Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
Probleme, Gundlegende Techniken etc.

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Trompete-Ede
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Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Trompete-Ede » Freitag 19. Oktober 2012, 09:33

Liebes Forum,

zum Thema Ansatzumstellung gibt es ja wahrlich genügend Beiträge und Diskussionen, dennoch habe ich mein spezifisches Problem noch nicht behandelt gefunden.
Zu mir: 34 Jahre, spiele seit 25 Jahren Trompete, früher semi-professionell in Big-Bands und Tanzorchestern (als Aushilfe viel international unterwegs) und heute aus Zeitgründen (beruflich viel zu tun und ständig unterwegs) nur noch ein paar "Freizeit-Gigs" mit Showbands und ab und an mal eine Jam-Session oder CD-Aufnahme.

Ich habe von Anfang an sehr weit rechts (fast schon am Mundwinkel) angesetzt, mein Lehrer meinte, das ist ok, denn der Körper suche sich ja schließlich immer selbst die optimale Stellung. Habe allerdings auch schon immer mit viel Druck gespielt. In guten Jahren ging der Ansatz bis zum G''', darüber hinaus kam ich nie. Das war allerdings wwie o.g. nur mit viel Druck möglich. Mit der zeit habe ich auch bereits in tiefen Lagen immer in Dizzy-Gillespie-Manier meine Backen (insbesondere die rechte, auf der Seite des verschobenen Ansatzes) aufgeblasen und dies wurde schlussendlich mein "Markenzeichen" (allerdings natürlich eher bei den Leuten, die nicht erkannten, dass dies ein Problem sein könnte...). Irgendwann hat sich - wohl aufgrund des Drucks - auch meine linke (also die dem Ansatz gegenüberliegende) Seite der Unterlippe über die Oberlippe gestülpt und teilw. entwich hier dann in höheren Lagen die Luft.
Seit zwei Jahren habe ich nun ein massives Problem, welches völlig unerwartet und ohne Vorankündigung auftrat: ich konnte keinen suaberen Ton mehr spielen, er war rauschig und fing an, fürchterlich zu krächtzen, bereits in tiefen Lagen. Crescende, geschweige denn Fortissimo: unmöglich. die Höhe ab dem E'' blieb komplett aus und ich befürchtete, das Trompetenspiel ganz aufgeben zu müssen, da ich so keinen Gig mehr annehemen konnte und natürlich auch die Lust am Spielen verschwand.

Nun habe ich mich aufgerappelt und beschlossen, mit einer Anstzumstellung sowie gezieltem training das ganze nochmal anzugehen. Habe mir hierzu intensiv Malte Burba's Brass Master Class, Balanced Embouchure und Calistenics zu Gemüte geführt und bin seit etwa 23 Monaten sher diszipliniert am Üben. Lehrer habe ich momentan keinen, da ich beruflich im Auslandd unterwegs bin und selten nach Hause komme. Werde meinen alten Lehrer aber demnächst mal besuchen. Mein größter Fehler bislang war meiner Meinung nach die Atmung/Stütze, denn ich habe fast immer nur mit dem Ansatzdruck gespielt (daher auch die rasche Ermüdung und Verletzungen an der Lippe).

Ich frage mich nun, ob ich überhaupt auf dem richtigen Weg bin mit meinem Vorhaben, denn:

1) Mit der Verlagerung des Anstzes in die Lippenmitte und bei konstnter Spiegelkontrolle schaut das nicht schlecht aus und das Einrollen der Lippe funktioniert, ich setze m.E.n. nicht ein. Allerdings ist der Ton extrem rauschig (viel Luft im Ton), er kommt fast nie wirklich klar.
2) Auch wenn ich auf die Atmung achte, ahbe ich bereits nach dem Buzzen, spätestens jedoch nach ein paar Minuten Calistenics im unteren Bereich einen ordentlichen Abdruck auf der Lippe.
3) Ich kann den Anstz zwischen tiefen und hohen Lagen nicht entspr. schnell umstellen, da.h. entweder Höhe spricht an, aber keine Sprünge in die Tife möglich, oder umgekehrt.
4) Ich bekomme keinen Fortissimo-Ton hin, habe das Gefühl, dass die Luft fehlt, keine Kraft da ist und/oder sich die Kehle verkrampft/zuschnürt.
5) Durch den neuen Anstz mit leichtem Einrollen und Zungenstellung an den unteren Schneidezähnen (gem. Burba) habe cih kein richtiges Gefühl mehr für den Ton, der Anstoß fällt schwer und ich habe auch keine wirkliche Kontrolle, einen Ton exakt zu treffen.

