Charlie Porter & Ich - Ansatzanpassungen/Überbiss

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
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Jens92
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Re: Charlie Porter & Ich - Ansatzanpassungen/Überbiss

Beitrag von Jens92 » Montag 20. Mai 2019, 18:03

Charlies Antwort auf den oben zitierten Kommentar:

"Well, I wouldn’t say it’s an all together different technique. We have absolute scientifically proven evidence to support that the lips do in fact vibrate when we play...we cannot dispute this. However, what must be understood is that there is correlation between the pitch you buzz and how much higher it will be on the trumpet because of the smaller vibrational area of the mpc and the resistance of the horn. This means that playing a middle “g” should feel like buzzing a low “Bb” and not like buzzing a middle “g”. I explain this in the video, but many people simply persist on believing that they are just blowing air or that they have to buzz the same pitch. It is not a different technique...otherwise this exercise would be a complete waste of time. We buzz when we play, we just don’t buzz as high as we play...and the higher we play the larger the different becomes in the correlation. As someone who has studied with many famous teachers, some of whom don’t advocate buzzing, i we’ll understand where they are coming from. However, the results when done correctly, speak for themselves. Something needs to vibrate in order to make sound...thinking that simply blowing air is enough to accomplish this is akin to believing that some magical force is creating the vibration...nope, it’s your lips. Just include the correlation of resistance into your equation and do not buzz for too long and make sure you are going for good sound. The point is to play with form supporting this vibration and not just excessive mouthpiece pressure."

Beste Grüße
Jens

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Re: Charlie Porter & Ich - Ansatzanpassungen/Überbiss

Beitrag von Jens92 » Montag 20. Mai 2019, 21:40


Zapfenstreich
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Re: Charlie Porter & Ich - Ansatzanpassungen/Überbiss

Beitrag von Zapfenstreich » Donnerstag 18. Juli 2019, 11:41

Also erstmal muss ich sagen, dass ich den Thread wirklich super finde! Alles was den Unterricht mit Charlie Porter betrifft wird sehr detailliert beschrieben und es ist interessant zu lesen.
Vielen Dank dafür! :gut:
Auch ich beschäftige mich seit ein paar Wochen mit den Konzepten von Charlie und merke schon jetzt eine Verbesserung meines Ansatzes/Klangs.

Eine Sache beschäftigt mich jedoch seit ein paar Tagen, ich hoffe dass es hier an der richtigen Stelle ist:
Bevor ich mich mit Charlie Porter beschäftigt habe, habe ich ca. ein halbes Jahr Burba gemacht. Damit habe ich aber aufgehört weil mir persönlich der Klang zu kalt/grell/plärrend war.
Dies hatte m.E. damit zu tun, dass sich meine Zungenposition dahingehend verändert hat, dass die Zungenspitze an den forderen Schneidezähnen anliegt und jeder Ton am oberen Rand des Tonzentrums angespielt werden sollte.

Seitdem ich von Burba hin zu Charlie Porter gegangen bin, habe ich vor allem mit Lip Buzzing und Mundstück Buzzing versucht meine Ansatzmaske zu verbessern.
Schon nach ca. 2 Wochen merkte ich, dass mein Ton deutlich runder, voller, zentrierter und klarer wurde, OHNE allerdings so kalt zu werden wie bei den Burba Übungen.
Bildlich würde ich es so beschreiben, dass mein Ton zu Burba-Zeiten dem eines eher kalten LED-Lichts glich und heute mehr dem Licht einer warmen Glühlampe (sorry kann es nicht anders erklären :D )

Nun zu meiner Frage: Weiß jemand vielleicht mehr darüber, wie genau jeweils Zunge und Lippenöffnung die Klangfarbe/das Zentriertsein des Tons verändern? Und könnte es eventuell sein, dass zu Burba-Zeiten meine Zunge und die Lippen einfach nicht im Gleichgewicht waren, sodass die Zunge dominiert hat?

Vielen Dank schonmal für eure Antworten!

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Re: Charlie Porter & Ich - Ansatzanpassungen/Überbiss

Beitrag von Jens92 » Donnerstag 18. Juli 2019, 13:54

Hi!

Freut mich wirklich sehr, dass du mit diesen Konzepten Fortschritte machst und hier schon das ein oder andere für dich mitnehmen konntest! Danke für das Feedback! :)

Natürlich reden wir jetzt schon über Dinge, die teilweise über die grundlegenden Sachen hinausgehen. Deswegen ist es schwierig, das auf diesem Wege überhaupt zu beurteilen. Aber da können wir gerne mal zeitnah die Skype-Stunde angehen, wenn du magst :).

