Fingertechnik

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OndraJ
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Fingertechnik

Beitrag von OndraJ » Freitag 16. November 2012, 13:32

Bin vor einigerzeit von Drehventil auf Perinet umgestiegen.
Bin mir bis jetzt nicht klar darüber, wie ich meine finger auf die ventile legen soll.

wie drück ihr bzw. wie haltet ihr die rechte hand?
mit den fingerkuppen, finger gerade oder gekrümmt?
mit dem 2. fingerglied?

bitte um meinungen.

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Re: Fingertechnik

Beitrag von duden » Freitag 16. November 2012, 13:50

Der Druck sollte möglichst senkrecht von oben kommen, die Fingerkuppen liegen auf den Ventilknöpfen. Wenn Du mit gestreckten Fingern spielst und deshalb mit dem zweiten Fingerglied drückst, verkantet das Ventil jedes Mal - weil du es eben nicht senkrecht in die Ventilhülse bewegst, sondern zur Seite drückst. Wichtig ist auch, dass, wenn du Dir eine Gerade durch die Fingerknöchel vorstellst, diese parallel zum Mundrohr verläuft. Viele Spieler neigen dazu, das Handgelenk näher zum Mundstück hin zu halten. Dadurch aber werden die Wege der Finger unterschiedlich lang, was bei schnelleren Passagen zu einem Problem werden kann.
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Re: Fingertechnik

Beitrag von Singvögelchen » Freitag 16. November 2012, 14:09

@Duden: alles korrekt :gut:

was mir immer so auffällt, du solltest auf keinen Fall den Ehrgeiz haben, den Maschinenstock exakt senkrecht auszurichten. Dabei kämen deine beiden Arme auf jeden Fall in ein unangenehmes Ungleichgewicht. So ein kleines bisschen nach rechts gekippt sind deine beiden Hände in etwa auf gleicher Höhe, da hast du immer ein gutes Gefühl.
Und der kleine Finger rechts sollte genaugenommen auf dem kleinen Haltering obendrauf liegen, damit alle vier Finger in einer entspannten Haltung sind (wie beim Klavierspielen). Allerdings machen das fast alle Trompeter anders, kleinen Finger in den Haken und abknicken. Diese Option ist aber nur dann zu empfehlen, wenn du die Trompete nur mit rechts hältst und mit der linken Hand irgendwelche lustigen Dämpfereffekte machst. Probier halt ein bisschen rum, wie du dich am wohlsten fühlst! Ach so, links musst du natürlich auch schauen, wie du am besten mit den beiden Triggern klar kommst, da sind schon einige verzweifelt. Immer erst mal ganz langsam probieren und dabei schauen, ob die Bewegungen halbwegs natürlich ablaufen.
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Re: Fingertechnik

Beitrag von duden » Freitag 16. November 2012, 17:55

Singvögelchen hat geschrieben: Und der kleine Finger rechts sollte genaugenommen auf dem kleinen Haltering obendrauf liegen, damit alle vier Finger in einer entspannten Haltung sind (wie beim Klavierspielen).
Bei mir liegt der kleine Finger nicht auf dem Haken auf noch steckt er drin, er "schwebt" vielmehr frei in der Luft. alles andere finde ich verkrampft. Und manchmal braucht man ja einen Triller aus dem Arm, das ist unmöglich, wenn der kleine eingehakt ist.
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Re: Fingertechnik

Beitrag von Singvögelchen » Samstag 17. November 2012, 11:23

duden hat geschrieben:Bei mir liegt der kleine Finger nicht auf dem Haken auf noch steckt er drin, er "schwebt" vielmehr frei in der Luft. alles andere finde ich verkrampft. Und manchmal braucht man ja einen Triller aus dem Arm, das ist unmöglich, wenn der kleine eingehakt ist.

Absolut einleuchtend, aber ich habe das Problem, dass ich halt auch oft den kleinen Finger gezielt einsetzen muss. Z.B bei der vierventiligen Piccolo, beim Corno da Cacchia oder auch beim Oktavloch auf der Barocktrompete. Und deswegen muss ich ihn mit 100%er Präzision kontrollieren können. Das bedeutet, auch in Situationen, wo er nicht unbedingt gebraucht wird (dreiventilige Perinet-tp), auf seine ordentliche Haltung zu achten, die seine Funktionen nicht verkümmern lässt (abknicken).
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Re: Fingertechnik

Beitrag von duden » Samstag 17. November 2012, 18:51

... und dann hör ich em Jungen beim Üben zu, er spielt jetzt seit einem Jahr und ist glücklich, wenn er das e´´ erwischt und daran denkt, dass das fis mit dem zweiten gegriffen wird, und Sechzehntel, uiuiui, die sind aber schnell ("Gibt´s auch Zweiunddreißigstel? Kannst Du die spielen?"), und dann denk ich mir: Wir hier haben vielleicht Probleme. Wo der kleine Finger hingehört...
(Aber natürlich geht es irgendwann mal um genau solche scheinbaren Kleinigkeiten.)
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Re: Fingertechnik

Beitrag von Singvögelchen » Samstag 17. November 2012, 23:35

Richtig ärgerlich ist ja nur, wenn du irgendwann merkst, dass du dir, ohne je darüber nachgedacht zu haben, falsche Abläufe antrainiert hast und genau diese jetzt mit großem Aufwand ausbügeln musst.