Puuuuh, das war ganz schön viel auf einmal, aber ich hoffe, das hilft mein Problem zu verstehen und ggf. bereits erste Hinweise geben zu können.

Ich bin wirklich ein optimistischer und extrem ehrgeiziger Mensch und ohne diese Eigenschaften hätte ich dem Trompetenspiel wohl auch nach den Jahren des Frusts und der Enttäuschung keine zweite Chance mehr gegeben bzw. zu so drastischen Maßnahmen gegriffen. Dennoch bin ich jetzt mit meinem Latein langsam aber sicher am Ende und frage mich, ob der Weg, den ich beschreite, der richtige ist...

Ich freue mich sehr auf Kommentare und hoffe, das jemand mit fundierten Ratschlägen und Erfahrungen Licht ins Dunkel und ein wenig Motivation/Zuversicht bringt! ich danke Euch bereits jetzt für die Hilfe!

Viele Grüße,
Trompete-Ede

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Re: Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Gisbert » Freitag 19. Oktober 2012, 11:23

Hallo und herzlich Willkommen,

es ist wahrscheinlich nicht so einfach, Dinge zu ändern, die du 25 Jahre auf eine bestimmte Art und Weise gemacht hast. Deine Beschreibungen erwecken bei mir den Eindruck, dass du deinen Ansatz nicht grundlegend geändert hast, sondern dass du lediglich die Mundstückposition von Rechts zur Mitte verlagert hast aber weiterhin mit großem Druck auf die Lippen spielst. Auch, wenn die Trockenübung im Spiegel gut aussieht, scheinst du möglicherweise alles zu vergessen, wenn die Trompete dazu kommt.

Ich habe einen Workshop mit Malte Burba kürzlich besucht, wo er eine schöne Analogie zur Ansatzumstellung erwähnte: Man muß das neue Haus erst fertig bauen, bevor man einziehen und das alte abreißen kann.

Bei dir ist der Keller noch nicht fertig und kommst schon mit den Wohnzimmmermöbeln an. Jetzt weißt du nicht, wo du die hinstellen sollst und naß werden die auch......

Burba hat früher sogar empfohlen, bei grundlegenden Änderungen (z.B. Ansatzänderung), zunächst gernicht mehr Trompete zu spielen, sondern sich über einen langen Zeitaum (ein Jahr und mehr) ausschließlich mit Trockenübungen zu beschäftigen. Dies sollte dazu führen, dass sich bewußt erlernte Abläufe durch intensives Training im Unterbewußtsein verfestigen und damit zur Anwendung kommen und zwar erst, wenn dies unterbewußt geschied.

Diese völlige Enthaltsamkeit läßt sich aber nur schwer einfordern, was zu der Empfehlung geführt hat, zunächst wie gewohnt weiterzuspielen, um dann, nach entsprechender Trainingsphase (ohne Instrument), die Umstellung vorzunehmen.

Vielleicht ist das dein Schlüssel zum Erfolg.
Gruss
Gisbert

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Re: Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von funtrumpet » Freitag 19. Oktober 2012, 11:45

Du darfst nicht vergessen,du hast jetzt 25! Jahre auf der rechten Seite der Lippen gespielt :!:
Wenn du G3 erreicht hast ist das sehr ansprechend.

Und jetzt wanderst du mit dem Ansatz in die Mitte.
Das ist wie wenn du neu zum Trompete spielen beginnst,da kannst du auf Anhieb keinen schönen Ton erzeugen.
Ich denke das wird schon seinen Grund haben,wieso du früher auf der rechten Seite angesetzt hast.
Zahnstellung :question:

Ich würde an deiner Stelle auf der rechten Seite bleiben und mir dort einen möglichst druckfreien und lockeren Ansatz probieren anzugewöhnen.
Alles muss ohne Gewalt gehen.....achte darauf.

Ein Tipp::Kauf dir das Übungsheft "Kraft-Ausdauer-Flexibilität-HöheTon" vom User Trompetralfino(Ralf Willing) hier im Forum.
Das sind sehr gute zusätzliche Übungen.

