konkrete übungen zur Lockerheit

Wie kann ich die Atmung verbessern ? Wie wichtig ist die Atmung für das Trompetespielen ?
Hier gibt es die Antworten auf solche Fragen.

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Trumpet Chief
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konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von Trumpet Chief »

Liebe TrompeterInnen,

Ich habe probleme mit einem unlockeren hals (vor allem in die Höhe) und etwas verspanntem bauch.

Nun hätte ich gerne gezielte Übungen von euch um diese bereiche für das spiel aufzulockern und offen zu halten.

Ich will aber keine verweise zu irgendwelchen fachliteraturen weil ich von burba bis kreutzer (fast) alles gelesen habe.
Dies soll quasi ein Sammelthread werden der allen helfen kann. Mit Übungen die euch persönlich geholfen haben und nicht ungetestete, theoretische versuche.

bin mal gespannt was so zusammenkommt!


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herzbert
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Re: konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von herzbert »

“Machen“ statt Tausend Theorien zu lesen.
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Dobs
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Re: konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von Dobs »

Da könnten die "Relaxation Techniques" von John Glasel hilfreich sein:

http://www.spaeth-schmid.de/shop/advanc ... c_subcat=1
http://www.hickeys.com/products/068/sku68195.htm

Du hast ja nur "fast" alles gelesen. Das bestimmt noch nicht, oder?
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buddy
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Re: konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von buddy »

Dobs hat geschrieben:...Du hast ja nur "fast" alles gelesen...
Lesen allein nutzt offenbar nicht viel.
So demonstriert z.B. Burba aus seiner DVD eine höchst effektive Übung gegen "unlockeren Hals", man muss sie nur genauso üben. Auch zum Aufba einer sinnvollen Atemtechnik stehen schon lange bewährte Übungen im Forum.
Das Thema wurde im Übrigen erst vor wenigen Wochen angesprochen, davor auch schon ungezählte Male. Es ist daher ziemlich unwahrscheinlich, dass sich jedesmal ein neuer Sachstand ergibt.
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Re: konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von Trumpetralfino »

herzbert hat geschrieben:“Machen“ statt Tausend Theorien zu lesen.
Blaeserurlaub in Goisern.
Seid mir nicht böse. in den Beiträgen wird wieder der Trend zu 100 Theorien, Büchern, DVD`s ect. sichtbar.

Ich persönlich glaube, ein Hals und der Bauch muss gerade in den hohen Registern einiges an
Druck aushalten, sprich muskuläre Unterstützung leisten.
Schaut Euch doch einen Arthuro Sandoval an, welche Anstrengungen und Kräfte da frei werden.
http://www.youtube.com/watch?v=aJrp9q8G3qk

Die leichte Drucklose Höhe gibt es nicht. !
Also, körperliche Anteilnahme ist gefordert.

Insofern hat Herzbert vollkommen recht. Machen, probieren, üben.

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Re: konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von buddy »

Der TE macht sich allerdings nicht die Mühe, sein Problem ausreichend genau zu beschreiben. Insofern kann man nur spekulieren.
Mein erster Gedanke war: kompensatorisches Schließen der Stimmbänder und Überanstrengung der Bauchmuskulatur, weil die Technik und Erfahrung für den angestrebten Tonbereich nicht ausreichen.

Ein "mehr davor" oder "einfach machen" nutzt doch gar nichts, wenn Fehler in der Spieltechnik eingeübt werden, die sich so durchaus bis zum echten körperlichen Schaden verschlimmern können.
Wir hatten doch erst vor ein paar Monaten den Bericht über den Leistenbruch eines Spielers, der unbedingt mit seiner schieren Kraft die dreigestrichene Oktav erobern wollte.
Und hast Du nicht selbst äußerst herbe und weitreichende Erfahrungen mit den Folgen einer krassen Überforderung der Lippen gemacht?

Arturo Sandoval ist in vieler Hinsicht großartig, für eine Strategie zum angestrebten Ziel "hohe Töne" finde ich aber Vorbilder wie Reinhold Friedrich oder Adam Rapa ungleich interessanter.
http://www.youtube.com/watch?v=vLsNzCx1ots
http://www.youtube.com/watch?v=IH9PyK3b ... age#t=142s
http://www.youtube.com/watch?v=3zGXjGZM ... page#t=32s
Trumpetralfino hat geschrieben:Insofern hat Herzbert vollkommen recht. Machen, probieren, üben
Herzbert ist ein Trompeter, der nachweislich seiner Beiträge hier vom Lesen verschiedener Quellen sowie der Beratung z.B. im Forum ganz besonders ausnehmend profitiert hat, bevor er sich seine jetzt so gern verkündete Einstellung zugelegt hat.
Zuletzt geändert von buddy am Donnerstag 16. August 2012, 12:39, insgesamt 2-mal geändert.
leonfair
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Re: konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von leonfair »

Trumpetralfino hat geschrieben:
Die leichte Drucklose Höhe gibt es nicht. !
Ich weiß nicht.

