Gegen eine Wand spielen

Wie kann ich die Atmung verbessern ? Wie wichtig ist die Atmung für das Trompetespielen ?
Hier gibt es die Antworten auf solche Fragen.

Moderator: Die Moderatoren

Gegen eine Wand spielen

Beitragvon Müder Joe » Freitag 11. November 2016, 21:03

Hallo liebe community,

Ich bin neu hier und muss vorab sagen dass ich nicht professionell Trompete Spiele. Jedoch habe ich bisher in einer kleinen kombo immer gut gespielt.
Ohne Probleme konnte ich laut hohe Töne spielen und hatte immer Freude daran.
Jedoch stellt mir der Ansatz seit geraumer Zeit ab nach einem Lied. So als würde ich gegen eine Wand aus Luft blasen und es kommt nix mehr..... Ich habe keine Freude mehr und bin sehr frustriert. Habt ihr da einen Lösungsansatz ider kennt den Grund? Ich bin wirklich for alle Vorschläge offen und bedanke mich schonmal für eure Hilfe.

Liebe grüße
Joe
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Re: Gegen eine Wand spielen

Beitragvon buddy » Samstag 12. November 2016, 10:49

Hallo Joe,

willkommen im Trompetenforum.

möglicherweise hast Du deine Lippen überlastet und deshalb versagt der Ansatz. Das wären dann Frühzeichen einer Schädigung im Lippengewebe.

Wenn das die Ursache deines Problems ist, dann kommt das daher, dass andauernd mit zu hohem Druck des Mundstücks gegen die Lippen gespielt wird.
Die Lösung ist zunächst eine längere Pause. Zur Dauer kann ich nichts sagen, für mich würde ich mit mindestens zwei Wochen anfangen und bei weiterhin bestehenden Probleme auf einen Monat oder zwei verkängern.

Für die Zukunft entscheidend ist die Entwicklung einer bessere Technik und etwas behutsameres Üben, "no pain, no gain" kann auch daneben gehen.
Bessere Grundlagen kannst Du dadurch üben, dass Du dir eine vernünftige Trompetenschule kaufst und das ernst nimmst, was dort steht.
Beispiele: http://www.mv-schweizer.de oder Hören, Lesen & Spielen

Hilfreich zum Üben von besserem Ansatz ist das Mundstück Buzzing. Es fällt leichter, das Mundstück so zu halten, dass ein ausreichender, aber relativ geringer Druck gegen die Lippen ausgeübt wird.
Außerdem ist es wichtig, den Ansatz beim Üben relativ frisch zu halten, das erleichtert Fortschritte. Gut sind deshalb viele kleine Pausen während des Übens und Aufhören, wenn der Ansatz deutlich abbaut und Töne weniger gut ansprechen.

Als melodisches Material zum Mundstück Buzzing können alle Grundlagenübungen und leichte Etüden oder einfache Songs aus dem Kopf gespielt dienen. Ist man eingespielt, kann man fast alles allein auf dem Mundstück zum Klingen bringen. Wird regelmäßig so geübt, wirt sich das sehr positiv auf das Spielen mit dem Instrument aus. Hilfreich ist beim Üben wie immer ein möglichst guter Klang ohne zuviel Rauschen.
https://www.youtube.com/watch?v=EG-bM25GBps
https://www.youtube.com/watch?v=ze1oumejECU
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Re: Gegen eine Wand spielen

Beitragvon duden » Samstag 12. November 2016, 12:05

Ich würde als erstes die Trompete durchspülen.

(Kein Witz.)
I didn't try to be primitive, I just had bad microphones.
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Re: Gegen eine Wand spielen

Beitragvon X1_KNOXVILLE » Samstag 12. November 2016, 13:24

Wenn du mit zu hohem Druck spielen solltest, dann müsstest du Abdrücke an deinen Lippen sehen.
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Re: Gegen eine Wand spielen

Beitragvon buddy » Samstag 12. November 2016, 13:56

Wenn man wie üblich im gesamten Standardumfang übt, dann sieht man beim Absetzen der Trompete auf den Lippen eigentlich immer den Abdruck des Mundstückrandes.

Wesentlich für das Spielen und die Lippen sind ausreichender, aber nicht übermäßiger Druck. Außerdem Belastungswechsel des Mundstückdrucks wichtig, wenn sie sich anbieten und schließlich die mehrfachen kleinen Erholungspausen während des Übens.
Eine Verringerung des Mundstücksdrucks ist beim Abwärtsspielen aus der zweigestrichenen Oktav in die eingestrichene meist gut zu machen, aber man sich so etwas u.U. erst einmal angewöhnen.
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Re: Gegen eine Wand spielen

Beitragvon Sandkuchen » Samstag 12. November 2016, 14:10

Müder Joe hat geschrieben:Ohne Probleme konnte ich laut hohe Töne spielen und hatte immer Freude daran.
Jedoch stellt mir der Ansatz seit geraumer Zeit ab nach einem Lied. So als würde ich gegen eine Wand aus Luft blasen und es kommt nix mehr.....


Du kannst also kurze Zeit wie gewohnt spielen und plötzlich geht nichts mehr?

Versuche dein Problem einzugrenzen!

Wie lange dauert es, bis Du wieder ein Lied spielen kannst?

Bestes das Problem auch mit einer anderen Trompete und beim Mundstück-Buzzing?

Schwellen die Lippen an?

