The Balanced Embouchure

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
Probleme, Gundlegende Techniken etc.

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lurchi
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The Balanced Embouchure

Beitrag von lurchi » Mittwoch 2. März 2005, 12:38

Hallo Leute,
ich dachte mir, ich mach mal ein neues Fass auf. Und erzähle ein bisschen, wie es mir mit dieser "Methode" von Jeff Smiley ergangen ist. Ich war durch die Berichte und Diskussionen in einem amerikanischen Forum neugierig geworden und hab mir daraufhin das Buch "The Balanced Embouchure" von Jeff Smiley zugelegt. Er verspricht eine Methode zusammengestellt zu haben, welche für jeden funktioniert und das leichte Spielen auch jenseits des c''' erlernbar macht. Na ja, irgendwie sind alle diese Trompetenmethodenentwickelthabenschreiber etwas großspurig. Im normalen Diskussionsalltag tritt er aber bescheidener auf.

Die Methode basiert darauf, durch das Trainieren zweier extremer Ansatzpositionen dann indirekt die richtige Balance und Flexibilität intuitiv zu finden um dann quasi unbemerkt die effektivste Position zu finden. Es werden also sehr tiefe Pedaltöne mit ausgerollter Lippe trainiert, im Gegensatz dazu eine ganz eingerollte Ansatzweise für die hohen Töne. Ergänzt wird das durch Bindeübungen und Training des Zungenanstoßes auf der Oberlippe (nicht für den Spielbetrieb, nur für die Koordination). Das Buch beinhaltet ein paar Trainingspläne, ich hab mir dann individuell ein Übungsprogramm gemacht und mit 20 Minuten am Tag durch gezogen. Nicht jeden Tag, aber vielleicht an zwei von drei.
Ergebnis? Ich bin ein Comebackspieler und hab im November noch mich vom g'' zum c''' gekämpft. Inzwischen spiele ich in Übungen den Bereich bis g''', ich treffe an manchen Tagen das c''''. Im Augenblick bin ich dabei, die veränderte Ansatzposition in mein normales Spielen zu integrieren. Das gelingt mir nicht immer, die Ansatzposition ist zwar an sich druckarm (wirklich, ohne es speziell trainiert zu haben kann ich jetzt c''' mit auf der flachen Hand liegenden Trompete spielen) und man hat das Gefühl einer Leichtigkeit, aber die Koordination geht beim Wechsel durch die Lagen noch zu leicht verloren, so dass ich die Töne nicht sicher treffe. Aber es wird dramatisch besser. Ich glaube, noch vier Wochen und ich spiel den Bereich bis g''' sicher und ausdauernd im ständigen Spiel.

Bloß falls sich jemand für neue methodische Ansätze interessiert. Ich hab das Buch einem Freund geliehen (ein wesentlich besserer Spieler als ich), und auch er war verblüfft, dass der Ansatz sehr viel leichter geworden ist.

Nein, ich kenne Jeff Smiley nicht und hab auch mit dem Buchhandel nix zu tun.

Gruß
Uli

The_little_Trumpet
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Beitrag von The_little_Trumpet » Mittwoch 2. März 2005, 13:38

hi!
ok wenn es so gut ist und den ansatz so verbessert warum haben wir hier im forum bis jetzt noch nichts davon gehört??
ist es nur in der usa so berühmt und bei uns kennt es kein schwein oder wie??
aber wenn es wirklich hilft wo bekommt man es her und vorallem was kostet das und wie lange braucht man ca. bis man das einigermaßen drauf hat??:D

vg The l. Trumpet

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Beitrag von ob_de_trompetblazen » Mittwoch 2. März 2005, 13:48

hi lurchi,
wie schwer ist es seinen ansatz umzustellen? geht das auch ohne lehrer? oder sollte ich das ganze mit meinem lehrer besprechen und mit ihm zusammen üben?
wie war dein ansatz vorher und was hat sich geändert?
Es fließt mir das Herz über vor Dankbarkeit gegen die Musik, die mich so oft erquickt und aus großen Nöten errettet hat.