Wenn ich dann so Typen zuschaue wie z.B. Gansch, Klingler, Tarkövi, Friedrich, Höfs.....
....die propagieren eine lockere, drucklose Höhe.

Höfs spielt anscheinend nur mit lockerer Luftführung und ohne hartem Bauch oder sonstwas aufs C4......

Mfg
Leonfair
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Dobs
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Re: konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von Dobs »

Genau, anscheinend.
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Trumpetralfino
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Re: konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von Trumpetralfino »

Dobs hat geschrieben:Genau, anscheinend.
Meine Meinung zu dem Thema ist etwas differenzierter.

Ich finde es sehr gut, wenn wir alle gewisse Vorbilder haben. Egal ob Friedrich, Rapa, Burba oder beliebig andere.
Fakt ist doch, dass wenige das Traumziel erreichen und in der Stimme die Höhe nicht sicher spielen können.

Für eine sichere Höhe gibt es viele Wege. Einer davon heisst konsequent "das für sich richtige üben."
Und genau da beginnt es, schwierig zu werden.

Etienne Cap, der immerhin bis Fis 4 sicher spielen konnte sagte mir einmal, er habe nie für die Höhe geübt.
Während seiner Ausbildung sagte ihm sein Lehrer, er solle beim Spielen die Unterlippe über die Zähne positionieren.
Das wars.
Über Atmung oder Stütze habe er nie nachgedacht.

die Profis und Semi-Profis die eine gute Höhe haben können oft auch auf eine gewisse Naturbegabung für die Höhe
blicken und wissen nicht immer, wie es bei Ihnen funktioniert. Das ist bei mir ähnlich, schon 12 jähriger war das F 3 sicher zur Verfügung.

Es ist zudem sehr schwierig, ohne einen Bläser beim spielen zu beobachten, aus der Ferne die richtigen Tips zu geben.
Wenn ich dann lese, dass ein Trompeter schon alles gelesen hat und fast alles probiert hat ohne Erfolg, dann denke ich, der beste Rat ist immer noch,
einen professionellen Höhentrompeter aufzusuchen und konsequent dessen Tips zu beachten.

L.G.ralf
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Re: konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von gozilla »

Servus Gemeinde,
das ansinnen des Themeneröffner ist ja schon nicht schlecht...

aber nur Lesen hilft nicht...z.B. wäre ein workshop bei einem der oben genannten bestimmt sehr hilfreich...auch wenn man da bei manchen nicht zum Spielen kommt

Buddy hat Recht ...das Problem ist zu unspezifisch beschrieben als daß die Forummitglieder konkret helfen könnten

Ralf hat Recht mit seiner Meinung zu druck oder ich möchte mal sagen Anstrengungsloser Höhe ...Arturo mag aufgrund seiner Optik ein schlechtes Beispiel sein aber auch die anderen Kollegen spielen ganz oben nicht ohne sichtbare Anstregung und ich meine nicht mal kurz ein paar Töne rumgepfiffen sondern länger gespielt...da sieht selbst ein Gott wie Tarkövi oder auch die Kollegen Höfs und Friedrich ab und an mal angestrengt aus...

Oder schau Dir mal an was sich am Körper von z.B. Stefan Dohr bewegt wenn der Horn spielt und richtig hin langt 8)

Ich denke der Körper darf sich schon bewegen ...der Ansatz bzw die Ansatzmaske sollte beim hohen Spiel nicht zu sehr beansprucht werden

just my 2 cent
G
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Re: konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von buddy »

gozilla hat geschrieben:...der Ansatz bzw die Ansatzmaske sollte beim hohen Spiel nicht zu sehr beansprucht werden.
Genau.
Kleiner Nachtrag: es gibt mit den Konzepten der
- Brass Master Class von Malte Burba,
- Song & Wind à la R. Friedrich und K. Steenstrup, den
- Trumpet Secrets von John Thomas und dem
- Balanced Embouchure von Jeff Smiley
mindestens vier klar unterscheidbare, erprobte sowie erlernbare Methoden, um den persönlichen Klang, Tonumfang und für das Spielen erforderlichen Aufwand zu optimieren.

