Methode zum kontrollieren der Stütze

Wie kann ich die Atmung verbessern ? Wie wichtig ist die Atmung für das Trompetespielen ?
Hier gibt es die Antworten auf solche Fragen.

Moderator: Die Moderatoren

buddy
Unverzichtbar
Beiträge: 6944
Registriert: Samstag 7. April 2007, 16:50
Meine Instrumente ..: Yamaha, Kanstul, Bach

Re: Methode zum kontrollieren der Stütze

Beitrag von buddy »

Quinque erfordert eine Menge Hintergrundwissen aus dem Unterricht, es ist m.E. eher ein Kompendium für Fortgeschrittene.

@X1_KNOXVILLE
Worin genau ähneln sich denn Arban und Colin deiner Meinung nach?
Zwischen Colin und Irons und Bai Lin lassen sich m.E. sinnvollere Vergleiche ziehen, obwohl diese drei Unterrichtswerken jedes für sich eine eigene Berechtigung hat, aufgrund des gemeinsamen Schwerpunkts an Bindeübungen sind die Unterschiede halt feiner.

Aber Arban ist mit seinen Übungen für sämtliche Spieltechniken, der Sammlung an leichten Spielstücken und den anspruchsvollen Etüden im musikalischen Stil seiner Zeit etwas ganz anderes.
Es ist das erste umfassende Unterrichtswerk für das moderne Kornett und damit mittelbar für die (Ventil-)blechblasinstrumente. Der naheliegendste Vergleich dazu wäre die Grand Méthode von Louis Saint-Jacome.
Auf die technischen Übungen beschränkt und kompakter wäre Max Schlossberg Daily Drills and Technical Studies in hohem Maß eine Entsprechung.

Letztlich sehe ich deine Einordnung als Hinweis darauf, dass es autodidaktisch nicht ganz so einfach ist, diverse Übungen und Spielstücke sinnvoll aufeinander zu beziehen und sich daraus ein vernünftiges, also zielführendes Konzept zu basteln.

Ist man nicht zufällig mit einer außergewöhnlichen Trompetenbegabung gesegnet, dann erfordert gerade dieses Instrument aber ein planvolles Vorgehen. Andernfalls drohen nach meinen Beobachtungen und Erfahrungen anhaltend arge Beschränkung der spieltechnischen und musikalischen Möglichkeiten, immer wiederkehrende Höhen und Tiefen (was an der Motivation zehrt) sowie Sackgassen und damit extremer Frust.

Deshalb lege ich nahe, sich einer Trompetenschule auf der didaktischen Höhe unserer Zeit zu widmen und Spielstücke des Lieblingsgenres dazu zu nehmen. Das geht mit Originalaufnahmen nicht allzu schwerer Stücke, vorzugsweise Blues, Rhythm Changes und Standards. Die kann man bei Spaß daran noch kombinieren mit Heften wie denen von z.B. Jim Snidero, Mike Carubia & Jeff Jarvis oder dem Soloband von Lennie Niehaus zu Aebersolds Vol 54 Maiden Voyage (eingespielt von Bobby Shew). Damit hätte man einiges an Material, um sich jahrelang als Amateur auf der Trompete zu entwickeln.
Benutzeravatar
duden
ExtremPoster
Beiträge: 467
Registriert: Donnerstag 29. Dezember 2005, 15:14

Re: Methode zum kontrollieren der Stütze

Beitrag von duden »

Was ist denn Üben, wenn man das Studium von Bühnenwerken mal weglässt? Es ist der Versuch, einzelne technische Probleme zu isolieren und gesondert zu trainieren: Wenn ich Töne aushalte und Naturton-Bindungen übe, muss ich mich nicht um die Finger kümmern. Wenn ich Zungentechnik auf einem Ton übe (zunächst), liegt dort die Konzentration, Luftfluß und Griffe sind nachrangig. Ich kenne die meisten Lehrwerke, und ich kenne meine Schnauze. So kann ich mir jeden Tag das raussuchen, was ich brauche - nach einem langen Gig, wenn alles hart ist, eher softe Sachen zum Lockern. Wenn am Ansatz alles passt, eher Höhentraining und technisches Zeugs. Wenn´s um Ausdauer geht, auch mal "20 min g", obwohl das ja definitiv keinen Spaß macht. Gut finde ich dann solche Übungen, bei denen zwei Sachen trainiert werden, ohne dass du´s merkst. Da ist Clarke natürlich unschlagbar, sofern du nicht drüber nachdenken musst wie - z.B. - eine chromatische Skala funktioniert. Und die von mir beschriebene Quinque-Übung leistet auch genau das: Du bindest nach oben, konzentrierst Dich darauf, nebenbei bewegst du den dritten Finger, was aber automatisch geht.

