Reinigung im Ultraschall Bad

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Moderator: Die Instrumentenbauer

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yara nadine
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Reinigung im Ultraschall Bad

Beitrag von yara nadine » Freitag 12. Juli 2019, 07:59

Guten Morgen,
ich habe eine Frage zum reinigen der Kleinteile im Ultraschall Bad. Wie lange soll man denn die Kleinteile ins Bad einlegen, um sie zu reinigen. Aus den Ventilen kommt etwa 10 Minuten lang ein "Rauch". Ist auch die Zuschaltung der Heizung sinnvoll?
LG Naddy

ebnater
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Re: Reinigung im Ultraschall Bad

Beitrag von ebnater » Freitag 12. Juli 2019, 11:39

Zuschaltung der Heizung bringt dem Ultraschall selber nichts, hat aber eine zusätzliche Reinigungswirkung. Aber Vorsicht: der ein oder andere Lack lässt sich auch mit heißem Wasser angreifen / lösen. Ich mache daher das Wasser nie mehr als handwarm, je nach Verschmutzung mit einem Tropfen Spülmittel.

Beim Ultraschall hängt es stark vom Bad ab: Frequenz, Leistung, Bewegung der Kleinteile,... Es können sich stehende (Ultraschall)-Wellen bilden, die dann an einzelnen Stellen keinen Abtrag haben und an anderen Stellen richtige "Löcher" ins Material schlagen. Dagegen hilft Bewegung der zu reinigenden Teile (aber bitte NIE mit der Hand ins Wasser mit laufendem Ultraschall greifen!!) im Korb oder mehrere kürzere Beschallungen, zwischen denen die Teile bewegt werden. 10min empfinde ich schon als sehr lange, bei meinem Bad reichen auch schon 20 Sekunden aus, um größere Ablagerungen zu entfernen. Es ist besser, öfters kürzere Beschallungen zu machen und zwischendrin die Teile zu spülen.

yara nadine
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Re: Reinigung im Ultraschall Bad

Beitrag von yara nadine » Freitag 12. Juli 2019, 12:39

Danke für deine Antwort. Wir haben eine Reinigungsanlage von Allpax/Palsonic 700W. Das Wasser ist maximal lauwarm, ich mache es auf jeden Fall nicht darüber warm. Was ist den mit den Händen im Ultraschall bad , nur mal so als Frage? Vielen Dank für den Tipp der bewegenden Teilen in einem Korb.

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Re: Reinigung im Ultraschall Bad

Beitrag von ebnater » Freitag 12. Juli 2019, 13:30

Gute Frage... Steht halt üblicherweise in den Bedienungsanleitungen und wird in Firmen bei der Sicherheitsunterweisung so geschult. Es gibt da mehrere Theorien, von denen manche sicher sehr abenteuerlich sind. Ich versuche mal eine eigene aufzustellen: die Reinigungswirkung von Ultraschall besteht ja (in diesem Fall) darin, dass das Lösungsmittel zu Schwingungen angeregt wird, was zu Kavitationsblasen führt (https://de.wikipedia.org/wiki/Kavitation). Wenn diese zusammenfallen (implodieren), strömt die Flüssigkeit nach und es ergeben sich starke, aber räumlich sehr begrenzte Druckschwankungen. Diese Druckschwankungen führen dann zur Ablösung von Verschmutzungen, auch zur "Zertrümmerung" fester Bestandteile (z.B. auch Nierensteine). Wenn man nun in ein starkes Ultraschallbad mit den Fingern greift, passiert das ganze natürlich auch in den Fingern (Fleisch besteht ja im wesentlichen aus Wasser). Das heisst, es können Beschädigungen im / am Gewebe auftreten. Es können aber auch kleine / feine Ablösungen am Knochen auftreten, angeblich auch am Nagelbett. Wenn die Knochenhaut beschädigt wird, kann es zur schmerzhaften und meist nicht mehr heilbaren Knochenhautablösung kommen.

