wie kann man anschauliche Anekdoten aus eigener Bühnenpraxis posten, wo's einfach nicht dröge genug ist? Wirklich unerhört!
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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von catfan » Samstag 6. September 2014, 12:01

? Ich verstehe deine Reaktion gerade nicht.
Wegen mir kannst du schreiben was du willst. Ich fühle mich dadurch weder angegriffen, belästigt, genervt oder sonst was.
Im Ganzen habe ich Verständnis für das was du schreibst. Deine Art bringt allerdings mit, dass du verschiedenste Reaktionen provozierst.

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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von Bixel » Samstag 6. September 2014, 12:11

Mir wird die praktische Herangehensweise der Userin tplady an den Jazz hier so langsam zu "pseudo-akademisch".

Das Vorsortieren von Tonmaterial (mit dem sich die Userin überwiegend zu beschäftigen scheint) ist fraglos ein wichtiger Teil der Improvisation und des Musizierens im Allgemeinen.
Es wird aber offenbar verkannt, dass es Wichtigeres gibt.

Musik im Allgemeinen - und Jazz im Besonderen - besteht im Wesentlichen aus vier Elementen; es sind dies (in der Reihenfolge ihrer Gewichtigkeit):

1. Rhythmik
2. Melodik
3. Harmonik
4. Tonqualität

(Vergleiche auch: https://www.youtube.com/watch?v=Nujd7cfW3Mk#t=3442 )

Was ich bei der Userin tplady (neben der Tonqualität) vor Allem sehr schmerzlich vermisse, ist eine entwickelte Rhythmik.
Duke Ellington brachte es auf den Punkt: "It don't mean a thing if it ain't got that swing".

Ich rate allen Jazz-Beginners dringend, sich Rat, Empfehlungen und ggf. Betreuung von Musikern zu holen, die erstens nicht an krankhafter Selbstüberschätzung leiden und zweitens musikalisch etwas von sich zu geben in der Lage sind, das sich ohne Bauchgrimmen - und mit dafür umso größerem Genuss - anhören lässt.

:Winke:
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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von FlüTro » Samstag 6. September 2014, 12:55

Liebe tplady,

mach das nich mit dem "Schuhkarton",
damit erzeugst Du zuviel DrucK auf Oberbauch-Kardia-Vorhöfe.
Das ist nicht gesund und rächt sich irgendwann ganz böse.

Ein sehr guter Freund und großartiger Trompeter in München,
(damals Wohnung in Mchn)
(unangefochten 1. beim BR, u.a. als noch alles live eingespielt wurde!)
hat aus der Not eine Tugend gemacht,
und fast nur ganz zart-hauchend mit dem MP geübt.

Das ist die Wahrheit,
das was da kommt - das ist man wirklich,
und das kann man auch ganz gezielt aufbauen.
Und wenn man dann "dichtmacht und scharfstellt" - dann ...........

--> R A U S - A U S - D E M - S C H U H K A R T O N - !


P.S.:
Wie & wo trittst Du denn auf ?
Da komm ich mal mit meinen Kids.

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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von Dobs » Samstag 6. September 2014, 13:18

tplady hat geschrieben:Kommt mal raus aus eurem Turm.
Die Wände des Turms, die Du siehst sind offensichtlich die, hinter denen Du selbst sitzt.
"Musik und Bier sind Themen, die traditionell sehr eng miteinander verbunden sind." - Sch.-Hausbrandt (Herri Bier)

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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von Blind Wolf » Samstag 6. September 2014, 13:48

Da tplady mich ja auf "ignoriert" gesetzt hat, kann ich es ja mal schreiben:
Wenn ich mir vorstelle, ich hätte Lust auf Jazz und würde mir das Gesummse von tplady hier und in anderen Beiträgen durchlesen oder mir das alles gar im Unterricht bei ihr anhören *SCHRECK* , dann hätte ich schon keine Lust mehr, und das Wort "Jazz"wäre für mich zum Trigger für unangenehmste Gefühle geworden.
Ich sage mal (und das aus eigener Erfahrung): Ein Alkoholiker-Posaunist, der schon morgens nach dem Aufstehen seinen ersten Carachillo brauchte, hat mir mehr Lust auf Jazz gemacht, und der konnte nur schwer Dur von Moll und ebenso unbestimmt kleine und große Septime :-) unterscheiden.
Möge der Krach mit euch sein!

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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von Tacet » Samstag 6. September 2014, 13:59

tplady hat geschrieben:
FlüTro hat geschrieben:Also liebe TPLADY,

das ist wirklich sehr sehr gut was Du da von Dir gepostet hast.

Schuhkarton und Kleiderschrank spielen sich extrem schwer,
weil da jedes Reverberieren&Ressonieren abgewürgt wird
(als ob man auf einer Schaumstoffmatratze Basketball spielen müsste).
Da wird jeder "Lauf" zur Qual und man wird ständig abgewürgt.

Aber nochmal:
Das was Du da spielst hat sehr viel Seele,
das ist auch motivisch schlüssig und hat Stil.
Tonlich und Klangfarbe auch große Klasse.

Lady - Du bist ´ne Gute - Respekt !
Danke! Ich bin jetzt froh, dass ich hier nicht allein bin. :cry: Rührungstränen
Im Schuhkarton wird auch der Spaß abgewürgt, während man im Badezimmer inspiriert würde. Aber dann klopfts und klingelts wahrscheinlich, weil das die Wand zum Treppenhaus ist.... :lol:
Ich bin von Natur aus trotzig und lehne mich auch gegen die Soundspaßbremse im Schuhkarton auf. Das heißt, ich mach das Ätzende daran zu einer Art Stilmittel, das dann auch irgendwie inspiriert.

