Lungenunterfunktion

Wie kann ich die Atmung verbessern ? Wie wichtig ist die Atmung für das Trompetespielen ?
Hier gibt es die Antworten auf solche Fragen.

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doc_trumpet
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von doc_trumpet »

Nun mach dir mal keinen Stress ! Ich habe eine Solostelle in einem "Kulturorchester" und kann auch kein g''' ;-)
Und dass dein Luftfluss in deiner Brust blockiert wird ist wahrlich merkwürdig - bist du sicher, dass du nicht den Hals zumachst, wenn es in die dritte Oktave geht ?
LG an den Frühaufsteher
upps - da fällt mir noch etwas ein. Ein Schüler eines Bekannten hat durch eine OP seinen halbe Lunge eingebüsst und hat durch fleißiges und unter Anleitung vorgenommenes Atemtraining seine Lungenfunktion wieder auf "Vordermann" gebracht und spielt ein schönes Es''' im Haydn-Konzert.
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lurchi
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von lurchi »

Für die Tonhöhe ist die Lungenfunktion eigentlich irrelevant, je höher der Ton desto weniger Luftvolumen braucht man. Bei den tiefen Tönen sieht es da anders aus, Tubisten müssen ordentlich Luft geben.
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rogelton
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von rogelton »

Wäre schade um die Flinte! :lol:
80% beim Ausatemtest ist kein schlechtes Resultat und reicht voll und ganz zum Trompetenspielen!
Der Bauch wird hart: die Muskeln spannen sich an, das heisst auch: Stütze; die braucht man zum Trompetenspielen.
Die Luftsäule macht nicht schlapp, solange die Stütze da ist. Also gibt es ein Hindernis auf dem Luftweg. Bei Deinen 80% (man müsste natürlich die Detailmessungen in Betracht ziehen, um genauere Schlüsse ziehen zu können) denke ich, dass Bronchien und Luftröhre nicht dafür verantwortlich sind. Dadrüber liegen die Stimmbänder, da ist möglicherweise das Problem zu suchen. Mit Ohrenschützer üben, da hörst Du ob der Hals zugeht, und Du kannst daran arbeiten (siehe Anmerkung Frühaufsteher).
Wichtig für Dich ist eine perfekte Atmung, wenn Du irgendwann die Zirkularatmung (zB auch auf einem Didgeridoo) beherrschst, wird das für Dich wie eine Neuentdeckung des Trompetenspiels sein. Und nebenbei auch noch die beste Therapie für Deine Lungenfunktion. :D
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Bixel
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von Bixel »

@leonfair:

Unterdurchschnittliche Messwerte bei der Lungenfunktionsprüfung und Einschränkungen des Tonumfanges beim Trompetenspiel (nach oben) hängen kausal definitiv nicht zusammen.

Deine diesbezügliche, seit mittlerweile fast zwei Jahren dich offenbar beherrschende "fixe Idee" aus dem Kopf zu bekommen, scheint mir der erste notwendige Schritt zu sein, um wieder eine positive Beziehung zu deinem Instrument zu erlangen, ohne die eine positive Entwicklung kaum möglich ist.

Eine Behinderung der forcierten Ausatmung findet typischerweise an der - sich in entscheidenden Momenten unnötigerweise (fast) vollständig schließenden - Stimmritze statt.
In diesem Fall "verpufft" der von der Rumpfmuskulatur aufgebaute Lungeninnendruck am Kehlkopf, statt an der Lippenöffnung wirksam werden zu können.

Möglicherweise liegen die Ursachen deiner (von dir so empfundenen) stockenden trompeterischen Entwicklung aber - wenigstens zum Teil - auch an uneffizientem Equipment (Mundstück) und an nicht ausgeschöpften Ansatz- und/oder Luftführungspotenzialen; Stichworte: Mundstück-Buzzing, Setpoint, Downsizing.

In der Gesamtschau scheint es mir lohnend, die Lösung deiner (von dir so empfundenen) trompeterischen Probleme in deinem Kopf zu suchen (statt in Arztpraxen).

Vorläufig abschließend mache ich dich auf den Widerspruch aufmerksam zwischen deiner Signatur ("Der Weg ist das Ziel") und deinem "hausgemachten" psychischen Druck durch eine m.E. ungute Zielsetzung ("ich glaube mein lebn an einem hobby verschwendet zu haben, an dem ich nie der erste trompeter sein werde").



:|
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leonfair
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von leonfair »

Danke für eure schnellen Antworten.

