Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

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Moderator: Die Instrumentenbauer

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Puukka
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Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von Puukka » Samstag 20. Juni 2009, 10:29

orlando_furioso hat geschrieben:Wie jeder von uns weiß benötigt eine nagelneue Trompete eine gewisse Zeit, bis sich der wirkliche Sound herausbildet - z.B. durch Ablagerungen im Instrument.
Konnte ich eigentlich noch nicht in einem merkbaren Mass feststellen.
Vorallem Ablagerungen werden bei mir durch regelmässiges Auswaschen eigentlich in den ersten Jahren so gut wie nicht sichtbar.
Was sagt der Instrumentenbauer dazu?
Herbert
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blechreiz
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Re: Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von blechreiz » Samstag 20. Juni 2009, 11:01

Hi,

das konnte ich bisher auch noch nicht feststellen, es ist wohl eher so, dass man eine Gewisse Zeit braucht, bis man sich an eine Trompete gewöhnt hat. Wenn ich nach langer Zeit des Nichtspielens meine Es-Trompete mal wieder in die Hand nehme, klingt das auch anfangs noch nicht so toll.
Veränderungen durch die Feuchtigkeit im Instrument gibt es aber dennoch, wenn man es aber stetigt spielt, sollte diese aber eigendlich kostant bleiben.

Falls ich mich allerdings täuschen sollte würde ich mich über einen Download-link für das Sound-update freuen :ironie:

Liebe Grüße

Matthias

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Re: Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von FlüTro » Samstag 20. Juni 2009, 13:07

Könnte mit schon vorstellen, dass eine schön & gut gespielte Trompete besser klingt,
als eine neue oder schlecht gespielte.
Dass sich also irgendwelche Metall-was-weiss-ich "einschwingen",
oder "ausrichten" oder so.
Kann aber auch sein, dass man sich das nur einbildet,
weil sich Ansatz & technik auf das Instrument eingestellt haben.

Peter

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Re: Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von stinf66 » Samstag 20. Juni 2009, 13:13

habs auch noch nicht festellen können , obwohl ich schon 2 neue tr. habe.

lg

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Re: Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von blechreiz » Samstag 20. Juni 2009, 13:30

FlüTro hat geschrieben:Könnte mit schon vorstellen, dass eine schön & gut gespielte Trompete besser klingt,
als eine neue oder schlecht gespielte.
Dass sich also irgendwelche Metall-was-weiss-ich "einschwingen",
oder "ausrichten" oder so.
Kann aber auch sein, dass man sich das nur einbildet,
weil sich Ansatz & technik auf das Instrument eingestellt haben.

Peter
Hi,

selbstverständlich klingt eine gut gespielte Trompete besser als eine schlecht gespielte :wink: , aber Alter und Vorbesitzer des Instrument sollten da keinen Aufschluß drüber geben. Eine Schlechte Trompete wird doch nicht etwa gut, weil da ein Sandoval drauf geblasen hat und die gute wird doch nicht schlecht, wenn ein Anfänger darauf rumtrötet.
Allerdings spielt man auf einem Instrument, was man mag, besser. Glaube kann ja auch Berge versetzen.

Grüße

Matthias

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Re: Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von orlando_furioso » Samstag 20. Juni 2009, 13:49

Eine ganz nagelneue Trompete klingt immer "trocken". Durch einigermaßen regelmäßigen Gebrauch bilden sich Ablagerungen im Rohr, die den endgültigen Sound dann herausbilden. Diese Ablagerungen bzw. die leichte natürliche Korrosion im Rohrinneren lassen sich nicht wegwischen. Das sage ich aus Erfahrung mit mehreren sowohl neuen als auch gebrauchten Instrumtenten.

Bei meiner deutschen Billig-Trompete aus China (*schäm*) war es am eklatantesten. Laut einem Instrumentenbauer haben die "offenporiges Recycling-Blech" (Zitat) benutzt, in das sich beim Spielen (angeblich) Wasser eingelagert hat. Das Resultat war jedenfall grausam. Anfanks klang sie noch sehr schön, aber nach nunmehr 2 Jahren und nur wenigem Gebrauch klingt sie ganz schlimm "trötig" und ist für die erste Stimme oder gar Soloarbeit nicht mehr zu gebrauchen.
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Re: Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von FlüTro » Samstag 20. Juni 2009, 14:07

Ich weiss es ja auch nicht genau. Ich bin da auch eher beim Orlando.
Manche meinen ja, dass da am besten einer richtiger Schmodder drin sein soll, das sogenannte "Hemd".
Und gehe eher noch ein Stück weiter.
Man hört das meines Erachtens schon, ob eine Trompete gut & richtig und "liebevoll" gespielt wurde,
da steckt mehr drin als einfach nur reinblasen,
vielleicht muss man für solche Feinheiten aber auch ein Ohr haben :mrgreen:
Peter


P.S.:
Ich entschuldige mich z.B. bei meiner Tromepte,
für jeden falschen oder unschönen Ton, den ich
ihr zugemutet habe :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

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Re: Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von amateur » Samstag 20. Juni 2009, 14:15

Ich finde es ja echt amüsant, mit welch geballten Fachwissen über Metalle hier diskutiert wird :lol:
Was ist eigntlich "offenporiges Recyclingblech"?
Wenn ein Metall recycelt wird, wird es eingeschmolzen, das Blech, das am Ende rauskommt hat die gleiche Qualität/Eigenschaften wie "neues" Metall, was auch immer jemand darunter verstehen will.
Auch das Messing, das deutsche Meisterbetriebe verwenden ist zu einem Grossteil Recyclingmaterial :wink:

Ob ich jetzt sanft (pp) in eine Tröte reinblase oder gewalttätig (ffff) ist dem Messing auch herzlich wurscht, das hält einfach mehr aus als Luftschwingungen bevor sich´s verändert.

Ablagerungen im Rohr können sicher den Klang, die Intonation, das Spielverhalten beeinflussen.
Dass diese Beeinflussung positiv ist wage ich mal zu bezweifeln.

LG, Helmut

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Re: Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von Stibie » Samstag 20. Juni 2009, 15:33

Ich denke im Recyclingblech ist die Gefahr einfach größer, dass gewisse Verunreinigungen haften geblieben sind, man führt bei der Schmelze zwar so hohe Temperaturen zu, dass das meiste verbrennt, jedoch können auch Fremdmetalle, die einen höheren Schmelzpunkt haben noch drin bleiben.
Viele "Verunreinigungen" sind gewollt (z.B. in Stahl o.ä.), aber Verunreinigungen bringen auch immer neue Eigenschaften mit ins Spiel (höhere Leitfähigkeit (Wärme, Schwingungen), unterschiedliche Duktilität etc.)...ich kann mir durchaus vorstellen, dass das teilweise erhebliche Störungen oder ungewollte Effekte mit sich bringt...
Beste Grüße!

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Re: Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von FlüTro » Samstag 20. Juni 2009, 16:42

jaaoaa - der eine sagt soo - der andere sagt sooo

da gibt es doch den netten Witz mit der Gattin

Ich galube das "Blech" ist das allerwichtigste dabei.
(Ich hbe gesagt "ich glaube" - also ruhig Blut Jungs).
Dieses verpanschte vermischte unwürdige Recyclingzeug
wird tatsächlich in Deutschland überall verwendet.
Aber genau das ist
(wie mir manche "fachmänner" glaubwürdig vermittelten und was ich auch glaube)
der Grund, warum das alles letztlich Mittelmaß bleibt,
da können die rumschrauben & feilen was sie wollen.

Peter

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Re: Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von Bach.Trumpet » Samstag 20. Juni 2009, 17:58

Also ich habe erst gerade wieder die Erfahrung gemacht, dass wenn man mit einem gekauften Pflegeset die Rohre der Trompete gründlich säubert, der Klang um Weiten weicher wird und die Trompete leichter anspricht, außerdem klingt sie strahlender in der Höhe. Aus diesem Grund reinige ich meine Trompete, seit ich diese Erfahrung zum ersten Mal macht, jeden Monat mindestens einmal!

Grüße
Marc

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Re: Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von Lucius » Samstag 20. Juni 2009, 21:50

Dazu gibt es doch schon einiges, z.B.:
http://www.trompetenforum.de/TF/viewtop ... 48&start=0
oder
http://www.trompetenforum.de/TF/viewtop ... 156#p84140

Ich glaube, die beiden extremen Positionen, wie sie z.B. buddy einerseits und mein erster Lehrer (der meinte, im Instrument müsse sich erstmal richtig "Schlamm" ablagern, bevor es gut klinge) andererseits vertreten, werden sich nicht versöhnen lassen. Interessant wäre es, das ganze mit Messungen zu untersuchen, wie Wolfram sie bezüglich der Materialfrage einmal gemacht hat (http://www.trompetenforum.de/TF/viewtop ... 31#p117718).

Lucius
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Re: Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von dizzyoliver » Samstag 20. Juni 2009, 22:01

Ich weiß nicht,wie ich es beschreiben soll,aber ich versuche es mal.Als ich vor vielen Jahren eine Holton Trompete gekaut hatte,sprach sie im Tonbereich C3 eher schwer an.Nach einigen Wochen "veränderte" sich dieses schwere Anspielen auf einmal,so als ob der Rost abgesprungen wäre.Anschließend war ich zufrieden mit dem Spielen im Grenzbereich C3/Es3.

Besser kann ich es nicht beschreiben,aber es war exakt so,wie ich es jetzt versucht habe zu beschreiben.Eine Erklärung dafür habe ich bis heute nicht gefunden.Da ich das Instrument nach ein paar Jahren gut habe verkaufen können,ist das Thema von damals für mich aber durch.

Gruß,Oliver
Was ein richtiger Musiker sein will,der muss auch eine Speisekarte komponieren können (Richard Strauss)

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Re: Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von Puukka » Samstag 20. Juni 2009, 22:29

Vielleicht hast Du bei der Holton Ablagerungen (entstanden durch z.B. lange Lagerung, Vorbesitzer? etc.) rausgespielt bzw. -geputzt?
Trompeten von "trocken" auf komplett "feucht" zu bringen ist jedenfalls eine Sache von Stunden. Nur das wirds nicht sein. Vielleicht hatte ich bisher auch nur Glück und meine Hörner haben sich nicht wesentlich verändert.
Herbert
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Re: Bekommt die Trompete erst ihren Klang später?

Beitrag von Fama » Sonntag 21. Juni 2009, 14:10

Ich erlaube mir den 1. Solohornisten der Wiener Philharmoniker zu zitieren, welcher vor einem Monat, als es um ein solches Thema ging,
folgendes zu mir sagte: "es dauert bei konsequentem täglichen Spiel einige Wochen, bis sich ein neues Instrument öffnet und der Klang sich so entfaltet,
dass es frei, offen und "schön" klingt."

Den Hobbymetallurgen hier kann ich sagen dass Messing zwar Messing ist (gilt ebenso für Goldmessing und Rotmessing),
aber dass es weniger um die Legierung, denn um die Vorbehandlung geht.
Duktilität des Rohmaterials ist kein Thema im professionellen Instrumentenbau, da die Werkstoffeigenschaften ohnehin infolge kalt - und warmverfestigung und -verformung nachhaltig verändert werden.

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