Dazu bedarf es zugegeben eine solide Basis und eine gewisse Menge an Erfahrung und Wissen. Von daher mag es gescheit sein, sich als junger Trompeter fix an eine Methode zu halten. Aber irgendwann wird er wissen, was sein Körper, seine Schnauze und sein Horn brauchen und danach souverän auswählen können. Und vielleicht auch mal einen oder zwei Tage bewusst gar nicht spielen.
I didn't try to be primitive, I just had bad microphones.
buddy
Unverzichtbar
Beiträge: 6944
Registriert: Samstag 7. April 2007, 16:50
Meine Instrumente ..: Yamaha, Kanstul, Bach

Re: Methode zum kontrollieren der Stütze

Beitrag von buddy »

duden hat geschrieben:Ich kenne die meisten Lehrwerke, und ich kenne meine Schnauze.
Der TE steht jedenfalls am Ende von gut neun Monaten seines autodidaktischen Spielens und ich lese aus seinen Beiträgen, dass er weder die meisten Lehrwerke kennt (was natürlich nicht zwingend notwendig ist), noch "seine Schnauze", soweit das eine erfolgversprechende trompeterische Ausbildung betrifft.

Bei einem planmäßig ausgebildeten Trompetenanfänger in jugendlichem oder jungem Erwachsenenalter mit einer offenbar großen Motivation wie sie bei X1_KNOXViLLE vorhanden ist gäbe es zu diesem Zeitpunkt abrufbare Techniken wie Bindeübungen, einige Tonleitern gebunden und gestoßen, Tonleitern in gebrochenen Terzen, Akkordbrechungen gebunden und gestoßen, etwas Anwendungswissen um Artikulation und Phrasierung/Dynamik sowie die ersten leichten Spielstücke im Repertoire.
Benutzeravatar
MrLargo
SuperPoster
Beiträge: 211
Registriert: Montag 25. August 2014, 21:14
Meine Instrumente ..: Bach 43* Bb-Trompete
Courtouis Prestige C-Trompete
Scherzer Picc.

Re: Methode zum kontrollieren der Stütze

Beitrag von MrLargo »

duden hat geschrieben:Was ist denn Üben, wenn man das Studium von Bühnenwerken mal weglässt? Es ist der Versuch, einzelne technische Probleme zu isolieren und gesondert zu trainieren: Wenn ich Töne aushalte und Naturton-Bindungen übe, muss ich mich nicht um die Finger kümmern. Wenn ich Zungentechnik auf einem Ton übe (zunächst), liegt dort die Konzentration, Luftfluß und Griffe sind nachrangig. Ich kenne die meisten Lehrwerke, und ich kenne meine Schnauze. So kann ich mir jeden Tag das raussuchen, was ich brauche - nach einem langen Gig, wenn alles hart ist, eher softe Sachen zum Lockern. Wenn am Ansatz alles passt, eher Höhentraining und technisches Zeugs. Wenn´s um Ausdauer geht, auch mal "20 min g", obwohl das ja definitiv keinen Spaß macht. Gut finde ich dann solche Übungen, bei denen zwei Sachen trainiert werden, ohne dass du´s merkst. Da ist Clarke natürlich unschlagbar, sofern du nicht drüber nachdenken musst wie - z.B. - eine chromatische Skala funktioniert. Und die von mir beschriebene Quinque-Übung leistet auch genau das: Du bindest nach oben, konzentrierst Dich darauf, nebenbei bewegst du den dritten Finger, was aber automatisch geht.

Dazu bedarf es zugegeben eine solide Basis und eine gewisse Menge an Erfahrung und Wissen. Von daher mag es gescheit sein, sich als junger Trompeter fix an eine Methode zu halten. Aber irgendwann wird er wissen, was sein Körper, seine Schnauze und sein Horn brauchen und danach souverän auswählen können. Und vielleicht auch mal einen oder zwei Tage bewusst gar nicht spielen.
Du hast recht. Aber auf was bezog sich dein obiger Post? Klar muss man sich in den Lehrwerken auskennen, man muss auch wissen, welche Übung wie genutzt werden kann, worauf man achten muss etc. Der Threadersteller machte auf mich zumindest nicht den Eindruck, dass er schon so weit ist (nach 9 Monaten kann ich mir das auch nicht vorstellen). Die eigene "Schnauze" zu kennen, halte ich ehrlich gesagt für noch schwieriger. Und die Zusammenhänge zwischen Atmung, Ansatz etc. erscheinen zwar in der Theorie (z.B. in Lehrwerken) oftmals einfach (es gibt ja viele Äußerungen, wie z.B. "Atmung ist ganz leicht, wir atmen schließlich, seitdem es Menschen gibt"; "Eigentlich ist Trompetespielen nur Luft durch ein Rohr pusten"...), in der Praxis ist es dann doch meistens wesentlich komplexer. Erst wenn etwas wirklich gut läuft und ein komplexes System einigermaßen rund läuft, kommt es einem wieder einfach vor. Aber das macht ja auch den Spaß aus.

