Ansatz-Fotos

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
Probleme, Gundlegende Techniken etc.

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Spitfire
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Beitrag von Spitfire » Donnerstag 31. Januar 2019, 10:40

Hallo zusammen,

ich hätte mal ne grundsätzliche Frage; vorab ich spiele seit ca. 20 Jahren -ehrlich gesagt die letzten 19 davon zwar schon motiviert, allerdings nicht sondern ambitioniert, da viele andere Hobbies usw- in einer normalen Dorfkapelle sowie am Fasching Trompete (1. Stimme). Hat auch die Jahre immer ganz gut funktioniert, lediglich mit der Höhe sowie der Ausdauer habe ich so meine Probleme. Gehe allerdings davon aus, dass das auch daran lag, dass ich abgesehen wöchentlich 1-2 Proben mit der Gesamtkapelle nie zu Hause geübt habe.

Jetzt hat mich aber so -ein bisschen zumindest- der Ehrgeiz gepackt und seit ein paar Monaten versuche ich zumindest, immer mal wieder daheim zu üben. Geht selten über eine halbe Stunde hinaus und ist auch eher auswendiges Spielen irgendwelcher Melodien, die mir gerade einfallen, als "richtiges" Üben. Oder eben die Stücke die aktuell im Verein gespielt werden. Im Schnitt vielleicht jeden zweiten Tag.

Mir ist dabei klar, dass -wenn man es richtig machen will- Unterricht das Mittel der Wahl wäre, zumal ich noch nie welchen hatte, mir das Ganze also mehr oder weniger selbst beigebracht hab.
Aber ich denke mir eben, dass ich ja auch bisher ganz gut klar gekommen bin, als ich daheim überhaupt nichts gemacht habe.

So, langer Vorrede und jetzt meine eigentliche Frage- mein Ziel hierbei ist es, die Ausdauer etwas zu erhöhen und eine Höhe bis zum C3 erreichen zu können, auch am Ende der zweistündigen Probe... Aktuell gehts bei mir "souverän" bis zum a2 und meistens auch zum b2. Darüber wird es eng und geht nur, wenn der Ansatz noch richtig frisch ist. Anbei zwei Fotos meines aktuellen Ansatzes - ist hier schon irgendein "Kardinalfehler" zu erkennen, der mich am Erreichen meines Ziel hindert???
Ich habe vor, zukünftig die Trompete zumindest alle zwei Tage 30-60 Minuten in die Hand zu nehmen und daheim zu spielen. Dazu auf dem täglichen Arbeitsweg (2x 30 Min) im Auto mit dem Mundstück allein zu spielen.
Müsste mein Ziel mit dieser Methode funktionieren?

Wie gesagt, es ist mir völlig klar, dass das eine sehr "unwissenschaftliche" Herangehensweise ist. Aber eine Ansatzumstellung oder dauerhaften Unterricht werde ich in meiner aktuellen Lebensphase (hoffentlich die nächste Zeit Hochzeit, Beruf, Kinder, Hausbau was weiß ich) realistisch nicht machen, so gut kenne ich mich selbst dann doch.

Also kurz und knapp: "grober Fehler beim Ansatz" oder "zwar nicht perfekt, fürs genannte Ziel müsste es aber reichen"?

Sorry für den langen Text und danke vorab! :)

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Re: Ansatz-Fotos

Beitrag von Spitfire » Donnerstag 31. Januar 2019, 10:41

Oh, Bilder vergessen:

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Re: Ansatz-Fotos

Beitrag von DaTrumpet » Donnerstag 31. Januar 2019, 20:25

Den Ansatz kenne ich gut. Hab selber Jahrelang so gespielt, Du setzt in der Unterlippe ein. Das macht erstmal einen vollen Ton, da die Lippenöffnung vergrößert wird. Aber ich hatte nie länger als 2 Std. Ausdauer damit ich über dem G2 spielen konnte. Nach 2 Stunden war die Lippe dick und manchmal sogar etwas wund. Die zu große Lippenöffnung habe ich einfach mit Druck kompensiert.

