The Balanced Embouchure

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
Probleme, Gundlegende Techniken etc.

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Bixel
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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von Bixel » Freitag 11. Januar 2013, 13:41

womei hat geschrieben:
Bixel hat geschrieben:Zu einem solchen betont "eingerollten Lippenansatz" findet man aber auch ohne das BE-Konzept - z.B. auch (zwangsläufig) durch das intensive Arbeiten mit einem kleinkalibrigen Mundstück.
(...)

Das ein kleinkalibrigen Mundstück zwangsläufig zu einem "eingerollten Lippenansatz" führt sehe ich nicht so. Das kann ein Effekt sein, habe aber auch schon das Gegenteil beobachten können.
Der Wechsel zu einem Mundstück mit einem deutlich geringeren Durchmesser führt nach meiner Beobachtung (und eigenen Erfahrung) zu einem stärkeren Einrollen der Lippen, weil man das gewohnte, "alte" Ansatzgefühl (die gefühlte Position des vorherigen, größeren Mundstücks an den Lippen) auf das neue, kleinere Mundstück unwillkürlich zu übertragen ("hinüberzuretten") versucht, was zu einer - in der Regel m.E. segensreichen - Fokussierung des Ansatzes führt.
Dieses gewohnte Gefühl - insbesondere am oberen und unteren äußeren Mundstückrand - ergibt sich nur, wenn man das "überschüssige" Lippenmaterial "nach innen" (in die Mundhöhle) "wegfaltet", also einrollt.

Wenn man (wie von dir angemerkt) auf ein kleineres Mundstück gegenteilig - also mit verstärktem Ausrollen der Lippen - reagiert, landet man m.E. schnell beim Einsetzen, was in aller Regel zu Problemen führt (und von mir im Rahmen eines Downsizing-Prozesses noch nie beobachtet wurde).

Das vermehrte Einrollen der Lippen halte ich für den eigentlichen Gewinn des Mundstück-Downsizings, weil das etwas "derbere" Schwingungsgewebe eingerollter Lippen "williger" hochfrequent schwingt.
Zudem erleichtert aber natürlich ein kleinerer Mundstückdurchmesser auch per se (physikalisch) das höhere Register.

womei hat geschrieben:
Bixel hat geschrieben:Maurice André besaß einen sehr ausgeprägten Musculus orbicularis oris - kein Wunder - und rollte obendrein beide Lippen sehr deutlich ein.
Der auf diese Weise "zusammengestauchte" Muskel erweckt m.E. lediglich den Eindruck eines vorhandenen Luftpolsters.
Nun - ich kannte Maurice André persönlich. Für Ihn war ein LCS eine seiner leichtesten Übungen. Im Übrigen müssen die Luftpolster nicht ausgeprägt, und je nach Lage auch gar nicht vorhanden sein.
Die Fähigkeit, mühelos einen Lip Clamp Squeak (LCS) auszuführen, halte ich für ein sehr unspezifisches Merkmal.
Das beherrsche z.B. auch ich (als nicht-BEler) ohne Probleme, der ich gewohnheitsmäßig definitiv ohne Luftpolster Trompete spiele.

Ein Luftpolster bildet sich nach meiner Beobachtung erst, wenn (Luft-)"Druck gegeben wird".
Am eindrucksvollsten kann man dies bei Dizzy Gillespie beobachten: => :o.
Es vergeht immer ein kurzer Moment vor Beginn einer neuen Phrase, in dem der aufgebaute Luftdruck zunächst das Luftpolster aufbaut - und erst dann "geht es los".

Solches kann ich bei Maurice André nicht erkennen: => :idea:.
(Der Clip ist seitenverkehrt :lol: )
Dort gibt es eine Verformung der Lippen vor Beginn einer Phrase m.E. nicht.
Es wölbten sich bei ihm nach meinem Eindruck lediglich die Muskelbäuche beider Lippen ein wenig über den Mundstückrand vor, wenn er das Mundstück - sicherlich nicht ganz drucklos - an die Spielposition führte.

:roll:
.
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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von womei » Freitag 11. Januar 2013, 14:56

Da is nix seitenverkehrt...

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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von Bixel » Freitag 11. Januar 2013, 15:09

womei hat geschrieben:Da is nix seitenverkehrt...
:schock:
.
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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von womei » Freitag 11. Januar 2013, 15:55

ok, ok, ok, - der clip ist seitenverkehr, denn hab ich übersehen. :lol: :lol: :lol:
Ich war so irritiert, ausgerechnet Dizzy Gillespie als Beispiele für Luftpolster präsentiert zu bekommen. Nun, aufgeblasene Backen haben mit Luftpolstern wie ich sie verstehe nix zu tun.

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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von Bixel » Freitag 11. Januar 2013, 17:15

womei hat geschrieben:Ich war so irritiert, ausgerechnet Dizzy Gillespie als Beispiele für Luftpolster präsentiert zu bekommen. Nun, aufgeblasene Backen haben mit Luftpolstern wie ich sie verstehe nix zu tun.
Ich wählte den monströs luftgepolsterten Dizzy, weil es anschaulicher nicht geht.
Auch ein kleines Luftpolster, wie du es bei Maurice André vermutest, müsste m.E. erst unter Druck - also vor Beginn einer Phrase - gefüllt werden.
Die als Luftpolster verdächtigte "Beule" bei Maurice A. besteht nach meinem Eindruck schon zuvor, also ohne Luftdruck.