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lurchi
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Beitrag von lurchi » Mittwoch 2. März 2005, 14:37

Warum man hier noch nichts gehört hat weiss ich nicht. Geben tut es das Buch nicht nur in den USA, auch in Australien und in Holland gibt es einen Händler. Jetzt habe ich grad die Mailadresse nicht parat, aber bei http://www.trumpetherald.com schreibt er als Larrios. Das Buch samt CD kostet 45,-€. Die Methode eignet sich zum Selbststudium. Nach ein paar Wochen merkt man deutliche Fortschritte (zumindest ich und andere Menschen die es ausprobiert haben. Die Umstellung des Ansatzes geht von alleine, und es ist nicht notwendig, sein normales Spielen aufzugeben. Die Umstellung geschieht allmählich.
Wie stellt sioch der Ansatz um? Schwer zu sagen, bei mir ist er sehr viel fokussierter, enger geworden und viel mehr "nach vorne". Mundwinkel weiter nach innen, Unterlippe stärker vor. Aber das Ziel ist ja nicht sich vorzustellen, was ich anders machen muss, sondern von selbst indirekt den richtigen Weg zu finden.

Gruß
Uli

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Beitrag von Dobs » Mittwoch 2. März 2005, 16:07

Infos über Jeff Smiley und seine "Balanced Embouchure"-Methode gibt es hier:

http://www.trumpetteacher.net/

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Beitrag von lurchi » Samstag 5. März 2005, 14:44

Ich hab jetzt noch von Ko Larrios die Email erhalten. Wer sich für das Buch interessiert, der kann ihn unter larrios60@hotmail.com kontaktieren.

Gruß
Uli

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Beitrag von jens » Montag 28. März 2005, 10:29

Hallo Lurchi! :lol:

Kann man das Buch nur über trumpetteacher.net bestellen oder ist es auch woanders erhältlich?

Unbekannt

Beitrag von Unbekannt » Montag 28. März 2005, 14:21

Wie ulli schreibt: über die mail addresse weiter oben kann man das buch bestellen.

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Beitrag von stanko » Montag 28. März 2005, 22:32

Wenn ich mich recht erinnere, hat auch Rune aus Norwegen viel damit experimentiert und The Balanced Embouchure sehr empfohlen. Mehr findet Ihr auf seiner wirklich interessanten Seite, auf der er seine Ansatzumstellung genauestens beschreibt: http://www.trumpetthink.com Ich selbst habe keine Erfahrungen mit dem Buch oder der Methode...

El Kornetto
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Beitrag von El Kornetto » Freitag 8. April 2005, 15:18

Nach deinem Tipp habe mir die Methode auch besorgt und bin bislang sehr zufrieden. Ich habe jetzt noch nicht einmal eine ganze Woche geübt, habe aber bei der gestrigen Probe schon Verbesserungen gespürt. Mein eher schlecht Ausdauer hat sich deutlich länger gehalten als sonst, auch bei Noten über dem System - ich hoffe stark, dass dies kein einmaliger Zufall war. :)

Momentan fällt mir das Roll-In deutlich schwerer, aber das liegt wohl hauptsächlich an meinen muskulären Defiziten. Hast du am Anfang die Cip-Clamp-Übung täglich gemacht oder mit Pausen, um das Muskeltraining zu unterstützen?

Vielen Dank für die Empfehlung übrigends!

Gruß,
El Kornetto

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Beitrag von lurchi » Freitag 8. April 2005, 15:33

Also, mit Roll-In hatte ich am Anfang auch ziemliche Probleme. Sehr schnell hatte ich raus, wie man auf diese Weise sehr hohe, quietschende Töne produziert. Nicht das Wahre. Aber irgendwann ist es mir dann gelungen, mit einem etwas weiteren Spalt ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen.
Die Lip-Clamp Übung habe ich so unter Tag immer wieder gemacht. Eine gute Möglichkeit während des Autofahrens seinen Ansatz zu verbessern.
Die anfänglich sehr raschen Verbesserungen habe ich auch beobachtet. Du brauchst allerdings nicht erwarten, dass es kontinuierlich so weitergeht. Lange Zeit wird sich gar nicht viel merklich tun, dann kommt plötzlich ein ganz neuer Bereich dazu. Jeff Smiley hat mal was von neun Monaten geschrieben um substantielle Erfolge zu erzielen. Gott sei Dank merkt man aber von Anbfang an gewisse Fortschritte. Sowas motiviert einen eher dranzubleiben. Ich bin jetzt im fünften Monat und habe doch erhebliche Fortschritte erzielt. Allerdings gibt es einen Bereich den ich zwar treffe und der schon ganz passabel klingt, den ich aber noch nicht sicher ins normale Spiel integrieren kann (c3-c4). Ich hoffe, dass das in den nächsten vier Monaten kommt...