Die Ansatzumstellung hat mich einige Jahre gekostet, da ich leider nicht von Anfang an einen Lehrer hatte der sich mit Ansatz auskennt. Es gibt super Trompeter, die halt leider nicht wissen warum sie so gut sind...

Geholfen hat mir auch z.B. Mystery to Mastery. Die 20m G1 Übung. Lippeneinrollen. Viel Luft. Nicht drücken.

Ich habe zwischenzeitlichen ettliche Euros in Mundstücke investiert nur um doch wieder auf die Ausgangsgröße zurückzukommen. Ich kann Dir nur raten, während des Prozesses der Umstellung kein Equipment zu verändern!

Falls Du keine Zeit für regelmäßigen Unterricht hast, hilft dir vielleicht ein Workshop. Mir haben auch ein paar YouTube Videos geholfen:
Das war ein Augenöffner (Trompete spielen kann so leicht sein):
https://www.youtube.com/watch?v=gTFeWJFvOn4
[/YouTube]
Das hat mir am Ende der Umstellung geholfen, um eine Routine in das Ansetzen zu bekommen:
https://www.youtube.com/watch?v=lLE_-ly8hrQ
[/YouTube]
Charlie Porter erklärt sehr schön, wie man sehr effizient Ansetzt. Das hat auch den Vorteil, dass man keinen Luftstau bekommt und wirklich sehr effizient mit dem System umgeht. Bei mir war es nach der Ansatzumstellung üblich, dass ich auf Schlag 1-2 eingeatmet habe, dann auf Schlag 3-4 habe ich die Luft angehalten oder die Spannung wieder verloren. Und wenn ich dann auf die neue 1 Einsetzen sollte, kam erstmal nix... ich habe eigentlich immer 2-3 Takte gebraucht um "reinzufinden". Das Video hat mir geholfen, diesen für mich extrem wichtigen Part einzutrainieren.

Was sehr schön ist: Er zeigt Profi-Trompeter, die genau so Ansetzen. Wenn ich mich hier umschaue und die Ansatzmasken der Top-Player vergleiche, machen die das intuitiv richtig.

Was schwierig ist: Sich Hilfe im Forum holen.
Mein Tipp: Ein Lehrer ist unumgänglich - ansonsten läufst Du Gefahr genau wie ich mehrere Jahre an Dir selbst rumzuexperimentieren.

Viel Erfolg - und nicht den Mut verlieren!

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Re: Ansatz-Fotos

Beitrag von Jens92 » Donnerstag 31. Januar 2019, 21:36

Guten Abend zusammen!

Ich möchte mich DaTrumpet da gerne anschließen. Ferndiagnosen und Hilfegesuche im Forum halte ich auch für äußerst schwierig, wobei wir hier, denke ich, schon unser Bestes geben :cracy:

Ich kann dir auch nur raten, die Videos von Charlie Porter anzusehen oder sogar mal eine Stunde mit ihm zu machen. Ich würde auch sagen, dass du in der Unterlippe einsetzt. Da kommst du letztlich um eine Umstellung nicht herum. Grundsätzlich sieht, zumindest gemessen am Standbild, dein Ansatz aber gar nicht so schlecht aus. Ich sehe viel Lippenrot und das bedeutet eine große schwingende Fläche und das ist grundsätzlich erstmal gut, da es für einen vollen Ton sorgt. Die Muskulatur rundherum scheint auch aktiv zu sein, was grundsätzlich auch gut und notwendig ist. Aber ich finde es auch schwierig, ohne dich zu sehen und zu hören, da sichere Aussagen zu machen. Auch müsste man sich deine Zahn- und Kieferstellung ansehen, um mehr sagen zu können.
Wenn du aber Charlies Schritte befolgst, kommst du (was das reine Setting angeht) erstmal zum richtigen Ergebnis, sofern du es auch korrekt machst.

