Lampenfieber

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
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Lampenfieber

Beitragvon JensH » Samstag 3. Juni 2017, 14:03

Was macht ihr gegen Lampenfieber?
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Alex093 » Mittwoch 7. Juni 2017, 07:58

Hallo JensH,

ich bin auch schon lange auf der Suche nach einer Lösung für mein Problem, habe aber bisher nur einen Weg entdeckt.
Dieser Weg ist so viele Möglichkeiten zu suchen, vor Menschenmengen zu sprechen oder Solos zu spielen.

Gedanklich hilft mir, dass ich mir bewusst geworden bin, dass es bei einem Solo nicht um mich selbst geht
sondern um das Publikum, das gekommen ist um Musik zu hören.
Dieser Gedanke hilft mir da etwas Abstand zu bekommen und du kannst dich selber auf die Musik konzentrieren.

Es dauert zwar lange und es ist erst ein bisschen besser geworden aber mir hilft das zumindest etwas weiter.

Ob das ein Weg für dich sein kann musst du für dich entscheiden :)

Auf andere Tipps bin ich natürlich auch sehr gespannt :huepf:

LG Alex
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Miboba » Mittwoch 7. Juni 2017, 12:31

Viele Wege führen nach Rom. :)

Ich mache es gerade umgekehrt. Ich versuche das Publikum so gut wie möglich auszublenden und nur für mich zu spielen. Idealerweise konzentriere ich mich so auf mein Spiel, dass ich das Publikum ganz vergesse.
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Hochwälder » Mittwoch 7. Juni 2017, 14:04

Ich gehe davon aus, dass der Threadersteller einen bestimmten Zweck verfolgt (s.Homepage)

paar Sachen, die mir spontan einfallen:

soviel öffentlich spielen wie es geht
Auftritte mit kleiner Gruppe/Ensemble
Solo sollte im Kämmerlein und Probe sicher ablaufen (Luft nach oben)
vor kleinem Publikum spielen (Freunde, Verwandte, Ständchen, Geburtstag)
Pannen sofort abhaken und sich auf's nächste mal freuen
Bewusstsein für Atmung vor Solo schaffen (Fluchtreflex, Atmung blockiert)
Zuhörer wollen dich hören und warten nicht auf Fehler
sich auch bei Proben stellen, nicht erst beim Auftritt
locker spielen (Phrasierung, Vibrato....)
Instrument und Mundstück immer top in Schuss halten (Dreck und Ventilklemmer bringen unnötig Risiko)
und üben, .......
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Re: Lampenfieber

Beitragvon TrompetenKäfer » Donnerstag 8. Juni 2017, 10:13

Ohne dem Threadersteller jetzt werbende Absichten oder den Drang nach Wissenstransformation unterstellen zu wollen:

-) Möglichst viel Spielen senkt die Nervosität -> Routine bzw. Automatisierung von Abläufen
-) Selbstvertrauen und Vertrauen in seine Fähigkeiten. Wenn ich weiß, dass ich falsch/zu wenig/,..... übe, wird immer Angst mit dabei sein
-) Visualisieren - ich stelle mir immer vor, dass ich für den letzten Zuhörer am hinteren linken Rand der Veranstaltung spiele
-) Spielereien/ungeplante Blödheiten (Oktavieren, hohe Schlusstöne) unterlassen. Ist reine Selbstbefriedigung, dem Publikum egal und reduziert evtl. die Leistungsfähigkeit, den Gig durch zu halten.
.... wenn man kein Leadtrompeter ist oder solistisch/improvisatorisch engagiert ist.

-) und speziell bei Bierzelt, Marschmusik.... hilft mir der Gedanke, dass das Publikum sowieso keine Ahnung hat, von dem, was die Blasmusik tut - das ist (ungeachtet des tatsächlichen Wahrheitsgehaltes) ein beruhigender Gedanke :D
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Flügelhorny » Donnerstag 8. Juni 2017, 15:32

Gegen Lampenfieber kann man nichts machen.Das einzige was hilft ,ist immer wieder auftreten,spielen,versagen und nochmal auftreten.Es hilft keine psychologische Beratung und keine Fach-Bücher.Das Trauma muß ertragen werden.