Deswegen finde ich es super vom User OndraJ, dass er gleich zu Anfang nachfragt, um genau diese Situation zu vermeiden.

Ich selber spiele ja im Übrigen gar keine Perinettrompeten, aber ständig habe ich Schüler mit Trompeten aller Art und den dazugehörigen Haltungsfehlern bei mir und da mache ich mir natürlich so meine Gedanken. Und völlig richtig, wenn ich einem kleinen Schüler mit solchen "Kleinigkeiten" die Lust am Musizieren nehme, dann habe ich was falsch gemacht. Alles immer gut dosiert, dann kann was draus werden.
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Re: Fingertechnik

Beitrag von tubicen » Sonntag 18. November 2012, 16:57

Hey,

'in der Luft schwebend' finde ich auch nicht so richtig natürlich, wenn damit gemeint ist, dass der kleine Finger nach oben steht oder sich in der Luft krümmt.
Das schränkt für meine Begriffe die Beweglichkeit des Ringfingers ein. Aber wenn du damit klar kommst, ist ja alles gut :).
Manchmal hilft es auch eine Zeit lang etwas anderes auszuprobieren, um dann festzustellen, dass es - auch wenn es zunächst ungewohnt und nicht so passend erscheint - sich dann als wesentlich angenehmer herausstellt.

Grüße,
tub

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Re: Fingertechnik

Beitrag von duden » Sonntag 18. November 2012, 19:48

Hai, Tubicen,
ich hab ja auch jahrelang den kleinen Finger in den Haken eingehakt, bis mich mein Prof darauf aufmerksam gemacht hat. Das Entscheidende ist: Die linke Hand hält + trägt die Kanne - die rechte greift und hat mit der Schwerkraft und dem Gewicht der Trompete nichts zu tun. Deshalb kommt z.B. auch die Spitze des (rechten) Daumens zwischen erstes und zweites Ventil, und nicht unter das Mundrohr.
Gruß
D.
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Re: Fingertechnik

Beitrag von Singvögelchen » Sonntag 18. November 2012, 21:08

So sieht es aus.
Kennt ihr auch das Phänomen, wenn ihr beispielsweise einer Schulklasse etwas über Trompete erklärt und die Kinder dann mal probieren dürfen, dass nahezu alle erstmal bei Drehventilinstrumenten den rechten Daumen in den sog. Ausziehring vom zweiten Ventilbogen bzw. bei Perinetinstrumenten wie beschrieben den kleinen rechten Finger in den Haken klemmen?

Ich seh sowas ständig und versuch dann natürlich immer ganz behutsam Einfluss zu nehmen :argh:
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Re: Fingertechnik

Beitrag von Bixel » Montag 19. November 2012, 11:50

Verdammt... mein rechter kleiner Finger ruht für gewöhnlich im Fingerhaken, und die rechte Daumenkuppe liegt am ersten Ventil an, wobei das Mundrohr auf dem ersten Daumenglied aufliegt.

:schock:
.
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Re: Fingertechnik

Beitrag von duden » Montag 19. November 2012, 13:11

Und so kriegst Du einen Ton raus? Erstaunlich.
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Re: Fingertechnik

Beitrag von Bixel » Montag 19. November 2012, 13:44

duden hat geschrieben:Und so kriegst Du einen Ton raus? Erstaunlich.
Ich wundere mich ja selbst.

Möglicherweise liegt es daran, dass beim Trompetenspiel von der rechten Hand keine Höchstleistungen verlangt werden und es daher auch wenig zu optimieren gibt, sofern man nicht ungewöhnlich kleine Hände hat.

Vermutlich gilt hier Ähnliches wie für die Atmung: Sich keinen Kopf machen und möglichst entspannt agieren.

:roll:
.
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Re: Fingertechnik

Beitrag von harryhaller » Montag 19. November 2012, 15:27

Hm, bei mir sieht es so aus, dass es darauf ankommt, wie ich die Trompete mit der linken Hand halte. Und das wiederum hängt davon ab, wie es mir gerade ist. :-D
Das Einzige, was dabei konstant ist, wenn ich in den 3 gestrichen Bereich gehe hake ich den kleinen Finger der rechten Hand ein und die linke umfasst den Ventilblock an den drei unteren Enden. Allerdings nur leicht, so, dass die Trompete in der Hand ruht. Den nötigen Anpressdruck übernimmt der kleine Finger der rechten Hand. :-D
Ansonsten, wie schon gesagt, mal so mal so, wie es sich grad gut anfühlt.
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Re: Fingertechnik

Beitrag von tubicen » Montag 19. November 2012, 22:08

Duden, ich stimme dir zu.
Darf ich fragen, wer dein Prof ist? Hab das auch schonmal gehört ;)...

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