Grundsätzlich ist es doch gut, dass du mit Charlies Konzepten deinem Klangideal näher kommst! Zum Thema Leadpipe-Buzzing, das du in der letzten PN angesprochen hattest, empfehle ich nochmal folgendes Video:

https://www.youtube.com/watch?v=CoGohs41TT8&t=549s

Wie gesagt, alles ist hier reine Spekulation, warum dein Ton mit "Burba-Methoden" für dein Ohr kälter klingt. Aber meine Erfahrung mit Burba-Schülern ist die, dass sich oft (nicht immer! - Ich kenne durchaus auch Gegenbeispiele) eben auf jene technischen Komponenten versteift wird und vergessen wird, die Ohren für den eigenen Klang zu öffnen. Das könnte die Unterschiede erklären. Es ist schwer zu sagen, was du da wirklich anders machst, wenn du "nach Burba" spielst.
Grundsätzlich mag ich dieses Schubladen-Denken und Methoden-Denken auch gar nicht.

Vielmehr ist es doch wichtig, einfach gut zu klingen. Das sollte überhaupt unsere Priorität Nr. 1 sein. Wenn man das mit Burba, oder was auch immer, erreicht, dann ist ja auch alles gut.

Deine Zungenspitze sollte beim Binden ohnehin hinter den Schneidezähnen anliegen und der Zungenrücken sollte sich entsprechend formen. Die Position der Zungenspitze beim Stoßen ist eher sekundär. Hier sollte man vllt. sogar je nach Stil flexibel sein. M.M.n. bietet der Stoß mit der Zungenspitze jedoch eine höhere klangliche Flexibilität.
Das Volumen des Mundraums und der Grad der Zungenwölbung beeinflussen die Klangfarbe schon zu einem gewissen Grad. Aber dies auch eher subjektiv. Ob das wirklich objektiv feststellbar oder gar vergleichbar ist, ist wohl fragwürdig.

Grundsätzlich sollten wir aber immer nach dem bestmöglichen, resonantesten Sound streben. Diesen erreichen wir durch eine Balance aus allen Faktoren, die den Ansatz bilden. Wenn das erreicht ist, beeinflusst die Klangfarbe meiner Meinung nach am meisten das gespielte Equipment, sprich hauptsächlich erstmal das Mundstück (vorrangig Kesseltiefe). Der hierbei wichtigste Faktor ist aber sicherlich die eigene Klangvorstellung im Kopf. Das gewählte Equipment sollte deine Klangvorstellung natürlich unterstützen. Bspw. macht es keinen Sinn auf einem großen, tiefen Mundstück einen Big-Band-Laserstrahl erreichen zu wollen. Gehen tut das schon bis zu einem gewissen Grad, aber es ist einfach höchst ineffizient.

Dass du jetzt insgesamt mit Charlies Konzepten Fortschritte gemacht hast, ist jedenfalls super! Wenn nämlich dann alles in Balance richtig funktioniert und wir natürlich den zu spielenden Ton auch richtig hören (was sicherlich das aller wichtigste ist, andernfalls muss man wieder mit irgendwas kompensieren), kann man Equipment so wählen, dass es einem auch nützt. Deswegen wäre meine Frage zunächst, was du für ein Mundstück spielst? Auch gibt es natürlich Leute (wie Arturo Sandoval), die das Meiste (auch Arturo hat noch ein ganz tiefes Trp-Mundstück mit Flgh-Kessel) mit einem Mundstück spielen.
Hier ist wohl einfach die musikalische Herangehensweise und die eigene Klangvorstellung maßgeblich. Hervorragendes Gehör, gute musikalische Bildung und viel Hören und Imitieren sind hier sicherlich wichtige Faktoren.
Im Idealfall sind an die eigene Klangvorstellunng auch immer Bilder und/oder Emotionen beim Musizieren geknüpft. Ich glaube, nur so können wir mit Musik etwas beim Zuhörer bewegen und wahrscheinlich ist dies auch der beste Weg, um seine Klangvorstellung zu beeinflussen und zu prägen.

Nichtsdestotrotz ist eine gute technische Grundlage dafür Voraussetzung, seinen Klang überhaupt formen zu können. Du wirst im Nachhinein feststellen, dass dir das Meistern der Grundlagen wieder die nötige Flexibilität und Freiheit gibt, sich voll und ganz der Musik zu widmen (was wir sowieso tun sollten) und durch entsprechende Klangvorstellungen und Wahl des passenden Equipments deine Klangfarbe zu beeinflussen.