Man muß sich im klaren darüber sein,das man maximal 50% seiner wirklichen spielerischen Leistung bei einem Solo-Auftritt bringen kann.Der Rest der Resourcen geht wegen Lampenfieber drauf.Deshalb leichte Sachen spielen,bis das Lampenfieber vielleicht irgendwann weg geht...oder nicht.
Mineralwasser gegen Mundtrockenheit parat haben während des Auftriitts,nicht das Publikum anschauen,nur auf die Noten schauen,die Pausen auszählen und Markierungen in den Noten machen,das falls man wegen Konzentrationsschwäche aus dem Stück fliegt,den Einstieg wieder findet.
Wenn das auch alles nicht hilft,das musikalische Trauma aushalten,und immer daran denken,das ihr nicht alleine das Problem habt auf der Welt.
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Re: Lampenfieber

Beitragvon duden » Donnerstag 8. Juni 2017, 15:51

Flügelhorny hat geschrieben:Gegen Lampenfieber kann man nichts machen.Das einzige was hilft ,ist immer wieder auftreten,spielen,versagen und nochmal auftreten.Es hilft keine psychologische Beratung und keine Fach-Bücher.Das Trauma muß ertragen werden.

Man muß sich im klaren darüber sein,das man maximal 50% seiner wirklichen spielerischen Leistung bei einem Solo-Auftritt bringen kann.Der Rest der Resourcen geht wegen Lampenfieber drauf.Deshalb leichte Sachen spielen,bis das Lampenfieber vielleicht irgendwann weg geht...oder nicht.
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Wenn das auch alles nicht hilft,das musikalische Trauma aushalten,und immer daran denken,das ihr nicht alleine das Problem habt auf der Welt.


Du sagst also: Bereite dich auf das schlimmste Ereignis deines Lebens vor. Male dir aus, was alles schief gehen kann. Tu alles, damit du auch ganz bestimmt so nervös bist, wie es überhaupt nur möglich ist.

Sorry, aber da halte ich es lieber mit Miboba: Ich freue mich drauf, auf der Bühne stehen zu können und zu zeigen, was ich kann. Das macht mir Spaß, alles wird gut gehen. Und am Ende klatschen die Leute. Das wird toll.
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Flügelhorny » Freitag 9. Juni 2017, 05:56

duden hat geschrieben:
Flügelhorny hat geschrieben:Gegen Lampenfieber kann man nichts machen.Das einzige was hilft ,ist immer wieder auftreten,spielen,versagen und nochmal auftreten.Es hilft keine psychologische Beratung und keine Fach-Bücher.Das Trauma muß ertragen werden.

Man muß sich im klaren darüber sein,das man maximal 50% seiner wirklichen spielerischen Leistung bei einem Solo-Auftritt bringen kann.Der Rest der Resourcen geht wegen Lampenfieber drauf.Deshalb leichte Sachen spielen,bis das Lampenfieber vielleicht irgendwann weg geht...oder nicht.
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Wenn das auch alles nicht hilft,das musikalische Trauma aushalten,und immer daran denken,das ihr nicht alleine das Problem habt auf der Welt.


Du sagst also: Bereite dich auf das schlimmste Ereignis deines Lebens vor. Male dir aus, was alles schief gehen kann. Tu alles, damit du auch ganz bestimmt so nervös bist, wie es überhaupt nur möglich ist.

Sorry, aber da halte ich es lieber mit Miboba: Ich freue mich drauf, auf der Bühne stehen zu können und zu zeigen, was ich kann. Das macht mir Spaß, alles wird gut gehen. Und am Ende klatschen die Leute. Das wird toll.