Der Schuhkarton:
Bild
Im richtigen Moment was vor den Schuhkarton stellen und es ist Ruhe..et pax aeterna

Ich spiele auch eine Kleiderschrank, vintage Modell aus den 20ern, large bore, Kiefer mit Woodelventilen, gespielt wird er mit einem Holzmundstück von Flötotto.
Suche noch das passende Gigbag!!

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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von Hinundhertrompeter » Samstag 6. September 2014, 14:24

Achtung: Bald wird man uns Trompetern zurufen: "Ihr spielt nur ein Möbelinstrument, Möbel-instrument ..." :P

Ansonsten wartet man(n) gespannt auf einen neuen, NOCH mehr Erkenntisgewinn bringenden* Threadtitel wie z.B.
"Die letzten Schritte im Jazz".
*falls das überhaupt noch geht...
Oder "Wie man überhaupt Musik zu machen hat" :lehrer: :Tock:

So, jetzt lasst uns alle aber mal schnell wieder was Sinnvolles tun. :)

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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von MrLargo » Samstag 6. September 2014, 15:29

Liebe Tplady!

Ich finde diese Gegenüberstellung von Profis und Amateuren völlig falsch. Es gibt bei beiden "Parteien" so viele Gemeinsamkeiten, viel mehr als Unterschiede. Vielleicht DER wesentliche Unterschied ist, dass Profis wesentlich mehr Lebenszeit mit dem Instrument und Musik verbringen und dadurch mehr lernen und beherrschen. Das ist einfach eine logische Konsequenz. Ebenso logisch ist, dass es mehr Menschen gibt, die Profis hören wollen, als Menschen, die sich gerne die Musik von Amateuren anhören.

Vor einiger Zeit habe ich meinen Lebensunterhalt mit der Trompete verdient, jetzt tue ich das nicht mehr. So gesehen bin ich zum Amateur geworden, meine alte Form werde ich neben meinem Job nicht wiedererlangen. Allmählich habe ich aber begriffen, dass ich als Musiker der Gleiche geblieben bin. Ich freue mich mittlerweile wieder über Konzerte, bei denen ich diejenigen bewundere, die viel Zeit mit Musik verbringen und diese dann auch noch sinnvoll nutzen. Und selbst versuche ich das Beste aus der mir zur Verfügung stehenden Zeit zu machen und bin auch wieder stolz auf mich, wenn ich gute Ergebnisse erziele. Das hat aber einige Zeit gebraucht, da mein Ego es lange nicht verkraftet hat, dass ich kein "Profi" (s.o.) mehr bin (BTW: ich kannte immer meine Grenzen und hätte mich nie lauthals als "Profi" bezeichnet).

Was ich damit sagen will: Es muss gar keine Lanze für Amateure gebrochen werden. Die "Grenze" zwischen Profis und Amateuren ist sperrangelweit offen. Musik von Amateuren muss nicht romantisiert oder idealisiert, das "Akademische" nicht verteufelt werden. Lagerbildungen sind absolut kontraproduktiv.

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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von pit » Samstag 6. September 2014, 15:47

MrLargo hat geschrieben:Liebe Tplady!

Ich finde diese Gegenüberstellung von Profis und Amateuren völlig falsch. Es gibt bei beiden "Parteien" so viele Gemeinsamkeiten, viel mehr als Unterschiede. Vielleicht DER wesentliche Unterschied ist, dass Profis wesentlich mehr Lebenszeit mit dem Instrument und Musik verbringen und dadurch mehr lernen und beherrschen. Das ist einfach eine logische Konsequenz. Ebenso logisch ist, dass es mehr Menschen gibt, die Profis hören wollen, als Menschen, die sich gerne die Musik von Amateuren anhören.

Vor einiger Zeit habe ich meinen Lebensunterhalt mit der Trompete verdient, jetzt tue ich das nicht mehr. So gesehen bin ich zum Amateur geworden, meine alte Form werde ich neben meinem Job nicht wiedererlangen. Allmählich habe ich aber begriffen, dass ich als Musiker der Gleiche geblieben bin. Ich freue mich mittlerweile wieder über Konzerte, bei denen ich diejenigen bewundere, die viel Zeit mit Musik verbringen und diese dann auch noch sinnvoll nutzen. Und selbst versuche ich das Beste aus der mir zur Verfügung stehenden Zeit zu machen und bin auch wieder stolz auf mich, wenn ich gute Ergebnisse erziele. Das hat aber einige Zeit gebraucht, da mein Ego es lange nicht verkraftet hat, dass ich kein "Profi" (s.o.) mehr bin (BTW: ich kannte immer meine Grenzen und hätte mich nie lauthals als "Profi" bezeichnet).

Was ich damit sagen will: Es muss gar keine Lanze für Amateure gebrochen werden. Die "Grenze" zwischen Profis und Amateuren ist sperrangelweit offen. Musik von Amateuren muss nicht romantisiert oder idealisiert, das "Akademische" nicht verteufelt werden. Lagerbildungen sind absolut kontraproduktiv.

LG
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Re: Die ersten Schritte im Jazz

Beitrag von Blind Wolf » Samstag 6. September 2014, 16:55

Danke, MrLargo!
Möge der Krach mit euch sein!

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