Setzt Du beim Spielen im Lippenrot an?
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Re: Gegen eine Wand spielen

Beitragvon Müder Joe » Montag 14. November 2016, 10:57

Wow vielen Dank zunächst für eure Antworten.
Es freut mich dass es immer noch eine Community gibts auf die man zählen kann. Wirklich klasse :gut:
Ich werde jeglichen Ratschläge von euch angehen und ausprobieren.
Um noch einige Sachen auszuschließen wsa angesprochen wurde:

- Hab keinen Mudstück Abdruck nach dem Absetzen
- Lippen werden je nach beanspruchung mal bisschen dick. (Das kommt aber dann daher dass nix mehr geht und ich dann umso mehr einen Ton erzwingen will.....also das ist dann klar :D )
- Hab jetzt mal eine andere Trompete gespielt (einmal) und da war das gleiche
- Das Problem betseht nicht beim Buzzen

Noch ne KurzeZwischenfrage: hat jemand Erafhrung mit der Jupiter 606 MRL-F ?

Ich sag nochmla vielen Dank an euch!
Werde nun die bisheriegen Ratschläge in Angriff nehmen und gerne weitere mir zu Herzen nehmen :)
Also gerne mich weiter mit Input vollstopfen :wink:
Müder Joe
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Re: Gegen eine Wand spielen

Beitragvon RFaust » Freitag 18. November 2016, 08:52

Hallo Joe,
ich kenne das auch. Habe viele Jahre ohne Probleme in verschiedenen Besetzungen gespielt und plötzlich... nichts geht mehr. Ich habe dann mal ein paar Stunden Unterricht bei einem guten Lehrer genommen. Der hat ein paar Kleinigkeiten bei mir korrigiert und mir gute Übungen gegeben. Nach einem halben Jahr war die Krise überstanden.

Ich habe allerding auch mein Instrument gewechselt. Aber das macht sicher den kleinsten Teil aus.

Mein Tipp: Such Dir einen guten Lehrer und nimm auch ein paar Stunden!

Gruß Reinhard
"Life is like riding a bicycle. To keep your balance, you must keep moving."
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Re: Gegen eine Wand spielen

Beitragvon deretrusker » Sonntag 18. Dezember 2016, 20:38

duden hat geschrieben:Ich würde als erstes die Trompete durchspülen.

(Kein Witz.)


Genau!! :D
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Re: Gegen eine Wand spielen

Beitragvon deretrusker » Sonntag 18. Dezember 2016, 20:41

Alle Tips, die per "Ferndiagnose" gegeben werden, halte ich bis auf die EMpfehlung, Unterricht zu nehmen und das Instrument gründlich zu reinigen, für nicht seriös.
Dazu ist Trompetespielen einfach zu wenig "sichtbar".
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Re: Gegen eine Wand spielen

Beitragvon Singvögelchen » Sonntag 18. Dezember 2016, 22:43

Der meiste Schmodder sitzt im Mundstückschaft, von vornherein die engste Stelle, ein Mundstückbürstchen kann da wirklich wahre Wunder bewirken. Unser alter Professor hat uns regelmäßig im Unterricht zur Toilette geschickt zur Mundstückreinigung. Es hat immer geholfen. :gut:
Liebe Grüße vom Singvögelchen!


"Blas schön rein, dann kommts schön raus!"
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Re: Gegen eine Wand spielen

Beitragvon JensH » Sonntag 11. Juni 2017, 10:03

Müder Joe hat geschrieben:Hallo liebe community,

Ich bin neu hier und muss vorab sagen dass ich nicht professionell Trompete Spiele. Jedoch habe ich bisher in einer kleinen kombo immer gut gespielt.
Ohne Probleme konnte ich laut hohe Töne spielen und hatte immer Freude daran.
Jedoch stellt mir der Ansatz seit geraumer Zeit ab nach einem Lied. So als würde ich gegen eine Wand aus Luft blasen und es kommt nix mehr..... Ich habe keine Freude mehr und bin sehr frustriert. Habt ihr da einen Lösungsansatz ider kennt den Grund? Ich bin wirklich for alle Vorschläge offen und bedanke mich schonmal für eure Hilfe.

Liebe grüße
Joe


Hallo Joe,

Das kann verschiedene Gründe haben.

Ich vermute:
Du versuchst zu viel Luftmenge in die Trompete zu blasen. Das verursacht einen Rückstau und deine Stimmbänder fangen an sich zu schließen. Dadurch dieses Widerstandsgefühl. Wenn man als Lösung dann noch fester bläst, gehen sie ganz zu und es kommt vorne nichts mehr raus. ;-)
Probier mal sowas wie Clarke 2nd Study vorm Spiegel in verschiedenen Lautstärken, so leise wie möglich-so laut wie möglich und schau dir mal auf den Körper. Vor allem auf den Hals.
Alternativ auch irgendwelche langen Töne in der Mittellage oder Bindungen. Die Übung ist relativ egal. Irgendwas was du kannst ohne, dass der Effekt auftritt. Um dann zu sehen ob es bei "laut spielen" passiert. Wenn das der Fall ist bläst du zu fest rein.

Ziel ist so viel wie nötig, so wenig wie möglich Luftmenge zu benutzen.
Die Luft muss vor allem gleichmäßig fließen. Aber die benötigte Luftmenge für den Ton des Moments ist viel geringer als 99% der Trompeter denken.

Frohes Hupen,
Jens
Üben wie die Profis & nie wieder Lampenfieber. Kostenloser Emailkurs -> https://jenshilzensauer.de/uebe-hacking/
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