Tja,es sind nicht alle Menschen gleich in dieser Hinsicht.Leider kann man seine positive Einstellung oftmals auch nicht mehr kontrollieren wenn das Lampenfieber zuschlägt.Da geht dann gar nichts mehr.
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Alien » Freitag 9. Juni 2017, 07:04

Gegen lampenfieber hilft - sich fehler zu erlauben, regelmässig üben,
Und sich bewustsein: "wozu und warum man überhaupt die Musik macht"...
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Re: Lampenfieber

Beitragvon JensH » Freitag 9. Juni 2017, 09:25

Alex093 hat geschrieben:Hallo JensH,

ich bin auch schon lange auf der Suche nach einer Lösung für mein Problem, habe aber bisher nur einen Weg entdeckt.
Dieser Weg ist so viele Möglichkeiten zu suchen, vor Menschenmengen zu sprechen oder Solos zu spielen.

Gedanklich hilft mir, dass ich mir bewusst geworden bin, dass es bei einem Solo nicht um mich selbst geht
sondern um das Publikum, das gekommen ist um Musik zu hören.
Dieser Gedanke hilft mir da etwas Abstand zu bekommen und du kannst dich selber auf die Musik konzentrieren.

Es dauert zwar lange und es ist erst ein bisschen besser geworden aber mir hilft das zumindest etwas weiter.

Ob das ein Weg für dich sein kann musst du für dich entscheiden :)

Auf andere Tipps bin ich natürlich auch sehr gespannt :huepf:

LG Alex


Es gibt tatsächlich Lösungen, die im Spitzensport schon lange Gang und Gäbe sind und jetzt erst langsam in ihren Weg in die Musik finden. Da besteht bei Musikschulen und Musikhochschulen leider noch ein riesiges Defizit..

Das Bewusstsein ist schon mal nicht schlecht. 99,9% des Publikums sind dir wohlgesonnen, d.h. die freuen sich, wenn es gut klappt.
Und der Trompetenkollege, der gekommen ist um dich kieksen zu sehen ist eh nur neidisch, weil er nicht so gut spielt oder nicht auf der Bühne stehen darf. ;-)

Wichtig ist auch das persönliche "Pokerface". Gerade diese Woche habe ich eine interessante Studie gelesen. Bei dieser Studie haben die Teilnehmer in Konzerte kontinuierlich bewertet, d.h. nicht am Ende, sondern während dessen, sozusagen in Echtzeit. Am Ende hat die Software dann den Durchschnitt errechnet.

Ein sehr interessantes Ergebnis war, dass das Endergebnis gleich war, egal ob unterwegs ein Fehler passiert ist oder nicht. (Der Rest des Konzertes war vom Fehler abgesehen tadellos. Bei der Kontrollgruppe war das Konzert fehlerfrei.)
D.h. das Publikum verzeiht gerne einen Fehler, solange es danach gut weitergeht.

Was aber einen riesigen Unterschied sowohl beim Laien als auch Fachpublikum gemacht hat, war ob man den Fehler körperlich "zugegeben" hat. Z.B. durch Kopf schütteln oder irgendeine Aussage wie "upps" oder "Mist", etc. Dann wurde deutlich schlechter bewertet.
Das liegt daran, dass das Publikum daraus schließt dem konzertierenden Musiker würde das regelmäßig passieren. D.h. das Publikum denkt der Auftretende macht regelmäßig Fehler und schätzt deswegen seine Gesamtleistung schlechter ein.

Also: Pokerface bewahren. ;-)
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Re: Lampenfieber

Beitragvon JensH » Freitag 9. Juni 2017, 09:26

Miboba hat geschrieben:Viele Wege führen nach Rom. :)

Ich mache es gerade umgekehrt. Ich versuche das Publikum so gut wie möglich auszublenden und nur für mich zu spielen. Idealerweise konzentriere ich mich so auf mein Spiel, dass ich das Publikum ganz vergesse.


