Lungenunterfunktion

Wie kann ich die Atmung verbessern ? Wie wichtig ist die Atmung für das Trompetespielen ?
Hier gibt es die Antworten auf solche Fragen.

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leonfair
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Lungenunterfunktion

Beitrag von leonfair »

Hallo Leute.

Nachdem ich jetzt wieder seit Herbst Trompetenunterricht habe, bin ich vor 1 Monat mal zum Lungenfacharzt gegangen, um mich durchckecken zu lassen.

Dort wurde festgestellt, dass ich an einer "Lungenunterfunktion" leide.

D.H ich kann zwar viel Luft einathmen, aber sie kommt nicht so leicht wieder raus, da die bronchien und die nebenathemwege "verschlossen" sind. Damals hab ich einen Inhalator verschrieben bekommen (ohne Kortison). Und muss Tabletten schlucken.

Jetzt war ich wieder beim Arzt und der hat mir gesagt es ist zwar besser geworden, aber ich bräuchte eine höhere Dosisi (weiter ohne Cortison). Ziel sei es, auf 80% eines guten Lungenzustandes zu kommen. (dies sei halt dann der "Grüne Bereich")

Nun meine Frage: Hat es noch Sinn, weiter zu spielen? Ich mein ich bin sehr abitioniert und übe viel. Wenns aber nicht möglich ist mit meiner Lunge auf ein gepflegtes C''' - f''' zu spielen, dann hab ich keine motivation mehr. Ich hab bis f'' einen super ton, aber ich spiel jetzt schon so lange nur tief, ich will auch endlich mal wieder raufkommen. Und wenns mit meiner lunge nicht möglich ist muss ichs eben lassn.

An die Mediziner: Was ist schlimm an Kortison?

Mfg
leon
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lurchi
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von lurchi »

Mit einer eingeschränkten Lungenfunktion wird dir eher der tiefe Fortebereich Probleme bereiten, in der Höhe braucht man wesentlich weniger Luftvolumen. Beim Funktionscheck muss ja auch möglichst schnell ausgeatmet werden, beim Trompeten eher nicht.
Da du jetzt in Behandlung bist ist zu hofffen dass sich die Lungenfunktion bessert, von daher geht es mit dem Spielen eher auch aufwärts.
Sandu
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von Sandu »

Ich glaube auch, dass sich eine gewisse Lungenunterfunktion und Trompeten nicht ausschließen.

Ich kann mich erinnern, wie Hans Gansch mal sagte:
"Nicht einfach viel, sondern gezielt Luft geben ist das entscheidende!"
saxpeter
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von saxpeter »

Einige Dinge können Dir zusätlich zu den Medikamenten helfen.

Systematischer Ausdauersport.
Yogaatemübungen, z.B. Kapalabhati ( verbessert extrem die Ausatemfähigkeit)
ein Blasinstrument, z.B.Trompete

Probier es mal, ich kenne Asthmatiker, die selbst Kortisontherapieen erheblich reduzieren konnten.

Viel Spaß Peter
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inspired
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von inspired »

Kortison kann Nierenschäden verursachen,wenn man's auf dauer nehmen muss...
was die Lungenfunktion angeht sollte Trompeten doch eigentlich kein fehler sein, ich würd das eher als Sport bzw Training für die Lunge ansehen.
Ich kenn jmd der trotz Raucherlunge 110% hat...das wäre ohne Trompeten auch ganz schnell anders...
und viel Luft braucht man doch eigentlich in den Tiefen lagen..also tief und laut...in der Höhe gehts doch eigentlich mit weniger luftmenge.
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RainerS
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von RainerS »

