Verzweifelte Anfängerin

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
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Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon Staubflocke » Dienstag 2. Mai 2017, 08:54

Hallo,

Ich bin 45 Jahre, weiblich, und habe vor ca 1 Jahre mit TRompetenspielen angefangen (keine Vorkenntnisse).
Ich habe wöchentlich Unterricht und spiele auf einem 1 1/1C Mundstück.
Gerade bin ich am Verzweifeln weil ich gefühlt jede Woche oder nach jeder Krankheit (hatte leider viel mit Husten diesen Winter zu tun) von vorne anfange, soviel Töne noch schief klingen, nix zuverlässig klappt und selbst "alle Vöglein sind schon da " von meinem 10jährigen Sohn auf dem Euphonium schöner gespielt wird.... :( :(
ich versuche täglich ca 10-15 min zu üben, mehr geht auch nicht wirklich, weil dann nur noch schiefe ( oder gar keine ) Töne mehr rauskommen. ich finde das Spielen insgesamt auch körperlich sehr anstrengend und frage mich, ob das je besser wird? Ob da je eine gewisse Leichtigkeit/Selbstverständlichkeit reinkommt ? Oder bin ich schlicht ungeeignet ?
Ich möchte mich ja mit dem Instrument von meinem stressigen Alltag erholen und liebe die Musik und auch neues zu lernen.
Aber aktuell gibts nur FRust.....
Der höchstmögliche Ton ist aktuell das d``, wobei mich nicht die mangelnde Höhe stört sondern die unsauberen Töne...

Hat noch jemand eine ultimative Idee ? neue Trompete ? Neues Ansatzgesicht :D ?
Mein Lehrer meint nur immer, ich muss lauter spielen, das kann ich aber nicht......


Bin für jeden Kommentar dankbar und stehe für Rückfragen natürlich zur Verfügung,
LG
Staubflocke
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Re: Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon ebnater » Dienstag 2. Mai 2017, 10:51

Hallo Staubflocke,

schön, dass Du angefangen hast - das war schonmal ein richtiger Schritt! ;-)

Eine Ferndiagnose ist natürlich extrem schwierig, da es viele Gründe dafür geben kann. Ob "lauter spielen" wirklich hilft, kann ich so schlecht beurteilen.

Hast Du schon mal einen anderen Lehrer oder erfahrenen Trompeter gefragt? Sowas würde ich zuallererst probieren. Vielleicht hat ein anderer Lehrer eine andere Art, die Luftführung (meiner Meinung nach extrem wichtig beim Blasen, aber auch oft vernachlässigt) anders zu vermitteln.

Mit einem 1 1/2 C - Mundstück (oder wirklich ein 1 1/1 C?) sind meine Jungbläser anfangs nicht wirklich zurecht gekommen, eher ein 7C. ABER: was sich hinter der Nummer / Bezeichnung verbirgt, kann bei jedem Mundstückhersteller anders sein. Am besten mal ein paar Mundstücke testen (Musikgeschäft vor Ort, von einem Versender schicken lassen,...).

Ganz alternativ: schnapp Dir das Instrument von Deinem Junior und versuche das mal. Die Grundlagen sind dieselben, nur dass das Mundstück "anfängerfreundlicher" ist und das Instrument mehr Luft braucht.

Viel Erfolg!
ebnater
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Re: Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon Staubflocke » Dienstag 2. Mai 2017, 13:47

Danke erstmal für die Rückmeldung.
Es ist ein 1 1/2 C, da hast Du recht, mein Lehrer meinte, das 7C taugt nix und ich solle es gleich entsorgen. Keine Ahnung.
Das Üben auf dem Euphonium finde ich mal ne gute Idee.
LG
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Re: Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon Trumpethulk » Dienstag 2. Mai 2017, 15:23

Dann solltest du überlegen, ob dein Lehrer etwas taugt.
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Re: Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon Trumpet80 » Dienstag 2. Mai 2017, 16:29