Schaust du das Publikum also auch nicht an? Dann schaffst du ja keine emotionale Verbindung.?
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Re: Lampenfieber

Beitragvon JensH » Freitag 9. Juni 2017, 09:52

Ich hab einfach mal deine guten Tipps bisschen ergänzt. :-)

Hochwälder hat geschrieben:
paar Sachen, die mir spontan einfallen:

soviel öffentlich spielen wie es geht

An sich ein super Tipp, vorausgesetzt es ist im geschützten Rahmen. D.h. wenn der grüne Bereich "alleine hinter verschlossener Tür spielen" ist und es bereits stresst vorm Partner, vor Familie oder Freunden zu spielen, würde ich damit starten mich selbst einfach aufzunehmen und anzuhören.
Wenn ich damit zufrieden bin und Selbstbewusstsein aufgebaut habe, würde ich vor dem engsten Kreis spielen und dann erweitern.
Also immer vom grünen in den gelben Bereich steigern, nie in den roten. Z.B. alleine und unbegleitet auf dem Friedhof ist eine der schwierigsten Auftrittssituationen. Trockener und nackter kann man nicht auftreten... Langsam steigern, dann ist das ein gutes Mittel oft öffentlich zu spielen.

Auftritte mit kleiner Gruppe/Ensemble

Hilft auf jeden Fall, weil man sich zumindest gefühlt verstecken kann. Und Wahrnehmung ist nicht objektiv..es hilft uns also uns selbst auszutricksen.

Solo sollte im Kämmerlein und Probe sicher ablaufen (Luft nach oben)

Ich empfehle im Kämmerlein aufnehmen. Geht mittlerweile mit jedem Handy. Wenn es 7x fehlerfrei war, würd ich steigern und das Ganze in der Probe probieren oder vor dem Partner, Familie, engen Freunden.

vor kleinem Publikum spielen (Freunde, Verwandte, Ständchen, Geburtstag)

So oft es irgendwie geht.

Pannen sofort abhaken und sich auf's nächste mal freuen

Wichtige Fähigkeit! Wie die Bedienung im Bierzelt: Immer auf das konzentrieren was man will, nicht auf was man vermeiden möchte. Beim Gedanken "ich darf nicht zittern, sonst schwappt das Bier über", zittert die Bedienung garantiert. Denkt sie stattdessen "ich laufe einfach zum Gast", passiert es genau so. Oder anderes Beispiel: Der Dartspieler denkt auch nicht "ich darf nicht daneben werfen", sondern "ich treffe jetzt die 3x20".
Bei den Pannen finde ich auch ein gutes Bild an Fußball zu denken. Ein Stürmer, der kurz vorm Tor stolpert geht auch nicht vom Platz oder nimmt sich die Zeit darüber nachzudenken oder sich zu ärgern, sondern er behält das Ziel (Tor) vor Augen und rennt weiter.

Bewusstsein für Atmung vor Solo schaffen (Fluchtreflex, Atmung blockiert)

Auch ein super Tipp!
Bewusst auf das Körpergefühl achten. Das entspannte Heben und Senken der Bauchdecke konzentrieren. Tief, LANGSAM und entspannt atmen.

Zuhörer wollen dich hören und warten nicht auf Fehler

Absolut. Alle Menschen sind Freunde bis zu dem Zeitpunkt an dem das Gegenteil bewiesen ist. Wir selbst kommen auch auf Konzerte um eine gute Zeit zu haben, nicht um die Kollegen straucheln zu sehn. Sollte das der Fall sein...ist man eben ein neidischer, geistig armer Mensch...

sich auch bei Proben stellen, nicht erst beim Auftritt

So wie man probt, so spielt man. Und so wie man übt, probt man.

locker spielen (Phrasierung, Vibrato....)

Auf das gewünschte Ergebnis konzentrieren. Stichwort Klangvorstellung.

Instrument und Mundstück immer top in Schuss halten (Dreck und Ventilklemmer bringen unnötig Risiko)

Absolut. Klingt selbstverständlich ist es leider im Amateurbereich nicht..

und üben,

nicht nur um die Technik zu verbessern, sondern auch das "Spiel unter Stress/Druck" üben.
D.h. auch zu Hause mal künstliche Auftrittssituationen schaffen. Z.B. sich selbst dabei filmen, Auftrittskleidung anziehen, vorm kleinen Kreis zu Hause 2Minuten vorspielen, etc.