Ansonsten, wie gesagt: Absolute Zustimmung zu deinem Post! ... Bis auf dass ich finde, dass man mithilfe einer Übung fast immer auch mehrere Sachen üben kann bzw. es zwangsläufig tut, da sich wirklich isoliert nichts üben lässt. Aber das ist ein anderes Thema.
Benutzeravatar
duden
ExtremPoster
Beiträge: 467
Registriert: Donnerstag 29. Dezember 2005, 15:14

Re: Methode zum kontrollieren der Stütze

Beitrag von duden »

Sorry, ich dachte, wir seien in diesem Thread schon über "Wir geben einem jungen Kollegen konkrete Tipps" hinaus. Wollte nicht super, aber natürlich ist mein Post für jemanden, der seinen Weg noch sucht, nicht hilfreich. Ich werde künftig versuchen, genauer zu lesen. (Aber das mit dem isolierten Üben einzelner Elemente bringt ihm ja vielleicht doch was.)
I didn't try to be primitive, I just had bad microphones.
Benutzeravatar
Bixel
Unverzichtbar
Beiträge: 6200
Registriert: Samstag 27. Dezember 2008, 08:30
Meine Instrumente ..: bezahlt

Re: Methode zum kontrollieren der Stütze

Beitrag von Bixel »

X1_KNOXVILLE hat geschrieben:
MrLargo hat geschrieben:würde ich auf jeden Fall zu ein paar Stunden bei einem guten Lehrer raten.
Jahh schon, würde ich schon machen, wenns bei mir in der Nähe wirklich einen guten Lehrer geben würde der auch in Richtung Jazz Ahnung hätte…
Dem Rat des Users MrLargo schließe ich mich an.

Wer sich (ausweislich seiner TF-Beiträge) so auffallend kleinteilig mit dem Thema Trompete beschäftigt, hat m.E. geringe Aussichten, autodidaktisch das Trompetenspiel zu erlernen.
Du brauchst nach meinem Eindruck jemanden, der deinen Entwicklungsstand beurteilt und dir sagt, wie und woran du sinnvollerweise aktuell "arbeiten" solltest (und dir ansonsten deinen Wust an ungeordnet angesammelten Informationen entwirrt).

Der "geborene" Autodidakt - zumal im Jazz - greift sich mutig bis übermütig eine funktionsfähige Anfängertrompete und spielt, wobei die Regelkreise aus Kindertagen (hier: Klangziel <-> Gehör <-> intuitive Körpermanöver) noch gut funktionieren.

Hochkomplexe Tätigkeiten erlernt kein Mensch wirklich durch Verstehen im Sinne von Analyse, Zerlegen, isoliertes Üben von Details.
Erinnere dich an die näheren Umstände deines Erlernens z.B. von Laufen, Schwimmen, Radfahren, Sprechen!
Ähnlich lässt sich - auch vom Erwachsenen - das jazzmäßige Trompetenspiel erlernen.

Ob es in deiner Nähe einen oder mehrere gute Lehrer mit "Ahnung in Richtung Jazz" gibt, sollte bei jemandem, der bei Ebay ständig Artikel im fünfstelligen Euro-Gesamtwert offeriert, m.E. keine Rolle spielen.
Das ist m.E. lediglich eine Frage von Motivation und Priorität.
Dann fährt man eben z.B. mal für drei Stunden nach München.

:roll:
Zurück zum Thema...
deretrusker
PowerPoster
Beiträge: 61
Registriert: Mittwoch 12. Dezember 2012, 13:27
Meine Instrumente ..: Trompete, Zink, Barocktrompete, Piccolo

Re: Methode zum kontrollieren der Stütze

Beitrag von deretrusker »

Also, sobald man richtig (also mit komplett lockerer Bauchmuskulatur) einatmet, wird und muss der Stab herunterfallen. Das zeigt schon den Unsinn dieser Methode. Sofern man beim Ein- und Ausatmen die Bauchmuskeln anspannt, behindert es die Einatmung, weil der Bauch sich ja wegen des ansteigenden Luftvolumens sich ausdehnen muss. Wie bescheuert ist es dann, die Bauchdecke an zu spannen ?!

Logisch, oder ?!
Singvögelchen
Unverzichtbar
Beiträge: 1213
Registriert: Dienstag 18. Januar 2011, 22:53
Meine Instrumente ..: meistens C

Re: Methode zum kontrollieren der Stütze

Beitrag von Singvögelchen »

Nicht ganz logisch :question: , ich hab dich nicht verstanden, sorry. :D

Hab aber mal die Stock-Übung für mich gemacht, nach der Abbildung in der Quinque-Schule, mein Ergebnis ist ein anderes: selbstverständlich versuche auch ich automatisch, den Stock oben zu halten (direkt am Solarplexus angesetzt). Wenn ich nun ein- und ausatme, arbeitet logischerweise das Zwerchfell nebst allen anderen Atemmuskeln... nun ist hervorragend zu beobachten, wie sich der gesamte Körper mehrere Zentimeter nach vorn (Ausatmung) und hinten (Einatmung) bewegt. Für mich ist das im Übrigen keine "Übung" (d. h. etwas Wiederholbares mit Lerneffekt) sondern nur eine einmalige Versinnbildlichung der Atemfunktionen. Bei Quinque anders erklärt, aber für mich nicht zu reproduzieren.
Liebe Grüße vom Singvögelchen!


"Blas schön rein, dann kommts schön raus!"
Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste