Arban Anfänger

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Dobs
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Re: Arban Anfänger

Beitrag von Dobs » Donnerstag 10. Januar 2013, 12:26

SAMARA hat geschrieben:Also ich finde die relativ stupiden Tonleiter-Übungen im Arban einfach nur spitze, weil: man sich aussuchen kann, in welcher Tonart und daher auch die max. Tonhöhe bestimmen kann!
Danach kann man immer noch höher gehen oder die Vorzeichen vervielfachen...
Ich mag die weniger gerne, da sie nach dem Muster "Treppe rauf, Treppe runter" verlaufen (1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 7 - 6 - 5 - 4 - 3 - 2 - 1). Ich habe die paar Tonleitern, die ich einigermassen beherrsche, nach dem Muster erlernt und mir fällt es vermutlich auch deshalb nicht so ganz einfach einzelne Stufen einer Tonleitern gezielt anzuspielen, etwa so: 1, 3, 7, 5 etc.
"Musik und Bier sind Themen, die traditionell sehr eng miteinander verbunden sind." - Sch.-Hausbrandt (Herri Bier)

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Bixel
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Re: Arban Anfänger

Beitrag von Bixel » Donnerstag 10. Januar 2013, 12:37

SAMARA hat geschrieben:...die relativ stupiden Tonleiter-Übungen im Arban...
Das halte ich für einen wichtigen Punkt.

Zur Erkenntnis der Sinnhaftigkeit regelmäßiger Tonleiter-Übungen (und zu deren sinnvoller Ausgestaltung) kommt man m.E. notgedrungen auch ohne "stupide" Vorlagen, wenn man das eigene Üben und dessen Nutzen aufmerksam beobachtet.

Der Vorteil hierbei liegt m.E. darin, dass der Geist gefordert wird und frisch bleibt/wird.

Damit erhöhen sich die Chancen, zu einem mündigen (und nicht allzu mechanischen) Musiker zu werden.
Zudem schafft es ideale Voraussetzungen, um mit dem Instrument "singen" zu lernen, was die Improvisationsfähigkeit extrem fördert.
Bobby Shew hat geschrieben:In a way "I had a better system" – no one said "Bobby do that" – I had to think.
Die Aussage "Arban ist aber hier das Maß der Dinge und ein ernsthafter Trompeter kommt nicht drum rum" kann von mir nicht unwidersprochen bleiben, weil Leser, die ernsthafte Trompeter sein (oder werden) wollen bei unkritischer Rezipienz jener Behauptung möglicherweise um die von mir beschriebenen Benefits gebracht würden.

:idea:
.
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SAMARA
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Re: Arban Anfänger

Beitrag von SAMARA » Donnerstag 10. Januar 2013, 13:32

Dobs hat geschrieben: Ich mag die weniger gerne, da sie nach dem Muster "Treppe rauf, Treppe runter" verlaufen (1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 7 - 6 - 5 - 4 - 3 - 2 - 1). Ich habe die paar Tonleitern, die ich einigermassen beherrsche, nach dem Muster erlernt und mir fällt es vermutlich auch deshalb nicht so ganz einfach einzelne Stufen einer Tonleitern gezielt anzuspielen, etwa so: 1, 3, 7, 5 etc.
Right! Auch wieder wahr, aber es gibt ja auch genug Intervall-übungen o.ä. Ich nutz das trotzdem gern zum warmwerden, vor allem das präzise (!!!) Steuern von Binden und Stoßen wird hier schön verdeutlicht und die Variationen damit gefallen mir pers. ganz gut.

Das tolle ist ja, man darf ja selbst entscheiden beim Üben!!! :gut:

LG, Samara
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Re: Arban Anfänger

Beitrag von duden » Donnerstag 10. Januar 2013, 15:37

Ich bin kein Lernpsychologe, aber ich denke schon, dass ein gewisses Maß an Stupidität zum Üben gehört - was ja auch der Sinn von Etüden ist: Ein bestimmtes Problem zu isolieren (Zunge, Fingertechnik, Höhe, Rhythmus, you name it), so dass man sich darauf konzentrieren kann und nicht zu viele Sachen gleichzeitig machen muss. Beispiel: Wenn ich versuchen würde, Doppelzunge durchs Üben von "Green Hornet" zu lernen, hätte ich soviel mit greifen und der Höhe zu tun, dass nicht mehr genügend Konzentration für die Zunge übrigbleiben würde. Dieses konzept der isolierten betrachtung findest du bei Arban, bei Clarke, eigentlich bei allen Schulen, in denen es nicht nur darum geht, genervte Neunjährige bei der Stange zu halten - und es ist m.E. auch notwendig für einen kontinuierlichen, systematisierten Fortschritt. Natürlich kann man auch einfach so ein bisschen rumüben, wonach einem gerade der Sinn steht. Dass einen das jedoch auf längere Sicht wirklich schneller voranbringt, bezweifle ich.
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Re: Arban Anfänger

Beitrag von Bixel » Donnerstag 10. Januar 2013, 16:54

duden hat geschrieben:Natürlich kann man auch einfach so ein bisschen rumüben, wonach einem gerade der Sinn steht. Dass einen das jedoch auf längere Sicht wirklich schneller voranbringt, bezweifle ich.
Ich schrieb (und meinte auch) nicht, dass man (planlos) "einfach so ein bisschen rumüben" soll.

Dein Beitrag möchte hoffentlich nicht bedeuten, dass planloses "einfach-so-ein-bisschen-Rumüben" die einzige denkbare Alternative zur Beschäftigung mit Arbans Trompetenschule darstellt?

Übrigens ist Jean-Baptiste Arban die ersten etwa vierzig Jahre seines Lebens ohne "La grande méthode complète de cornet à pistons et de saxhorn par Arban" zurecht gekommen.