@ bixel:

Mein Problem liegt bestimmt nicht an der Ansatzmaske und auch nicht an zu wenig Muskelkraft. Ich kann schön spielen, sowohl auf der Trompete, als auch auf dem Flügelhorn oder dem Kornett. Ich hab mich in den letzten 2 Jahren weiterentwickelt, nur in der Tonhöhe fast nicht. Es klingt alles super bis c''' und darüber geht kaum mehr was, nur wenn ich einen super guten Tag habe. Ich hab schon von einem Tilz 1 1/2 C auf ein 10er Klier downgesized und es hat mir auch mehr Ausdauer im Bereich g''-c''' gebracht. Nur regelmäßig komm ich nicht über c''', schon garnicht sicher. Auch Smiley hab ich schona usprobiert, aber ohne Luft macht auch das keinen Sinn.

Mein Problem liegt garantiert in der Luftführung und ich denke dass meine Krankheit auch seinen Teil dazu beiträgt. Ich muss auch sagen ich verstehe das ganze Kreuzer-Prinzip nicht ganz. "Brustbein anheben, Brustkorb öffnen, blablabla".... Mein Brustkorb wird mir hoffentlich erst im Leichenschauhaus geöffnet - wenn überhaupt.

Ich glaub ich schaff es nicht, die Luft so zu beschleunigen, dass ich am Ende auch Zugang zur dritten Oktave habe. Es fühlt sich so an als würde meine Lunge zu machen, und nicht die Stimmbänder oder sonstiges. Ich höre kein Mittschwingen der Stimmbändr oder dergleichen.

Ich weiß was ich falsch mache, aber ich weiß leider nicht wie mans richtig macht. Ich versuche stets, 1/3 in den Bauch zu athmen und 2/3 in die Brust (diese weitet sich dann aus, ich hoffe das versteht Kreutzer unter öffnen) und versuche die Luft möglichst locker rauszublasen. Dies Funktioniert recht locker relativ gut bis c''' aber danach macht irgendwas komplett zu, es will nicht mehr weitergehen und das versteh ich nicht.

Und es gibt leider keinen Trompetenlehrer, dei ein ähnliches Lungenunterfunktionsproblem hat wie ich, und deswegen glaub ich auch dass mir kaum jemand helfen kann, weil es kaum vergleichbare Fälle gibt.

Wenn ich z.B ein großes Tenorhorn spiele, bekomme ich auch keine hohen Töne, weil ich nicht genug Luft ins horn rein bekomme.

Ich bin echt ein wenig verzweifelt.
Ich mein für die zweite Trompete reichts allemal.

Aber wenn das mein maximum ist, dann lass ich es lieber ganz bleiben.

Mfg
Leonfair
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Bixel
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von Bixel »

Versteh' doch: Deine "Krankheit" (obstruktive Lungenerkrankung) wirkt sich auf das Trompetenspiel in hoher Tonlage nicht aus, weil der erhöhte Lungeninnendruck die Luftwege weitet, statt sie zu verengen.
Aus eben diesem Grunde ist das Ausatmen gegen einen Widerstand (Luftballon, Trompete) bei solchen Beschwerdebildern eine wirksame Therapie.

:idea:
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Zuletzt geändert von Bixel am Donnerstag 19. April 2012, 13:16, insgesamt 1-mal geändert.
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leonfair
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von leonfair »

Bixel hat geschrieben:Versteh' doch: Deine "Krankheit" (obstruktiven Lungenerkrankung) wirkt sich auf das Trompetenspiel in hoher Tonlage nicht aus, weil der erhöhte Lungeninnendruck die Luftwege weitet, statt sie zu verengen. Aus eben diesem Grunde ist das Ausatmen gegen einen Widerstand (Luftballon, Trompeten) eine wirksame Therapie.
Meine Lungennebenwege sind lt. Arzt offensichtlich zu, da kann sich nichts mehr erweitern. Also beeinflusst das das sehr wohl mein Spiel lt. deine Theorie.
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Bixel
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von Bixel »

Wenn "bis zum c''' Alles super klingt", kann mangelnder Luftstrom aus der Lunge schlichterdings nicht die Ursache für Einschränkungen in der dreigestrichenen Oktave sein, weil die hierbei notwendige Luftbeschleunigung nicht mittels eines erhöten Luftvolumenflusses zustande kommt, sondern durch eine kleinere Lippenöffnung, gesteigerten Luftdruck und ggf. mittels stärkerer Zungenwölbung.

Ein g''' erfordert einen geringeren Luftvolumenfluss als ein gleich lautes c'''.

:x
.
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leonfair
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von leonfair »

Bixel hat geschrieben:
Ein g''' erfordert einen geringeren Luftvolumenfluss als ein gleich lautes c'''.

:x
.
Willst du mir jetzt also sagen, dass ein g''' leichter oder einfacher zum Spielen ist, als ein c'''? :argh:
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von trp »

Diese Lungenfunktionstests sind mit Vorsicht zu genießen.

Mache jedes Jahr bei meiner Gesundenuntersuchung einen solchen Test.
Jedes Mal kommt heraus das ich eine Lungenobstruktion od. so ähnlich habe. Stark dazu auch noch.