Hi Leon,
Du leidest offensichtlich an einer sog. obstruktiven Atemwegserkrankung.
Dabei gibt es im Wesentlichen zwei Typen:
1. anfallsartige (asthmatische), die z. B. durch Allergien (z. B. Blütenstaub, Haustaub, Tierhaare ...) oder auch durch Infekte verursacht worden sein können, und
2. andauernde (chronische), die besonders langjährige Raucher und stark übergewichtige Menschen betreffen.
Anscheinend liegt bei Dir der zweite Typ vor?
Eine Behandlung mit Cortisonpräparaten zur Verminderung des Entzündungszustandes der Atemwege ist bei ausschließlich inhalativer Aufnahme unproblematisch. Man sollte nach der Anwendung nur jeweils den Mund gründlich ausspülen, um das Risiko von Pilzinfektionen zu reduzieren.
Nur wenn eine zusätzliche Einnnahme von Cortison in Form von Tabletten oder Spritzen erforderlich ist, drohen langfristig Nebenwirkungen, die z. B. das Skelett (Osteoporose), den Stoffwechsel (Übergewicht und Zuckerkrankheit) und die Infektabwehr betreffen.
Mein Rat: Spiele möglichst weiter, wie bisher und betrachte das Trompeten als Atemgymnastik und Teil der physikalischen Therapie.
Mit freundlichen Grüßen
Rainer
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lurchi
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von lurchi »

RainerS hat geschrieben: 2. andauernde (chronische), die besonders langjährige Raucher und stark übergewichtige Menschen betreffen.
Dazu fällt mir eine kleine Geschichte ein:
eine Bekannte (Intensivkrankeschwester) hat zur Zeit eine Patientin die, nachdem sie 60 kg abgenommen hat, 250 kg wiegt. Außerdem raucht sie zwei Schachteln Zigaretten am Tag. Jetzt hat sie zunehmend Atembeschwerden und hat allen Ernstes gefragt ob das wohl vom Obst kommt das sie jetzt immer isst?
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trompeti
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von trompeti »

Eigentlich bin ich gar nicht mehr aktiv hier im Forum :shock: aber da dein Problem mein täglich Brot ist schreibe ich mal wieder. Du musst dir keine Sorgen machen wegen dem Trompetespielen, das wird deine obstruktive Lungenerkrankung nicht verschlechtern. Eher im Gegenteil. Wir wissen nicht viel von dir (wenn du magst kannst du mir eine PM schreiben, ich bin allerdings nicht mehr sehr oft eingelogt, die Antwort also etwas dauern) und jede einigermassen seriöse Auskunft bezüglich deiner persönlichen Situation muss hier enden ohne mehr an Anamnese. Je nach dem was deine Grunderkrankung ist, wird der Verlauf eben auch anders sein. Dass dein Trompetenspiel etwas mitbetroffen ist, lässt sich nicht vermeiden aber doch kontrollieren. Ich habe einige Sänger und einen Bläser in meiner Ambulanz und die habe gut mit einem Asthma leben gelernt. Was dein Problem ist, wie gesagt, lässt sich schwer ohne mehr Info beurteilen.

Die topischen, wie man für lokal wirkende Kortisone sagt, Steroide wirken ausser in der Lunge, wo sie wirken sollen nicht im System. Sie gehen also nicht zu einer relevanten Menge in das Blut. Nebenwirkungen sind den auch nur lokale bei nicht korrekter Inhalationstechnik. Das steht im Kontrast zu Kortisongtabletten oder Injektionen. Ich gebe dir gerne etwas konkretere Antwort auf konkrete Fragen.

cheers
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Lucius
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von Lucius »

inspired hat geschrieben: Kortison kann Nierenschäden verursachen,wenn man's auf dauer nehmen muss...
Das stimmt so nicht - bevor Du solch einen Blödsinn in Netz stellst, solltest Du Dich erstmal schlau machen. Ansonsten hast Du so halbwegs recht - siehe auch die ausführlichere und kompetentere Antwort von trompeti.

Gruß, L.
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von inspired »

sollte eigentlich schon stimmen, da ich das zeug selber schon nehmen musste aufgrund der gefahr komplett ins asthma ab zu rutschen...
das war die info die ich damals vom lungenfacharzt aus der klinik bekam,eben gesehen auf die kontinuierliche einnahme über einen längeren zeitraum.
aber wenns wirklich falsch is lass ich mich auch gern eines besseren belehren ;)
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von TrumpetBerni »