Hallo Staubflocke,

meine Jungbläser fangen idR mit einem 7C von A&S an. Auch bei etwas älteren Jungbläsern (50) hat sich das bewährt. Ich hatte bisher nur einen der mit einem 3C anfing (der hatte extrem dicke und starke Lippen).
Von einem 1 1/2 C würde ich bei einem Anfänger abraten. Egal ob der Fehler woanders liegt oder nicht.
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Re: Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon Trumpethulk » Dienstag 2. Mai 2017, 16:58

Hallo Staubflocke!
An der Trompete liegt es sehr wahrscheinlich nicht. Was spielst du denn? Das 1 1/2C egal von wem ist zwar unter klassisch geprägten Trompetern hip, aber für Anfänger nicht nötig. Was du beschreibst klingt eher nach grundlegenden Fehlern im Blassystem. Ein 7C ist mit Sicherheit kein Schrott. Solche Aussagen, wie die deines Lehrers schon. Noch dazu bei einer Übezeit von circa 15 Minuten. Was spielst du für Musik und was willst du spielen? Eine Größe für Anfänger bei Mundstücke von 10 1/2C - 7C ist sicher bedeutend günstiger. Es gibt viele Trompeter, die die Strategie verfolgen, kleiner ist besser. Eventuell ist es auch ne Möglichkeit einen anderen Lehrer zu testen.
Viel Spaß beim Trompeten und Geduld!!

Viele Grüße
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Re: Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon Sandu » Dienstag 2. Mai 2017, 18:57

So gewaltig sind die Spielergebnisse zwischen 7C, 3C und 1,5C meiner Meinung nach nicht. Vor allem für einen Anfänger. Wenn es nicht zufällig eine total problematische Mundstück-Instrument-Kombination ist, würde ich da nicht dran drehen. Ob das der Fall ist, kann der Lehrer sofort rausfinden.
Präferenzen für bestimmte Mundstücke machen noch keinen schlechten Lehrer. Diese sind auch unter den besten Leuten weit verbreitet.
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Re: Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon Trumpethulk » Dienstag 2. Mai 2017, 19:14

Ein Lehrer der kategorisch auf eine bestimmte Mundstückgröße besteht ist schon eher seltsam und wäre für mich nicht vertrauenswürdig. Immerhin taugt das 7C ja nix. Was soll so eine Aussage? Du kennst den Lehrer?
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Re: Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon X1_KNOXVILLE » Dienstag 2. Mai 2017, 19:35

Schlechte Phasen hat jeder schon mal auf der Trompete erlebt, wichtig ist, das man deswegen nicht aufgibt ! Es ist alles eine Frage der Technik, genaues Hinhören und Disziplin !

Ich empfehle dir die folgenden Videos anzuschauen:
US Army Band:https://www.youtube.com/watch?v=-H4Wby6ge3w&list=PLD87B1EADF50EDE6B&ab_channel=215thArmyBand
Charlie Porter:https://www.youtube.com/watch?v=lLE_-ly8hrQ&ab_channel=CharliePorter
Charlie Porterhttps://www.youtube.com/watch?v=CxiFMlvY3_8&t=637s&list=LLum7GrO-WHHoSb1IgO34A-Q&index=60&ab_channel=CharliePorter
MysterytoMastery:http://mysterytomastery.com

Das ist recht viel Videomaterial, für mehr aber mehr als lohnenswert ! Und ja, aufjedenfall auf ein 7C zugreifen und definitiv einen anderen Lehrer aufsuchen, habe letztens auch schlechte Erfahrung sammeln müssen…
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Re: Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon Staubflocke » Dienstag 2. Mai 2017, 19:57

Wäre jemand so lieb und erklärt mir den Unterschied ( auch beim Spielen) zwischen den beiden Mundstücken ?
Weil jemand fragte -mein Lehrer studiert klassische trompete soweit ich weiss.
Und ich mag gerne Musik von La brassbanda
LG
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Re: Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon Sandu » Dienstag 2. Mai 2017, 20:01

Trumpethulk hat geschrieben:Ein Lehrer der kategorisch auf eine bestimmte Mundstückgröße besteht ist schon eher seltsam und wäre für mich nicht vertrauenswürdig. Immerhin taugt das 7C ja nix. Was soll so eine Aussage? Du kennst den Lehrer?