Gruss und toi,toi,toi :gut:
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Re: Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Hochwälder » Freitag 19. Oktober 2012, 14:00

Herzlich Willkommen Tromtete-Ede,

da du, wie du beschreibst, mit deinem sehr schrägen Ansatz massive Probleme hattest, sehe ich generell eine Ansatzumstellung als sinnvoll an.
Es ist jedoch äußerst schwierig, über unser Forum hier zu schnellen Lösungsansätzen zu gelangen.
Nichts wird dir mehr bringen, als bei einem wirklich professionellen Lehrer/Trompeter Unterricht zu nehmen. Auch wenn dies nur monatlich oder quartalsmäßig geschieht, wird es jeden Schrieb hier ersetzen. :P

Dennoch können natürlich Tipps aus dem Forum hilfreich sein. Vielleicht melden sich ja auch noch ein paar Profis !!!

Ich kann nur für mich sprechen, aber intensives Mundstückbuzzing (auch auf engen Mundstücken) mit Hilfsmittel (M.A.C.K von Dowids) und Anleitung (Buzzing-Book von James Thompson) war für mich was Ton, Anpressdruck, Luftführung, Lippenstellung unglaublich hilfreich nach jahrelanger Frustration. Die Fixierung der Zunge an den unteren Zähnen mit dazugehörigem Anstoß mit dem Zungenrücken bereitete auch mir erhebliche Probleme. Geduld und einfach den Anstoß für längere Zeit einfach mal weglassen (Töne nur mit der Luft, bei Aufrechterhaltung der Fixierung, anspielen. Das sind alles langfristige Prozesse, die sich meist erst nach Jahren positiv auswirken; zumal Jahrzente lang anders gespielt wurde.

Aber wie gesagt, such dir professionelle Hilfe, um auch den Zeitfaktor (man hat schnell Unmengen Zeit vergeudet) im Rahmen zu halten.

Viel Glück und weiterhin viel Spaß im TF. :wink:
Wer nie vom Weg abkommt, der bleibt auf der Strecke.
Volksmund

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Re: Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Trumpetralfino » Freitag 19. Oktober 2012, 15:17

funtrumpet hat geschrieben:Du darfst nicht vergessen,du hast jetzt 25! Jahre auf der rechten Seite der Lippen gespielt :!:
Wenn du G3 erreicht hast ist das sehr ansprechend.

Ein Tipp::Kauf dir das Übungsheft "Kraft-Ausdauer-Flexibilität-HöheTon" vom User Trompetralfino(Ralf Willing) hier im Forum.
Das sind sehr gute zusätzliche Übungen.
Bei aller Liebe und gut gemeinten Ratschlägen.
Meine Übungen würden nur helfen, wenn jemand mit seinem seit Jahren festgelegten Ansatz die Übungen
mit einer gewissen Kontunuität spielen würde.
Bei den Umstellungsproblemen von Trompet-Ede würde ich nur eine Möglichkeit sehen, konsequent versuchen die neue Ansatztechnik zu erlernen, mit Geduld und Ehrgeiz und den entsprechenden Ratschlägen von Malte Burba selbst, wie Gisbert m.E. richtig festsellt.
Sollte Trompet-Ede nicht die Zeit haben und spielen müssen, wird sich sein Ansatz auf Grund der schon enormen Schwierigkeiten vorher kaum schnell verbessern lassen.
Er braucht eine professionelle Hilfe von jemanden, dem er vertraut.
L.G.ralf

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Re: Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von jamaika » Freitag 19. Oktober 2012, 16:20

Ein alter Tompetenlehrer empfahl mir, ein groesseres Mundstueck zu nehmen. Dadurch ist pressen fast nicht moeglich.
Am Anfang nur in der mittleren Lage spielen.
Viele lange Toene aushalten bis sich die Lippen an die neue Position gewoehnt haben.
Einen Uebungsplan erstellen und einen Lehrer suchen. Den kleinen Erfolg suchen und langsam ausbauen. Mit Geduld ist fast alles erreichbar.

Viel Erfolg


Gruss Jamaika

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Re: Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Trompete-Ede » Freitag 19. Oktober 2012, 19:32

Hallo und erstmal HERZLICHEN DANK! Mit soviel Feedback hätte ich auf die Schnelle gar nicht gerechnet!

Also ich bin ganz Eurer Meinung, dass sich der ganze Prozess nur mit einem kompetenten Lehrer auch zum Erfolg führen lässt. Das werde ich nun auch so schnell wie möglich in Angriff nehmen. Komplette Enthaltsamkeit und nur Trockenübungen sind definitiv nicht möglich, da ich eben auch andere Spielverpflichtungen habe.