Wie schon von anderen gesagt:
Es wird deine Lunge auf keinen Fall verschlechtern. Im Gegenteil wenn du ordentlich übst
und richtig atmest kann es nur mehr besser werden. Ich selbst habe ziemlich viele Allergien (Tierhaare, Gräser, Hausstaubmilben ......) und das Trompetenspiel
hat mir sehr dabei geholfen richtig zu Atmen. Die Bauchatmung ist dazu noch sehr gesund für den ganzen Körper.
Ich würde das Trompetenspiel auf keinen Fall aufgeben. Inzwischen habe auch ich beim Lugenfunktionstest ein Ergebnis von 126% was als Allergiker
schon ziemlich beachtlich ist.
Meine Meinung dazu: Solange dir das Spielen auf deinem Instrument Spaß macht würde ich es
weiter Ausüben. (wenn die Umstände passen)
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von Sandkuchen »

leonfair hat geschrieben:Nun meine Frage: Hat es noch Sinn, weiter zu spielen? Ich mein ich bin sehr abitioniert und übe viel. Wenns aber nicht möglich ist mit meiner Lunge auf ein gepflegtes C''' - f''' zu spielen, dann hab ich keine motivation mehr. Ich hab bis f'' einen super ton, aber ich spiel jetzt schon so lange nur tief, ich will auch endlich mal wieder raufkommen. Und wenns mit meiner lunge nicht möglich ist muss ichs eben lassn.
Hast Du denn Anhaltspunkte dafür, dass Deine "Probleme" beim Spielen mit dem Lungenvolumen oder der Ausatemkraft zusammenhängen?

Wie steht es mit einem fff beim c2?

Kannst Du im Vergleich zu besseren Kollegen nur kurze Phrasen spielen? Überhaupt, wie steht es mit der Fähigkeit zum Töne aushalten?

Höhe hat ganz viel mit der Lippenspannung zu tun, hast Du die schon über einen langen Zeitraum geübt?

Hannes hat sich mal als Allergiker geoutet und ich glaube er hat mit dem Spielen keine großen Probleme:
http://www.trompetenforum.de/TF/viewtop ... d5#p124085
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von buddy »

leonfair hat geschrieben:...Nun meine Frage: Hat es noch Sinn, weiter zu spielen? Ich mein ich bin sehr abitioniert und übe viel. ...
Wie schaut es denn mit deinem Unterricht aus?
Deckt sich dein Ehrgeiz mit der wöchentlichen Unterrichtserfahrung, dass dich dein Lehrer durch seine Kontrolle und durch seine Hinweise immer wieder ein Stückchen weiterbringt?
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von leonfair »

Hallo Leute, ich melde mich mal wieder zu dem thema.

Ich spiel nach wie vor sehr viel Trompete, halt in den semiprofessionellen combos in welchen ich spiele, kann ich meist nur die zweite Trompete spielen und das zipft mich ziehmlich an.

Mein problem it sicher niht ie ansatztechnik oder ie ansatz position; das schaut alles gut und homogen aus und auch die zunge macht mit a-ü-i fleißig mit bis zu einem soliden c'''.

Wie ich schon sagte leide ich an einer Lungenunterfunktion - da heißt dass ich viel Luft in die Lunge bekomme aber weniger rau bekomme, da i nebenathemwege ziehmlich zu sind. Ich muss gestehen ih war jetzt länger nicht mehr beim arzt.....

Ich hatte zuletzt beim "Ausathemtest" ein ergebnis von ca. 80 Prozent.

Ich spüre, dass meine Luftsäule ab C''' einfach schlapp macht. Irgendwas in meiner Brust blockiert einen schnelleren luftfluss und lässt meinen Bauch hart werden, deswegen ist auch ein spielen über c''' wohl niht möglich für mich.

Ich bin kurz davor die Flinte ins Korn zu werfen. Ich bin jetzt 23 und merke wie von hinten di jugend nachzieht, die in technischen belangen zwar noch weit hinter mir sind aber in sachn tonhöhe schon g''' anreißen.

Bin echt ziehmlich frustriert, ich glaube mein lebn an einem hobby verschwendet zu haben, an dem ich nie der erste trompeter sein werde.

Mfg
Leonfair
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Re: Lungenunterfunktion

Beitrag von doc_trumpet »

Nun mach dir mal keinen Stress ! Ich habe eine Solostelle in einem "Kulturorchester" und kann auch kein g''' ;-)
Und dass dein Luftfluss in deiner Brust blockiert wird ist wahrlich merkwürdig - bist du sicher, dass du nicht den Hals zumachst, wenn es in die dritte Oktave geht ?
LG an den Frühaufsteher
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