Ich kenne den Lehrer nicht. Und ja, das 7C ist natürlich kein schlechtes Mundstück. Ich selbst würde das so auch nicht handhaben. Ich wollte lediglich andeuten, dass mir bei einem Lehrer andere Dinge als ein potentieller Mundstückdogmatismus - gerade als Anfänger - wichtiger wären.
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Re: Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon dunbia » Dienstag 2. Mai 2017, 20:30

mit einem "grossen" Mundstück hat man/frau eher Erfolg zu Anfang, weil dieses Fehler im Blassystem/beim Ansatz verzeiht; später dann deshalb auch (eventuell) eher ein Problem.
Meine Erfahrung
7c (oder kleiner) finde ich ratsam und warum nicht ausprobieren!?
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Re: Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon Trumpethulk » Dienstag 2. Mai 2017, 21:58

Zum Dogmstismus neigt ja da eher der Lehrer.
Ich halte es da eher wie Dunbia... Wieso nicht probieren. Geht es besser, dann dabei bleiben. Luftführung, Anstoß usw. sind das Wichtigste. Mit einem Mundstück was zu einem passt ist es schon einfacher ein Gespühr dafür zu bekommen. Und bei einem Übeaufwand von etwa 15 Minuten pro Tag muss man es sich vielleicht nicht unnötig schwer machen, in dem man auf einem unnötig größeren Equipment spielt. Wie Dunbia sagte, das verzeiht mehr Fehler. Ist der Lehrer nicht in der Lage das zu erkennen bzw. eben diese Fehler zu erkennen kann sich die junge Frau noch so mühen... Sie wird die Fehler verfestigen. Eine 10 1/5 er bis 7ener Größe hilft zumindest schon mal besser zu fokussieren.

Gute Nacht!
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Re: Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon ebnater » Dienstag 2. Mai 2017, 23:25

Staubflocke hat geschrieben:Wäre jemand so lieb und erklärt mir den Unterschied ( auch beim Spielen) zwischen den beiden Mundstücken ?
Weil jemand fragte -mein Lehrer studiert klassische trompete soweit ich weiss.
Und ich mag gerne Musik von La brassbanda
LG


1) Die Mundstücke haben eine andere Geometrie hinsichtlich Kesseldurchmesser, Kesseltiefe, Randprofil, Bohrung, Rückbohrung,.... Was genau wie verschieden ist, hängt vom Hersteller ab.

Siehe auch http://josefklier.de/mundstuecke/leitfa ... llauswahl/

Beim Spielen ist es einfach so: mit dem einen klappt es besser als mit dem anderen. Warum? Weil es halt besser passt.... Hängt natürlich auch von Deinen Lippen, Ansatz, gespielter Literatur, Trompete,... ab. Da hilft nur: probieren! Am besten ein bekanntes Stück mit einem Mundstück durchspielen, Mundstück wechseln, nochmals durchspielen,... Ich nehme maximal 3-4 Mundstücke pro "Sitzung", dafür jedes ein paar Mal. Speziell bei Sprüngen, hohen und tiefen Tönen merkst Du dann sehr schnell, welches Mundstück FÜR DICH besser ist. Da es hunderte verschiedene Mundstückvarianten gibt, die dann auch noch je nach Deinem Instrument und Ansatz unterschiedlich "gut" sind, kann das ein langwieriges Thema werden. Darum mache ich es so, dass ich solche Mundstücktests ein paarmal mache, bis sich ein neuer "Favorit" wirklich gegen mein "Stamm-Mundstück" eindeutig durchgesetzt hat. Und maximal 2-3x im Jahr.

2) Schön für ihn! Es macht es plausibel, dass er evt. sehr gut Trompete spielen kann. Über seine Qualifikation als Lehrer sagt das nicht viel. ;-)

3) Schön für Dich! Thomas Gansch hat bei Facebook gerade ein geniales Video eingestellt... Leider nicht bei Youtube, so kann ich es nicht teilen.
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Re: Verzweifelte Anfängerin

Beitragvon Trumpethulk » Mittwoch 3. Mai 2017, 06:04

:gut:
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