Auch rate ich dir, dringend systematisch und mit Konzept zu üben. Willkürliches "herumdudeln" (bewusst salopp formuliert und nicht böse gemeint) bringt dich letztlich kein Stück weiter. Ich kenne dein Dilemma nur zu gut, glaub mir. Ich und ich denke sehr viele andere befinden sich in einer ähnlichen Situation. Kurz gesagt: Wir haben alle keine Zeit und viele andere wichtige Dinge um die Ohren. Aber warum nicht trotzdem ambitioniert an die Sache heran gehen? Schließlich wollen wir alle hoch, schön und ausdauernd spielen. Wenn wir uns das nicht eingestehen als leidenschaftliche Trompeter, machen wir uns wirklich nur etwas vor (Das mag individuell verschieden sein, aber für mich macht alles andere keinen Sinn) Ich weiß mittlerweile, dass man auch mit wenig Zeitaufwand und d.h. teilweise wirklich nur 15 Minuten oder weniger am Tag, sehr gute Fortschritte machen kann, sofern man effizient, systematisch, zielorientiert und konzeptionell richtig übt. Mein Prof hat mir gestern hierzu noch folgende Lektüre ans Herz gelegt:
https://www.amazon.de/Play-again-zwisch ... 390595169X
Was ich sagen will: Manchmal haben wir überhaupt gar keine Zeit und trotzdem können es super Übetage sein. Im Auto zu üben geht da sicher schon in die richtige Richtung. Ich bin teilweise auch bis zu 20h am Tag unterwegs, fasse die Trompete nicht mal an, bin dauerhaft außer Haus und habe trotzdem sehr gut und viel geübt: In Bus und Bahn mithilfe von Aufnahmen und Noten auf dem Smartphone (nur die Fingerüben), Lippenbuzzing auf der Arbeit, mentales Üben (innerliches Singen/spielen). Ich denke hier liegt ein sehr großes Potential.

Und ja, so kannst du natürlich - auch in ein paar Monaten - bis zum c3 kommen. Das "Gute" ist, dass, (fast) egal wie "falsch" man spielt, man immer irgendwo auch ein bisschen Muskelkraft aufbaut, die dir letztlich auch helfen wird, wenn irgendwann die nötige Koordination da ist. Grundsätzlich ist das Ganze natürlich KEIN reiner Kraftakt, bitte nicht falsch verstehen. Das Gegenteil ist der Fall: Wenn es funktioniert, ist es einfach, da effizient (wenn auch anfänglich innerhalb der individuellen Limitierungen).

In diesem Sinne...Ich kann nur empfehlen: Nimm dir das Richtige auf die richtige Art und Weise vor und investiere lieber in 1-3 Übeeinheiten á 5-15 Minuten am Tag und dafür lieber schön regelmäßig statt 3 Mal pro Woche eine halbe Stunde (und wenn es manchmal wirklich nur 5 Minuten am Tag sind...so what?). Wechsle nicht deine Mundstücke, wie DaTrumpet schon sagte, denn es liegt ganz sicher nicht am Equipment.


Viel Erfolg & bei Fragen meld dich gerne per PN!

Beste Grüße
Jens

Spitfire
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Re: Ansatz-Fotos

Beitrag von Spitfire » Freitag 1. Februar 2019, 09:03

Hallo ihr beiden,

wow ich bin richtig begeistert, was für fundierte Antworten man hier bekommt! Vielen vielen Dank!
Ich werde mir die Videos mal in Ruhe anschauen und auch die Tipps von euch beherzigen.
Darf ich nochmal nachfragen: "Mystery to Mastery. Die 20m G1 Übung" - wo finde ich die bzw. wie funktioniert diese?
Finde leider über die Forumssuche nichts.