Gruß
Uli

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Beitrag von El Kornetto » Freitag 8. April 2005, 21:09

Wäre ja auch zu schön um wahr zu sein, wenn es täglich bergauf ginge. Es ist aber in der Tat sehr motivierend, zu sehen, dass ich etwas zum Positiven wendet - bei Malte Burba dauert es ja Jahre bis man einen Nutzen ziehen "darf". Kurzzeitig kann ich auch schon quietschen, aber dann baut die Kraft schnell ab und die Lippen rollen aus.
Gut Ding will eben Weile haben. ;)

Die Lehrer-Charakterisierung grenzen an Realsatire, da muß man sich das Lachen schon verkneifen - nur leider ist das Thema ansich nicht so witzig.

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Beitrag von hannes » Samstag 9. April 2005, 12:03

@lurchi,

habe mich über die Methode von Jeff Smiley informiert. Er benützt ja 2 Extremansätze, die eher unkonventionell sind (extrem ausgerollte und extrem eingerollte Lippen). Nun interessiert mich, in welchen Tonbereichen du mit ausgerollten Lippen spielst bzw. mit völlig eingerollten Lippen. Ich glaube, dass ersteres nur im Pedalbereich zu empfehlen ist und letzteres im extrem hohen Register. Wie funktioniert denn so eine kontinuierliche Bindung vom Pedal-C (großes oder gar kleines c) in das hohe Register? Dabei müsste man doch das auf ausgerollte Lippen platzierte Mundstück mit hoher Position fast bis zur Nase umsetzen auf eingerollte Lippen! Ab welcher Tonhöhe rollst du die Lippen ein bzw. gibst du das Ausrollen auf und funktioniert das ohne Unterbrechung? Was machst du, wenn du erst einen Pedalton und dann einen (extrem) hohen Ton spielst? Du musst ja dann mit 2 Ansätzen spielen (ausgerollter früherer Hornistenansatz - eingerollter Ansatz)?!Welche Zungenposition und –technik empfiehlt Smiley bei dieser Methode?
Vielen Dank für nähere Informationen
Hannes

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Beitrag von El Kornetto » Samstag 9. April 2005, 14:29

Mit ausgerollter Lippe übt man zunächst im doppelten Pedaltonbereich also in der Kontraoktave, mit eingerollter Lippe zunächst über dem Notensystem (g'' usw.). Danach kommen dann Übungen, welche die beiden extremen Positionen miteinander verbinden. Mehr kann ich dazu nicht sagen, weil ich noch nicht so weit bin. So wie ich es verstanden habe, ist es das Ziel, die Lippen so beweglich zu machen, dass man je nach benötigter Höhe eine optimale aus- bzw. eingerollte Position einnehmen kann.
Man sollte in der Lage sein auf den Lippen anzustoßen, um jeder Zeit die optimale Lippenstellung zu kontollieren (für optimale Kieferöffnung usw.), man kann aber auch die Zunge so einsetzen wie man es möchte.

Ich hoffe, deine Fragen sind richtig, auch im Umfang, beantwortet.

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Miss Trumpet
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Beitrag von Miss Trumpet » Samstag 9. April 2005, 16:05

Hallo!

Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass man mit zwei so grundverschiedenen Lippenstellungen einen durch alle Lagen gleichbleibenden Sound produzieren kann. Ich vermute mal, dass es in den oberen Lagen mit eingerollten Lippen dünn und schneidend klingt, in den tiefen Registern zu offen und plärrend, und dazwischen alles ein bisschen unsicher?!? Würde mich interessieren, was ihr (die ihr die Methode anwendet) zu diesen Themen sagt/schreibt.

Ich habe bis dato die Homepage zu diesem Buch nur kurz überflogen, was mich aber einigermaßen schockiert hat, waren die Fotos auf dem Einband - solche extremen Ansatzstellung können wohl kaum zielführend sein (vielleicht bringt das auf gewisse Weise einen Fortschritt in der Höhe, soundmäßig kann das aber wohl kaum befriedigend sein?)?

LG, Miss Trumpet
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