Ich gehe davon aus, dass der Threadersteller einen bestimmten Zweck verfolgt (s.Homepage)

Das stimmt. Der Zweck ist herauszufinden was allgemein verbreitete Lösungen und Kernprobleme sind. :-)
Da ich selbst so extrem Lampenfieber geplagt war, dass ich meinen Traumberuf fast aufgegeben hätte, gebe ich nun mein Wissen in dem Bereich weiter.
Das macht mir mehr Spaß als Anfänger zu unterrichten und bringt alle Musiker weiter.
"Spielen unter Druck" ist eine Fähigkeit. Im Spitzensport gibt es auch bessere Trainings-Leistungen als Weltrekorde oder Turnierergebnisse. Das liegt daran, dass Leistung aufbauen und Leistung abrufen können 2 paar Schuhe sind. Beides hat mit dem richtigen Training zu tun.
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Re: Lampenfieber

Beitragvon JensH » Freitag 9. Juni 2017, 09:59

TrompetenKäfer hat geschrieben:-) Möglichst viel Spielen senkt die Nervosität -> Routine bzw. Automatisierung von Abläufen

Wenn Trompete so gut läuft wie das Laufen ist sicherlich schon viel gewonnen. Genauso wenn die Bühne sich anfühlt wie das 2. Wohnzimmer.

-) Selbstvertrauen und Vertrauen in seine Fähigkeiten. Wenn ich weiß, dass ich falsch/zu wenig/,..... übe, wird immer Angst mit dabei sein

Vorbereitung ist absolut wichtig. Wenn ich meine Hausaufgaben nicht gemacht habe...
Dafür muss man allerdings wissen, wie man effizient übt, damit man schnelle Fortschritte macht und möglichst viel hängen bleibt. Das können leider selbst die meisten studierten Musiker nicht. Und gerade als Nicht-Berufsmusiker ist bei einem Vollzeitjob + Familie wenig Zeit zum Üben. Diese sollte dann erst Recht sinnvoll genutzt werden.

-) Visualisieren - ich stelle mir immer vor, dass ich für den letzten Zuhörer am hinteren linken Rand der Veranstaltung spiele

Kein schlechter Gedanke, weil da auch "durch die Trompete spielen" drinsteckt. Also eine auch technisch hilfreiche Geschichte.

-) Spielereien/ungeplante Blödheiten (Oktavieren, hohe Schlusstöne) unterlassen. Ist reine Selbstbefriedigung, dem Publikum egal und reduziert evtl. die Leistungsfähigkeit, den Gig durch zu halten.
.... wenn man kein Leadtrompeter ist oder solistisch/improvisatorisch engagiert ist.

Faxen gehen nur, wenn sie musikalisch Sinn machen (bei 90% der Schlusstöne klingts absolut super nach oben zu oktavieren.). Lieber alles fehlerfrei, statt 1000 Klöpse und dann am Schluss oktavieren, um das Ego wiederherzustellen.

-) und speziell bei Bierzelt, Marschmusik.... hilft mir der Gedanke, dass das Publikum sowieso keine Ahnung hat, von dem, was die Blasmusik tut - das ist (ungeachtet des tatsächlichen Wahrheitsgehaltes) ein beruhigender Gedanke :D

Solange es bumm bumm macht und man die Melodie erkennen kann, ist man im Bierzelt gut aufgestellt... ;-)
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Re: Lampenfieber

Beitragvon JensH » Freitag 9. Juni 2017, 10:05

Flügelhorny hat geschrieben:Gegen Lampenfieber kann man nichts machen.Das einzige was hilft ,ist immer wieder auftreten,spielen,versagen und nochmal auftreten.Es hilft keine psychologische Beratung und keine Fach-Bücher.Das Trauma muß ertragen werden.