Konntest du mit Maurice A. über dieses Thema sprechen?
War er selbst der Meinung, er spiele mit Luftpolster?

:roll:
.
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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von Loz » Mittwoch 20. Februar 2013, 16:47

Eine Frage an die BE-Gemeinde!

Habe vor kurzem einige Wochen lang die RO-Übungen weggelassen und mich nur auf RI konzentriert.
Dabei musste ich feststellen, dass mir die RI-Übungen dabei immer schwerer fielen.
Erst nachdem ich wieder RO hinzunahm, gings mit RI plötzlich auch wieder einfacher.

Hat von euch schon jemand so eine Erfahrung gemacht?

Grüße

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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von lurchi » Mittwoch 20. Februar 2013, 18:58

Ja, ich. RI alleine hat bei mir nicht funktioniert. Und überhaupt hab ich die ersten kontrollierten höheren Töne aus dem RO heraus entwickelt (RO-RI, ist das RO3? Ich hab mein Buch nicht mehr). Inzwischen mach ich das ohne BE-Übungen, aber der Ansatz hat sich mit BE so entwickelt dass der Ring um die Lippen recht fokussiert nach innen gezogen ist, und das Zentrum flexibel bleibt. Dann kann man recht kontrolliert mit der Stellung der Lippen die Tonhöhe gestalten. Und dieses fokussierte und innen lockere Gefühl hat sich bei mir mit RO eingestellt. Vor allem RO mit Tongue on lips war da sehr hilfreich.

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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von Loz » Mittwoch 20. Februar 2013, 20:40

Dürfte RO3 sein, jedoch bin ich noch nicht soweit. Bin bei RO2 und RI1.
Und wenn ich davor RO1 mache, dann funktioniert es mit dem RI 1 auch. Warum weiß ich auch nicht, aber es fühlt sich lockerer an.

Muss aber auch dazu sagen, dass ich momentan RI1 mit c3 beginne und nicht mit g2. Weil mein Problem ist, dass ich mein Kinn nach unten ziehe. Mit gebündeltem Kinn funktioniert es bis c3 - darunter noch nicht. Brauche dazu anscheinend länger als manch anderer. Aber es wird. Beim normalen Spiel hat sich mein Kinn zwar noch nicht merklich nach oben gebündelt - wird aber hoffentlich noch.

Welche Übungen könnte man noch empfehlen um das Kinn nach oben zu bündeln? buzzen auf kleinem Mundstück habe ich auch begonnen - jedoch verändert sich dabei meine Kinnstellung nicht

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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von Sandkuchen » Donnerstag 21. Februar 2013, 09:30

Bei RI besteht nach meiner Erfahrung die Gefahr, sich einen Druckansatz anzugewöhnen. Dies gilt bei mir um so stärker, je höher ich bei RI spiele. Wenn ich nur g2-spiele, ist dies kein Thema.

Mit RO 3 und 4 kann man dem entgegenwirken, in dem man auf das "Mitnehmen" des lockeren Ansetzen achtet. Die Luft- und Ansatzmuskeln sollen arbeiten und nicht die Armmuskeln.

Wichtiger ist aber, dass du bei RI auf die druckarme Mundstückauflage achtest.

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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von Hochwälder » Donnerstag 21. Februar 2013, 09:40

unser Freund Uwe à la 'Spasstrompeter' lässt wieder von sich hören:
https://www.youtube.com/user/Spasstromp ... ture=watch
Wer nie vom Weg abkommt, der bleibt auf der Strecke.
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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von tubicen » Donnerstag 21. Februar 2013, 20:46

Moin,
soweit ich weiß haben Maurice Andre und Hakan Hardenberger bei Thibaud studiert/Unterricht gehabt...vllt. ähnelt sich deren Ansatz deswegen so ;).
"BE Ansatz" gibt es nicht, wie oben schon jemand erwähnte.
LG

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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von Schosta » Samstag 13. April 2013, 14:53

Hab mich jetzt hier mal bisschen eingelesen. Jetzt quälen mich doch einige Fragen. Bin eigentlich Farkas-Ansatz Typ (Flachkinner)..
- Kann man mit dem BE Konzept einen "klassischen" Trompetensound beibehalten?
- Wie kann man als Flachkinner da vorgehen? Einrollen mit gestreckten Kinn geht zwar, aber Töne wollen da nicht raus, außerdem gibts dann die Gefahr dass sich die Unterlippe an den unteren Zähnen festklammern will

Also muss ich jetzt als Flachkinner erstmal mit gebündelten, oder zumindest lockerem Kinn spielen, oder schleift sich das automatisch auf ein passendes Maß ein wenn ich regelmäßig BE übe?

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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von lurchi » Montag 15. April 2013, 08:21

Einen klassischen Sound kann man definitiv beibehalten. Und übers Kinn würde ich einfach nicht wirklich nachdenken. Einfach die Muskulatur nach innen bündeln, den Rest locker lassen.

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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von tubicen » Dienstag 16. April 2013, 12:57

[...] den Rest locker lassen.
...denn: Schwäche ist dein Freund! (Arnold Jacobs) :wink:

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Re: The Balanced Embouchure

Beitrag von Blas! » Mittwoch 12. Juni 2013, 08:08

lurchi hat geschrieben:Einen klassischen Sound kann man definitiv beibehalten...
Stimmt!

Grüße
Blas!

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