Ansatzproblem

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Ansatzproblem

Beitragvon Jochen Tro » Samstag 14. Oktober 2017, 16:46

Hallo liebes Forum,

ich habe folgendes Problem: Wenn ich spiele ist mein Ansatz auf dem Oberen Lippenrot (ein Bisschen nur). Ich kann aber ca.5 Pedal töne nach unten spielen und schaffe das d3. Mein Trompetenlehrer meint daher das eine Umstellung nicht unbedingt nötig ist da der Ansatz anscheinend nicht so falsch sein kann wenn man Pedal töne spielen kann und auch diese höhe. Allerdings wollte ich euch jetzt noch fragen ob sich eine Ansatz Umstellung lohnt ( mein Lehrer meinte allerdings das wäre wie wenn ich neu Fahrrad fahren lernen würde und braucht ca. 1 Jahr bis man dann wieder auf dem jetzigen Level ist, und es besteht aber die Gefahr das man wieder in den alten Ansatz abrutscht.) Ein bisschen versuche ich auch immer mit richtigem Ansatz zu spielen.
Wenn ich mit richtigem Ansatz Anfang unten beim c1 und hoch auf das c3 spiel rutscht die Trompete praktisch wieder in das Lippenrot. Also mit richtigem Ansatz kann ich nur von c1-c2 spielen ab dann fängt es an mit rutschen.

Hat jemand von euch eventuell Tipps wie ich das in den Griff bekomme?

Danke schon einmal im Vorraus
Jochen Tro
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Re: Ansatzproblem

Beitragvon Singvögelchen » Samstag 14. Oktober 2017, 21:26

Hallo Jochen, da gibt es drei Möglichkeiten:
1. du lässt es, wie es ist. Offensichtlich bist du ja mit deinen Spielergebnissen soweit zufrieden, dass dir die Nachteile deines jetzigen Ansatzes nicht wirklich bewusst sind. Man kann mit so einem Ansatz als Hobbytrompeter durchaus erfolgreich viele Jahre spielen.
2. du machst die harte Tour: täglich mehrfach in kleinsten Dosierungen einfache Töne spielen mit (und zwar ausschließlich) dem neuen Ansatz. Nur Ansprachen und Beschränkung auf die angenehme Mittellage. Keine Musik, keine Mugge, keine Probe mit Freunden. Vielleicht hast du nach vier Wochen den alten Ansatz komplett vergessen. Dann kannst du mit neuem Ansatz ganz langsam (wieder mehrere Wochen) versuchen, deinen vorherigen Leistungsstand zu erreichen und dann zu überbieten. Seeeeeehr anstrengend und zermürbend, ohne motivierenden Lehrer kaum durchzuhalten, für dich im Alleingang nicht zu empfehlen.
3. der goldene Mittelweg: du versuchst den Ansatz nicht komplett umzukrempeln, sondern nur ein winziges Stückchen zu verschieben und ohne das weiter zu beachten, weiterzuspielen wie bisher. Das nimmt den psychischen Druck vom Kessel. Die brutale Umstellung, die alles Dagewesene in Frage stellt und zu anderweitigen Verspannungen führt, ist damit wesentlich entschärft. Mach dir einen Hinweis aufs Notenpult oder aufs Schallstück, dass du immer schön an die Richtung denkst, in die der neue Ansatz wandern soll. Ein paar Einspielübungen kannst du auch vorm Spiegel üben.

Es gibt nur wenige Lehrer, die eine Ansatzumstellung erfolgreich durchzuführen verstehen, die Geduld reicht meist nicht aus. Ich drück dir die Daumen :gut: :gut:
Liebe Grüße vom Singvögelchen!


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Re: Ansatzproblem

Beitragvon Jochen Tro » Sonntag 15. Oktober 2017, 13:35

Vielen Dank ich denke ich werde mich für den 3. weg entscheiden :)
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Re: Ansatzproblem

Beitragvon Singvögelchen » Sonntag 15. Oktober 2017, 19:39

Viel Glück, du darfst und gern über deine Erfahrungen und Fortschritte auf dem Laufenden halten. :gut:

wenns ganz schlimm enden sollte, auch gern per PN :wink:
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Re: Ansatzproblem

Beitragvon OndraJ » Dienstag 17. Oktober 2017, 13:26

Jochen Tro hat geschrieben:Hat jemand von euch eventuell Tipps wie ich das in den Griff bekomme?

Mir ging es ähnlich wie dir. Ich setzte auch im oberen Lippenrot an, hatte jedoch massive Probleme mit der Ausdauer.
Mein Tipp für eine "schleichende" Umstellung sind die Roll-In Übungen aus dem Buch "The Balanced Embouchure". Dazu findest viel Infos im Forum.
Ich habe anfangs nur die Übung "Roll-In #1" gemacht. Das sind 12 ganze Noten mit einem komplett eingerollten Ansatz. Das war zuerst sehr schwierig, aber nach ca. 2 Wochen experimentieren und probieren, konnte ich die Übung mit diesem Ansatz spielen. Nach den 12 ganzen Tönen mit eingerollten Lippen, übte ich ganz normal weiter, ohne an das Einrollen zu denken.
Schon nach einigen Tagen begann der Abdruck vom Mundstück beim normalen Üben immer weiter aus dem Lippenrot zu rücken.
Nach weingien Wochen konnte ich deutliche Fortschritte bei Ausdauer, Höhe und Tonqualität verzeichnen. Es war keine plötzliche, radikale Umstellung, aber es ging spürbar und ständig bergauf.

Die Übung dauert anfangs nur 2 Minuten und hat meinen Ansatz in kurzer Zeit zurecht gerückt.

Bei Interesse würde ich mit Uwe Zaiser Kontakt aufnehmen. Der kann dir Übungen zeigen und richtig beibringen.
https://www.be-trainer.de/shop/
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Re: Ansatzproblem

Beitragvon Dobs » Mittwoch 18. Oktober 2017, 08:18

Ich hatte vor beinahe 25 Jahren ein ähnliches Problem, habe mithilfe eines Lehrers - der von Burba beeinflusst war - radikal umgestellt und es nie bereut. Ganz im Gegenteil.
"Musik und Bier sind Themen, die traditionell sehr eng miteinander verbunden sind." - Sch.-Hausbrandt (Herri Bier)
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Re: Ansatzproblem

Beitragvon MarijaRt » Sonntag 22. Oktober 2017, 16:22

Hmm....
Ich hatte nie ein Problem, wenn ich meinen Ansatz verändert habe.
Wahrscheinlich ist das auch eine große Kopfsache, dass das so lange dauert :)
Niemals ermutigen lassen, mache einfach das, was du für richtig hälst.
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Re: Ansatzproblem

Beitragvon Bixel » Dienstag 24. Oktober 2017, 10:31

MarijaRt hat geschrieben:Niemals ermutigen lassen...

Auf gar keinen Fall!

:lol: :gut:
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Re: Ansatzproblem

Beitragvon blechfan » Dienstag 24. Oktober 2017, 16:38

Nicht so kleinlich, Bixel, immerhin hat sie die Wörter "das" und "dass" vier Mal richtig angewendet, das entspricht einer Erfolgsquote von 100 Prozent, was in diesem Forum doch eher selten vorkommt. :wink:
Nur das mit dem Hals habe ich nicht ganz kapiert ...
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