Nun muss man dazusagen das ich regelmäßig Atemübungen mache, kontrolliert bis klingend G''' spielen kann, eine g' locker eine Minute aushalten kann und außerdem seit Jahren regelmäßig Ausdauersport im mehrstündigen Bereich absolviere. (Mountainbike, Skating, Laufen...) Nichtraucher sowieso.

Letztes Mal habe ich dann auf Grund dieses Tests ein Lungenröntgen mit allem was dazugehört absolviert.
Der Arzt hat sich halb totgelacht und mich gefragt was ich bei ihm mache. So eine perfekte Lunge nebst Umfeld (Nebenhöhlen..etc.) hat er schon lange nicht mehr gesehen.

Bin dann wieder zu meinem Internisten marschiert und der räumte dann ein das solche komischen Ergebnisse bei Blechbläsern öfters vorkommen.
Anscheinend sind diese Geräte darauf nicht vorbereitet.

Habe dann nochmals völlig unmotiviert und passiv hineingehaucht und siehe da, auf einmal waren die Werte in Ordnung.

Für mich hat sich dieser Test damit erledigt.

lg trp
Zuletzt geändert von trp am Donnerstag 19. April 2012, 12:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von Sandu »

leonfair hat geschrieben:
Bixel hat geschrieben:
Ein g''' erfordert einen geringeren Luftvolumenfluss als ein gleich lautes c'''.

:x
.
Willst du mir jetzt also sagen, dass ein g''' leichter oder einfacher zum Spielen ist, als ein c'''? :argh:
Bixel erklärt doch nur die physikalische Tatsache, dass höhere Töne weniger Luftvolumen benötigen.
Probier's doch mal mit deinem Mundstück: Halte die Hand hinter den Mundstückschaft und spiel ein c' und dann ein c''
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Bixel
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von Bixel »

leonfair hat geschrieben:Willst du mir jetzt also sagen, dass ein g''' leichter oder einfacher zum Spielen ist, als ein c'''? :argh:
Ich will dir sagen, dass der Befund eines unterdurchschnittlichen Messwertes bei der Untersuchung der Lungenfunktion per se kein Handicap für das Spielen eines g''' bedeutet.

:idea:
.
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Deakt_20120717
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von Deakt_20120717 »

Meine Vitalkapazität liegt bei 120% der Altersnorm und trotzdem kann ich kein g´´´ spielen! :Tock:

:ironie: Viel wichtiger ist die Gamma-GT als Ausdruck der Leberfunktion. Heir sollten durch regelmäßiges Trainig (Alkohol) mindestens Werte vom
über 60 U/l erreicht werden um eine professionelle Musikerlaufbahn wählen zu können!! :cracy:
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von hannes »

leonfair hat geschrieben:
Bixel hat geschrieben:
Ein g''' erfordert einen geringeren Luftvolumenfluss als ein gleich lautes c'''.

:x
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Willst du mir jetzt also sagen, dass ein g''' leichter oder einfacher zum Spielen ist, als ein c'''? :argh:
Das möchte ich auch sagen: und zwar im Hinblick auf die benötigte Luft, die vom Weg der Lunge durch die Lippe im gleichen Zeitraum abgegeben werden kann. Ein g3 kann man mit gleicher Lautstärker wesentlich länger aushalten als ein c3, da die abzugebende Luft weniger schnell verbraucht ist (engere Lippenöffnung/Mundhöhlenvolumen). Noch extremer wird es beim Vergleich von c1 und c3 (oder gar g3). Der Luftverbrauch ist auch hier bei gleicher Lautstärker deutlich spürbar angenehmer in der hohen Lage; vorausgesetzt man hat Kontrolle über die Luftführung und Lippenfunktion (eventuell auch in Verbindung mit der helfenden Zunge). Die notwendige Atemtätigkeit ist also leichter in den hohen Lagen, weshalb gerade Asthmatiker oder sonstige atembeeinträchtigte Personen eher Probleme mit einer Tuba als mit einer Trompete haben könnten (vom therapeutischen Nutzen des erhöhten Drucks bei der Trompete mal abgesehen). :wink:

Hannes
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von Bixel »

hannes hat geschrieben:Die notwendige Atemtätigkeit ist also leichter in den hohen Lagen...
Die "notwendige Atemtätigkeit" ist nach meinem Empfinden in hohen Lagen durchaus nicht leichter als in tiefen Lagen, sondern deutlich schwerer.
Diese Atemtätigkeit besteht aber eben nicht in der Mobilisierung eines großen Luftvolumens (bei der Atemwegsverengungen durchaus stören könnten), sondern in der Mobilisierung eines hohen Luftdruckes (bei der eine gemäßigte obstruktive Lungenstörung nicht stört).

:lehrer:
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