Zusätzlich werde ich mir die angesprochene Lektüre zu Gemüte führen und zusehen, dass ich meinen "Keller" vernünftig baue :-) Vielen Dnak für die anschauliche Erklärung und das Wachrütteln! Ich denke auch, dass ich unterbewusst schon weiter bin, als mein Körper und ich mich daher ohne Instrument zwar schon etwas leichter tue, aber sobald das Horn dazukommt, sofort wieder in die alten Gewohnheiten verfalle.

In diesem Sinne: ich werde Euch auf dem Laufenden halten und meine Fortschritte in den nächsten Monaten mitteilen. Dieses Forum ist wirklich klasse und ich danke Euch allen nochmals für die tolle Unterstützung!

Viele Grüße,
Trompete-Ede

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Re: Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Mückenheld » Donnerstag 25. Oktober 2012, 14:54

Hi,
also wenn TrompetenEde weitere Verpflichtungen hat, sollte er zweigleisig Üben. D.h. ohne Mundstück und Trompete sondern erstmal mit Ansatztrainer mind. solange bis das neue Ansetzen vom Verstand und Gefühl vertraut ist. Die gibt es von Bruno Tilz 981 von Marcinkiiewicz und Bach. Dann sollte die kleinste Öffnung der Lippe über einen Spiegel kontrolliert werden, damit dies auch die Mitte des Mundstücks bzw. des Ansatztrainers ist. Es ist einfacher einen 25 jährigen Muskel zu verbessern als Ihn neu zu positionieren. Wenn die Optik nicht passen sollte kann er ja sein Mundstück biegen lassen damit es besser aussieht.
Vom Lippenrollen halte ich nichts, da es die Muskeln einengt und damit keine Flexibilität gegeben ist und je nach Zahnstellung sogar Verletzungen verursacht.
Wichtiger ist es die Mitte des Mündstückes mit der richtigen Luftmasse geradlinig zu treffen, welches die richtige Zahnstellung voraus setzt.
Viele benutzen auch zu viel Luft um einen Ton zu erzeugen, d.h. die Lippen sind zu stark gespannt und der Luftdruck muß dann diesen Widerstand überbrücken, anstatt mal mit wenigen Druck und lockeren Lippenschwingungen diesen zu erzeugen.

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Re: Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Trompete-Ede » Donnerstag 8. November 2012, 14:02

Hallo zusammen,

hier ein Update zu den Fortschritten oder besser: Entwicklungen der vergangenen Wochen.

Die Grundlegenden Erkenntnisse:

1.) Es ist verdammt hart, zeitaufwändig und oft sehr frustrierend! An manchen Tagen kommt man gut voran, aber an den meisten geht es nur schleppend voran.
2.) Definitiv war/ist meine Atmung und Stütze das größte Problem. Ich habe gemerkt, dass ich in der Vergangenheit fast ausschließlich mit Druck gespielt habe. Mit der neuen Mundstückpositioin geht das gar nicht mehr momentan, denn dann würde ich mir die Lippe abdrücken...
3.) Aus 2. folgt: meine Höhe ist dahin! Momentan geht es ungefähr bis zum G'', das wars dann aber auch. Und das aucch nur gebunden, ein vernünftiger Anstoß in diese Höhe ist nicht möglich.
4.) Man fühlt sich in die absolute Anfängerzeit zurückversetzt, merkt aber, worauf man sich konzentrieren muss und kann vieles deutlich bewusster umsetzen (z.B. Ansatzkontrolle, Stütze etc.)
5.) Der Ton ist anfangs extrem rauschig gewesen, mittlerweile wird er jedoch immer schöner und klarer. Man hofft also noch...
6) Das größte Problem, mit dem ich nicht umzugehen weiss und Eure Hilfe benötige: DIE LIPPEN! Ich habe nach wenigen (auch tiefen/Pedal-) Tönen sofort einen extremen Abdruck auf der Lippe. Für einen ordentlichen Abdruck brauch ich ganze 30 Sekunden und drei Tonleitern (gebunden) von C' bis C''...! Kann das sein, obwohl ich wirklich sehr auf die Stütze achte und kaum Druck mit dem Instrument ausübe. Können die Lippen wirklich so "weich" sein? Hatte ja früher auch so Abdrücke, nur das kam definitiv vom Drücken wie ein Ochse...
7.) Weiteres Problem: ab und zu (je höher, desto intensiver) kommt die linke Backe zum Teil raus, obwohl ich schaue, dass ich die maximale Kontraktion, Mundwinkel und insgesamt die ganze Ansatzmaske unverändert lasse und so fest wie möglich fixiere. Das hatt ich ja früher auch, dachte jedoch, dass es mit entsprechendem Ansatztraining zu beheben sei. Übrigens ist es diesmal die andere Backe wie früher...