Alles natürlich umso mehr, je stärker der Ultraschall LOKAL ist, d.h. abhängig von Leistung des Ultraschallgeräts, Flüssigkeit, Abstand,... Das ist ein hochkomplexes Thema und schwer vorherzusagen... Ich hatte beruflich mit Ultraschallbädern zur Teilereinigung zu tun und diese Bäder waren durchaus in der Lage, innerhalb <3 Minuten (mikroskopisch) kleine Löcher in Glas zu produzieren. Von daher bin ich persönlich eher vorsichtig....

Wichtig: Spülmittel dient nicht nur zur Lösung von Fett o.ä., sondern setzt auch die Oberflächenspannung des Wassers herab. Das erhöht - aus physikalischen Gründen - zusätzlich die Reinigungswirkung und der Ultraschall kann auch kleinere Löcher durchdringen.

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Re: Reinigung im Ultraschall Bad

Beitrag von schattie280 » Mittwoch 17. Juli 2019, 06:58

Moin,

Kleinteile wie Mundstücke oder Züge kannst du auch in den kleinen Ultraschallgeräten für Brillen vom Discounter reinigen. Ich benutze solch ein Gerät für Mundstücke und Züge mit höherer Konzentration des Reinigungszusatzes, die vorher nicht richtig sauber wurden. Diese Geräte schalten nach ca. 5 Minuten von alleine ab. Bei starker Verschmutzung kann man in der Tat eine dunkle "Fahne" im Bad beobachten. :-D

Mein großes Gerät hat etwas über 2000 Watt. Bei unlackierten Instrumente setze ich auch die Heizung ein, das hilft bei der Entkalkung. Es kommt ein Reinigungszusatz hinein, der entkalkend, entfettend und entölent wirkt. Die komplett zerlegten Instrumente werden 20-30 Minuten behandelt, je nach Verschmutzungsgrad. Die Teile liegen in einem Korb, der in die Wanne gehängt werden. Der Korb wird nicht bewegt. Die Kleinteile wie Schrauben, Flügel o.ä. liegen in einem Teesieb mit im Korb.
Löcher werden zum Glück keine ins Material geschlagen. Die Behandlung ist insgesamt sehr schonend. Es werden auch keine Lötstellen angegriffen o.ä.
Nach der Reinigung werden alle Teile ordentlich gewässert, ab- und ausgespült.
Die Instrumente trocken über Nacht und werden dann wieder geölt, gefettet (Hetman 6,5 oder 5, je nach dem, ob getriggerte Züge oder nicht) und zusammengesetzt.

Bislang war der gelegentlich kurze Griff ins Ultraschallbad ohne spürbare gesundheitliche Einbußen. Da würde ich mir auch eher Gedanken um den leicht sauren Reinigungszusatz machen.

Gruß,
Schattie
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Re: Reinigung im Ultraschall Bad

Beitrag von dizzyoliver » Sonntag 21. Juli 2019, 11:35

Jetzt muss ich doch mal ganz dumm fragen: Reich dafür schon ein kleines, sagen wir mal so 700 ml fassendes Gerät aus, wenn man die Kleinteile reinigen möchte? Oder doch lieber 1200 ml ?
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Re: Reinigung im Ultraschall Bad

Beitrag von ebnater » Sonntag 21. Juli 2019, 19:11

Das eine ist das Volumen, es passen in 1200ml eben manche Teile rein, die in 700ml nicht passen. Für die Reinigungswirkung ist u.a. die Leistung des Ultraschalls entscheidend. Ein volumenmäßig größeres Bad muss natürlich auch eine entsprechend höhere US-Leistung haben, sonst ist die Schalldichte (korrespondierend zur Reinigungsleistung) zu klein.

Es ist speziell bei kleineren Geräten aber schwierig, die reine Ultraschall-Leistung herauszufinden. Oft wird nur die Komplette Leistung angegeben, in der dann die Heizleistung enthalten ist.

Beim Vergleich darf man auch immer nur Ultrraschall der gleichen Frequenzen vergleichen. Andere Frequenz = andere Reinigungsleistung.

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Re: Reinigung im Ultraschall Bad

Beitrag von dizzyoliver » Sonntag 21. Juli 2019, 20:22

Danke für die Informationen. Der erste Teil ist völlig logisch und mir schon klar. Der weitere Teil war mir so nicht bekannt.
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