Gerade bei diesem Abschnitt hier....
"Den Ansatz kenne ich gut. Hab selber Jahrelang so gespielt, Du setzt in der Unterlippe ein. Das macht erstmal einen vollen Ton, da die Lippenöffnung vergrößert wird. Aber ich hatte nie länger als 2 Std. Ausdauer damit ich über dem G2 spielen konnte. Nach 2 Stunden war die Lippe dick und manchmal sogar etwas wund. Die zu große Lippenöffnung habe ich einfach mit Druck kompensiert."
...hab ich mich mal richtig derbe ertappt gefühlt... :D Jop, haargenau so ist es...

Ich versuch, dranzubleiben und die Videos so genau wie möglich "einzusaugen" - Nochmal vielen Dank! Top Forum! :)

Viele Grüße

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Re: Ansatz-Fotos

Beitrag von gozilla » Freitag 1. Februar 2019, 18:52

Moin,
nicht böse gemeint aber das Ganze könnte sich als ziemliche Baustelle erweisen.
Gut das Mundstück harmoniert nicht so wirklich mit Deinen Lippen aber da gibt es ja noch andere Parameter wie Luftführung und Zunggenstellung bzw Position.
Mal noch ein paar Verständnisfragen?
Bekommst Du einen freien Buzz hin? Auch ein paar Töne hintereinander?
Kannst Du Töne biegen mit dem Mundstück? Auch mit dem Instrument?
Lange leise Töne spielen?
Das berühmte Blatt an die Wnd blasen?
Erstes lohnendes Invest wäre ein Lehrer? Und eventuell ein Visualizer?
Viel Geduld
G

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Re: Ansatz-Fotos

Beitrag von Spitfire » Montag 4. Februar 2019, 14:57

Hallo gozilla,

jetzt wird es etwas peinlich, und vielleicht fehlt hier der Lehrer, um mit den Begriffen richtig umgehen zu können.

Bekommst Du einen freien Buzz hin? Auch ein paar Töne hintereinander?
Was ist ein freier Buzz? Buzzen ist doch das Spielen nur mit dem Mundstück, oder?

Kannst Du Töne biegen mit dem Mundstück? Auch mit dem Instrument?
Was meinst du mit "biegen"?

Lange leise Töne spielen?
Mit der Trompete lange leise Töne spielen? Würd ich jetzt schon mit "ja" beantworten. Was ist die Definition von "lang"? :wink:

Das berühmte Blatt an die Wand blasen?
Hab ich noch nie versucht... :oops: Mach ich heut Abend gleich mal... :D

Wie du siehst, merkt man es mir an, dass bihser alles bei mir autodidaktisch erfolgt ist. Funktioniert eben bis zu einem gewissen Punkt sehr gut, aber eben nur bis dahin.

Dann wäre noch die Frage von oben: "Mystery to Mastery. Die 20m G1 Übung" - wo finde ich die bzw. wie funktioniert diese?

Danke euch!

Viele Grüße

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Re: Ansatz-Fotos

Beitrag von Spitfire » Montag 4. Februar 2019, 16:13

@Jens: noch ne blöde Frage hinterher... Sorry dafür schon vorab :D
Ich hatte vor nem Jahr oder so mal gebraucht ein extrem flaches Mundstück (Bobby Shew Lead) gekauft. War für mich allerdings völlig unspielbar mit meinem aktuellen verkorksten Ansatz.
Wäre das eine gute Idee, mich -neben den bereits erwähnten Ansätzen- sozusagen "ums Eck" damit zur Ansatzumstellung (entsprechend dem Video von Charlie Porter) zu zwingen, weil anderweitig eben kein Ton rauskommt?

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Re: Ansatz-Fotos

Beitrag von Jens92 » Montag 4. Februar 2019, 17:11

Hallo Spitfire,

also erstmal: Es gibt keine blöden Fragen, nur blöde Antworten :wink:. Deswegen helfe ich auch gerne :-)

Zu deinen Fragen:

Was ist ein freier Buzz: Ein freier Buzz meint zunächst das spielen mit den Lippen allein. Freier Buzz, Lip Buzzing, Lippenbuzzing, Lippensummen und free buzzing meinen hier das Selbe.