Man muß sich im klaren darüber sein,das man maximal 50% seiner wirklichen spielerischen Leistung bei einem Solo-Auftritt bringen kann.Der Rest der Resourcen geht wegen Lampenfieber drauf.Deshalb leichte Sachen spielen,bis das Lampenfieber vielleicht irgendwann weg geht...oder nicht.
Mineralwasser gegen Mundtrockenheit parat haben während des Auftriitts,nicht das Publikum anschauen,nur auf die Noten schauen,die Pausen auszählen und Markierungen in den Noten machen,das falls man wegen Konzentrationsschwäche aus dem Stück fliegt,den Einstieg wieder findet.
Wenn das auch alles nicht hilft,das musikalische Trauma aushalten,und immer daran denken,das ihr nicht alleine das Problem habt auf der Welt.


An dem von dir beschrieben Punkt war ich. Das ist aber nicht mehr so. Dank psychologischer Beratung und einigen Fachbüchern.

Was du sagst ist ungefähr so wie "Rückenschmerzen hat man halt, da kann man nichts machen". Das stimmt aber so nicht. Mit dem richtigen Training und geschulten Bewegungsabläufen, kommt es gar nicht erst zum Rückenschaden, bzw. kann auch wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, vieles verbessert werden.
Bei Lampenfieber bin ich selbst der beste Beweis dafür, dass man daran arbeiten kann. Ob ich "100% auf Abruf" erreiche wird sich zeigen, aber innerhalb von knapp 3 Jahren habe ich mich von 20% auf mehr als 80% gearbeitet.
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Flügelhorny » Freitag 9. Juni 2017, 15:32

JensH hat geschrieben:
Flügelhorny hat geschrieben:Gegen Lampenfieber kann man nichts machen.Das einzige was hilft ,ist immer wieder auftreten,spielen,versagen und nochmal auftreten.Es hilft keine psychologische Beratung und keine Fach-Bücher.Das Trauma muß ertragen werden.

Man muß sich im klaren darüber sein,das man maximal 50% seiner wirklichen spielerischen Leistung bei einem Solo-Auftritt bringen kann.Der Rest der Resourcen geht wegen Lampenfieber drauf.Deshalb leichte Sachen spielen,bis das Lampenfieber vielleicht irgendwann weg geht...oder nicht.
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An dem von dir beschrieben Punkt war ich. Das ist aber nicht mehr so. Dank psychologischer Beratung und einigen Fachbüchern.

Was du sagst ist ungefähr so wie "Rückenschmerzen hat man halt, da kann man nichts machen". Das stimmt aber so nicht. Mit dem richtigen Training und geschulten Bewegungsabläufen, kommt es gar nicht erst zum Rückenschaden, bzw. kann auch wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, vieles verbessert werden.
Bei Lampenfieber bin ich selbst der beste Beweis dafür, dass man daran arbeiten kann. Ob ich "100% auf Abruf" erreiche wird sich zeigen, aber innerhalb von knapp 3 Jahren habe ich mich von 20% auf mehr als 80% gearbeitet.



Danke Jens,
wenigstens einer der versteht wovon ich berichte.Grundsätzlich ist es ein enormer Unterschied,ob du im Bierzelt irgendwo im hohen Blech deine Stimme spielst,oder ob du in einer vollbesetzten Kirche mit 200 Zuhörern oben alleine auf der Empore steht und mit Orgelbegleitung dein Konzert spielen sollst,wohlwissend das teilweise Prominenz und Fach-Leute mit Musik Kenntnissen im Publikum sitzen.
Im Bierzelt mache ich mir keine Gedanken mehr.Die meisten Leute wollen sich eh nur unterhalten und irgendwann sind die meisten angetrunken.Der nüchterne Rest hat sowieso keine Ahnung.
In einem Solo-Auftritt ist das eine ganz andere Nummer.Du kannst noch so gut vorbereitet sein und guter Stimmung,wenn das Lampenfieber kommt,geht nichts mehr!
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