Das Werk ist meines Wissens erst seit 1864 erhältlich.

:wink:
.
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Re: Arban Anfänger

Beitrag von Spätstarter » Donnerstag 10. Januar 2013, 17:00

hallo,
vielen Dank für die menge Antworten. Mir ist klar, daß ich hier ein Greenhorn bin, aber gestattet ihr mir eine Anmerkung? Die meisten Beiträge in diesem Forum sind Kritiken an die jeweiligen Tipgeber untereinander. Nicht, daß ich den Unterhaltungswert unterschätze, aber ich hätte jetzt schon Hemmungen, auf irgend ein Thema zu antworten. Das Valium heutzutage scheint auch nichts mehr zu taugen. :Tock:

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Re: Arban Anfänger

Beitrag von Dobs » Donnerstag 10. Januar 2013, 17:10

Spätstarter hat geschrieben:Die meisten Beiträge in diesem Forum sind Kritiken an die jeweiligen Tipgeber untereinander. :
Sofern sich die Kritiken auf den Inhalt der jeweiligen Beiträge beziehen: Das ist der Sinn eines Diskussionsforums.
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Re: Arban Anfänger

Beitrag von Spätstarter » Donnerstag 10. Januar 2013, 17:45

achso,

kopfkratz, raschlraschl... :Hä:
da liegt also mein Denkfehler.

Dann will ich mal kein Partykiller sein.

Woody Allen: "Ich würde nie einem Club beitreten, der Mitglieder wie mich aufnimmt."

LG

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Re: Arban Anfänger

Beitrag von Robert Mai » Donnerstag 10. Januar 2013, 21:43

Spätstarter hat geschrieben:hallo,
vielen Dank für die menge Antworten. Mir ist klar, daß ich hier ein Greenhorn bin, aber gestattet ihr mir eine Anmerkung? Die meisten Beiträge in diesem Forum sind Kritiken an die jeweiligen Tipgeber untereinander. Nicht, daß ich den Unterhaltungswert unterschätze, aber ich hätte jetzt schon Hemmungen, auf irgend ein Thema zu antworten. Das Valium heutzutage scheint auch nichts mehr zu taugen. :Tock:

Sei entspannt mein Freund :Banana:

Jeder sieht es aus seiner Warte, dass ist kein Problem!!


LG Robert

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Re: Arban Anfänger

Beitrag von Blas! » Donnerstag 10. Januar 2013, 21:51

Ich sehe es so:

Wer den Arban drauf hat, kann mit Sicherheit gut Trompete spielen; wer den Arban nicht drauf hat, kann vielleicht trotzdem gut Trompete spielen.

8)
Blas!

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Re: Arban Anfänger

Beitrag von duden » Donnerstag 10. Januar 2013, 23:06

Bixel hat geschrieben:Übrigens ist Jean-Baptiste Arban die ersten etwa vierzig Jahre seines Lebens ohne "La grande méthode complète de cornet à pistons et de saxhorn par Arban" zurecht gekommen.

Ich weiß noch was Schlimmeres: Bach hat sein gesamtes Werk ohne ein einziges Lehrbuch in Bachscher Harmonielehre oder Kontrapunkt geschrieben.
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Re: Arban Anfänger

Beitrag von tubicen » Donnerstag 10. Januar 2013, 23:37

Trumpetjörgi hat geschrieben:Hallo Spätstarter, willkommen im Forum!
Zu Deiner Frage:
Der "Arban" bildet immer noch die Bibel des Trompetenspiels, aber wie diese ist er nicht zeitgemäß und ohne fundierte fachliche Anleitung, sprich Unterricht, ungenießbar!
Der zeitgemäße Charakter der Bibel wäre mal einen extra Thread wert ;-)!
:narr:

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Re: Arban Anfänger

Beitrag von Bixel » Donnerstag 10. Januar 2013, 23:48

duden hat geschrieben:Ich weiß noch was Schlimmeres: Bach hat sein gesamtes Werk ohne ein einziges Lehrbuch in Bachscher Harmonielehre oder Kontrapunkt geschrieben.
Nicht zu fassen! :o

Die gute Nachricht aber: Wer Bachsche Harmonielehre und Kontrapunkt paukt, wird mit Sicherheit ein guter Komponist.

:P
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Re: Arban Anfänger

Beitrag von Blas! » Freitag 11. Januar 2013, 06:29

Bixel hat geschrieben: Wer Bachsche Harmonielehre und Kontrapunkt paukt, wird mit Sicherheit ein guter Komponist.

:P
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Hier im TF wird echt schonungslos aufgedeckt und rückhaltlos aufgeklärt.

:shock:

Aber: Lediglich Pauken bringt nicht zwingend was, nur "Draufhaben. Dann ist man mit Sicherheit ein guter Komponist; wahrscheinlich sogar ein zeitgemäßer - wenngleich womöglich kein zeitgenössischer. Man ist dann möglicherweise ein ernsthafter Komponist - aber auch zwingend ein ernstzunehmender...?

:roll:
Blas!

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Re: Arban Anfänger

Beitrag von Schlaui » Freitag 11. Januar 2013, 08:49

Bixel hat geschrieben:
duden hat geschrieben:Ich weiß noch was Schlimmeres: Bach hat sein gesamtes Werk ohne ein einziges Lehrbuch in Bachscher Harmonielehre oder Kontrapunkt geschrieben.
Nicht zu fassen! :o

Die gute Nachricht aber: Wer Bachsche Harmonielehre und Kontrapunkt paukt, wird mit Sicherheit ein guter Komponist.

:P
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Absolut. Sofern er vor 1750 geboren wurde.

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