Also ich würde mir folgende Fragen stellen:

- Funktionieren meine Grundlagen?
- Wie möchte ich überhaupt klingen?
- Welches Equipment passt dazu?

Die technische Komponente ist anfangs natürlich wichtig, aber sie sollte irgendwann nicht mehr eine allzu große Rolle spielen.

Ich glaube, dass sich die Frage nach der Klangvorstellung - sofern Grundlagen und Equipment passen - ausschließlich musikalisch lösen lässt.

Ich hoffe, das hilft! Gerne können wir die Unterhaltung auch per PN weiterführen! Aber vielleicht äußert sich ja noch jemand zum Thema.

Beste Grüße & viel Erfolg!

Jens

TomPrete
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Re: Charlie Porter & Ich - Ansatzanpassungen/Überbiss

Beitrag von TomPrete » Freitag 19. Juli 2019, 10:06

Hi,

ich hoffe es ist in Ordnung, wenn ich mich hier auch ohne direkten Bezug zu Charlie beteilige, das Thema mit dem Klang finde ich jedenfalls interessant, da ich bei mir auch nicht immer sagen kann, was welchen Einfluss hat.
Zapfenstreich hat geschrieben:
Donnerstag 18. Juli 2019, 11:41
Bevor ich mich mit Charlie Porter beschäftigt habe, habe ich ca. ein halbes Jahr Burba gemacht. Damit habe ich aber aufgehört weil mir persönlich der Klang zu kalt/grell/plärrend war.
Ich habe Burbas Buch nur gelesen und nicht die Übungen gemacht, aber wenn ich mich recht entsinne, empfiehlt er doch zumindest am Anfang nicht auf den Klang zu hören, bzw. nur auf grobe Fehlfunktionen. Ich kann diese Einstellung je nach Situation inzwischen nachvollziehen, aber das kann ja eventuell auch ein Grund sein, wenn du jetzt einfach mehr auf deinen Klang achtest, wie Jens schon geschrieben hat.
Zapfenstreich hat geschrieben:
Donnerstag 18. Juli 2019, 11:41
Dies hatte m.E. damit zu tun, dass sich meine Zungenposition dahingehend verändert hat, dass die Zungenspitze an den forderen Schneidezähnen anliegt und jeder Ton am oberen Rand des Tonzentrums angespielt werden sollte.
Ich finde schon, dass die Zungenposition den Klang verändern kann, wobei es bei mir glaube ich mehr am Mundraumvolumen hängt. Meine Freundin kann den Unterschied auch hören, wobei man natürlich nie weiß, was man sonst noch verstellt. Ob die Zungenspitze dabei fixiert ist, macht für mich aber nur bei eher tiefen Tönen einen Unterschied. Aber bezüglich der Zunge kannst du doch ganz einfach ausprobieren, welchen Effekt welche Lage hat. Ich finde hier kann man sehr bewusst und direkt die Lage verändern und den Klang beobachten.
Zapfenstreich hat geschrieben:
Donnerstag 18. Juli 2019, 11:41
Seitdem ich von Burba hin zu Charlie Porter gegangen bin, habe ich vor allem mit Lip Buzzing und Mundstück Buzzing versucht meine Ansatzmaske zu verbessern.
Ohne Burba praktiziert zu haben (korrigiert mich, wenn ich falsch liege), kann ich mir vorstellen, dass auch die ganzen mimischen Übungen den kalten Ton verursachen können. Wenn ich viele Übungen mit viel Spannung mache (z.B. Lip Clamp Squeek aus BE), wird mein Ton auch eher dünner. Ich erkläre mir das dann damit, dass die Lippen zu sehr auf Kraft fixiert sind und nicht mehr so frei schwingen. Wenn du jetzt beim Lip- und Mundstück-Buzzing immer auf einen vollen und effizienten Ton achtest, hast du damit vielleicht ein besseres Gleichgewicht erreicht.

Was mich noch interessieren würde: Hast du andere Veränderungen abseits der Tonqualität bezüglich Treffsicherheit, Flexibilität, Höhe, Ausdauer oder Intonation festgestellt?

Viele Grüße
Thomas

Alien
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Re: Charlie Porter & Ich - Ansatzanpassungen/Überbiss

Beitrag von Alien » Dienstag 23. Juli 2019, 10:04

Man kann bei Charlie auf jeden Fall was mit nehmen.
wie hier z.B. https://www.youtube.com/watch?v=pl3oo50CL8o
diese Musik ist nicht unbedingt meine Fall, aber man kann hier viel über Ausdrucksmöglichkeiten beim Trompeten Solo in Mainstream Jazz der 60-70 Jahre erfahren.
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