Soviel momentan, ich hoffe, Ihr könnt mir zum ein oder anderen Punkt weiterhelfen und wieder hilfreiche Tips geben. Ich hab die Hoffnung noch nicht aufgegeben und übe fleeißig weiter mit Thompson, Burba, Caruso & Co.

Vielen lieben Dank schonmal wieder für Eure Unterstützung und beste Grüße vom Trompete-Ede!

P.S.: ich würde sehr gerne ein paar Bilder von meinem Lippensbdruck anhängen, kann aber nur Links einfügen und keine Dateien hochladen. Kann hier bitte jemand helfen? Danke vielmals!

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Re: Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Trompete-Ede » Mittwoch 21. November 2012, 09:26

Hallo liebes Forum!

Schade, dass sich auf meinen letzten Post niemand mehr gemeldet hat, aber dennoch hier ein paar Neuigkeiten für den Interessierten unter Euch:

Ich habe gestern meine erste Stunde bei einem Profi (Orchester- und Musicaltrompeter) gehabt und er meinte, mein neuer Ansatz sei technisch sicher sehr gut, aber der Ton ist scheußlich, also kann das nciht das Richtige sein. Also haben wir etwas anderres versucht: ich setze nun statt wie bislang (ca. 50:50 Ober- zu Unterlippe) künftig "extrem" (für mien bisheriges Spielgefühl zumindest) weit unten ein, d.h. eher Aufsetzen auf der Unterlippe und Mundstückrand an der Oberlippe wirklich direkt am Ansatz zum Lippenrot. Und siehe da: der Ton war schon um Welten besser! Jedoch habe ich noch immer den extremen Abdruck auf den Lippen, bereits nach wenigen Tönen und das beunruhigt meinen Lehrer doch sehr, daher Fokus nun auf extremen Muskelaufbau/Ausdauer und druckloses Üben in der tiefe mit tiefem Mundstückkessel (nehme nun mein früheres "Balladen-Mundstück" wieder für den Anfang, Bach 3C, tief wie der Grand Canyon...).

Natürlich muss ich nun wieder komplett auf Anfang, da der neue Ansatz konditionstechnisch und vor allem vom Gefühl für Luft, Ton, Ansprache etc. vollständig neu und ungewohnt ist. Naja, was solls, nun muss ich ebeen die nächsten Wochen noch intensiver mit Spiegel arbeiten und die richtige Stellung üben, da ich bereits nach wenigen Tönen wieder nach oben rutsche.

Übungen, die mir mein Lehrer empfohlen hat: Collins rauf und runter, Bindungen bis max. zum E'' (mehr geht grad eh nicht) und max. 0,5 h am Stück pro Tag. Für ihn ist zuerst das Wichtigste, einen Ton zu entwickeln, der passt und mit dem ich mich wohlfühle. In 2 Woche nächste Stunde, dann sehen wir, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist.

Zu mienem Lehrer: er spielt seit 25 Jahren professionell im internationalen Umfeld, hauptsächlich klassische Literatur, Oper und Konzertmusik. Jedoch hat er auch Erfahrungen im U-Musik-Bereich, insb. BigBand und Musical. Für mich mit am Wichtigsten: er hat vor seiner Profi-Laufbahn ebenfalls eine Ansatzumstellung durchführen und einen druckarmen Ansatz lernen müssen und kennt daher die Problematik bestens.

Ich hoffe nun, dass sich bei mir das gleiche Resultat einstellt und ich endlich wieder vernünftig hupen kann. Aber erstmal heissts: alles von Null wie in der ersten Stunde vor 25 Jahren...