Wenn das "machen, üben, probieren" aus irgendwelchen Gründen doch nicht reichen sollte, um in der erhofften Weise weiter zu kommen, könnte man prüfen, ob z.B. einer dieser Wege die eigenen Möglichkeiten effektiver fördert.
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Re: konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von wolfalex »

Servus Trumpet Chief,

lesen ist das eine, richtiges üben unter Anleitung eines kompetenten Lehrers etwas ganz anderes. Das Burba Heft und DVD hab' ich zu Hause, Kreutzer hab' ich gelesen und seine Übungen probiert etc. Voriges Jahr war ich für einen privaten Workshop einen halben Tag bei Herrn Kreutzer in Kärnten. Er hat mir mit großem Engagement seine Übungen vorgezeigt und mit mir durchgearbeitet. Es war richtig erheiternd, wie wir beide teilweise am Boden gelegen sind, dann wieder stehend Atemübungen durchgeführt haben. Richtig entspannend! Ich kenne alle hier geäußerten kontroversiellen Meinungen zu Herrn Kreutzer, mir hat er sehr geholfen. Nur sein Büchlein lesen war für mich zu wenig, das Geld für den Workshop war gut angelegt!

Viele Grüße
Wolfgang
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Re: konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von funtrumpet »

Ralf meinte:

"Sein Lehrer sagte ihm er solle seine Unterlippe über die Zähne positionieren."

Das kann ich mir gut vorstellen.Dadurch schaffte er es wahrscheinlich die Lippenöffnung sehr,sehr klein zu halten.
Fis4.....unvorstellbar :Hä:

Ich bin auch bei mir draufgekommen das es mir in der Höhe leichter fällt,wenn ich die Unterlippe etwas mehr ins Mundstück "reinzwänge".
Ich denke ich habe auch oft ne zu grosse Lippenöffnung um in die 3-gestrichene zu kommen.Bei D3 ist meisst Schluss.
Bis C3 bin ich aber relativ sicher.
Nur geht es halt nicht von heut' auf morgen die Unterlippe mehr "reinzubringen".
Das ist halt ungewohnt,aber hilft.

Sonnigen Gruss aus Styria :gut: :D
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Re: konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von buddy »

funtrumpet hat geschrieben:...wenn ich die Unterlippe etwas mehr ins Mundstück "reinzwänge".
Ich denke ich habe auch oft ne zu grosse Lippenöffnung um in die 3-gestrichene zu kommen...
Wenn Du den Pucker für die Höhe beibehältst, ist eine eventuell zu große Lippenöffnung nicht unbedingt die Ursache, sondern eher die Folge deines Ansatzes. Es kann nämlich sein, dass dann einfach die Kraft nicht mehr ausreicht, das Material noch genügend zusammenzuhalten.

Was Ralf beschreibt, ist quasi ein Gegenteil zu deiner Strategie, genau wie das (übliche) Einrollen.
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Re: konkrete übungen zur Lockerheit

Beitrag von trumpetier »

Eine "Übung", die mir persönlich sehr hilft, wenn's mal etwas fester wird, ist ein tiefer Seufzer. Aufrecht stehen, komfortabel (also keinesfalls voll) einatmen und mit dem tiefstmöglichen "å"-Geräusch alle Spannung ausatmen (kann ein Bisschen wie ein anstössiges Stöhnen tönen). Man merkt dabei recht schnell, wie sich Spannung im Brust- und Bauchbereich löst und der Nacken freier wird. Dieses Gefühl dann zuerst ohne Spielen sondern mit "Luft allein" aufs Instrument übernehmen und wenn es sich bequem anfühlt 1 : 1 (!) auf die Tonproduktion übertragen.
Natürlich kann man das schwer schriftlich erklären, und die Wirkung kann auch individuell sein. Einen Versuch dürfte es aber wert sein, da es bestimmt nicht schadet. Persönlich habe ich dadurch ein ganz anderes Gefühl für den Luftstrom bekommen: Der viel gepredigte Grundsatz "Volumen statt Druck" wird für mich dadurch konkret und fühlbar. Ich spüre, wie wenig "blasen" nötig ist und wie weit ich mit einem lockeren Hauchen komme, da der Hals offen und die Zunge nicht im Weg ist.
Falls das jemand ausprobiert, bin ich froh um Feedback, was es bei euch bewirkt.
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