Hier kannst du wunderbar sehen, wie es geht: https://www.youtube.com/watch?v=qGg_eh9Tw60&t=633s
Hohes Gequietsche mit zusammengepressten Lippen wäre das Gegenteil und ist meiner Meinung alles andere als zielführend.

Mit "Töne biegen" meint gozilla wahrscheinlich das bending:
https://www.youtube.com/watch?v=pPndXXg8yhY oder https://www.youtube.com/watch?v=PRcjCpPbKNo

Lange und leise würde ich wie folgt definieren: So leise, dass man bspw. bei 52bpm im 4/4 8 Takte lang einen Ton x aushalten kann.

"mystery to mastery" ist der Youtube-Channel von Greg Spence: https://www.youtube.com/user/mysterytomastery1

Die "20min G1 Übung" kenne ich als "20 minute whisper g" von Cat Anderson, bei der du ein flüsterleises g1 für 20 Minuten am Stück aushältst.
Das kann so aussehen: https://www.youtube.com/watch?v=kgvx2crrtK0
Der Sinn von whisper tones ist hier erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=jztGQW7fml8&t=5s

Wenn du mich fragst, brauchst du diese Übung erstmal nicht. Grundsätzlich geht es darum, WIE du spielst.
So macht man es m.M.n. jedenfalls nicht: https://www.youtube.com/watch?v=a85TIAxGekI

Solltest du auf einem extrem flachen Mundstück üben? Vielleicht. Letzten Endes musst du an deinen Spielkonzepten arbeiten. Das flache Mundstück kann dich aber dazu zwingen, das richtige Ergebnis hervorzubringen, ja - vorausgesetzt es klingt gut. Den Vorteil den ich hier sehe ist, dass man stark klangorientiert arbeiten kann, ohne zu sehr dabei zu analysieren. Aber letztlich sollte man sowieso klangorientiert vorgehen. Du wirst aber hoffentlich feststellen, dass ein effizientes Spielsystem und "correct form/setting" wie Charlie Porter es beschreibt, dich zum richtigen Ergebnis bringen.

Er sagte immer zu mir: "You can't have bad form when you sound good." Mit "bad form" kann man schon ganz gut klingen, aber letztlich eben nicht so gut wie Wynton Marsalis, Jon Faddis, Arturo Sandoval, Maurice André, Timofei Dokschizer usw.


Weiterhin viel Erfolg & beste Grüße
Jens

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Re: Ansatz-Fotos

Beitrag von DaTrumpet » Montag 4. Februar 2019, 20:17

Jens hat das schon super zusammengefasst. Am Ende muss jeder seinen eigenen Weg finden. Ein Lehrer der die Basics nicht kennt und auch bei Ansatzproblemen nicht wirklich helfen kann, ist wohl keine gute Idee. Ich würde evtl. sogar die Burba Brass Academie bevorzugen. Da kann man sich auch mal per Skype mit einem Lehrer außeinandersetzen. Ich finde die Herangehensweise vom Burba Konzept super.

Jens hat es ebenfalls erwähnt. Es gibt Buzz und Buzz - ich dachte lange, solange meine Lippen vibrieren kann ich buzzen! Weit gefehlt. Hals war zu die Lippen aufeinandergepresst - ich habe da lange etwas praktiziert, was weit weg ist von einem freien Buzz. Wichtig ist, dass man beim spielen immer so locker wie möglich bleibt. Nur so erreicht man die maximale Projektion.

Hier was zur Mundstück Position. Ich bevorzuge aber das Video von Charlie Porter:
https://www.youtube.com/watch?v=LA2QAw-GCP4

Buzzing:
https://www.youtube.com/watch?v=vwIEgR7165s

Der freie Buzz - Bluzz:
https://www.youtube.com/watch?v=K4DJbz8CLSE

Viel Erfolg!

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Re: Ansatz-Fotos

Beitrag von Sandu » Montag 4. Februar 2019, 20:27

Ferndiagnosen für Ansatz sind quasi unmöglich.
Ich äußere mich trotzdem mal: Du wirst oben wie unten mindestens ein bisschen mehr einrollen müssen. Das würde ich aus dem Bild als Minimal-Erkenntnis herauslesen.
Der Weg sieht für mich allerdings nicht weit aus, vor allem auch, weil du offensichtlich die Unterlippe/Kiefer gut draußen hast. Hoffnungsvoll würde ich sagen: Kleine Korrektur, große Wirkung. Viel Spaß (ganz ohne Ironie) 8)

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Re: Ansatz-Fotos

Beitrag von gozilla » Dienstag 5. Februar 2019, 07:36

Moin,
klar Ferndiagnosen sind bei Ansatz oder ich sage mal Spielsystem Fragen schwierig. Da hab ich auch lieber den Delinquenten vor mir...
sorry dass ich nicht direkt auf meinen Post anworten konnte
Hier nochmal in Kürze
Der freie Buzz ist keine Schikane sondern vielmehr ein Test (geht auch der Ferne) wo der Spieler die Zunge hat
Das mit dem Blatt genauso...hängt damit zusammen was man an Luftführung und schneller Luft zusammen bekommt

Zum Ansatz...pauschal gesagt wenn es sonst keine Baustellen gibt (was leider nie der Fall ist außer bei den 2% Purzelbaumkinder) dann würde ich sagen der Ansatz muss weiter nach unten und wie auch schon gesagt wurde es sollte etwas mehr Eingerollt werde.
Gut man kann auch ausgerollt Spielen (siehe MF) aber das ist mal eine ganz andere Sache.

Hilfreich neben dem Lehrer wäre die Brutalmethode ...gar nicht mehr spielen Spiegel und relativ kleines flaches Mundstück kaufen und damit die Ansatzposition und das Einrollen und die Effinzenz der Lippen üben. Kann sehr frustrierend sein aber hilft.
Gruß G

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Re: Ansatz-Fotos

Beitrag von Spitfire » Dienstag 5. Februar 2019, 10:43

Vielen Dank euch allen für eure Unterstützung!

Momentan ist eine Gar-Nicht-Spielen-Phase unmöglich, weil ich auftrittsbedingt gebraucht werde. Aber das ist auch nicht weiter tragisch. Es wird eine Phase kommen, in der relativ Ruhe ist und ich mich ausklinken kann!
Habe mir jetzt mal -nochmals- ein Yamaha Bobby Shew Lead Mundstück gebraucht besorgt. Dieses ist äußerst flach und war für mich mit meinem bisherigen Ansatz unspielbar. Ich würde aber behaupten, dass es mit dem Ansatz wie von Charlie Porter beschrieben klappen könnte. Soll eigentlich eher als Trainingsgerät denn als wirkliches Mundstück dienen; ich bin kein analytischer Typ (wie du, Jens ;) ), sondern muss mich selber zwingen und "vom Klang her" denken. Sprich, wenn mit dem extrem flachen Mundstück ein sauberer Ton kommt, kann der Ansatz so falsch nicht mehr sein. Mal sehn, ob an dieser Theorie was dran ist :D

Vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass ein wenig mehr Einrollen schon einen guten Effekt erzielen würde. Wir werden sehen... :)

Sicherlich ist das nicht die einzige Baustelle; zu den einzelnen Fragen von gozilla dann heute Abend mehr. Ich habe bereits die Befürchtung, dass die Zungenstellung auch nicht passt.
Das ist es halt, wenn man sich das Ganze selbst beigebracht hat... :oops: Spätestens morgen schaue ich mir mal die ganzen verlinkten Youtube-Videos in aller Ruhe an. Bisher kam ich nur zu Ausschnitten und eigentlich sollte man sich das in Ruhe und konzentriert anschauen. Wobei ich den Charlie Porter echt super finde - hat ne relativ verständliche Art, alles zu zeigen :gut:

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Re: Ansatz-Fotos

Beitrag von Spitfire » Donnerstag 7. Februar 2019, 08:31

gozilla hat geschrieben:
Dienstag 5. Februar 2019, 07:36

Hier nochmal in Kürze
Der freie Buzz ist keine Schikane sondern vielmehr ein Test (geht auch der Ferne) wo der Spieler die Zunge hat
Das mit dem Blatt genauso...hängt damit zusammen was man an Luftführung und schneller Luft zusammen bekommt

Zum Ansatz...pauschal gesagt wenn es sonst keine Baustellen gibt (was leider nie der Fall ist außer bei den 2% Purzelbaumkinder) dann würde ich sagen der Ansatz muss weiter nach unten und wie auch schon gesagt wurde es sollte etwas mehr Eingerollt werde.
Gut man kann auch ausgerollt Spielen (siehe MF) aber das ist mal eine ganz andere Sache.
Also... Wie erwartet ist so ziemlich alles verkorkst bei mir :D
- Zunge ist "zurückgezogen mitten im Raum" wenn man so will, also nicht flach hinter den unteren Zähnen, wo sie wohl sein sollte (?)
- Blatt Papier an der Wand - wie lange sollte das da bleiben? Bei Rauhfasertapete gehts ein wenig, sonst nicht :lol:
- Extrem flaches Mundstück kommt die nächsten Tage, dann schaun mer mal

Eine "Generalüberholung" meines Trompetenspiels wird vermutlich schwer für mich durchzuhalten, weil der falsche Ansatz mit zu viel Druck für meine normale Spiel-Range ausreicht.
Vielleicht hab ich irgendwann die Muße aber realistisch betrachtet werd ich erstmal nur versuchen, die Ansatzposition leicht zu korrigieren entsprechend den Vorgaben von C. Porter.

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Re: Ansatz-Fotos

Beitrag von Spitfire » Montag 8. April 2019, 16:32

Sandu hat geschrieben:
Montag 4. Februar 2019, 20:27
Ferndiagnosen für Ansatz sind quasi unmöglich.
Ich äußere mich trotzdem mal: Du wirst oben wie unten mindestens ein bisschen mehr einrollen müssen. Das würde ich aus dem Bild als Minimal-Erkenntnis herauslesen.
Der Weg sieht für mich allerdings nicht weit aus, vor allem auch, weil du offensichtlich die Unterlippe/Kiefer gut draußen hast. Hoffnungsvoll würde ich sagen: Kleine Korrektur, große Wirkung. Viel Spaß (ganz ohne Ironie) 8)
Hallo zusammen,

nach längerer Zeit melde ich mich mal wieder. Ich bin aktuell ganz zuversichtlich, dass es tatsächlich so ist, dass die vermeintlich kleine Änderung mit der Position (entsprechend den 4 Schritten von Charlie Porter) und mehr Einrollen insbesondere der Unterlippe schon ihre Wirkung zeigen. Ich kann damit sogar ganz ordentlich spielen (--> das fördert die Motivation!), muss nur aufpassen, nicht wieder in den alten Ansatz "reinzurutschen". Klar der Weg ist nach wie vor weit, aber ich hab beim Üben jetzt bspw. auch schon Töne erreicht (natürlich nicht auf Dauer), die bisher völlig außerhalb meiner Range waren. Und ich kann auch gefühlt länger in meinem bisherigen "Limit-Bereich", also bis zum a2 spielen; das kommt selbst nach 30-45 Min spielen nahezu problemlos. Und das nur durch diese kleine Anpassung der Unterlippe bzw. Mundstückposition. Das könnt echt noch was werden mit mir... :D
Der Tipp mit Charlie Porter war mega wichtig: fettes Danke! :gut: :gut: :gut:

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