Beste Grüße und bis zum nächsten Update, Euer Trompete-Ede

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Re: Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Schlaui » Mittwoch 21. November 2012, 11:28

Ein 3C ist für dich schon tief wie der Grand Canyon? :shock:

Nach allem was ich jetzt gelesen habe, würde ich dir unbedingt raten, die ganze Literatur, die du dir da "durcheinander" reinziehst, mal zu vergessen und am Anfang nur ein paar Übungen aus The Balanced Embouchure zu machen: Lip Clamp zum Muskelaufbau (ist viel einfacher als Burbas maximale Kontraktion und bringt praktisch genauso viel). Nach ein paar Wochen nimmst du RI und RO dazu, wodurch sich bald eine ausreichend eingerollte Spielposition einstellen wird und die Abdrücke auf den Lippen verschwinden.
Calisthenics ist sinnlos, solange die optimale Lippenposition nicht gefunden ist.
Ich würde auch nicht versuchen durch bewusstes Umsetzen eine sofortige Verbesserung im Ton zu ereichen. Das kann auch eine Sackgasse werden. Ohne Muskelaufbau und Basics der Lippenfunktion ist die Stelle, die im Moment den schönsten Ton erzeugt, reiner Zufall. Natürlich ist der Ton scheußlich, wenn du mangels Muskelkraft die Oberlippe nicht unter Kontrolle bekommst, aber das muss nicht heißen, dass die Mundstückposition deswegen grundsätzlich für dich falsch wäre.
Das Umstellungskonzept sollte so einfach sein, dass man es auch kontrollieren kann. Wenn du immer zuviel gleichzeitig änderst, wirst du nie wissen, was genau eine mögliche Verbesserung herbeigeführt hat. Nimm ein Mundstück und bleib dabei. Verändere nicht bewusst und schon gar nicht in großen Schritten die Lippenposition.
Wie gesagt, LC, RI und RO und ein bis drei Monate später die Ansatzposition überprüfen, nicht früher.
Die Bindeübungen würde ich im Moment definitiv noch nicht machen. Lies mal, was Smiley darüber schreibt. Selten etwas so erhellendes darüber gelesen.

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Re: Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von tubicen » Mittwoch 21. November 2012, 12:24

Offtopic:
Was ist Calisthenics?
Ein Buch? Wenn ja, könnte jemand die komplette Literaturangabe posten?
Danke!

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Re: Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Trompete-Ede » Mittwoch 21. November 2012, 13:02

Hi Schlaui,

vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag! Jep, 3C ist schon recht tief, aber für den Wiedereinstige wohl das Beste für mich.

Genau das zuviele verschiedene Probieren und Rumdoktoren war bislang das Problem. Jetzt schaue ich eben, dass ich mit der neuen Mundstückposition sowohl einen vernünftigen Ton als auch ein gutes Gefühl bekomme. Wo dann der finale Ansatz schlussendlich liegt, wird sich zeigen. Balanced Embouchure ist ein guter Tip, mache ich jetzt auch, nebenher trotzdem im unteren Bereich die Collins-Bindungen, wie es mir mein Lehrer verordnet hat.

Lip Clamp werde ich üben, die Burba'sche Nummer ist mir ohnehin etwas suspekt... Hast Du zu Lip Clamp vielleicht noch ein paar Tips, DOs und Don'ts oder ggf. Übungsbeispiele? Das wäre klasse. In diesem Sinne denke ich, dass mein Lehrer und du sicher derselben Meinung seid und sich die Art und Weise des Lernens der kommenden Wochen im Wesentlichen nicht unterscheidet. Calisthenics nehmen wir definitiv erstmal raus, auch sonst alles, was zu technisch und ausdauerfordernd ist.

Einrollen und Ausrollen haben wir gestern bereits angesprochen und auch initial geübt, genau in diese Richtung sollte es auch gehen, meint mein Lehrer. Er selbst rollt auch ein und variiert dies (aber eher unterbewusst) je nach Höhe/Lage. Smiley's Beiträge werde ich mir dann als nächstes vornehmen.

Beste Grüße,
Trompete-Ede

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Re: Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von buddy » Mittwoch 21. November 2012, 13:25

Trompete-Ede hat geschrieben:...Lip Clamp werde ich üben...Calisthenics nehmen wir definitiv erstmal raus
Der Lip Clamp ist allerdings eine Calisthenics-Übung ersten Ranges.

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Re: Ansatzumstellung - auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Schlaui » Mittwoch 21. November 2012, 17:07

tubicen hat geschrieben:Offtopic:
Was ist Calisthenics?
Ein Buch? Wenn ja, könnte jemand die komplette Literaturangabe posten?
Danke!
Ja, ein Buch. "Calisthenics for Brass" von Carmine Caruso. Hat einen legendären Ruf unter amerikanischen Profis.

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